Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Gilgamesh und die Suche nach dem ewigen Leben

Gilgamesh Epos

By on 15. April 2020

Gilgamesh Epos

Abbildung 1: Sargon von Akkad als Modell für König Gilgamesh

Hier geht es zur Einführung in das babylonische Gilgamesh-Epos.
Hier geht es zu einer Seite mit dem Originaltext des Gilgamesh-Epos.

Gilgameshs Suche nach dem ewigen Leben

Geduld

Die ausführliche Deutung der Überlieferungen um König Gilgamesh wird noch etwas warten müssen.
Zurzeit ist die Homepage in Aufbau. Viele Grundlagen werden anhand von einfacheren Erzählungen wie der Märchen erarbeitet, welche aber um dieselben Themen kreisen. Ein Blick in die bereits aufgeschalteten Märchen mit ihren Deutungen kann darum als Vorbereitung für die spätere Bearbeitung der komplexeren Mythen dienen.

Ich freue mich über jedes Interesse an diesen Themen und dieser Homepage.

Zusammenfassung des Gilgamesh-Epos

Gilgemesh ist König von Uruk. Das Gilgamesh-Epos erzählt von seiner Suche nach dem ewigen Leben. Es ist eine Weiterentwicklung der sumerischen Mythologie von Inanna und Gilgamesh.
Das Gilgemesh-Epos kann in drei Teile gegliedert werden:

1. Teil: Gilgamesh und Enkidu

Gilgamesh besteht mit seinem «Freund» Enkidu Heldentaten, die eher Untaten sind. Die Götter schieben dem einen Riegel, indem sie Enkidu sterben lassen.

2. Teil: Gilgameshs Reise zum Meer

Gilgamesh ist über Enkidus zu Tod untröstlich. Er nimmt sich darum vor, übers Meer zu reisen, zu seinem Urahn zu reisen. Dieser hat die grosse Flut überlebt hat und ist in den Stand der Götter erhoben worden ist. Von ihm will Gilgamesh das Geheimnis des Lebens erfahren.

3. Teil: Jenseits der Wasser des Todes: der Mann, der die grosse Flut überlebte

Es gelingt Gilgamesh tatsächlich, die Wasser des Todes zu überqueren und das Geheimnis des Lebens zu erfahren …

 

Das Epos beginnt mit den Worten:

Gilgamesh Abschluss

1. Teil: Gilgamesh und Enkidu

Gilgamesh – Gott-König und Despot

Gilgamesh ist der junge König von Uruk. Er ist ein despotischer Herrscher, der sein Volk unterdrückt. Junge Männer fallen durch das Schwert, junge Frauen werden vergewaltigt, indem Gilgamesh für sich das ius primae noctis, das Recht der ersten Nacht, beansprucht (d.h. das Recht, in der Hochzeitsnacht die Braut zu entjungfern).

Enkidu

Die Götter sehen den Notstand in Uruk und schaffen darum ein wildes Wesen, das die Kraft des jungen Königs auf sich ziehen soll, damit Uruk sich erholen kann. Enkidu, ein wildes Geschöpf, mehr Tier als Mensch, wächst bei den Tieren im Wald heran und ist Teil einer Herde. Er frisst Gras wie die Tiere und kommt mit ihnen zur Tränke. Er ist überaus stark und beschützt die Herde, indem er immer wieder die Fallen des Jägers zerstört. Der Jäger sucht darum nach einer Lösung und bespricht das Problem mit seinem Vater.

Enkidus Initiation

Auf dessen Rat begibt er sich zu König Gilgamesh und erbittet von ihm eine Tempeldienerin, eine Shamkat. Er bringt diese zur Tränke und befielt ihr, ihren Busen zu entblössen, um so Enkidus Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Tatsächlich gelingt es. Nach sechs Tagen und sieben Nächten Liebesspiel mit der Shamkat ist Enkidu ein Anderer. Die Shamkat bringt ihm nun menschliche Umgangsformen bei, wie aus dem Glas zu trinken und bei Tisch zu essen. Auch bringt sie ihn zum Barbier, um seine Haare zu schneiden lassen. Dann bringt sie Enkidu nach Uruk. 

Männerfreundschaft

Die Menschen von Uruk staunen über Enkidus mächtige Gestalt und beginnen, ihn wie einen Gott zu verehren. Als Gilgamesh auf Enkidu trifft, kommt es zu einem unerbittlichen Kampf, der lange dauert, denn die beiden sind gleich stark. Der Kampf endet damit, dass Gilgamesh sich mit Enkidu anfreundet. Er bringt Enkidu nach Hause, aber seine Mutter freut sich nicht über den Wilden, der keine Manieren hat.

Heldentaten

Da beschliesst Gilgamesh, mit Enkidu auszuziehen, um Heldentaten zu vollbringen. Sie machen sich auf den Weg ins Zederngebirge (Libanon). Gemeinsam sind sie stark. Sie unterwerfen oder zerschlagen alles, was ihren Weg kreuzt. Sie erreichen das Gebirge und töten den furchterregenden Chumbaba, Herr des Gebirges. Auch fällen sie die eine hohe Zeder, die bis in den Himmel ragte. Nichts ist ihnen heilig.

