Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

«Ich bin der Vater» (Weisheit, Liebe und Empathie; freier Text)

By on 23. März 2022

Sagrada Familia im Bau (2008)

Der liebende Vater im Himmel (Einleitung)

Der Vater «im Himmel»: im Bereich des Geistes

Der Vater ist im Himmel, das bedeutet im Bereich des Geistes. Dieser ist zwar unsichtbar, aber von ihm gehen Impulse an die lebendige Materie aus. Es ist schöpferische, geistige Kraft, welche Materie bewegt und welche aus dem Potenzial neue Realität initiiert (s.  Die Erschaffung neuer Realität).

Fotos in diesem Beitrag: Bauarbeiten an der Kirche «Sagrada Familia» (Heilige Familie) in Barcelona (2008)

Das liebende Bewusstsein und Schöpferkraft

Der Vater im Himmel und Gott der Weisheit symbolisiert als Archetyp das liebende Bewusstsein. Dieses ist die männliche Seite des Geistes (während die weibliche Seite die Liebe ist, symbolisiert durch die Jungfrau).

[S. Vater und Mutter – Geist und Materie und Das Bewusstsein und das Unbewusste.]

Der Vater als das liebende, schöpferische Bewusstsein

Kreativität und Herrschaft Gottes

Das Bewusstsein beinhaltet zudem die Fähigkeit, sich auf eine geistige Ebene (Meta-Eben) wie ausserhalb von sich selbst zu begeben und dabei sich und die Umstände zu reflektieren. Aus den gewonnenen Einsichten kann das Verhalten geplant und die eigene Realität gestaltet werden. Dies ist die Bedeutung der Königsherrschaft (Gottes) im Leben.

Der Vater: Beziehung und bedingungslose Liebe

Freundliche Warmherzigkeit

Als Archetyp hat der VATER per Definition Liebe, denn er hat sie durch die Beziehung zu seinen Kindern gelebt. Somit ist also der Erzeuger nicht unbedingt wahrer Vater, sondern vielmehr die Person, die zu den Kindern in Beziehung tritt. (Entsprechend spielt der Erzeuger zum Beispiel in Parzival eine untergeordnete Rolle, denn er verlässt die Frau noch vor der Geburt des Kindes. Der Onkel, Bruder der Mutter, stellt hingegen eine überaus wichtige Figur dar.)

Reine, hingebungsvolle Liebe

Reine Liebe (in der Sex nicht das Thema ist) hat der Vater durch die gute Beziehung zu seiner Tochter (JUNGFRAU) gewonnen. Mit ihr hat er auch seine innere Frau und damit seine weiblichen Anteile integriert. (Die Liebe ist die weibliche Seite des Geistes).

Damit hat der Vater seine Seele und die Liebe errungen und ist voll Verständnis und Warmherzigkeit.

Vater (2; Sagrada Familia)

Ich bin der Vater.

Beziehung in Freiheit

Mit meiner schöpferischen Kraft habe ich ein gutes Werk begonnen, das ich gewiss auch vollenden werde. Ich habe viele Kinder, und es ist mir wichtig, dass sie in Freiheit aufwachsen und lernen, mit ihren Gaben und Begabungen umzugehen. Das bedeutet, dass sie auch Fehler machen dürfen. 

Immer wieder mache ich mir über meine Kinder Gedanken. Oft wünsche ich mir, sie würden zu mir kommen, besonders wenn sie Probleme haben. Gerne würde ich ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen und ihnen helfen. Aber ich kann nicht mehr tun, als ihnen die Beziehung anbieten.

 Auch habe ich zwei sehr verschiedene Söhne. 

Der rebellische Sohn

Der eine Sohn hat mich verlassen. Er ist umgetrieben von stürmischer Männlichkeit. Er hat seinen Teil des Erbes – sein eigenes Leben – von mir eingefordert und geht damit seine eigenen Wege. Was soll ich tun? Ich muss ihn gehen lassen. Ich muss ihn seine Erfahrungen machen lassen. Mit Sorge sehe ich zu, wie er seine Ressourcen verprasst, und alles konsumiert, was er kann, Genussmittel wie auch Frauen. Er sucht Macht und nimmt ohne Skrupel. Er schert sich nicht um die Liebe, auch nicht um sein Gegenüber: Er behandelt Frauen wie eine Ware und übergeht ihre Gefühle.

Mit Gewalt verschafft er sich Macht über Menschen und Dinge.  Seine Devise ist: „Ich will alles und ich will es jetzt!“. In seiner unreifen, aufbrausenden Männlichkeit ist er im Griff des Geistes der Macht der Luft …

Nicht dass ich es nicht verstehen würde … ich war selbst einmal jung. Aber umso mehr weiss ich: Die jungen Männer müssen lernen, ihre Lebenskraft zu zügeln. Wir müssen alle lernen, wahrhaftig zu lieben.

