Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der vergiftete Apfel – Missbrauch als kollektive Realität

Der vergiftete Apfel

By on 5. Juli 2020

Der vergiftete Apfel

Der vergiftete Apfel – Missbrauch als kollektive Realität

Missbrauch als kollektive Realität 

Der vergiftete Apfel als Symbol für vergiftete Liebe

Überlieferungen thematisieren Missbrauch als kollektive Realität auf unterschiedliche Weise. So stellt der Apfel die Frucht der Göttin der Liebe dar, und der vergiftete Apfel symbolisiert somit vergiftete Liebe.

Macht statt Liebe und die böse «Frau Welt»

Die Liebe wird durch den Geist der Macht vergiftet, welche von Mann und Frau Besitz ergreifen kann (s. Die grosse Erbsünde).  Weibliche Macht wie auch die Realität von Missbrauch in der Welt wird in Märchen häufig durch die böse Stiefmutter als «Frau Welt» symbolisiert.

Das Weibliche in der Unterwelt, in Negativität

Die sumerische Mythologie erzählt, dass das Weibliche in der Unterwelt ist. Dies ist ein Bild für die Negativität der Menschen aufgrund von Ausbeutung durch Unterdrückung, welche zu Schmerz und Zorn geführt hat. Letztlich ist die ganze Schöpfung wie wir sie kennen dem Leiden, nämlich der Realität von Krankheit und Tod ausgeliefert und hofft auf «Erlösung».

Menschliche Kollektive gehören als reagierende, Realität gebärende Materie zum Weiblichen.

Zum Weiblichen gehören:

  • Die Frau, alle Frauen: Sie können Samen aufnehmen und neues Leben gebären.
  • Der menschliche Körper: Er nimmt Impulse des Bewusstseins („männlich“) auf und setzt sie in Worte und Taten, in neue Realität um.
  • Das Kollektiv (Gruppe, Volk, die ganze Menschheit): Es reagiert auf Information, zum Beispiel auf Nachrichten, mit Stimmungen und Handlungen. Es nimmt auch die Instruktionen des Herrschers auf und gestaltet diesem entsprechend neue Realität (führt Weisungen aus, wie zum Beispiel der Bau von Strassen).
  • Die Erde: Sie kann Samen aufnehmen und Wachstum geben. Sie reagiert auch auf unterschiedlichste Impulse aus dem Kosmos oder aus menschlichem Verhalten, z. B. mit Klimaerwärmung.
  • Die ganze Schöpfung: Sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben und damit in der „Unterwelt“ (s. Das grosse Weibliche in der Unterwelt).

Das Weibliche gehört als lebendige, Impuls/Samen empfangende und Realität gebärende Materie per Definition auch zum Unbewussten (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste und Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung).

Die Stiefmutter als "Frau Welt"

Die böse Stiefmutter als die «Frau Welt»

In Märchen

Die böse Stiefmutter in Märchen, welche die «Jungfrau» als Symbol für reine Liebe schikaniert, hat eine kollektive Dimension. Sie symbolisiert nicht zuletzt die «böse Frau Welt», welche die Unschuld und Liebe ihrer Kinder zerstört, indem sie sie der Macht und Ungerechtigkeit aussetzt. Dies wird im Märchen Schneewittchen anschaulich dargestellt.

[S. Fluch und Erlösung in Überlieferungen.]

«Frau Welt» als unbarmherziges Schicksal

Letztlich ist die böse Stiefmutter als «Frau Welt» aber auch in der irdischen Realität zu finden, zum Beispiel in den gesellschaftlichen Umständen. Diese können sehr ungerecht sein, so dass die einen Menschen immer «stiefmütterlich» behandelt werden, während andere ungerechterweise Applaus ernten.

[S. Die dunkle Fee als Schicksalsgöttin.]

Die «Erbsünde»: Macht und Missbrauch 

Missbrauch als Erbe und kollektive Realität

In seiner erweiterten, geistigen Dimension ist Missbrauch mit der grossen Erbsünde gleichzusetzen. Sie bedeutet, dass Mangel und Missbrauch von Generation zu Generation weitergegeben werden. Denn Menschen, die sich im Minus fühlen, nehmen von anderen, wenn sie können (s. Missbrauch, das gestohlene Leben). Diese beginnen bereits im Mangel und damit sind negative Worte und Taten («Sünden») auch nicht mehr weit. 

Die weibliche und die männliche Seite der Macht

Der männliche und der weibliche Geist, Animus und Anima, sind durch das Ego mit dem Begehren nach Macht korrumpiert worden.
Dabei stellt die weibliche Seite Macht durch Verführung und Verblendung dar. Diese wird aber auch von Männern ausgeübt, welche strategisch oder «listig» ihre Interessen durchsetzen, um zu erreichen, was sie wollen (Geld, Sex, Macht).
Die männliche Seite der Macht hingegen ist Unterdrückung. Diese kann seelisch geschehen durch Abwertung und Einschüchterung oder körperlich durch Anwendung von Gewalt.

