Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die Weihnachtsgeschichte und ihre Symbole der Ganzheit

Weihnachtsfiguren

By on 24. Dezember 2020

Weihnachtsfiguren

Die Weihnachtsgeschichte – eine symbolische Betrachtung

Die Kirche hat das Dogma der «jungfräulichen Geburt» aufgestellt, an die man «glauben» muss, um ein guter Christ / eine gute Christin zu sein. Aber betrachtet man die Figuren der Weihnachtsgeschichte als Symbole oder Archetypen, dann ergeben sich auch Antworten auf tiefere Fragen wie:

  • Wie kann man die Weihnachtsgeschichte verstehen und was soll man glauben?
  • Was ist die Bedeutung der Jungfrau?
  • Wer / wessen Sohn entjungferte Maria?
  • Wer ist der Vater von Jesus?

Dann beinhaltet die Weihnachtsgeschichte diese ermutigenden Botschaft:

«Gott» als Ganzheit kommt unserer erfahrbaren Realität ganz nahe, und zwar in einer alltäglichen Geschichte, die von Mann, Frau, der Liebe und dem Wunder des Lebens handelt.

Als Erstes eine Kurzfassung der Weihnachtsgeschichte. (Die ARCHETYPEN, die zur Ganzheit, Gott 3-in-1, männlich und weiblich gehören, sind im Text fett markiert.)

Die Weihnachtsgeschichte in der Bibel

Der Engel

Ein Engel kam zu Maria und brachte ihr ein Wort von Gott. Sie würde einen Sohn gebären, welcher die Welt erlösenwerde. Maria, die mit Josef verlobt war, erschrak über die Botschaft des Engels, denn sie war noch Jungfrau. Sie nahm aber ihr Schicksal ergeben an.
Der Heilige Geist kam über sie und sie wurde schwanger.

Josef wollte seine Verlobte deswegen verlassen. Doch ein Engel gebot ihm, bei Maria zu bleiben und klärte ihn auf, dass das Kind vom Heiligen Geist sei und dass es Jesus heissen solle.
Josef tat, wie ihm der Engel befohlen hatte. Er nahm Maria als Mutter des Kindes und als seine Frau zu sich und erkannte sie nicht (d.h. schlief nicht mit ihr), bis sie ihren Sohn geboren hatte. Diesem gab er den Namen Jesus.

In der Fremde

Der Kaiser hatte eine Volkszählung angeordnet. Zu diesem Zweck, mussten sich alle Bewohner des Landes in ihrer angestammten Heimat melden und erfassen lassen. So begaben sich Josef und Maria nach Bethlehem, dem Heimatort des Josef.
Die Geburt des Kindes nahte, doch das Paar fand keinen Platz mehr in einer Herberge. Es blieb nur ein Stall als notdürftiger Unterschlupf. Dort gebar Maria ihren ersten Sohn.
Ein Engel überbrachte den Hirten auf dem Feld die Frohe Botschaft von der Geburt des Erlösers als Zeichen der LiebeGottes.

Die Prophezeiung

Damit erfüllten sich die Prophezeiungen der jüdischen Lehre von der Geburt des Messias als Erlöser: Er soll aus dem Geschlecht Davids aus Bethlehem stammen von einer jungen Frau geboren werden. (Wobei das Wort für «Jungfrau» dasselbe Wort ist wie das Wort für junge Frau [1].) Der Stammbaum des Josef geht bis auf David und Abraham zurück. Er wird in der Bibel als Stammbaum von Jesus aufgeführt. Das bedeutet konkret: Die Bibel – und damit auch die Kirche, die entschieden hat, diesen Inhalt in den Kanon aufzunehmen – bezeichnen Jesus damit offiziell als Sohn des Josef.

Die Archetypen der Ganzheit in der Weihnachtsgeschichte

Diese Archetypen kommen in der Geschichte vor (in dieser Reihenfolge):

Engel, Wort, Sohn, Jungfrau, Schicksal, der Heilige Geist, Kind, Mutter, Sohn, Vater, Heimat, Stall, Hirten, Botschaft,Liebe Gottes, Geburt, Erlöser, König David.

