Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Das Ego – die Identität der Trennung und Negativität

By on 19. Oktober 2020

Das Ego – das kleine Ich, geboren aus Angst und Trennung

Das Ego ist das „kleine Ich“, die Identität der Angst und der Trennung. Es ist die Existenz im Minus, ist «Nicht-Leben», nämlich ein Leben in und aus Negativität, Misstrauen und Mangel. Zwanghaft phobisch und ohne Vertrauen sieht ausserhalb von sich selber nur „Feindesland“.

Die Geburt des EGOs – Der Fall aus der Ganzheit

Im Mutterleib erlebte das ungeborene Leben „paradiesische“ Zustände, denn es hatte alles, was es brauchte Wärme, Geborgenheit, Nähe, konstante Nahrung …
Mit der Geburt wurde es dann aber gewaltsam hinausgestossen. Nachdem es durch einen dunklen, engen Kanal gepresst wurde, blieb Sauerstoff weg bis zum ersten panikartigen Atemzug. Es fiel in einen leeren Raum und landete nackt auf einer harten, kalten Pritsche. Zum ersten Mal erlebte es existenzielle Angstgefühle und Mangel: Hunger und Verlassenheit.

Das kleine Ich wuchs heran und lernte: Nicht alle Umstände sind günstig. Je mehr negative Erfahrungen es machte, umso stärker wurde seine Schutzschicht: «Ich bin hier ganz allein und niemand hilft mir … Darum muss ich für mich selber schauen und Strategien entwickeln, damit ich zu dem komme, was ich brauche.“
Weil es sich im Innersten noch immer klein fühlt und Angst hat, will es so gross wie möglich erscheinen.

So wurde das Ego in Mangel, Trennung und Negativität geboren. Diese sind sein Leben und seine Existenzberechtigung. Tief innen hält es den Glaubenssatz aufrecht: „Die Welt ist gefährlich, ICH MUSS dafür sorgen, dass ich nicht zu kurz komme!».

Das Ego – die Identität der Macht im Unbewussten

Negativität: Angst, Triebe und Macht und Lüge

Das Ego bezieht seine Existenzberechtigung aus der Negativität. Es nährt sich davon und erzeugt mehr Negativität für den Menschen selber und auch für seine Umgebung. Während es sich im Unbewussten verborgen hält, wirkt es aus dem Schatten über Triebe, Einreden und Angst.

Zugriff auf das Bewusstsein

Weil ihm das Vertrauen fehlt, dass gegeben wird, was gebraucht wird, will es Macht, um herrschen und nehmen zu können, was es will. Um seine Macht ausweiten zu können, missbraucht es auch das Bewusstsein. Es plant seine egoistischen Taten mit List und benutzt den Verstand, um diese zu rechtfertigen («Die Welt ist so ungerecht, darum muss ich …»; s. Der Aufstieg der Schlange und das Ego).

Der ehemalige tierische Selbsterhaltungstrieb

Mithilfe des Bewusstseins ist das Ego schon lange über das, was die Existenz erhalten würde, hinausgegangen. Es will immer mehr: Mehr Ressourcen, mehr Geld, mehr Macht, und seine Gier kennt keine Grenzen.

Wertung und Verurteilung

Sofort mit der Wertung und Anklage zur Stelle fällt das Urteil des Egos hart und unbarmherzig aus. Gerade deshalb kann es das Problem auch unmöglich bei sich selber sehen. Vielmehr schämt es sich und projiziert das Verhasste nach aussen. So sieht es die Schuld nur in den anderen (s. Die Projektion des Schattens).

Dazu gilt es anzumerken: Dem eigenen Schatten ins Gesicht schauen kann nur, wer Mitleid und Warmherzigkeit erfahren hat. Wer bedingungslose vergebende Vaterliebe kennt, kann diese gegenüber sich selber und anderen leben.

Leugnung des Grösseren, Materialismus und Tod

Weil das Ego selber keine Liebe und kein Vertrauen hat, leugnet es ein grösseres Ganzes. Es weigert sich, an ein gutes, allumfassendes Bewusstsein („Vater“) und an ein Leben, das den Tod überdauert („Mutter“) zu glauben (s. Vater und Mutter, Geist und Materie).