Gilgamesh und Ishtar (die babylonische Göttin der Liebe)

Schmähung Ishtars

Gilgamesh und Enkidu kehren nach Uruk zurück und lassen sich als Helden feiern. Als Gilgamesh seine Königsmütze aufsetzt, nähert sich ihm Ishtar, die Göttin der Liebe, voll Begehren. Doch er weist sie harsch zurück und beschimpft sie als Hure.

Die rasende Göttin

Voller Wut steigt sie zum Himmel empor und verlangt von ihrem Vater, dem obersten Gott, den Himmelsstier. Dieser sträubt sich und weist sie darauf hin, dass der Stier viel Zerstörung anrichten wird, und dass dies sieben Hungerjahre zur Folge haben wird. Doch Ishtar antwortet: «Ich habe genug Vorräte in meinen Speichern angelegt!»

Der Himmelsstier

Ishtar bringt nun den Himmelsstier nach Uruk und lässt ihn los. Der Stier wütet und reisst mitten in der Stadt einen Abgrund auf. Gilgamesh und Enkidu kämpfen gemeinsam und besiegen den Stier. Gilgamesh schneidet dem getöteten Stier eine Keule ab und wirft diese vor Ishtars Füsse. Dabei schmäht er sie nochmals: «Dasselbe würde ich mit dir tun, wenn ich dich kriegte!».

Enkidus Todesurteil

Nun haben die beiden aber den Bogen endgültig überspannt. Die Götter beschliessen, dass Enkidu sterben muss. Er wird krank. Als Enkidu stirbt, trauert Gilgamesh unsäglich und will ihn nicht begraben. Er weint sechs Tage und sieben Nächte um seinen Freund, bis die Würmer dessen Gesicht befallen.

Dann verlässt er Uruk, um das Geheimnis des Lebens zu finden.

2. Teil: Die Reise ans Meer und die Schenkin

Das Geheimnis des Lebens

Gilgamesh hat sich vorgenommen, das Meer zu überqueren, um seinen Urahn Utnapischti aufzusuchen, der jenseits des Meeres wohnt. Er will ihn nach dem Geheimnis des ewigen Lebens fragen, denn Utnapishti hat die grosse Flut überlebt und von den Göttern das ewige Leben geschenkt bekommen. So macht ern sich nun also auf den Weg, um zum Meer zu gelangen.

Der Berg und die Skorpionmenschen

Auf seiner Reise kommt er zu einem grossen Berg. Es gibt einen Weg unter den Berg durch, doch der Eingang wird von Skorpionmenschen bewacht. Sie sind ein Paar, Mann und Frau. Gilgamesh stellt sich Ihnen als der König vor. Der Mann sagt: «Er ist Menschenfleisch!», aber die Frau sagt: «Er ist nur ein Drittel Mensch, und zwei Drittel Gott». Also lassen sie ihn passieren. Gilgamesh wandert 120 Kilometer durch die Dunkelheit, bis er endlich wieder ans Licht kommt.

Die Edelsteinbäume und die Schenkin

Auf der anderen Seite befindet sich einen Garten mit Bäumen, in denen statt Früchten Edelsteine hängen. Dann endlich erreicht er das Meer. Hier, am Ufer des Meeres, befindet sich eine Schenke. Er klopft an die Tür, er hämmert an die Tür. Doch die Schenkin, die ihn von Weiten hat kommen sehen, hat die Tür verriegelt. Sie denkt, er sei ein Mörder, denn er bietet einen fürchterlichen Anblick: Seine Kleider sind zerrissen, sein Haar verfilzt.
Doch er lässt nicht nach. Er bestürmt die Schenkin: «Öffne, ich bin König Gilgamesh!» Er zählt auch alle seine vielen Heldentaten auf. Da lässt sie ihn herein.

Eine Vertrauensbeziehung

Gilgameshs achtet auf die Augen und die Stimme der Schenkin und gewinnt so auch ihr Vertrauen. Er spricht mit ihr über die Dinge, die ihm wichtig sind. Er fragt sie, wie er übers Meer kommen kann. Sie antwortet: «Du willst über das Meer hinüberfahren? Es gibt keinen Menschen, der das je geschafft hat. Denn dazwischen liegen die Wasser des Todes! Meerüberschreiter ist allein Shamash (der Sonnengott).».

Der Fährmann

Doch plötzlich, als würden sie unterbrochen, ruft die Schenkin: «Schau, da ist Urshanabi, Utnahpishtis Fährmann! Frag ihn, ob er dich hinübernimmt!» Gilgamesh stürzt hinab, schwingt seine Axt, stürzt unter sie (? hier fehlen Zeilen) und steht vor Urshanabi. Dieser sagt: «Was hast du getan?! Du hast die Steinernen zerschlagen! Sie sind es aber, die mich hinüberbringen!». Der Fährmann weist ihn nun an, Zedern zu fällen, um daraus 120 lange Ruderstangen anzufertigen. Mit diesen soll Gilgamesh nun über die Wasser des Todes rudern, ohne dabei seine Hand zu netzen.

