Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der Trieb – Macht des Egos aus dem Unbewussten

Destruktiver Trieb

By on 1. Mai 2020

Destruktiver Trieb

Die Triebe und das Bewusstsein

Die Triebe als Teil des Unbewussten

Der Menschen kann unbewusst von seinen Trieben so gefangen und besetzt sein, sodass er innerlich nicht frei ist, seinen eigenen Willen zu tun, nämlich das, was er als gut und richtig erkannt hat. Dann ist unter dem Einfluss seiner ehemaligen Tiernatur. Tiere sind durch ihre Triebe und Instinkte gesteuert.

(Königs-)Herrschaft durch das Bewusstsein

Was den Menschen vom Tier unterscheidet, ist sein Bewusstsein (sein Geist) und damit die Fähigkeit, über sich selber und seine Situation nachzudenken und sein Handeln entsprechend zu lenken. So kann er lernen, über seine Triebe zu herrschen (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste und Königsherrschaft im Leben).

 

Der Trieb – geboren aus Mangel

Wenn etwas Wichtiges fehlt, gibt der Körper einen unbewussten, starken Impuls, um diesen Mangel zu decken. So werden auch die Triebe aktiviert, die zu Begehren führen.

Der Sexualtrieb, der ehemals tierische Arterhaltungstrieb

Sexualität als Mittel der Fortpflanzung und als Ausdruck körperlicher Liebe ist ebenfalls zum Machtmittel geworden. Auf der einen Seite üben Frauen Macht über Männer aus, indem sie ihren Sexualtrieb ansprechen. Auf der anderen Seite setzen Männer ihre körperliche und finanzielle Überlegenheit ein, um konsumieren zu können, auch Sex.

Das Ego  ehemals tierische Selbsterhaltungstrieb

Der Machttrieb («männlich»): Dominanz

Der Trieb, der zu Bewusstsein aufgestiegen ist, ist zum Ego geworden. Dieses ist die Identität der Macht, welcher immer mehr will und grenzenlos gierig alles an sich reisst (s. Das Leben und die Schlange: Aufstieg und Abstieg).

Der emotionale Trieb («weiblich»): Emotionen

Das Wort Emotion kommt von lateinisch ex = aus/heraus und motio = Bewegung. Eine Emotion ist ein starkes Gefühl mit körperlichen Begleiterscheinungen wie erhöhter Puls, Schwitzen oder Erröten. Es setzt den Körper direkt aus dem Unbewussten in Bewegung, noch bevor das Denken einsetzen kann. Der Trieb ist hier die Sucht, von starken Emotionen «dahingetragen» zu werden, sich darin fallen zu lassen.

Trieb und Begehren in den drei Bereichen Körper, Seele und Geist

Die Triebe wirken in den drei verschiedenen Lebensbereichen Körper, Seele und Geist und in «männlicher» und in «weiblicher» Ausprägung. (Dabei gilt es einmal mehr festzuhalten: Beide haben beides. Männer haben  auch weibliche Anteile, Frauen männliche, s. Männlich und weiblich – die Urkräfte der Schöpfung.)

Auf der Ebene des Körpers: Konsum und Emotionen

Der Körpertrieb, «männlich»

Körperlicher Mangel und führt zu körperlichem Begehren (nach Essen, Schlaf, Sexualität). Der Trieb zielt hier auf Nehmen und Konsumieren ab.

Emotionen, der emotionale Trieb, „weiblich“

Emotionen gehören zum Bereich des Körpers, weil sie häufig kaum zu Bewusstsein gelangen, sondern vielmehr impulsiv auftreten und von körperlichen Manifestationen begleitet sind wie Schwitzen, Herzrasen oder Erröten. Der emotionale Trieb ist tief im Unbewussten verankert und entspringt dem Bedürfnis nach Geborgenheit, Zugehörigkeit, Wertschätzung und Bestätigung. 

