Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der Vater in der sumerischen Mythologie (Schöpfung Teil 2)

Der Vater in der sumerischen Mythologie

By on 14. März 2022

Der Vater in der sumerischen Mythologie

Der liebende Vater in der sumerischen Mythologie

«Der Vater wagte den Weg in die Unterwelt» 

Der liebende Vater und sein Weg in die Unterwelt

Der Vater in der sumerischen Mythologie ist der Gott der Erde und der Gott der Weisheit. Er ist liebend, warmherzig, voll Hingabe, Vergebung und Heilung. Dies kommt gleich zu Beginn der sumerischen Mythologie zum Ausdruck, indem sich der Vater auf den Weg in die Unterwelt begibt. Er kommt mitten hinein in die lebendige Materie, um darin neue Realität der Liebe zu initiieren. 

Neues Leben!

Die Entstehung von Leben und seine Entwurzelung

Aus der leidenschaftlichen Vereinigung der beiden gegensätzlichen Urkräfte, Vater und Mutter, Geist und Materie entsteht Leben!
Ein Bäumchen pflanzt sich am Ufer des Euphrats ein. Doch der Wind zerrt an seinen Ästen, so dass es bald entwurzelt wird und in den Fluss fällt.

Was in der sumerischen Mythologie bisher geschah:

Als der Mensch mit Namen benannt wurde
als der Himmelsgott, An, die Himmel davongetragen hatte
und der Gott der Lüfte, Enlil, die Erde davongetragen hatte
und die Königin des grossen Unten, Ereshkigal,
die Unterwelt als ihren Bereich erhalten hatte …

Der Vater in der sumerischen Mythologie im Originaltext – eine erste Begegnung 

Der Weg des Vaters in die Unterwelt

Da hisste er die Segel;
der Vater machte sich auf,
Enki, der Gott der Weisheit, wagte den Weg in die Unterwelt.
Winde peitschten gegen ihn;
Hagelkörner wurden ihm entgegengeschleudert,
gross wie Meeresschildkröten,
sie zogen den Kiel hinab.
Die Wasser des Meeres verschlangen den Bug des Schiffes wie Wölfe,
sie fielen über das Heck des Schiffes wie Löwen.

Neues Leben

Zu jener Zeit pflanzte sich ein Baum, ein einzelner Baum,
ein Huluppu-Baum, am Ufer des Euphrats ein.
Er wurde genährt von den Wassern des Euphrats.

Der Wind, Gott der Luft

Da erhob sich der wirbelnde Südwind,
zog an seinen Wurzeln und Riss an seinen Ästen,
Bis die Wasser des Euphrats es wegtrugen.

Deutungen der unterstrichenen Wörter in «Der Vater in der sumerischen Mythologie»
Segel im Wind:

Der Weg des Vaters in die Unterwelt beginnt in der Kraft des Windes, mit anderen Worten im Bereich der Seele. Denn Luft ist das Symbol für die männliche Seele und Wind ist ein Symbol für den Geist [i] (s. Vater und Mutter, Geist und Materie und Der Heilige Geist). Damit geht der Vater den richtigen Weg: über die Liebe und die Beziehung (LUFT – WASSER für die männliche und die weibliche Seele, s. Die vier Elemente).

[S. auch Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung.]

Der VATER als ARCHETYP

Der Vater hat per Definition Liebe – so auch der Vater in der sumerischen Mythologie. Denn er hat sie mit der Liebe zu seiner Tochter integriert (ANIMA als JUNGFRAU, s. auch Die Integration der Anima).

Gott der Weisheit

EnKi, der Gott der Erde (En=Gott, Ki=Erde), wird auch als der Vater und Gott der Weisheit bezeichnet. Weisheit ist Wissen/Erkenntnis gepaart mit Liebe und ein Zeichen der Reife. EnKi heisst der Vater in der sumerischen Mythologie. Von ihm erfährt man, dass er sein Heiligtum an den tiefen Wassergründen im inneren der Erde hat. Das ist ein Bild dafür, dass er auch ein Gesalbter ist.