Zusammen erfüllen sie sämtliche Aspekte der Ganzheit, männlich und weiblich:

Die Ganzheit in der Weihnachtsgeschichte

Zu den Archetypen im Einzelnen:

Der Heilige Geist

Starke, schicksalshafte Kraft

Im Heiligen Geist ist die männliche und die weibliche Seite des Geistes (Animus und Anima) zu Einheit verschmolzen. Er beinhaltet aktive, initiierende männliche Energie wie das schöpferische Wort («Samen»), Führungseigenschaften (Instruktion) sowie passiv-weibliche Eigenschaften wie Liebe, Weisheit und Erbarmen.
Der Heilige Geist als Geist der Ganzheit ist der Anfang und das Ende der Geschichte. Die weibliche Seite des Geistes zeigt sich einerseits im Schicksal und andererseits im Wort (des «Engels»): «Du bist auserwählt …». Die männliche Seite des Geistes erscheint als Kraft («er kam über sie …») und als Same (des Wortes), nämlich als Initialfunken für die Zeugung der neuen Realität.

Die Jungfrau

Die Kraft reiner Liebe und Potenzial

Das Besondere am Archetyp der JUNGFRAU ist nicht, dass ihr Hymen noch intakt ist, sondern dass ihre reine, Wunder wirkende Liebe noch intakt ist (s. Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und Potenzial). Sie symbolisiert positive, empfangende Weiblichkeit, welche den schöpferischen Impuls («männlich») annimmt und in Antwort darauf das Wunder von neuer, lebendiger Realität («Sohn») vollbringt.

Der Vater

Josef und das liebende Bewusstsein

Josef zeigt durch sein Verhalten die Wesenszüge des guten VATERs als das liebende Bewusstsein und symbolisiert damit positive Männlichkeit:

  • Josef verhält sich im Einklang mit der göttlichen Weisung, dem höheren Gebot. Er bleibt bei Maria und verlässt sie nicht und rettet sie so aus ihrer Not. Dies steht im Gegensatz zu den ersten Überlieferungen von Sumer und Babylon, auf welche der Sündenfall-Bericht zurückgeht: Darin geht es um Gilgamesh, der die Göttin der Liebe entjungferte und sie danach verliess. Entsprechend korrigiert Josef das ursprüngliche Übel. Er ist liebend, vergebend und rettend wie der „gute VATER“, indem er seine Verlobte, die schwanger ist, zu sich nimmt.
  • Auch kann Josef sich aus Liebe enthalten. Er kann warten, bis das KIND, nämlich die gemeinsame Beziehung «geboren» ist (s. unten) und er in Liebe (mit der Salbung) empfangen wird (s. u. und Messias / Christus, der Gesalbte).

Der Sohn

Hingabe, Kraft, Potenz

Jesus Christus ging als der SOHN des liebenden VATERS in die lebendige Materie (Menschen und Schöpfung als Potenzial) ein, um darin den Samen des WORTES der LIEBE und Vergebung des VATERS zu säen. In diesem Sinn symbolisiert er die Kraft (den Phallus) des VATERS, in dem die Potenz ist, die neue Realität anzustossen – symbolisch formuliert, auch einen «SOHN» zu zeugen (s. Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität).

Jesus Christus symbolisiert als der Gesalbte mit seiner Hingabe bis in den Tod den gehorsamen Sohn des Vaters und den geliebten Sohn der Mutter. Er bezeichnete sich selber als den Sohn des «himmlischen Vaters» und der «wahren» Mutter, des Lebens in der Materie:

  • Nachdem seine Eltern den 12-Jährigen nach langer Suche im Tempel fanden und seine Mutter ihm Vorwürfe machte, antwortete er: «Wusstet ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist?» [2]
  • Später sagte er: «Denn meine wahre Mutter gab mir das Leben.» [3]

Das erste Kind

Wessen Sohn entjungferte Maria?

