Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!

By on 24. März 2021

Sterben und Auferstehen im Leben selber

Sterben und Auferstehen im Leben selber: Das Leben ist kein Kinderspaziergang, sondern eine anstrengende Gipfelwanderung, die dem Menschen viel abverlangt, ihm aber alles schenkt.

Sterben und Auferstehen im Hier und Jetzt!

Sterben und Auferstehen im Hier und Jetzt ist die Voraussetzung für ein erfülltes Leben. Wer durch ein inneres Sterben gegangen ist und zu Liebe aufgestanden ist, braucht den Tod nicht zu fürchten. Denn die Liebe ist stärker als der Tod.

Aufschub ins Jenseits?

Das Thema Tod und Auferstehung ist nicht zuletzt von der Kirche ins Jenseits verschoben worden, wo nach dem körperlichen Tod auf die Seele eine unbestimmte Zukunft warten soll.

Vom ersten Tod zur zweiten Auferstehung

Interessanterweise spricht aber das Neue Testament der Bibel von einem ersten Tod und einer ersten Auferstehung beziehungsweise von einem zweiten Tod und einer zweiten Auferstehung. Der Weg des Menschen führt mit anderen Worten durch ein zweimaliges Sterben und Auferstehen.

Sterben und Auferstehen zum wahren Leben

Inneres Sterben in Überlieferungen

Die Überlieferungen beschreiben den Weg zu einem freien Leben in Fülle im Hier und Jetzt. Er führt durch die Unterwelt, mit anderen Worten durch ein inneres Sterben. Dabei kommte es zu einer Veränderung der Gesinnung und des Ziels, was bildhaft gesprochen die Auferstehung zu einem neuen Leben bedeutet.

Der Weg zum wahren Leben in Freiheit

Was bedeutet Leben?

Ein wahres, „menschenwürdiges“ Leben bedeutet darum, die eigene Realität frei, selbstbestimmt und verantwortungsvoll zu gestalten.

Zu Freiheit berufen: Das menschliche Bewusstsein

Viele Menschen sind sich dessen nicht bewusst, aber trotzdem gilt: Der Mensch hat ein Bewusstsein, mit welchem er sein eigenes Leben «erschaffen» kann. Er tut dies, indem er nachdenkt und dann mit Worten und Taten eine bestimmte Realität hervorbringt. Das ist denn auch die Bedeutung des Ausdrucks «geschaffen nach dem Bilde Gottes»: Der Mensch kann sich selber reflektieren und strategisch seine Pläne nach seinem Willen umsetzen (s. Das menschliche Bewusstsein).

Innere Freiheit

Jeder Mensch kann innerlich frei sein, sogar wenn er – äusserlich gesehen – sich in Gefangenschaft befindet. Die innere Freiheit ist eine geistige Haltung. Ihr höchster Ausdruck lautet: «Ich bleibe meiner Überzeugung treu. Man kann mir zwar mein körperliches Leben nehmen, aber nicht meine ewige Seele.»

Befreiung aus der Tyrannei des Egos als ein versklavender Pharao

Um diese innere Freiheit zu erlangen, gilt es, sich aus der Herrschaft der Triebe zu befreien.
Darum geht es in sämtlichen grossen Überlieferungen. Der dunkle Schattenherrscher, das Ego, manipuliert die Menschen durch die Triebe in Unfreiheit. Ein Bild für das Ego ist darum der «ungerechte Pharao», welcher das «Volk Gottes» in Ägypten zu Sklaverei und Frondienst zwingt. Der Weg in die Freiheit führt durch Mangel und Entbehrungen, symbolisiert durch die Wüste (s. Der Auszug aus Ägypten).

Der Weg durch die Unterwelt

Die Überlieferungen thematisieren, dass der Mensch wie „tot“ sein kann. In diesem Fall geht er „schlafwandlerisch“, nämlich unbewusst durch sein Leben. Das Ziel ist jedoch, dass er von Fremdbestimmung zu Selbstbestimmung gelangt. Es ist auch der mythologische Weg durch die «Unterwelt», durch das Reich der Triebe. Dabei werden die Schatten integriert und die im «Reich der Toten» gebundenen Ressourcen freigesetzt.