Widerstand des Weiblichen

Winde peitschten gegen ihn – stürmische Leidenschaft: Das Weibliche ist aufgewühlt, widersetzt sich, bäumt sich auf. Der Sturmwind als Kraft in der Natur ist ein Symbol für die stürmischen männlichen Anteile (Animus) der Grossen Mutter. (Als das Weibliche im dritten Aspekt, hat sie diese integriert; s. Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz).

Stürmische Leidenschaft

Kiel: Symbol für den Phallus: Der Kiel durchpflügt die Fluten, dringt tiefer ein … Gerade der Widerstand des Weiblichen treibt die Vereinigung vorwärts.

Verschlingende Wasser, Wölfe und Löwen: Die „Fleischfresser“ repräsentieren hier die männlichen Anteile der Frau (Animus) und damit ihre intakte und leidenschaftliche Sexualität.

***

[i] So zum Beispiel im Evangelium des Johannes, Kapitel 3, Vers 8: «Der Wind weht, wo er will, und du hörst seine Stimme, aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er geht; so ist jeder, der aus dem Geist geboren ist.» (Das griechische Wort pneuma bedeutet sowohl »Geist« als auch »Wind«.)

Diese Episode in der sumerischen Mythologie handelt vom Leben zwischen zwei geistigen Kräften, also zwischen dem liebenden Vater und dem Herrscher der Macht der Luft. Diese Energien bewegen das Leben entweder in eine konstruktive oder eine destruktive Richtung.

Die Themen dieses Abschnittes
In diesem Abschnitt der sumerischen Überlieferung werden folgende Fragen behandelt:
  1. Was macht den Vater in der sumerischen Mythologie zum Gott der Weisheit und was bedeutet der Archetyp des Vaters?
  2. Das junge Leben – vom Fluss davongetragen – wie ist das zu verstehen?
  3. Was ist die archetypische Bedeutung des «Gottes der Luft und des Windes?», der das Bäumchen entwurzelt?
  4. Der Vater, Gott der Weisheit und der Gott der Luft – zwei verschiedene Typen von Männlichkeit. Wie sind sie als „Götter“ in einem kollektiven Kontext einzuordnen?

Der liebende Vater und Gott der Weisheit

Der Vater wagte den Weg in die Unterwelt

Vater und Mutter, Geist und Materie

In der Leichtigkeit des Seins, segelnd auf der stürmischen See des Unbewussten, gibt er sich mitten hinein ins aufgewühlte Dunkel der Existenz, ins Innerste des grosssen Weiblichen, des Leben selbst. Dabei fürchtet er weder das Aufbäumen in heftiger Gegenwehr noch den Tod. So wird er hineingenommen, verschlungen …

[S. Vater und Mutter, Geist und Materie.]

Die Unterwelt: das Leben im Unbewussten
Die Unterwelt: das Unbewusste, Negativität, Leiden und Tod 

Der Vater in der sumerischen Mythologie nimmt sich aus Liebe des Lebens an, das in die Unterwelt geraten ist, ein Symbol für das Unbewusste. Zudem symbolisiert die Unterwelt auch das Reich der Schatten und des Todes, und enthält alles, was nicht am Licht des Lebens sein darf und darum mit Negativität besetzt ist.

[S. Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der Unterwelt.]

Segel (der Vater in der sumerischen Mythologie)

Der Vater in der sumerischen Mythologie: Hingabe aus Liebe

Liebe als Motiv

Die Unterwelt ist ein Symbol für die begrenzte irdische Realität, in welcher Leiden und Tod eine Realität sind. Voller Erbarmen und ohne Furcht gibt sich der Vater in die Dunkelheit des Lebens in der Materie hinein, um darin den Samen der neuen Schöpfung der Liebe zu säen.

Unüberwindlich wie der Tod, so ist die Liebe,
und ihre Leidenschaft so unentrinnbar wie das Totenreich!

Wen die Liebe erfasst hat, der kennt ihr Feuer: Sie ist eine Flamme Gottes!
Mächtige Fluten können sie nicht auslöschen, gewaltige Ströme sie nicht fortreißen.

