Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Missbrauch – das gestohlene Leben und die Erbsünde

Missbrauch – das verwitterte Seelenhaus

By on 19. August 2020

Missbrauch – das verwitterte Seelenhaus

Missbrauch – das gestohlene Leben

Missbrauch bedeutet, dass Menschen im Mangel körperliche oder seelische Lebenskraft von jenen nehmen, die ihnen anvertraut sind.

Das eigene Defizit kompensieren

Vom anderen nehmen, was einem fehlt

Wenn jemand einen anderen aus egoistischen Motiven für seine eigenen Zwecke, „braucht“, indem er  körperliche oder seelische Lebenskraft von ihm nimmt, handelt es sich um Missbrauch. Menschen im Mangel brauchen und missbrauchen – täglich und überall, weil sie nicht anders können und es nicht besser wissen.

Je grösser die eigenen Probleme sind, um grösser ist die Versuchung, das «Loch» durch andere zu füllen und zu kompensieren.

Ausnutzen von Abhängigkeit

Ein Machtgefälle

Voraussetzung für Missbrauch ist ein Machtgefälle oder eine Abhängigkeit.
In der Beziehung von Eltern oder Betreuungspersonen zu Kindern oder Schutzbefohlenen ist diese Abhängigkeit besonders offensichtlich. Der Stärkere, derjenige der «oben» ist, kann die Regeln festsetzen und vom Schwächeren nehmen, was er will.

Missbrauch von Schutzbefohlenen

Menschen in Verantwortung sind immer wieder in Versuchung, von den Abhängigen zu nehmen, was sie brauchen. Sie tun dies, indem sie Bewunderung und Bestätigung einfordern, sich auf Kosten der anderen aufbauen oder indem sie das Opfer abwerten oder erniedrigen.

Angeschlagene Integrität und defekte Schutzmechanismen

Bei Missbrauch werden Grenzen überschritten. Der/die Missbrauchte wird verletzt, indem die Integrität angegriffen oder zerstört wird.
Ein zutreffendes Bild dafür ist eine beschädigte Stadtmauer, durch welche Feinde in die Stadt einfallen können.
Menschen, deren Grenzen überschritten worden sind, tendieren dazu, selber die Grenzen anderer zu überschreiten.

Missbrauch in der Familie

Je grösser die persönlichen Probleme der Eltern sind, umso eher werden die Kinder in Mitleidenschaft gezogen.

Kinder dürfen nehmen!

Sie brauchen Nahrung, Wärme, Nähe, Liebe, Zuwendung, Bestätigung, Ermutigung, Korrektur, Führung und Schutz, um sich zu ganzen Menschen entwickeln zu können. Dies alles sollten sie «nehmen» und empfangen dürfen.
Es fällt Eltern schwer, ihren Kindern zu geben, was sie selber nicht erhalten haben. Wie sollten sie dieses Defizit füllen können? Vielleicht durch das Vertrauen in einen allmächtigen, liebenden, gerechten und grosszügigen Vater? (Dazu s. Das Gebet «Unser Vater».)
Niemand ist in dieser Welt ohne Defizit. Der richtige Weg ist aber, es zu erkennen, daran zu arbeiten und nicht die Kinder für die eigenen Probleme zu belangen.

Zu früh in der Rolle eines Erwachsenen

Wenn Kinder geben müssen, geraten sie zu früh in die Rolle eines Erwachsenen. So wird ihre Kindheit gestohlen. Dies ist der Fall, wenn sie den Eltern „zudienen“ müssen, auf eine Art, die für Kinder nicht angemessen ist. Beispiele dafür sind: wenn sie Stimmungsschwankungen ausgleichen müssen, Probleme tragen oder gar lösen müssen oder wenn sie Trost, Wertschätzung und Anerkennung und Bestätigung geben müssen.

Übertragung von Schuldgefühlen

Es ist so leicht, von Kindern zu nehmen, denn sie spüren Unstimmigkeiten und leiden darunter. Natürlich hat der Stress der Eltern oberflächlich gesehen häufig mit dem anstrengenden Verhalten ihrer Zöglinge zu tun. Dennoch ist es nicht hilfreich, wenn diese den Missmut und die Überforderung abbekommen und sich sogar «schuldig» fühlen.

Das Kind als Partnerersatz

Probleme in der Partnerschaft

Sind die Partner in einem Machtspiel verstrickt, werden sie Mühe haben, vom anderen zu bekommen, was ihnen fehlt, sei es emotionale Zuwendung oder Sex. Je grösser die Probleme in der Partnerschaft sind, umso eher werden die Eltern versucht sein, von den Kindern zu nehmen, was sie brauchen.

Wertschätzung für Leistung

Weil Kinder Liebe brauchen, wollen sie den Eltern gefallen. Darum ist es so einfach, von ihnen zu nehmen. Wenn das Kind als Partnerersatz herbeigezogen wird, wird es in eine Rolle gedrängt, die nicht angemessen ist. Dies kann ganz subtil beginnen, indem es den Eltern „helfen“ darf und für Leistungen Wertschätzung erfährt.

Der Muttersohn

Eine Mutter kann bei ihrem Sohn männliche Energie und Verständnis holen, zum Beispiel indem sie sich bei ihm über den lieblosen Partner beklagt. Sie kann sich seines Einverständnisses spätestens dann sicher sein, wenn der Sohn ebenfalls unter dem hartherzigen Vater zu leiden hat.

Königswürde für nichts

So macht sie ihren Sohn unbewusst zu «ihrem König» und zum Thronfolger, der den unliebsamen Gatten einmal entthronen und entmachten wird.
Ihre Macht ist, ihren Sohn von ihrer Bewunderung und Bestätigung abhängig zu machen. So hat sie ihn in der Hand und kann ihn manipulieren. Zu früh und ohne wirklich etwas dafür zu tun, hat er die «Königswürde» eines erwachsenen Mannes erlangt.

