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Der Animus der Frau – innerer Mann und Körperantrieb

Der Animus der Frau – innerer Mann und Körperantrieb

By on 15. Oktober 2020

Der Animus der Frau steht als ihr innerer Mann für ihren Körperantrieb. Dieser kann sich positiv oder negativ auswirken. (Foto: Mohnblumen vor einem Minenfeld, Golanhöhen, Israel.) 

Der Animus der Frau – innerer Mann und Körperantrieb

Der Animus der Frau als Antrieb in ihrem Körper steht für den inneren Mann: Ist er Macho (Antrieb aus Schmerz, Zorn, Defizitempfinden und Machtstreben) oder Held (Antrieb aus Liebe und Hingabe)?

[Zum Hauptartikel: Der Animus – geistiger Antrieb in der Materie]

Das innere Männerbild

Der innere Mann der Frau entspricht ihrem Bild von Männlichkeit. Im Zusammenhang mit dem Vater ist dieses mit Kraft, Recht, Vollmacht/Dominanz oder Autorität/Macht verbunden, im Zusammenhang mit dem kleinen Bruder hingegen eher mit der Idee, dass da jemand ist, auf den man aufpassen muss und den man erziehen oder «bemuttern» muss.

Kraft und Selbstwirksamkeit oder Schmerzkörper?

Fühlt sich die Frau antriebslos oder umgetrieben, dann ist höchstwahrscheinlich der Animus im Spiel. In seiner negativen Form treibt er sie über schlechte Emotionen an. So haben zum Beispiel negative Körpererfahrungen mit Männern einen inneren Schmerzkörper gebildet, der als negativer Trieb aus ihrem Unbewussten wirkt.

Der Animus der Frau als negativer Antrieb, Schmerz- oder Todestrieb

Die junge Frau: Ohnmacht oder Schlaf

Märchen und Mythen beschreiben die tragische Realität vieler Frauen. Durch Missbrauch und Schmerzen verlieren sie die Verankerung in ihrem Körper und durch Negativität werden sie von der Kraft ihrer Liebe getrennt (s. Die Frau, 3-in-1, Geist, Seele, Körper). Sie sind darum «ohnmächtig» wie in Schneewittchen. Ist zudem ihre Liebe gestorben, sind sie «wie tot» und «schlafen» wie Dornröschen, während um sie Dornen emporwachsen.

Das bedeutet, dass sie sich dessen, was im tiefsten Grund passiert ist, nicht bewusst sind: Sie verdrängen die Schmerzen, um weiterleben zu können. Doch diese wachsen im Schatten ihres Unbewussten zu einem Schmerzkörper heran. Wie eine Dornenhecke wächst eine Haltung der Abwehr und fehlender Bereitschaft, sich wieder auf eine liebevolle Beziehung einzulassen.

Die reifere Frau und der innere Macho: Stolz, Zorn und Macht

Negative Gefühle, Schmerz und Wut

Wenn die Frau älter und reifer wird, ist es für sie Zeit, ihre männlichen Anteile (Animus) zu integrieren. Diese wachsen zeitgleich mit ihrem «Sohn» zu Kraft heran und sind zunächst auch ebenso unreif wie dieser und beginnen in der «roten» Phase.

Mit anderen Worten: Die reifere Frau, die sich nicht mehr alles gefallen lassen möchte, steht zunächst in unreifer männlicher Kraft auf! Diese Macho-Energie überschwemmt sie mit negativer Männlichkeit, nämlich mit aggressivem, dominantem und machtorientiertem Verhalten. Sie sieht zunächst deshalb buchstäblich rot, will Macht ausüben und herrschen, sei es über Männer oder über Töchter (s. Der Weg der Frau).

Die böse Fee oder Hexe

Destruktive Gewalt: Der innere Mann als Drache oder Teufel

Um Macht auszuüben, kann die Frau ihre weiblichen Reize, (Verführung, «Magie») und Raffinesse (männliche Strategie) nutzen. Ist dies der Fall, wird sie in Märchen als «HEXE» bezeichnet.