Aus dem Lied der Lieder von Salomo (Hohelied der Liebe) [2]

Dabei lässt sich der Vater auch nicht durch die harte, eiskalte Abwehr des Weiblichen abschrecken, welches ihm riesige Hagelkörner entgegenschleudert. Im Gegenteil, so wird der Kiel des Bootes nur noch weiter hinab- und hineingezogen, und die Fluten fallen über den Bug des Schiffes her wie Wölfe oder Löwen.

Urflut ruft der Urflut zu beim Brausen deiner Wassergüsse;
alle deine Wogen und deine Wellen sind über mich hingegangen.

Psalm 42,8 [3]:

Der VATER als Archetyp hat per Definition Liebe, denn ...
Integration des Weiblichen

Der Vater hat mit seiner Tochter seine weiblichen Anteile („JUNGFRAU“) integriert und hat damit seine Seele und die Liebe gewonnen. Darum ist er auch voll Verständnis und Warmherzigkeit.

Der Weg der Beziehung

Mit der Leichtigkeit des Windes segelt der Vater über die stürmischen Wasser. Damit geht er den richtigen Weg, nämlich den Weg der Beziehung. Denn LUFT ist das Element der männlichen Seele, während WASSER das Element der weiblichen Seele darstellt. 

Mutter und Vater in der sumerischen Mythologie: Leidenschaft und Hingabe
Mutter und Vater in der sumerischen Mythologie: Leidenschaft und Hingabe

Die Antwort der grossen Mutter bleibt nicht aus: Sie ist voll kraftvoller körperlicher Leidenschaft. (Die wilden Tiere symbolisieren ihre männlichen Anteile, zu welchen ihr Körper gehört, den Animus).
Der Weg des Vaters in die Unterwelt beschreibt eine stürmische Begegnung der Urgewalten (s. Männlich und weiblich – die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung).

Neues Leben: ein Bäumchen am Ufer des Euphrats

Der Mensch als Baum des Lebens

In der Mitte der Erde, genährt von Süsswasser

Aus der stürmischen Begegnung zwischen Vater und Mutter entsteht neues Leben. Es pflanzt sich ein – ­in der Mitte der Erde – am Ufer des Euphrats und wächst heran, genährt vom Wasser des Flusses. 

Neues Leben im Körper der Frau

Die Erde ist auch ein Symbol für den weiblichen Körper, der Saat aufnehmen und wachsen lassen kann. Das Bäumchen am süssen Wassser in der Mitte der Erde ist damit ein Bild für das Leben, welches in der «Unterwelt», nämlich im dunklen Schoss der Frau gezeugt wird und von Fruchtwasser umgeben in der Mitte ihres Körpers heranwächst. – «Wie im Kleinen, so im Grossen» oder umgekehrt, dies ist der Zugang vieler Überlieferungen zu den grossen Fragen der Menschheit.

Lebensbaum (Elisabeth Baldenweg)

Der Wind und die Entwurzelung des Lebens

Der böse Herrscher der Macht der Luft

Doch dann erhebt sich der Wind, zieht an seinen Ästen und Wurzeln, sodass das Bäumchen in den Fluss fällt und fortgetragen wird. Der wirbelnde Südwind, der das Leben entwurzelt, symbolisiert hier einen anderen Geist, nämlich den Gott der Luft. Die Bibel nennt ihn «den bösen Herrscher der Macht der Luft»[3].

[S. Der Gott der Luft.]

Der Gott der Luft als negativer Archetyp und Antrieb aus Macht
Stürmische, invasive Männlichkeit

Der Wind, Herrscher der LUFT, ist ein Archetyp für stürmische, unreife Männlichkeit, die invasiv ist und konsumieren möchte (s. Der Gott der Luft). Damit untergräbt er die Verankerung des jungen (weiblichen) Lebens in der ERDE (im Körper).

Begehren und Missbrauch

Probleme entstehen bereits, wenn männliches Begehren ein bisschen an der weiblichen Essenz der Tochter und Jungfrau «schnuppert» oder «leckt» (allein die innere, geistige Absicht genügt bereits, um eine entsprechende Realität zu erzeugen). Noch schlimmer ist, wenn realer körperlicher Missbrauch geschieht. In beiden Fällen wird der weibliche Körper zu früh, bevor er wirklich bereit ist, von männlichem Begehren «fremdbesetzt».