[S. Die beiden Bäume im Paradies.]

Sie wissen nicht, was sie tun.

Die kollektive Realität im Unbewussten beinhaltet, dass junge Frauen Macht ausüben, indem sie durch Sexyness den Trieb der jungen Männer ansprechen. Entsprechend ist es nicht weiter verwunderlich, dass es bei denen einfach «abgeht», dass die Liebe kein Thema ist und sie kurz und unverblümt zur Sache gehen. Manche nehmen vielleicht in Kauf, der Frau wehzutun. Andere wissen es einfach nicht besser. Denn sie kennen das Zeichen der Bereitschaft der Frau (die «Salbung«) nicht. 

[S. Der Sündenfall-Bericht und Die grosse Erbsünde.]

Weltliche Macht und Missbrauch des Kollektivs

Verführung und Gewalt (weisse und schwarze Magie)

In menschlichen Kollektiven bedeutet der Missbrauch Ausbeutung der Menschen durch die Mächtigen. Herrschaftssysteme schmücken sich mit der Macht weiblicher Ausstrahlung, indem sie sich mit Pomp und Gloria zur Schau stellen und das Volk mit irreführenden Parolen manipulieren (weisse Magie). Diese «weltliche Macht» ist immer auch auf Durchsetzung der Interessen durch Polizeigewalt und Militär angewiesen. Ermordungen, Terror und Krieg (schwarze Magie) bewirken noch mehr Gewalt. Es ist wahrhaftig ein «Teufelskreis».
Not aus Mangel an Liebe, die zu weiterer Not führt, ist Die grosse Erbsünde.

[S. Dunkle Geheimnisse als Fluch und Fluch und Erlösung in Überlieferungen.]

Die Hure und das Tier

Diese Dynamik der beiden Aspekte der Macht wird in der Offenbarung der Bibel (in Kapitel 13) durch die Hure, die auf dem Tier reitet, beschrieben. Das Tier ist gefrässig, gewalttätig und voller Lästerung. Die Hure ist in teure Gewänder gekleidet, mit Edelsteinen geschmückt und trinkt Blut aus einem goldenen Becher (s. Weisse und schwarze Magie und Die Hure und das Tier).

Die Opfer: Ohnmacht und Auflehnung als Antwort

Ohnmacht

Die Opfer der Gewalt werden in einem ersten Schritt ohnmächtig (wie Schneewittchen) oder «wie tot» (wie Dornröschen). Sie sind zunächst unfähig, sich zu wehren und für sich selbst einzustehen.

Macht

Dann erwachen im unterdrückten Weiblichen die männlichen Anteile. Sie steigen aus dem Schatten des Unbewussten auf und überschwemmen die Opfer mit Zorn und Wut in Antwort auf den Schmerz. In der Kraft dieser ungezähmten männlichen Macho-Energie (rot!) schlagen sie nun selbst mit Gewalt zurück. Diese Energie kommt vom negativen Antrieb in der Materie, Der Animus als Tier, Teufel oder Schmerzkörper. In Märchen ist sie durch die «böse Königin» oder die 13. Fee symbolisiert, die sich nun zurückholt, was ihr genommen wurde (s. DornröschenMaleficent und Der Schmerzkörper der Frau).

Empörung und Auflehnung

Die Frau tritt damit aus Frustration und Zorn selbst ins Machtspiel ein und übt beide Arten Macht aus: Verführung und Gewalt.
Im kollektiven Bereich führt die Unterdrückung der Menschen (als empfangende Materie, «weiblich») zu Auflehnung der Massen, nämlich zu Empörung, Demonstrationen und Revolten. Diese sind dann für die Machthaber die Legitimation, um mit verstärkter Gewalt durchzugreifen (wieder der Teufelskreis).

Goldapfel

Heilung: Der lange Weg zurück zur Liebe

Auferstehung der gestorbenen Liebe

Der Weg durch die Unterwelt

Die gestorbene Liebe und der Weg durch die Unterwelt und das Reich des Todes ist schon in der sumerischen Mythologie (um 3000 v. Chr.) ein zentrales Thema.
Es ist ein langer Weg durch die Schatten zurück zu wahrer Liebe. Im Märchen Dornröschen dauert er hundert Jahre.

Die Integration des Schattens

Damit die Schatten integriert werden können, müssen Schwächen und Verletzungen ans Licht gebracht werden. Märchen, Mythen und Überlieferungen thematisieren dies auf unterschiedliche Weise. Die Liebe kann nur durch wahre Liebe gerettet werden. Diese ist dargestellt durch den Prinzen als Erlöser. Er symbolisiert als Christus-Gestalt den positiven Animus und gehorsamen Sohn des liebenden Vaters.