Auf der Ebene der Seele: Täter und Opfer, Lust und Schmerz 

Im Bereich der Seele hängt der Trieb mit der Dynamik von Macht und Unterwerfung zusammen. Daraus entsteht ein Wechselspiel zwischen Täter und Opfer.

Das Täter-Ego («männlich») – Lust am Nehmen (libido, Lusttrieb)

Dem Täter-Ego entsprechen jene Eigenschaften, welche man gemeinhin dem „Ego“ zuschreibt: Rücksichtslos nimmt es, was es kann, insbesondere Leben und Kraft von anderen. Dabei setzt es sich skrupellos über alles hinweg, was sich ihm in den Weg stellt. Es ist voll Wut, Aggression und Schuldzuweisungen.

Das Opfer-Ego («weiblich») – Lust an Leiden und Schmerz (mortido, Todestrieb)

Das Opfer-Ego gewinnt Lebenskraft und Bedeutung aus dem Opferdasein.
Es kann sich dabei besser verbergen und sieht auf den ersten Blick „edler“ aus als das Täter-Ego, denn es fühlt sich „erhabener“ als der Täter. Es nimmt aber ebenfalls, wie das Täter-Ego, Leben und Kraft von anderen, indem es sie in seine Negativität hinabzieht und sich auf ihre Kosten aufbaut. Indem es sich „aufopfert“ und passiv-duldendes Leiden demonstriert, manipuliert es seine Umgebung. So hat es von  Ohnmacht, Depression, Krankheit, Schmerz seinen geheimen Gewinn. Täter und Opfer sind nicht immer klar getrennt.

Häufig wird das Opfer
später
zum Täter.

Auf der Ebene des Geistes: Macht

Die Macht hat nämlich wiederum eine männliche und eine weibliche Seite:

  • „Männlich“: Unterdrückung und Gewalt („Schwarze Magie“).
  • „Weiblich“: Verführung und Verblendung („Weisse Magie).

In diesem Bereich treten nun die Archetypen in Aktion, welche als geistige Faktoren in Körper und Seele als Antrieb und Motivation wirken: «die Göttin», «die Schlange», «die Hure», «das Tier» oder «der Teufel» (s. Animus und Anima und zum kollektiven Aspekt s. Die Hure und das Tier).

Weisse Magie – Macht durch Verführung und Verblendung («weiblich»)

In ihrer negativen Form verführt die Anima zu Lust statt Liebe. Die Frau kann Macht über den Mann ausüben, indem sie sich mit seiner inneren Frau als «Hure» identifiziert. Der Mann kann aber durchaus – ebenfalls in Identifikation mit seiner Anima (als «Schlange») – seinerseits die Frau hinterhältig («listig») manipulieren (sie zum Beispiel zu Geschlechtsverkehr verführen, s. Der Sündenfall-Bericht).

Schwarze Magie – Macht durch Unterdrückung und Gewalt («männlich»)

In seiner negativen Form öffnet der Animus als „Tier“ das Tor zu Gewalt. Ein Mann kann über eine Frau Macht ausüben, indem er sie in Negativität versetzt, das heisst sie abwertet oder ihr Schmerzen zufügt. So aktiviert er ihr Opfer-Ego und damit ihren negativen emotionalen Trieb (Schmerzkörper). Die Frau kann aber auch gegenüber dem Mann gewalttätig sein und Macht ausüben durch Dramen und handfeste Auseinandersetzungen aus Schmerz, Wut und Zorn.

Das Ziel: Befreiung aus der Herrschaft der Triebe

Der Mensch kann und soll mit seinem liebenden Bewusstsein über seine Triebe herrschen.

Der Weg zur Befreiung von den Trieben ist der Heldenweg. Die Befreiung aus der Gefangenschaft in Ägypten unter der Macht des Pharaos in der jüdischen Überlieferung kann als Symbol für diesen Weg gesehen werden (s. Die 10 Plagen Ägyptens). Das «versprochene Land» des Menschen ist  letztlich die Gestaltungsfreiheit und Königsherrschaft im eigenen Leben.


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