Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die schwarze Katze und die Macht der Symbole

Trulli Häuser

By on 5. April 2020

Trulli Häuser

Abbildung: Trulli-Häuser in Alberobello, Süditalien, mit Symbolen auf den Dächern

Symbole und ihre Bedeutung

Das griechische Wort symbolon bedeutet: Erkennungszeichen, Kennzeichen Merkmal und auch Beweis, Vertrag, Ausweis, Passwort oder Code. Mit den beiden letzten Bedeutunen gerät man in einen Bereich von «geistiger Verbindlichkeit» oder «Zutrittsrecht» und damit man in einen «magischen» Bereich.

Seit Jahrtausenden haben die Menschen Symbolen eine magische Wirkung zugeschrieben. C.G. Jung schrieb:

Das Symbol wirkt suggestiv, überzeugend, und drückt zugleich den Inhalt der Überzeugung aus.[1]

Die Sprache der Symbole

Ein Symbol sagt meistens mehr als ein Wort und kann auch eine komplexere Aussage übermitteln. Seine Sprache wird vom Körper «verstanden» und kann auch Emotionen beinhalten. Will man es in Worte übertragen, sind häufig längere Umschreibungen nötig.
In der heutigen Zeit erleben Symbole einen grossen Aufschwung in Icons oder Emojis. Beispiele:

Eine Emoji-Reihe:

Emojis

Diese Reihe kann so übersetzt werden:
Der bewusste Mensch (1) braucht sich vor der Magie des Unbewussten (2) nicht zu fürchten (3). Vielmehr geht es darum, dass er mit seinem liebenden Bewusstsein sein Denken mobilisiert (4). So kann er zuversichtlich und selbstwirksam – als guter König –­ in seinem Leben stehen (5).

Eine Botschaft durch Icons aus dem medizinischen Bereich, zu «Corona»-Zeiten:

Emojis

Diese Reihe kann so übersetzt werden:
Die Welt steht im Bann des Corona-Virus. Bei Heilung handelt sich ein universelles Prinzip, das überall angewendet werden kann (1). In einem ersten Schritt gilt es, überhaupt zu erkennen, dass etwas im Argen liegt und sich für eine Behandlung zu entscheiden. (2). Dazu braucht es eine möglichst präzise Diagnose (3). Hilfreich ist, wenn Vertrauen in Fachpersonen und in vorhandenes Wissen gegeben ist (4). So kann hoffentlich das richtige Heilmittel gefunden und eingesetzt werden (5).

Symbole, Aberglauben und Glauben

Die Kraft des Symbols liegt in der Bedeutung oder im Glauben, welche ihm der Betrachter gibt. Eine «abstruse» Furcht vor unbestimmten negativen Konsequenzen wird als «Aberglaube» bezeichnet.

Beispiel: Die schwarze Katze 

Eine schwarze Katze kreuzt meinen Weg. Mein Begleiter sagt scherzhaft: «Oh, das bringt Unglück».
Wenn ich das glaube und als ungutes Zeichen interpretiere, hat das höchstwahrscheinlich Konsequenzen. Dann werde ich das, was als Nächstes geschieht, misstrauisch betrachten. Und wenn etwas Schwieriges geschieht, es mit der schwarzen Katze in Verbindung bringen.
Vielleicht sagt mein Begleiter aber auch: «Oh, zum Glück geht sie von rechts nach links, dann macht es nichts…»

Welche Symbole sind involviert und was bedeuten sie?

Die Gefühle, die eine symbolhafte Begegnung auslösen, können ein Anstoss sein, einmal über die Sache nachzudenken und sich zu fragen: «Welche Symbole sind im Spiel, was bedeuten sie oder welche Bedeutung gebe ich ihnen? «. Bei der Begegnung mit der Katze sind es diese Symbole:

1. Die Katze

Sie ist ein unabhängiges und unbeugsames Raubtier, kann aber auch sanft sein, wenn sie gerade Lust hat. Fällt sie, dann landet sie immer auf ihren Füssen. Zudem wird gesagt, dass sie «sieben Leben» hat. Mit ihrer sanften Eigenwilligkeit und widerstandsfähigen Unberechenbarkeit strahlt sie etwas Geheimnisvolles oder «Magisches» aus. 