Der Gott der Luft und entfachtes Begehren

Schon hat der Gott der Luft an der aufkeimenden Weiblichkeit „genascht“, das heisst schon früh besetzt männliche Begierde den Körper der jungen Frau. So ist sie in Gefahr, schon früh den eigenen guten Kontakt zu ihrem Körper (ERDE) zu verlieren, und ihn vielmehr als fremdbesetzt wahrzunehmen, bevor sie ihn selber für sich einnehmen kann, bevor er überhaupt zu Geschlechtsreife herangereift ist.

Ich beschwöre euch, Töchter Jerusalems, bei den Gazellen oder bei den Hirschkühen des Feldes:
Weckt nicht, stört nicht auf die Liebe, bevor es ihr selber gefällt!»

(Aus dem Hohelied der Liebe[4])

Die vier Elemente in diesem Text-Abschnitt und die neue Realität

Alle vier „Elemente“  kommen zum Tragen und bewirken die neue Realität:

  • Südwind: FEUER (Symbol für den männlichen Körper und seine Leidenschaft) hat in Form von Sonnenglut Luft erhitzt.
  • LUFT (das Element der männlichen Seele) umweht das Bäumchen, zieht an seinen Ästen und Wurzeln.
  • So verliert das Bäumchen, Symbol für das junge Leben, seine Verankerung in der ERDE (dem Element des weiblichen Körpers).
  • Es fällt ins WASSER (Symbol für die weibliche Seele und das Unbewusste) und wird davongetragen. 

Der Fall des Lebens in Unbewusstheit (WASSER)

Damit ist eine neue Realität entstanden, nämlich das Leben in Unbewusstheit. Denn das Wasser des Flusses, welches das Bäumchen davonträgt, ist ein Bild für das Unbewusste.  Das heisst, das Leben ist nun im Griff der Triebe, des Egos und dem damit verbundenen Kontrollverlust. («Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.»)

[Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität und Der Sündenfall-Bericht der Bibel.]

Das Leben in Unbewusstheit: Macht statt Liebe
Misstrauen aus Mangel an Liebe: Angst und Trieb

Der Mangel an Liebe führt zu Misstrauen, dass gegeben wird, was gebraucht wird und dem Begehren, nehmen zu können.
Ironischerweise ist es gerade die Macht, welche die Illusion von Kontrolle gibt, die das Zeichen der Unbewusstheit ist. Denn hinter dem Begehren nach Macht stecken letztlich fehlende Liebe und daraus mangelndes Vertrauen und Angst als Antrieb. (Sie sind aus dem ehemaligen tierische Selbsterhaltungstrieb gewachsen und verleiten den Menschen zu egoistischem Verhalten; s. Das Ego und Der Trieb).

Das Leben im Rausch der Macht

Die Konsequenz davon ist, dass das junge «Lebensbäumchen» ins WASSER, das heisst in Unbewusstheit fällt. So wird der Mann zu Lust statt Liebe verführt und die Frau zu Macht durch Erotik. (Denn indem sie sich mit der negativen Anima des Mannes als «HURE» identifiziert, hat sich Macht über ihn, s. Negative Paardynamik). Damit sind beide im Rausch der Macht, und so ist bereits das junge Leben in Unbewusstheit geraten.

So sind Missbrauch und Misstrauen, die zu Unbewusstheit führen, bereits das Thema der sumerischen und auch der späteren Überlieferungen. Die Wurzel des Problems ist das Begehren nach Macht statt Liebe.

[S. Macht und Missbrauch in den Überlieferungen und Der Sündenfall-Bericht der Bibel und das Geheimnis der Schlange.]

Überschwemmung (Unbewusstes, Trieb)

Fazit: Der Vater und der Gott der Luft – der gute und der böse Trieb

Zwei unterschiedliche Typen von Männlichkeit: Hingabe oder Macht

In diesem Text erscheinen zwei entgegengesetzte Archetypen von Männlichkeit: einerseits unreife, machtorientierte Männlichkeit (der «verkehrte» Sohn), andererseits reife, liebende Männlichkeit (Vater).