Sieben Berge: zurück zu Ganzheit der Sieben

Sieben Berge, sieben Brücken und sieben Tore zur Unterwelt

Die Zahl Sieben symbolisiert die vollendete «erste Schöpfung» (s. Die Sieben-Tage-Schöpfung) und Die Sieben – Ganzheit in der irdischen Existenz).
Sie bedeutet
sieben erfüllte Faktoren und ein Kampf um die Liebe in einer harten materiellen Realität, die alles andere als vollkommen ist.

Der Heldenweg und die Sieben

Auf dem Heldenweg wird der Mensch an der harten Realität geprüft. Dabei erscheint die «die Grosse Mutter» (als das Schicksal) unter Umständen als «böse Stiefmutter», die den Suchenden mit Schwierigkeiten konfrontiert, um ihn zu testen.
Alle werden in der irdischen Existenz geprüft, selbst die «Götter». In der sumerischen Überlieferung führt der Weg der Göttin der Liebe hinab in das Reich der Schatten und des Todes. Nachdem sie sieben Tore passiert hat, steht sie zuletzt nackt und tief gebeugt vor der Herrscherin der Unterwelt.

Der Mensch jenseits der sieben Berge hat die Schwierigkeiten in der Kraft der Liebe überwunden und Ganzheit gefunden. Er hat Königsherrschaft im Leben erlangt und seine Identität der Liebe gewonnen, welche ihn in die Ewigkeit hinüber trägt.

[Dazu auch das Lied: «Über sieben Brücken musst du geh’n».]

Der Prinz – Erlösung durch wahre Liebe

Wahrer Mensch und Vaterliebe

Der Prinz trägt die ohnmächtige Schöne, bis er stolpert. Gerade durch dieses Stolpern (ein Ärgernis, eine Schwäche, eine Niederlage), geht ein Ruck durch die Ohnmächtige und der vergiftete Apfel fährt aus ihrem Hals. Darin liegt eine tiefere Botschaft: Der liebende Mensch ist kein Übermensch, sondern hat Mitleid, weil er selbst Schwäche kennt. Gerade darum hat er Warmherzigkeit, das Zeichen echter Vater-Liebe.

Die männlichen Anteile der Frau

Der Prinz symbolisiert aber den positiven inneren Mann der Frau und auch den Antrieb in der Materie aus Liebe (s. Der Animus). Solange die Frau wie «süchtig» oder abhängig die Liebe ausserhalb von sich selbst sucht, wird sie enttäuscht werden. Erst wenn sie beginnt, für sich und ihre Bedürfnisse einzustehen, steht ihre Liebe auf. Sie gewinnt Zugang zu Kraft und Vollmacht, indem sie ihre männlichen Anteile integriert und den Helden, das heisst den Prinzen in sich selber weckt (s. Die Integration der männlichen Anteile).

«Liebe dich selbst, dann können die anderen dich gernhaben.» (Eckart von Hirschhausen)

Die Frau selbst ist die Quelle der Liebe, denn die Liebe ist die weibliche Seite des Geistes. Diese Liebe ist grenzenlos. Hat die Frau erst diese Liebe in sich entdeckt, wird sie feststellen, dass auch genug davon für andere da ist.

«Siehe, dein König kommt» – kollektive Erlösung

Die Schöpfung als Ganzes ist in Not. Sie ist Krankheit und Tod ausgeliefert und wartet darum auf Erlösung, auf den «guten König», der kommen wird. Dies ist auch die Perspektive der jüdischen Schriften, die in die christliche Lehre übergegangen sind. Sie bringen ihre Hoffnung so zum Ausdruck:

Juble laut, Tochter Zion, jauchze, Tochter Jerusalem! Siehe, dein König kommt zu dir: Gerecht und siegreich ist er, demütig und auf einem Esel reitend, und zwar auf einem Fohlen, einem Jungen der Eselin.[i]

Die jüdisch-christlichen Überlieferungen sprechen darum von dem Messias / Christus, dem Gesalbten, der die ganze Schöpfung in der Kraft der Liebe erlösen wird.

Nachweis:

[i]Bibel, Altes Testament, Buch des Propheten Sacharja, Kapitel 9,9 (Elberfelder Übersetzung) mit Querverweis auf Bibel, Neues Testament, Evangelium nach Johannes, Kapitel 12,15.


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top

Newsletter Abonnieren

We respect your email privacy

Newsletter abonnieren

You have successfully subscribed to the newsletter

There was an error while trying to send your request. Please try again.

Goldspur will use the information you provide on this form to be in touch with you and to provide updates and marketing.