2. Die Farbe Schwarz

Schwarz ist die Farbe des Todes, der Unterwelt und des Unbewussten. Hier wird es also schon ungemütlicher. Von der Begegnung mit einer schwarzen Katze wird gesagt, dass sie Unglück bringt. Hier drängen sich Fragen auf wie: Wovor fürchte ich mich? Fürchte ich mich vor dem Tod oder dem Unbewussten oder vor meinem eigenen Schatten? Habe ich denn einen Grund, mich zu fürchten?

Von links nach rechts

Die linke Seite (passiv-unterstützend) gilt als «weiblich» und gehört damit eher zum Unbewussten, während die rechte als «männlich» (aktiv-initiierend) eher dem Bewusstsein zugeordnet werden kann. Die Frage ist nun: Spaziert also das schwarze Tier als Botschafter aus dem Unbewussten in meine bewusste Realität hinein? Selbst wenn ich diese Möglichkeit in Betracht ziehe, drängen sich weitere Fragen auf, wie: Gibt es etwas, was mir noch nicht zu Bewusstsein gelangt ist und wenn ja, was wäre es? Dies kann ja durchaus den heilsamen Prozess der Bewusstwerdung anstossen.

Angst vor Kontrollverlust und Bewusstwerdung?

Aus diesen Ausführungen wird klar, dass weniger die Katze das Problem ist, sondern mehr die Bedeutung, die man ihr gibt. Tatsächlich kann das Unbewusste Angst machen, zum Beispiel Angst vor Kontrollverlust. Das Unbehagen kann aber entschärft werden, indem es wahrgenommen wird und zu Fragen führt wie: Wovor fürchte ich mich eigentlich? Was belastet mich gerade? Was kann ich dagegen tun? – Dadurch kann einiges auf eine konstruktive Art in Bewegung kommen.

Der Symbolcharakter von Archetypen

Allgemein anerkannte Vorstellungen, die von mehreren Menschen geteilt werden, hat C.G. Jung Archetypen genannt. Beispiele dafür sind «der Held», «der Vater», «die Jungfrau» aber auch abstrakte Begriffe, wie «Gott», «Ganzheit» oder «der Sinn». Sie transportieren komplexe Inhalte und haben Symbolcharakter, mit welchem sie die Menschen in ihrem Leben beeinflussen können.

Beispiel: Der Archetyp des Vaters

Die Vorstellung von «Vater» wird einerseits durch den leiblichen Vater geprägt und andererseits auch durch das Vaterbild der Gesellschaft. Je mehr sich jemand aber mit der Vater-Rolle auseinandersetzt, umso mehr kann diese zu seiner ganz eigenen Identität werden. C.G. Jung nannte diesen Prozess Individuation.

Zusammenfassung und Blick auf das Ziel

Symbole sprechen in Bildern zum Körper und gehören damit zum Unbewussten.
Der Mensch kann ihre «Magie» entschlüsseln, indem er beginnt, über ihre Wirkung und auch über seinen Glauben nachzudenken, mit anderen Worten, indem er sein liebendes Bewusstsein mobilisiert. Bringt er die unbewussten «Botschaften» so ans Licht, kann er sie unterscheiden und auch entscheiden, welchen Impulsen er folgen möchte. Dadurch gewinnt er Selbstwirksamkeit und 
Königsherrschaft im Leben.

Der Weg zu Bewusstwerdung ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten. Dabei kann das Individdum seine persönlichen Ressourcen und Handlungsmöglichkeiten erweitern (s. Der Schatten).

Werde, der du bist!

Letztlich ist die Herausforderung des Leben für den Menschen, dass er aufhört, sich von Umständen, Ängsten, Personen oder Prägungen umtreiben zu lassen und stattdessen seine eigene Persönlichkeit entwickelt. So kann er dem Leben, das ein Geschenk ist, seine ganz eigene Prägung geben.

Zum Abschluss noch diese kleine chassidische Geschichte von Rabbi Sussia:

Vor dem Ende sprach Rabbi Sussja: In der kommenden Welt wird man mich nicht fragen: Sussja, warum bist du nicht Mose gewesen? Man wird mich auch nicht fragen: Warum bist du nicht David gewesen?
In der kommenden Welt wird man mich fragen: Sussja, warum bist du nicht Sussja gewesen?


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