[S. Das Bewusstsein und das Unbewusste, Die Integration des Schattens und Der Weg durch die Unterwelt.]

Was bedeuten Sterben und Auferstehen?

Der Mensch ist einerseits mit der Tatsache des Todes konfrontiert, wenn sein Körper die lebensnotwendigen Funktionen nicht mehr aufrechterhalten kann.

Lebende «Tote»

Andererseits werden jedoch auch Menschen, die nicht selbstbestimmt leben, als „Tote“ bezeichnet. Darum schreiben die Überlieferungen so viel vom Tod und dem Reich der Toten, und den Weg durch die Unterwelt. Sie fordern damit die Menschen auf, endlich aus ihrem „Todesschlaf“ der Unbewusstheit aufzustehen und die Königsherrschaft im eigenen Leben einzunehmen.

Sterben des Egos

Damit der Mensch frei werden kann, muss aber sein Ego «sterben». Es muss ausgehungert werden, indem es keine negative «Nahrung» mehr bekommt. Der Heldenweg ist der Weg der Überwindung des Egos, indem die Liebe in alle Bereiche des Lebens gebracht wird.

Auferstehen zum Leben, zum Selbst und zu Selbstwirksamkeit

Ist das Ego auf diese Weise «entmachtet», hat der Mensch sein Selbst und Königsherrschaft im Leben gewonnen (s. Das Ego und das Selbst). Er bestimmt selber in seinem Leben und errichtet so seine „göttliche Herrschaft“. Das heisst, er übernimmt mit seinem liebenden Bewusstsein die Regie und auch die Verantwortung in seinem Leben (s. Selbstwirksamkeit – positiv leben).

Vom ersten Tod zur zweiten Auferstehung

Tod und Auferstehung sind in der Bibel ein zentrales Thema. Das Neue Testament spricht von einem „ersten Tod“ und einer „ersten Auferstehung“ beziehungsweise von einem „zweiten Tod“ und einer „zweiten Auferstehung“:

Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht.[1]

Es ist die Frage, was damit gemeint ist. Dazu gibt es verschiedene Deutungsvarianten. 

Zwei verschiedene Deutungsmöglichkeiten

Konservative Deutung (1): Leiden, Sterben und Gericht

Die erste Deutungsvariante ist immer wieder von der Kirche als Lehre verkündigt worden:

  1. Der erste Tod und die erste Auferstehung: Der Mensch, der auf der Erde vieles erdulden muss, wird auf eine jenseitige „Belohnung“ vertröstet. Nach dem Sterben seines irdischen Körpers geschieht eine Auferstehung zu „Gott“ oder an einen Ort des Wartens.
  2. Der zweite Tod und die zweite Auferstehung: In einem „göttlichen Gericht“ werden dann seine Taten beurteilt. Dabei wird entschieden, ob seine Seele endgültig in den himmlischen Gefilden verbleiben darf und wessen Seele zu ewigen Qualen in einem höllischen Feuer verdammt ist.

Angst und Unsicherheit

Das Problem bei dieser Deutung ist, dass sie den Mächtigen in die Hand spielen kann, indem sie die Untergebenen durch Unsicherheit und Angst manipuliert. Unsicherheit zeigt sich in einer fatalistischen Haltung wie: «Was kann ich schon gegen meine missliche Lage machen? Je mehr ich leide, umso grösser mein himmlischer Lohn …» Die Angst vor einer diffusen Gerichtsbarkeit kann noch zusätzlich lähmend wirken. So kann der Mensch seiner Handlungsfähigkeit und Selbstbestimmung beraubt werden.

Vertrauen statt Angst!