Der positive und der negative Antrieb: Christus und der Anti-Christus

Während der Vater in der sumerischen Mythologie positiver Männlichkeit und den Antrieb aus Liebe symbolisiert, tritt – wenn auch verdeckt – schon die negative Seite des Geistes auf, die das Leben entwurzelt. Der Gott der Luft, der ganz schön viel «Wind» machen kann. Er symbolisiert den negativen Antrieb aus Macht. Als der «verkehrte» Sohn des Vaters will er herrschen und Leben konsumieren.

[S. Christus / Messias, der Gesalbte und der Anti-Christus.]

Exkurs: Die Dynamik der schöpferischen Elemente

Positive oder negative Dynamik der Elemente: der richtige und der falsche "Dreh"

Leben oder Tod?

Zwei entgegengesetzte archetypische Kräfte bewegen das Leben, symbolisiert durch die vier Elemente. Auf der einen Seite initiiert der Vater als Geist der Liebe neues Leben, auf der anderen Seite verheizt der Geist der Macht Leben und führt so letztlich zum Tod.

Dynamik des Lebens (4 Elemente)

Dynamik des Lebens: neues Leben entsteht.

Dynamik des Todes (4 Elemente)

Dynamik des Todes: Leben wird verheizt.

Hier eine kurze Übersicht zu den vier Elementen und ihrer Dynamik:

Lebendige Materie: die vier Elemente

Die vier Elemente stehen einerseits für die materielle Realität auf der Erde als Ganzes und andererseits für die gegensätzlichen Kräfte der Schöpfung, symbolisiert durch Vater – Mutter – Tochter – Sohn (für Körper und Seele, männlich und weiblich, s. Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität).

Sie können – je nach Art des Antriebs – in eine konstruktive oder in eine destruktive Dynamik geraten.

Positive Dynamik: neues Leben

Drehung der „Elemente“ im Gegenuhrzeigersinn, gegen den „Lauf der Zeit“. (LUFT zu WASSER: Der Weg der Seele, der Beziehung und der Liebe.)

  1. FEUER erwärmt Luft: Der Mann spürt feurige Leidenschaft.
  2. LUFT kommt in Bewegung: Die Gefühle des Mannes erwachen, der Mann spürt seine Seele.
  3. WASSER wird von Luft bewegt: Die Seele des Mannes (LUFT) berührt die Seele der Frau (WASSER) und setzt sie in Bewegung.
  4. ERDE wird feucht (Regen, Flüsse, Wellen): Das Weibliche (ERDE) wird bereit, Samen zu empfangen.
Negative Dynamik: Dynamik des Todes

Drehung im Uhrzeigersinn, „gemäss dem Lauf der Zeit bzw. Welt“. (FEUER zu ERDE, «verbrannte Erde»: Materie und Frauen werden verheizt.)

  1. FEUER entflammt (durch den Gott der LUFT angefacht): Zugriff auf Land, Material und Frauen.
  2. ERDE verbrennt: Das Weibliche (Materie und Körper) werden verzehrt.
  3. WASSER verdampft, verdunstet: Dies ist ein Bild für das «Verschwinden» der Seele und damit des Lebens. Auch bleibt die «Salbung» aus.
  4. LUFT wird von Rauch verpestet. Ätzender Rauch steigt auf und verpestet die Luft. In der Beziehung sorgen Drama und Auseinandersetzungen dafür, dass ihm die Luft wegbleibt und sich seine Seele verdunkelt (sodass er zu Unterdrückung und Gewalt greift).

FAZIT: Wer die negative Dynamik vermeiden will, muss sich gegen den Lauf der Welt stellen und aussteigen!

Mehr dazu: Der richtige und der falsche «Dreh» und Die Dynamik der Elemente (Grundlagen)

Der Gott der Luft und der Vater in der sumerischen Mythologie anders erzählt:

Die moderne Geschichte

Erika:

Der Weg des Vaters in die Unterwelt

Zu Beginn unserer Beziehung war Emil anders. Es war unsere erste Liebe. Emil bemühte sich sehr um mich, während ich zögerte. Doch schliesslich gelang es ihm, mein Herz zu gewinnen. Er kniete vor mir nieder, streckte mir einen Ring entgegen und bat mich, ihn zu heiraten.
Später verstand ich, dass sein Vater, Keith, unsere Beziehung sehr unterstützt hatte. Er war ein starker Mann, der mich beeindruckte, und er war anscheinend auch von mir angetan. So drängte er seinen Sohn, sich mit mir in eine verbindliche Beziehung einzulassen.