Als getrennte Identität, die sich abspaltet und den Anschluss an grössere Zusammenhänge verloren hat, lebt das Ego nur in und aus der materiellem Realität. Es glaubt nur, was es sieht und herrscht über Tat-Sachen, die seine Macht vorantreiben. Seine grösste Macht ist die Angst vor dem Tod.

Macht durch negative Einreden

Das Ego wirkt verdeckt über Einreden, die der Mensch nicht wahrnimmt, wenn er nicht genau in sich hineinhört. Sie beinhalten Lügen, Abwertung, Selbstmitleid, Trotz, Zorn und Rache:

  • Die Welt ist gefährlich, ICH MUSS mich wehren und schauen, dass ich nicht zu kurz komme. Niemand hilft mir… Ich bin hier ganz alleine … niemand liebt mich… Ich mache immer alles falsch! Die anderen sind gemein und ich bin das Opfer. 
  • Du hättest Besseres verdient… hast wieder versagt… bist nichts wert. Man kann dich nicht lieben. Du bist nichts und kannst nichts. Ja, fühle den Schmerz, fühle die Verzweiflung ..! So ist es gut. Das ist dein Leben!

Die Einreden müssen als erstes überhaupt wahrgenommen werden und als Nächstes als Lügen entlarvt werden (s. Wie lenke ich mein Leben konkret in eine positive Richtung?)

Das Täter- und das Opfer-Ego

Das Täter-Ego: Lust an der Macht

Die Eigenschaften des Täter-Egos können tendenziel eher mit «männlich» in Verbindung gebracht werden. Es sind  jene Eigenschaften, welche man gemeinhin dem „Ego“ zuschreibt: Rücksichtslos und mit Gewalt nimmt es, was es kann. Es nimmt Leben und Kraft von anderen, setzt sich skrupellos über alles hinweg, was sich ihm in den Weg stellt und übt Macht aus.
Die Täter-Seite der Macht hat aber eine männliche und eine weibliche Seite:

  • „Männliche“ Macht: Unterdrückung und Gewalt („Schwarze Magie“).
  • „Weibliche“ Macht: Verführung und Verblendung („Weisse Magie«).

Das „Opfer-Ego“: Lust am Leiden

Das Opfer-Ego entspricht eher «weiblichen», nämlich der passiv-duldenden Seite. Die Opfer-Identität gewinnt aus dem Leiden heimlich Lebenskraft und Bedeutung (s. auch Der Schmerzkörper). Sie empfindet im Inneren darüber Stolz, Genugtuung oder sogar Lust, fühlt sich dabei „erhabener“ als der Täter. Tatsächlich kann sich das Opfer-Ego besser verbergen und sieht auf den ersten Blick „edler“ aus.

Doch das Opfer-Ego nimmt ebenso wie das Täter-Ego Leben und Kraft von anderen. Es manipuliert, indem es sich „aufopfert“. Zudem zieht es die anderen in seine Negativität hinab und baut sich auf ihre Kosten auf. Auch weidet es sich am Leiden anderer.
Die Opfer-Identität hat ebenfalls eine weibliche und eine männliche Seite:

  • „Weiblich“ – passiv-duldendes Leiden: Ohnmacht, Depression, Krankheit, Schmerz.
  • „Männlich“ – aktiv-aggressives Leiden: Wut, Aggressionen, Schuldzuweisungen.

Täter und Opfer sind nicht immer klar getrennt.
Häufig wird das Opfer später
zum Täter.

Toiletten im London Dungeon (2010)

Der Weg aus der Negativität

Auflehnung des Egos gegen die Erkenntnis der Wahrheit

Es ist nicht einfach, aus der Negativität auszusteigen und das Ego loszuwerden, denn Negativität ist eine starke Energiequelle. Hinzu kommt erschwerdend, dass sich das Ego mit aller Kraft gegen jede Erkenntnis der Wahrheit wehrt, denn es lebt ja von Negativität, Trennung und Lüge. Es weiss, dass Vertrauen und Liebe sein Ende bedeuten, und lehnt sich darum mit aller Gewalt gegen positive Botschaften auf, wie zum Beispiel: «Du bist geliebt», oder: «Vertraue, dass du immer erhalten wirst, was du brauchst».