Die Vorstellung von einem jenseitigen Gericht wurde aber bereits mit dieser Aussage von Jesus infrage gestellt (freie Wiedergabe, wörtlich s. Endnote):

«Wer vertraut, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet». – Mehr:

Das Gericht besteht nämlich darin, dass das Licht [des Bewusstseins] zwar in die Welt gekommen ist, aber die Menschen die Finsternis mehr lieben als das Licht, indem sie böse Werke tun. Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden. Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke im Einklang mit Gott gewirkt sind.[2]

Glauben durch Dogmen

Weil die Kirche jedoch einen Glauben aus Dogmen installieren wollte, wurden jene Schriften, welche zu Selbstwirksamkeit und Eigenverantwortung aufrufen, aus dem Kanon eliminiert oder zumindest abgeschwächt (so z.B. Das Thomas-Evangelium).

Erweiterte Deutung (2): Aufstehen zu Selbstwirksamkeit und ewigem Leben

Die zweite Variante betont die Eigenverantwortung des Menschen über sein Leben und seine Ressourcen:

  1. Der erste Tod und die erste Auferstehung: Sie geschehen im Leben selber. Der Mensch wird auf unterschiedlichen Wegen durch ein Sterben seines Egos geführt, und sei es dass er das verliert, woran sein Herz hängt. Er wird so gezwungen, seinen Blickwinkel und sein Denken zu erweitern. Indem er sich versöhnt, wird er neu in die ewige Existenz der Liebe „geboren“ (s. Vom Ego zum Selbst).
  2. Der zweite Tod und die zweite Auferstehung: Der zweite Tod bedeutet dann das Sterben des irdischen Körpers. Dieses kann aber der ewigen Seele nichts anhaben. Ihre geistige Identität, das Selbst, eins mit Christus, hat durch die Liebe Zugang zum ewigen Leben gefunden und bleibt darum bestehen, auch wenn der Körper, der den Naturgesetzen unterliegt, zerfällt.

Vom Ego zum Selbst, zur ewigen geistigen Identität des Menschen

Der Mensch gelangt durch das Sterben seines Egos, der Identität der Trennung, zu seinem wahren göttlichen Kern zum Selbst. Dieses ist voll geistiger Kraft.

 

Vom ersten Tod zur zweiten Auferstehung im Einzelnen

Der erste Tod und die erste Auferstehung

Zum ersten Tod diese Zitate von Richard Rohr, der seinen Ordensvater Franz von Assisi zitiert:

Wer dem [ersten] Tod ins Auge geblickt hat, dem kann der zweite Tod nichts mehr anhaben.[3]

Und:

Das ganze Leben geht es darum, sich vorzubereiten, sich einzustimmen, zu erwachen. […]
Die ersten Stufen der Erleuchtung fühlen sich allzu sehr wie Sterben an […]. Wir können uns nur bemühen, unser Ego aus dem Weg zu räumen (was in der Mythologie oft als die Tötung des Drachens dargestellt wird), und darum bitten, dass wir die geheime Tür nicht übersehen, die uns Gott als Ausweg aus dem komplexen Bewusstsein öffnet. Diese Tür hat gewöhnlich die Form des Leidens … [4]

Im Leiden wird der Mensch mit seinen Grenzen konfrontiert und gezwungen, über den eigenen beschränkten Radius hinauszublicken. Die Frage, was im Leben wirklich wichtig ist, kann ihn zu einem neuen und vertieften Verständnis führen.

Die erste Auferstehung

Hat der Mensch erkannt, dass er Teil einer viel grösseren, liebenden Realität ist, dann entspricht dies seiner «neue Geburt». Dazu dieses Zitat von Jesus:

Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wenn jemand nicht von Neuem geboren wird, kann er das Königreich Gottes nicht sehen.[5]

Und nochmals die bereits zitierte Aussage des Jüngers Johannes:

Glückselig und heilig, wer teilhat an der ersten Auferstehung! Über diese hat der zweite Tod keine Macht.[6]

Der zweite Tod und die zweite Auferstehung

Der zweite Tod: Das Sterben des irdischen Körpers

Wer das ewige Leben erkannt und angezogen hat, braucht den körperlichen Tod nicht zu fürchten. Wer mit seinem Ego den eigenen Tod überwunden hat, weiss, dass sein Leben nicht von seinem Körper abhängt.