Der gehorsame Sohn

Der andere Sohn ist meine Freude. Er fragt mich und folgt meinem Rat. Vieles hat er mir abgeschaut und so von mir gelernt. Er tut, was ich sage, weil er mir vertraut. Ich freue mich, seine Hingabe und seinen Respekt zu sehen, nicht nur mir gegenüber, sondern gegenüber allen, denen er begegnet. Er ist der jüngere Sohn, der Sohn meiner Weisheit. Sein Weg ist die Liebe, darum ist er ein Gesalbter. Er ist sanft, auch wenn manche denken, dass er schwach ist. Aber ich weiss: In ihm ist wahre Überwinderkraft, die den Tod nicht fürchtet.

Normen und Traditionen zum Schutz vor Verletzungen

Weisheit zu erlangen ist ein Prozess, der Zeit braucht. – Und leider können und wollen die jungen Menschen häufig nicht so lange warten. Um sie vor Verletzungen zu schützen, wurden deshalb Gebote und Normen gegeben.
So wurde auf der einen Seite der junge Mann in die Pflicht genommen und in eine verbindliche Beziehung gestellt. Auf der anderen Seite bleibt diese Wahrheit bestehen: Die junge Frau ist (nur) dann eine wahre Göttin der Liebe, wenn sie nicht herrschen und angebetet werden will, sondern wenn sie ihr göttliches Leben verschenkt.
So müssen beiden lernen, ihr Begehren zu zügeln: Er muss sein körperliches Verlangen in den Griff bekommen und sie ihre Emotionen.

Vater (2; Sagrada Familia)

Die Liebe in Gefahr

Doch leider … Es ist der Lauf der Welt: Die Liebe ist in Gefahr.
Meine Töchter werden viel zu früh mit der magischen Macht ihrer Ausstrahlung konfrontiert. Aber indem sie ihre Reize spielen lassen, lässt sich kaum vermeiden, dass sie verletzt werden. Denn so erhalten sie nicht die Liebe, nach der sie sich im Grunde ihres Herzens sehnen.
Darum ist die reine Liebe, die ich jeder meiner Töchter ins Herz gegeben habe, in Gefahr zu sterben.
Dies ist der Fluch seit Alters her.

Die Geburt des Egos, der Identität der Macht

Und… ach ja, das leidige Thema der Macht! – Wann hat alles begonnen? Mit der Geburt der Menschheit und mit der Geburt jedes Menschen, fürchte ich.

Denn bei seiner Geburt wird der Mensch gewissermassen aus dem Paradies hinausgestossen. Zuvor war alles da, was er brauchte. Im Körper der Mutter hatte er Wärme, Geborgenheit, Nahrung, Nähe, Sicherheit. Doch dann wird das neue Leben durch einen engen Kanal gepresst und erlebt zum ersten Mal Todesangst – Schmerz, Kälte, Mangel, Verlassenheit!

Dies ist die Geburtsstunde, des kleinen Ich, das von Angst, Schmerz und Mangel geprägt ist und überall das Negative sieht. Die Wurzel ist die Angst, denn aus Angst will der Mensch Macht, um die Kontrolle zu haben und nehmen zu können.

Es ist schade, denn ich liebe meine Kinder! Wenn sie doch nur verstehen würden, dass ich ihnen gerne gebe, was sie brauchen, was ihnen zusteht und mehr noch, was sie sich wünschen. Wenn sie mir doch vertrauen würden!

Die Wahrheit ist der Grund

Aber manchmal sind meine Kinder einfach durcheinander. Dann tun sie das, was ihnen schadet.

Sie müssen erst lernen, ihre Angst, ihr Ego, also ihr kleines Ich zu überwinden. Nur so können sie über ihre Grenzen hinauswachsen und ihr grosses Ich, das Selbst finden. Der Weg dahin ist, sich von der Macht abzuwenden und der eigenen Wahrheit furchtlos ins Auge zu blicken. Gewiss lasse ich sie dabei nicht allein! Ich war immer da und habe alles mitgekommen. Nichts ist vor mir verborgen und egal, was geschieht, ich liebe meine Kinder und werde sie immer lieben.

Sie denken, sie können sich vor mir und auch vor sich selbst verstecken. Aber das bringt nichts. Denn die Wahrheit ist nun mal der Grund, auf dem man aufbauen kann. Wenn sie sich gesehen und dennoch geliebt wissen, dann kann auch ihr Vertrauen wachsen, welches eine Frucht der Liebe ist.

Das Leben im Unbewussten und das Licht in der Dunkelheit

Die traurige Realität ist: Durch Macht, Missbrauch und Ausbeutung ist das Weibliche, das Leben selbst, in Mangel und Negativität, Krankheit und Tod geraten.

Doch das Licht scheint auch in der dunkelsten Unterwelt. Es ist der Glaube, dass dies nicht das letzte Wort ist, sondern dass es darüber hinaus eine bessere, ewige Wahrheit gibt. Es ist auch die Hoffnung, dass alles Sinn macht und zuletzt ist es die Liebe, die alles erträgt und so verwandelt.

Die Liebe fürchtet das Dunkel nicht, fürchtet auch den Tod nicht, denn sie ist stärker als der Tod und überwindet ihn.
Sie füllt den tiefsten Mangel zuerst und lässt auf den Trümmern des Alten Neues wachsen.

Ich, der Vater, habe ein gutes Werk begonnen und werde nicht ruhen, bis es vollendet ist. So wahr ich lebe.

Sagrada Familia, Decke

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