Die Spur der Grossen Mutter im Märchen
Die Göttin in ihrem dritten Aspekt
Als grosse Mutter als Grossmutter (schwarz)
Frau Holle entspricht der grossen Mutter, der weiblichen Gottheit in ihrem dritten Aspekt (s. Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz).
Als Herrin der Unterwelt – das Leben in der Materie!
Als Herrin der Unterwelt steht sie für die Kraft in der Natur (Materie) und für das Schicksal. Damit unterstehen ihr die Naturgewalten, wie auch Leben und Tod sowie die Lebensumstände, die der Mensch als gegeben vorfindet. Seine Taten werden gesehen und beurteilt, und die Konsequenzen davon werden früher oder später sichtbar, entweder als leuchtendes Gold, Symbol für die Ewigkeit, oder als Pech, im Volksmund das Symbol für Unglück.
[S. Weibliche Ganzheit 3-in-1: Potenzial, Realität und Schicksal.]
Der Name “Holle” – von Huld zur Hölle?
Hell, heil, freundlich
Im Namen “Holle” klingt das germanische Wort “hell” oder englisch “whole” an. Das Wort steht mit Hel, Halia – Huld oder Heil in Verbindung. Auch seine Adjektive: heil, whole (englisch), hel (schwedisch für ganz) weisen auf den positiven Ursprung der Göttin hin, denn sie sind mit Licht (“hell” – Bewusstsein) und mit Ganzheit (Heil-heit), also Integrität assoziiert.
Von Frau Holle zur Hölle – Was ist geschehen?
Doch scheint der Name “Holle” auch mit der gegenteiligen Bedeutung in Verbindung zu stehen, nämlich mit dem deutschen Wort „Hölle“ (auf englisch “hell”, auf schwedisch “helvete”, von Hel, der Göttin der Unterwelt und viti für Strafe/Busse). Sodass sich unweigerlich die Frage stellt:
Wie kann das sein und was hat die Göttin der Liebe mit der “Hölle” zu tun?
Die Unterwelt als Ort der Besinnung
Ganzheit durch die Begegnung mit dem Schatten
Mit göttlichem Heldenmut vom Sterben des Egos zur Auferstehung
Tatsächlich hat die Göttin viel mit der Unterwelt zu tun. Diese galt jedoch in den frühen Überlieferungen als ein Ort der Besinnung, wo die göttlichen Helden auf ihrem Weg zur Unsterblichkeit ihren Schatten begegneten. So thematisiert schon die sumerische Überlieferung von Inanna den Weg der Göttin der Liebe vom Himmel herab bis in die Unterwelt mit Sterben und Auferstehung. Dabei symbolisiert die Unterwelt den Bereich des Verborgenen, des Unbewussten und der Lebenskraft in der Materie.
[S. Der weibliche Weg / der Weg der Frau in die Materie und Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!.]