Die Wasser des Todes

Sie fahren mit den Ruderstangen los. Aber eine Stange nach der anderen zerbricht auf der Fahrt. Schliesslich ist keine mehr übrig. Da reisst sich Gilgamesh seine Kleider vom Leid und hängt sie als Segel an den Mast. So erreichen sie das andere Ufer.

3. Teil: Der Mann, der die grosse Flut überlebte

Jenseits der Wasser des Todes

Utnapishti hat die Fähre schon von Weitem gesehen und gefragt: «Wer kommt über die Wasser des Todes hierher, und hat doch kein Recht darauf?» Gilgamesh stellt sich vor und sagt sein Anliegen. Er endet mit der Frage: «Wie hast du es geschafft, Göttlichkeit zu erlangen?». Darauf erzählt ihm der Alte, wie er die grosse Flut überlebt hat.

Der Bericht von der grossen Flut

«Enlil (der Gott der Luft) wollte die Erde zerstören. Doch EnKi (der Gott der Erde) warnte mich in der Nacht. Er wies mich an, einen Kasten zu bauen, und ihn wasserdicht zu machen. Der Kasten hatte die Form eines Würfels: Jede der 12 Seiten solle 10 x 12 Ellen messen (ca. 5 x 6 Meter). Sieben Stockwerke sollten darin sein. Tiere, Pflanzen und Samen, Bier, Esswaren, Silber und Gold sollte ich hineingeben. Als es eines Morgens Küken vom Himmel regnete und am Abend Weizen, wusste ich, dass es Zeit war. Ein Sturm setzte ein, vor dem die Götter zitterten. Ishtar weinte um die Menschen und schrie wie eine Gebärende…»

Die "Arche" als Kubus

Abbildung 2: Die «Arche» als Kubus, der eine Kugel enthält [1], das Symbol für Ganzheit und ewiges Leben.

Sieben Tage und sieben Brote

Nachdem Utnapishti die ganze Geschichte erzählt hat, sagt er zu Gilgamesh: «Du wirst das Leben, das du suchst, finden, wenn du sechs Tage und sieben Nächte nicht schläfst!» Kaum hat Gilgamesh diese Worte gehört, da fällt er schon in einen tiefen Schlaf. Utnapishti weckt ihn am siebten Tag. Gilgamesh fährt auf und sagt: «Ich habe nur kurz geschlafen!». Aber Utnapishti zeigt ihm sechs Brote. Seine Frau hat an jedem der Tage eines gebacken. Das erste ist schon weiss und hart, das siebte ist noch im Ofen. Auch zeigt er ihm Striche an der Wand für die Tage und Nächte, die Gilgamesh verschlafen hat. Gilgamesh grämt sich: «Wo ich hingehe, ist der Tod!»

Mitleid der Frau

Utnapishti weist nun Urshanabi an, Gilgamesh mit Wasser zu waschen und ihm neue Kleider zu geben, seiner Würde gemäss. Die Kleider sollen nicht abgenutzt werden, bis sie die Stadt erreichen. Zusammen besteigen sie das Schiff. Doch Utnapishtis Frau legt bei ihrem Mann noch ein gutes Wort für Gilgamesh ein: «Er hat sich so abgemüht! Kannst du ihm nicht noch etwas mitgeben für seine Heimkehr?»

Versagen und eine neue Chance

Das Unsterblichkeitskraut

Da erzählt Utnapishti als Letztes Gilgamesh noch von einem stacheligen Gewächs, das in der Tiefe des Meeres verborgen liegt. Wenn es ihm gelänge, dieses zu bergen, würde er das Leben finden. Sogleich gräbt Gilgamesh einen Schacht, bindet schwere Steine an seine Füsse und lässt sich hinabziehen. Er bringt das Kraut nach oben. Doch er will es nicht selber einnehmen, sondern er will es lieber zuerst an einem Greis in Uruk ausprobieren. Er macht sich mit Urshanabi nach Uruk auf.

Die Schlange

Bei einer Abendrast nach einer langen Wanderung erblickt er einen Brunnen mit frischem Wasser und steigt hinein, um sich zu waschen. Da kommt eine Schlange herbeigekrochen und stiehlt das Kraut. Sie verschwindet und lässt nur ihre alte Haut zurück. Gilgamesh grämt sich und weint. Es war alles umsonst! Zudem steigt nun die Flut an, Wasser aus dem Schacht, den er gegraben hatte, überlutet die Erde, weil er das Werkzeug darin hat stecken lassen…

Der Kreis hat sich geschlossen

Schliesslich kommen Gilgamesh und Urshanabi nach Uruk. Das Epos schliesst mit den selben Worten, mit denen es begann:

Gilgamesh Abschluss

Nachweise:

[1] Grafik von Dirk Metzmacher. Gefunden [8.5.18] in: http://www.photoshop-weblog.de/3d-kugel-und-wuerfel


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