Das KIND, War die Mutter bei der Geburt noch Jungfrau, dann ist sie folgerichtig durch den «Sohn» entjungfert worden. Die Überlieferung sagt, dass Josef erst mit Maria geschlafen habe, nachdem sie geboren hatte.

Das Kind symbolisiert in Überlieferungen aber häufig auch die Beziehung. (So bedeutet der Tod der Erstgeburt als der Fluch des Pharaos das Sterben der ersten Beziehung an der Dynamik der Macht). Die erste Frucht der Liebe zwischen Mann und Frau ist «geistiger» Art, ist nämlich die Beziehung selber. Man kann also sagen: Erst nachdem dieses «KIND» geboren (und die «Salbung» gegeben) war , ging Josef durch seinen «SOHN», den «Gesalbten», zu ihr ein (schlief mit ihr). Daraus folgte dann als Zweites die leibliche Frucht, ihr erstgeborener SOHN (Joshua – Jesus).

Die Engel

Die "Botschaft der Engel": das Evangelium

Das Wort «Evangelium» kommt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt «von den Engeln» oder eben: «Die Botschaft der Engel». Als «ENGEL» im weitesten Sinn können geistige Inhalte auf der Ebene der Gedanken bezeichnet werden, welche den Menschen in seinem Denken und Handeln beeinflussen und ihm als «Weisung» dienen. «Gute Engel», «Engel Gottes» sind Übermittler von positiven, konstruktiven Inhalten, hingegen bringen «böse Engel», «gefallene Engel» negative und destruktive Inhalte.
Die Botschaft der Engel an diesem Abend war: «Du bist geliebt.» und: «Gott kommt mit seiner Liebe und Gnade in deine gebrochene Realität hinein.»

Die Hirten

Die Hirten auf dem Feld und die Mutter-Gottheit

Bereits in der Geschichte von KAIN und ABEL steht der HIRTE im Gegensatz zum Ackerbauer.
Der Ackerbauer Kain ist Vaters Sohn. Er ist stark und will durch Leistungen Anerkennung erhalten. Er entspricht dem Menschen des Patriarchats, der sich dank SAAT UND ERNTE Raum errang, um Zivilisationen aufzubauen und Macht und Normen zu errichten.
Abel, der Schwächere, der HIRTE, ist der Liebling der MUTTER. Er lebt in Harmonie mit der NATUR (symbolisiert durch die GROSSE MUTTER), ist fürsorglich und führt die Schafe auf grüne Weideplätze und zu frischem Wasser. In seinem Herzen ist dankbar für alles, was die NATUR schenkt. Er lebt darum in Respekt und Hochachtung vor dem Leben und der Schöpfung.

Die Natur und das SCHICKSAL als die «grosse Mutter» steht manchmal im Widerspruch zum menschlichen Bestreben und höheren Ordnungen («Vater»). Dies kommt in der Weihnachtsgeschichte sehr anschaulich zum Ausdruck.

Nach Hause

Der Weg zurück, "nach Hause", in die angestammte Heimat

Die Weihnachtsgeschichte ist auch ein Bild für den Menschen, der auf Erde wandelt und sich immer wieder auch fremd fühlt. Einem harten SCHICKSAL ausgeliefert gilt es, darin zu überwinden und zur Liebe zu finden. Die Überlieferungen handeln immer wieder vom «Königssohn» oder der «Königstochter». Sie müssen sich weit von zu Hause bewähren und sich des KÖNIGREICHS, das sie erben werden, würdig erweisen.
So zeichnen die Überlieferungen ein Bild vom Menschen auf dem Weg zurück zu seiner wahren, angestammten HEIMAT. Der Heldenweg beschreibt den Weg «nach Hause» in die ewige und unbegrenzte Existenz des Geistes.