Neues Leben

Bald wurde unsere Tochter Lilly geboren. Sie war sehr süss und aufgeweckt. Da es nicht lange dauerte, bis auch unsere weiteren vier Kinder hinzukamen, war ich schnell vollauf beschäftigt und bekam nicht immer alles mit, was da so lief. Unverkennbar war, dass Emil Lilly in allem bevorzugte. Er nahm sie überall hin mit, und sie ging gerne mit ihm, weil sie nicht nach den Geschwistern sehen mochte.

Der Wind, Gott der Luft

Lilly wurde ein ausnehmend hübsches Mädchen und Emils Augenstern – ganz Papas Tochter. Er verwöhnte sie, und wenn sie ihren Schmollmund aufsetzt, gab er ihr, was sie wollte. Bald merkte Lilly, dass sie uns Eltern gegeneinander ausspielen konnte.

So wurde sie immer frecher und aufmüpfiger und mit 11 Jahren schminkte sie sich bereits. Auch gefiel mir ihre Art, sich zu kleiden, überhaupt nicht – viel zu anzüglich! Doch Emil bestätigt sie dabei und gab ihr Anerkennung. Mich wertete er jedoch ab, indem er sie mir gegenüber als «die bessere Frau» darstellte. Das war meiner Beziehung zu meiner Tochter nicht gerade zuträglich.

Das entwurzelte Bäumchen

Emil hatte sogar begonnen, Lilly zu Geschäftstreffen mitzunehmen … Ach, ich war so arglos! Ich hätte mich dagegenstellen sollen! Gott weiss, was da alles lief …

Meine Befürchtungen verdichteten sich, als Lillys Beziehung zu Emil sich etwa im Alter von 16 Jahren ins Gegenteil kippte. Sie zog sich zurück – von uns beiden! Mit 17 verliess sie ihr Zuhause, brach jeden Kontakt zu uns ab, um ihr eigenes Leben zu leben. Zufällig sah ich, dass monatliche Zahlungen von Emils Bankkonto an Lilly getätigt wurden. Ich war so wütend auf ihn!

Vom Fluss davongetragen

Grosse Sorgen machte ich mir um meine verlorene Tochter und grämte mich, dass ich nicht besser auf sie aufgepasst hatte.

Doch eines Tages stand Lilly vor unserer Haustür. Sie hielt ein Bündel im Arm und streckte es mir entgegen: Ein Baby! Lilly hatte ein Kind zur Welt gebracht!
– Kannst du darauf aufpassen?», fragte sie mich. «Ich muss arbeiten. Meine Karriere hat gerade so gut begonnen. Ich kann sie nicht aufs Spiel setzen. Du hast doch Zeit – oder?»

Natürlich konnte ich das … Ich hatte ja mein Leben lang nichts anderes getan.
– Sie heisst Anna!

Bemerkung zu dieser Deutung:

Der Vater von Erikas Kindern ist einerseits durch den Archetyp des Vaters beeinflusst, andererseits aber auch durch den «Geist der Macht der Luft».
So steht jeder Mensch mit verschiedenen geistigen Kräften in Berührung. Es ist aber seine Verantwortung, die guten zu wählen und die destruktiven zu überwinden. So gelangt er zur Königsherrschaft (Gottes) im Leben.

Weiter geht es mit Annas / Inannas Geschichte, mit dem Weg der Göttin der Liebe:

Der Baum der Göttin in Eden  

Anmerkungen und Endnoten:

[1] Lied der Lieder von Salomo (das Hohelied der Liebe), Kapitel 8,6 f.

[2] Psalm 42,8

[3] Brief des Paulus an die Epheser, Kapitel 2,2 

[4] Lied der Lieder von Salomo (das Hohelied der Liebe), Kapitel 2,7


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