Darum jubelt der Gelehrte Paulus:

»Der Tod ist verschlungen in den Sieg. Tod, wo ist dein Sieg? Tod, wo ist dein Stachel?«[7]

Die zweite Auferstehung: Geistige Vollmacht über die Materie

Die zweite Auferstehung ist die Auferstehung zu Ganzheit im Bereich des Geistes. Geistiges Leben bedeutet auch Vollmacht über die Materie. Es beinhaltet somit die Kraft, wieder einen neuen Körper «anzuziehen».

[S. Vater und Mutter – Geist und Materie und Die Erschaffung neuer Realität.]

Wir sind mitten im Leben zum Sterben bestimmt;
was da steht, das wird fallen.
Der Herr gibt und nimmt.

Wir gehören für immer dem Herrn, der uns liebt;
was auch geschieht, er nimmt und er gibt.

Wir sind mitten im Sterben zum Leben bestimmt;
was da fällt, soll erstehen.
Er gibt, wenn er nimmt.

 (Lothar Zenetti)

Weiter geht es mit:

Das irdische Leben als Samenkorn für die geistige Realität
Sterben und Auferstehen in Kurzform: Vom Minus ins Plus
Taufe in Wasser und Feuer (Sterben und Auferstehen)      

Weiterführende Texte

Geist und Materie (bewusst-unbewusst)

Das menschliche Bewusstsein
Das Bewusstsein und das Unbewusste
Vater und Mutter, Geist und Materie
Die Erschaffung neuer Realität
Das Ego
Die Triebe
Die Integration des Schattens
Der Weg durch die Unterwelt
Das Ego und das Selbst

Das Ziel (Erlösung)

Das Selbst
Messias / Christus, der Gesalbte
Der Heldenweg
Königsherrschaft im Leben
Selbstwirksamkeit – positiv leben
Vollmacht über die Materie

Erwähnte Überlieferungen

Einführung ins Gilgamesh-Epos
Der Auszug aus Ägypten

Nachweise:

[1] Bibel NT, Offenbarung des Johannes 20,6

[2] Joh 3,18-20 wörtlich (Elberfelder): «Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er nicht geglaubt hat an den Namen des einzigen [wahren*] Sohnes Gottes. Dies aber ist das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen haben die Finsternis mehr geliebt als das Licht, denn ihre Werke waren böse. Denn jeder, der Arges tut, hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht bloßgestellt werden; wer aber die Wahrheit tut, kommt zu dem Licht, damit seine Werke offenbar werden, dass sie in Gott gewirkt sind.

*Anmerkung dazu: Der «wahre», gute und einzigartige (gr. monogenes) Sohn des Vaters ist der gehorsame Sohn, der sich aus Liebe hingibt, der Gesalbte, der Messias oder Christus (s. auch Männliche Ganzheit, Gott, Vater – Sohn – Geist).

[3] Rohr (2009), 50

[4] Rohr, Richard (2009). Vom wilden zum weisen Mann. 2. Auflage. Claudius Verlag, München, S. 49f.

[5] Joh 3,3

[6] Bibel NT, Offenbarung des Johannes 20,6

[7] 1 Kor 15,55 f.; Elberfelder:  »Wo ist, Tod, dein Sieg? Wo ist, Tod, dein Stachel?« Damit nimmt er Bezug auf den Talmud, Hosea 13,14. (Man beachte die Zahlen der Verses: von der 13, als der Zahl des Egos zur 14 als der Zahl der vollendeten Schöpfung, 2 x die Sieben, männlich und weiblich.)


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top

Newsletter Abonnieren

We respect your email privacy

Newsletter abonnieren

You have successfully subscribed to the newsletter

There was an error while trying to send your request. Please try again.

Goldspur will use the information you provide on this form to be in touch with you and to provide updates and marketing.