Göttliche Ganzheit in der Weihnachtsgeschichte

Die Weihnachtsgeschichte zeigt, dass aus der Einheit von zwei bescheidenen, liebenden Menschen neue, positive, lebendige Realität entsteht. Dies gilt sogar für die Einheit (von männlich und weiblich) im Menschen selber (s. Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität).
Die Einheit ist die Vereinigung von positiver Weiblichkeit (Jungfrau, reine Liebe) und positiver Männlichkeit (Hingabe und Rettung).

So wird die Welt durch «göttliches» Heil erfahren. Sie wird durch Liebe und Ganzheit im Menschen und unter den Menschen eine bessere Welt werden.

Die Weihnachtsgeschichte anders erzählt

Josef:

Mir ist etwas Verrücktes widerfahren. Als ich Maria zum ersten Mal sah, wusste ich: Sie ist es! Sie ist die Einzige! Ich erkannte in ihr die Frau meines Lebens! Sanft und doch so stark hatte sie eine unglaubliche Ausstrahlung, etwas Himmlisches, Reines – wie ein Engel! 

Maria:

Als ich Josef zum ersten Mal sah, spürte ich etwas Besonderes. Ich wusste sogleich tief in mir drin, dass wir für einander bestimmt waren. Da ist diese Anziehung zwischen uns. Sie ist so stark! Jedes Mal, wenn wir uns nahekommen, werde ich fast ohnmächtig. Es fühlt sich an, als seien höhere Mächte im Spiel. Ich habe das Gefühl, dass ich in eine Wirklichkeit hineingeraten bin, die so unendlich viel grösser ist als ich. Es ist, als werde ich entrückt … dann weiss ich nicht, wie mir geschieht. Ich sehne mich nach ihm mit meinem ganzen Sein. Mein innigester Wunsch ist es, mich ihm hinzugeben … Wir sind füreinander bestimmt – ich fühle es mit jeder Faser meines Seins!

Josef:

Mein Gott! Was ist geschehen? Wie konnte das geschehen? Ich weiss es nicht! Wir waren zusammen … ­und unser Denken setzte wohl vollends aus … wie im Rausch.
Unterwegs nach Bethlehem suchten wir eine Unterkunft. Alles war ausgebucht. Uns blieb nur die Übernachtung im Heu, in einem Stall. Es war so kalt, wir wärmten uns gegenseitig und kamen uns nahe …
Maria war Jungfrau und nun ist sie schwanger! Was soll ich jetzt tun? Ich kann Maria nicht mit einer Schande allein lassen! Sie hat damit ihren Wert in unserer Gesellschaft verloren.
Auf keinen Fall werde ich sie jetzt im Stich lassen! Ich liebe sie. Ich nehme es auf mich!

Maria:

Ich bin schwanger. Ich nehme mein Schicksal an.  Josef steht zu mir, dafür bin ich so dankbar. Unser Kind ist ein Kind der Liebe. Was immer geschieht, es wird unter dem Stern der Liebe stehen.

Sofia, meine Tochter, mit 12 Jahren:

ERBLICKE DIE WELT
NICHT MIT GIER
NICHT MIT GELD.

SIE IST SO WUNDERBAR GEMACHT
JEDES STEINCHEN, JEDES PFLÄNZCHEN
HAT SICH UNSER VATER
FÜR UNS AUSGEDACHT.

ÖFFNE DEINE AUGEN
ÖFFNE DEIN HERZ FÜR
GEIST UND GLAUBEN.

DREH DICH DEM HIMMEL ZU
UND GLAUBE DARAN
DASS GOTT
FÜR DICH
ALLES
MACHEN KANN.

Nachweise:

[1] Das hebräische Wort alma, wie auch das griechische Wort parthenos bezeichnet eine junge Frau in heiratsfähigem Alter (s. Die Bibel in gerechter Sprache)

[2] Bibel, neues Testament, Evangelium nach Lukas, Kapitel 2, 48 f.

[3] Thomas Evangelium, Logion 101


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