Lässt ihre weibliche Schönheit nach und nehmen dabei Frustration und Wut noch weiter zu, kann sie auch gewalttätig werden – in Wort und Tat. Diese destruktive Energie wird in Überlieferungen durch den DRACHEN, MONSTER oder den FLAMMENSTIER dargestellt.

Der Animus und negative Paardynamik

Macht des Mannes über die Frau durch den Schmerzkörper

Der Mann kann Macht über die Frau ausüben, indem er sich mit ihrem negativen Animus identifiziert und ihren Schmerzkörper aktiviert. Sie versteht nicht, wie ihr geschieht, sondern fühlt sich einfach ohnmächtig und ausgeliefert. So ist sie leichter zu Fall zu bringen und zu manipulieren.

Die Frau als Sündenbock

Ist die Frau in der roten Phase angekommen, kann er über sie Macht ausüben, indem er sie in Rage versetzt und gezielt zum Austicken bringt. Dann ist sie nicht mehr Herrin ihrer Sinne und setzt sich ins Unrecht. Um den «Schaden» wieder gut zu machen, wird sie entweder reumütig Versöhnung suchen. Wenn nicht, dann eignet sie sich stattdessen als Sündenbock, weil sie sich offensichtlich «daneben» benimmt. So oder so: Dem lieblosen, manipulativen Partner spielen diese Umstände in die Hand, weil er dabei als derjenige mit der «reinen Weste» dastehen kann, der ja «gar nichts» getan hat. 

[Mehr s. Animus und Anima in der Paardynamik.]

Erlösung durch Liebe – der Prinz oder Christus als positiver Animus 

Hundert Jahre

Der Weg der Frau in die Versöhnung dauert eine lange, festgesetzte Zeit, nämlich so lange, bis sie ihre Negativität, die ja auch eine starke Energiequelle darstellt, «ausgefressen» hat. Erst wenn sie sie nicht mehr ertragen mag, ist sie bereit loszulassen und sich wieder für die Liebe zu öffnen. Im Märchen Dornröschen dauert es 100 Jahre. Die Zahl hundert symbolisiert eine Ganzheit, die abgeschlossen sein muss.

Der Vater – bedingungslose, vergebende Liebe

Bedingungslose Vater-Liebe, das heisst Liebe, bei der Sex nicht das Thema ist, ist für die Frau erlösend. Wenn sie diese Liebe integriert, indem sie sie in sich weckt, kann sie sich selber und auch den anderen, die sie verletzt haben, vergeben. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass sie Versöhnung findet. Sie bedingt allerdings die Bereitschaft, sich den eigenen Schwächen und Verletzungen zu stellen. Dies geschieht auf dem Weg durch die Unterwelt, das Reich der Schatten (s. Die Integration des Schattens und Die Integration der männlichen Persönlichkeitsanteile).

Der Prinz ­als eine Christus-Gestalt

Der Prinz symbolisiert den gehorsamen Sohn des guten Vater-Königs. Er ordnet sich dessen Willen und den höheren Ordnungen unter, indem er sich ganz der Frau hingibt und auf eine verbindliche Beziehung einlässt. Damit erweist er sich als CHRISTUS-Gestalt. Hingebungsvolle Liebe verbindet die Frau wieder mit ihrer eigenen Liebe. Und so steht die Jungfrau in ihr wieder auf, ihre reine Liebe.

In der Kraft des «Sohnes» oder Prinzen gewinnt die Frau feurige Leidenschaft für das Gute und die Bereitschaft, sich und ihren Körper aus Liebe hinzugeben, um so anderen zu dienen.

Kunst von Christina Krüsi:

  • Die in Unbewusstheit schlafende Schöne: In Peace (2017)
  • Schmerz und Zorn der Frau (rot-schwarz): Amygdala (2015)

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