Das gestohlene Herz

Was er aber nicht weiss, ist: Der Preis war hoch. Seine Mutter hat sein Herz genommen, indem sie ihn «verwöhnt» hat. Er glaubt, er könne in sämtlichen Beziehungen herrschen. Aber seine Versuche, eine Beziehung aufzubauen, werden scheitern. Denn er kann nicht verstehen, warum er von anderen Frauen nicht dieselbe uneingeschränkte «Bewunderung» bekommt wie von Mama.
Darum ist es so wichtig, dass der Mann sich von seiner Mutter löst (s. Die Befreiung von der Mutter).

Der «Hurensohn»

Die «Hure» symbolisiert die Frau, die Macht statt Liebe lebt. Aus diesem Grund erhält sie von ihrem Partner nicht die Liebe, nach der sie sich eigentlich sehnt. Stattdessen greift sie auf ihren Sohn zu und  «nimmt» sein Herz für sich. Die Beschimpfung eines Mannes als «Hurensohn» impliziert, dass er herzlos ist, zu Liebe und Hingabe unfähig und darum andere konsumiert und Leben nimmt.

Papas Prinzesschen

Papas Engel und seine Komplizin

Der Vater schenkt seiner aufblühenden Tochter wertschätzende Aufmerksamkeit, besonders im Hinblick auf ihre weibliche Schönheit. Er macht sie auch zu seiner «Komplizin» gegen den zänkischen «Mutterdrachen». Vielleicht «weiht» er sie in Geheimnisse ein, welche die Mutter besser nicht erfährt … So kompromittiert er die Tochter. Diese wird dafür umso empfänglicher sein, als sie von der Mutter Strenge erfährt oder gar schikaniert wird.

Der gestohlene Körper und die «Hure»

Ganz unbemerkt «nascht» der Vater vielleicht ein bisschen an der sexuellen Essenz der Tochter, indem er sie als Frau bestätigt. Sie lernt schnell, dass sie mit einem Augenaufschlag und mit hübschem Aussehen alles erreichen kann, was sie will, ohne etwas geben zu müssen. So auf Händen getragen ahnt sie nicht, dass sie ihre Ganzheit bereits verloren hat, weil sie schon im Griff Macht ihrer Erotik ist. Den positiven Zugang zu ihrem Körper hat sie verspielt, bevor sie ihn überhaupt für sich selber eingenommen hat. Nun liegt es so nahe, ihn als Machtmittel und zur persönlichen Bereicherung einzusetzen (das ist die Definition des Schimpfwortes «Hure»).  

Und auch das Umgekehrte

Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt: Das Umgekehrte gibt es auch. Es ist also durchaus möglich, dass die Mutter von der Tochter emotionale Energie und Bestätigung nimmt und der Vater an seinem Sohn seine «Potenz» auslebt, indem er ihn schikaniert und abwertet.
Auch diese Art von «Schaden» wird sich in einer Partnerbeziehung auswirken, indem die Kinder als Erwachsene bereits mit einer Opfer- oder Täter-Identität behaftet sind.

Die «Erbsünde»: «geerbtes» Verhalten über Generationen

Übertragung der Muster von Generation zu Generation

Und so wundert es nicht, dass diese Muster von Generation zu Generation weiter gegeben werden. Denn sie werden meistens erst in der Krise der mittleren Jahre, auf dem Weg durch die Unterwelt, durch die Integration des Schattens aufgelöst. Zu diesem Zeitpunkt sind die eigenen Kinder bereits erwachsen und selber wiederum in den negativen Mustern verstrickt. Und möglicherweise sind sie auch selber schon Eltern.

Männer ohne Seele, Frauen ohne Körper

Wenn Männer ohne Seele und Frauen ohne Körper eine Beziehung anfangen, dann sind Probleme vorprogrammiert (s. Negative Paardynamik). Das Paar ist mit dem Machtspiel vertraut und hat gelernt, dass der Stärkere nehmen und sich bedienen kann.

Negative Paardynamik

Sie wurzelt im Umstand, dass der Mann sein Herz und seine Emotionen der Frau vorenthält, während die Frau «keine Lust» hat, ihren Körper zu geben.

Dass der Mann sein Herz nicht wirklich hingibt, kann verschiedene Gründe haben. Es kann zum Beispiel sein, dass er selber dazu keinen Zugang dazu hat oder dass er das Risiko von Trennungsschmerzen nicht eingehen will.
Die Frau, welche Macht der Verführung lebt, hat Mühe, ihren Körper hinzugeben, ohne dabei für sie offensichtliche Vorteile zu erlangen.

Sie sind beide in der Defizit-Falle, denn wahre Liebe ist Fülle und verschenkt sich bedingungslos.
Das Resultat ist leider häufig, dass die Partner darum in der Beziehung unerfüllt bleiben und – ohne es zu wissen – wiederum in Gefahr sind, von ihren Kindern zu nehmen.

Dies ist die grosse «Erbsünde»: Der Mangel und die Dynamik der Macht werden von Generation zu Generation weiter übertragen.

Der Weg aus der Falle

Die problematischen Verhaltensmuster können überall und jederzeit aufgehoben werden, indem der Mensch sich für Liebe statt Macht entscheidet. Dann macht er sich auf den Heldenweg, der auch die Auflösung der Negativdynamik bedeutet. So erlangt er Selbstwirksamkeit, bildhaft gesprochen Königsherrschaft im Leben. Durch die Überwindung des Egos und die Integration der Schatten gewinnt er sein Selbst, seine Identität der Liebe und tritt ein sein gelobtes Land: Freiheit und eine Fülle von Gestaltungsmöglichkeiten.


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