Negativität als Energiequelle

Wie erwähnt kann Negativität durchaus Energie und Bedeutung geben. Auch können Wut, Zorn und Empörung den Menschen antreiben und bewirken, dass er sich aus seiner Lethargie erhebt und sich wieder lebendig fühlt. Ist dies der Fall, dann ist die Person vielleicht sogar «süchtig» nach Negativität.
Dahinter steckt eben das Ego, welches niemals freiwillig das Feld räumen wird, im Gegenteil:

Noch mehr Dramen und Unglück

Stösst das Ego auf Widerstand, wird es versuchen, noch mehr Negativität zu inszenieren, um so seine Bedeutung zu unterstreichen und zu festigen. Es wird nun erst recht die Umstände so lenken, dass Negativität und Schmerz wieder überhandnehmen (indem es unbewusste Verhaltensmuster aktiviert, welche die Abwärtsspirale von Neuem ankurbeln).

Die Dramen und das Chaos sollen seine Botschaft unmissverständlich klar machen, die lautet: „Nein! Das ist alles nicht wahr! Es gibt nichts Gutes! NUR ICH – bin deine einzige Identität! ICH ALLEIN bin dein Leben!»

Das Sterben des Egos –  ein inneres Sterben

Es gibt nur einen Weg: Das Ego, die Existenz der Trennung und der Negativität, muss «sterben». Doch dies entspricht einem Sterben der alten Existenz und geht an die tiefste Substanz.

Das Ego aushungern

Will man das Ego loswerden, muss man zusehen, dass es keine negative Nahrung mehr bekommt!
Darum müssen negative Gedanken und Gefühle durch positive ersetzt werden. Klagen sind beharrlich durch Dankbarkeit zu ersetzen. Sogar negative Erinnerungen können in positive umgeformt werden („Reframing“), indem man den Blick auf das Gute lenkt. Dies muss aber immer wieder geübt und konsequent durchgezogen werden. 

Zu diesem Zweck ist es überaus wichtig, neue positive Energiequellen zu finden.
(S. Wie lenke ich mein Leben konkret in eine positive Richtung?)

Integration der Schatten und Versöhnung

Indem die Person für sich selber, also für ihre Triebe, Gefühle und Gedanken, Verantwortung übernimmt und sich in ihrer Not liebt, werden die Schatten integriert. Durch warmherziges Mitleid kann der Mensch sich mit allem Schwierigen und Schmerzhaften versöhnen, sich selber und anderen vergeben.

Das innere Kind lieben, trösten und umerziehen

Andererseits muss das innere Kind in seiner Not wahrgenommen, geliebt und getröstet werden: «Ja, da war einiges schwierig … Aber ab heute wird es anders!». So kann der Mensch für sich selber und seine Gefühle Verantwortung übernehmen und dafür sorgen, dass es ihm gut geht.»

Neue, konstruktive Aufgaben für das kleine Ich

Das liebende Bewusstsein, das an einer besseren Wahrheit festhält, kann dem kleinen Ich neue Aufgaben geben, zum Beispiel als Wächter für das Gute und als mahnende Stimme für Grenzen, als Achtsamkeit für Gerechtigkeit.

Die Überwindung des Egos – durch Sterben zum Leben

Das Ziel ist, dass der Mensch sein Ego überwindet. Der Pharao, der in Ägypten das Volk Israel knechtete und zu Frondienst zwang, ist ein Bild für das Ego. Der Weg aus der Knechtschaft führt zunächst durch die Wüste (s. Der Heldenweg). Auf diesem Weg wird der Trieb «ausgehungert» und so der Tyrannei des Egos ein Ende gesetzt, indem seine Macht mehr über den Menschen gebrochen wird.
Erst mit dem Sterben der Identität der Trennung kann der Mensch den Anschluss an die grössere Identität der Liebe finden. Diese ist das Selbst. In ihm wohnen Liebe, Vertrauen, Geborgenheit, Verantwortung, Versöhnung, Friede und Fülle.

So erlangt der Mensch Freiheit und kann eintreten in sein versprochenes Land: Herrschaft im eigenen Leben. Er hat mit dem Zugang zum Grösseren das ewige Leben und Ganzheit gewonnen und ist damit heil oder „heilig“.


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