Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Frau Holle – von der Schicksalsgottheit zur Hölle

Frau Holle als Schicksalsgöttin

By on 23. April 2020

Frau Holle als Schicksalsgöttin

Frau Holle und die Spur der Göttin in Märchen

Gold-Marie und Pech-Marie

Im Märchen „Frau Holle“ der Gebrüder Grimm findet sich eine der wenigen Spuren der „grossen Göttin“, die in Überlieferungen noch zu finden sind. Sie wird darin als eine Art strenge Mutter und Schicksalsgottheit dargestellt, die den Menschen gibt, was sie verdienen.

Konkret wird die erniedrigte Stieftochter, die sich in harten Bedingungen, aufrichtig und dienstbereit mit Durchhaltevermögen, Fleiß und Treue bewährt hat, reich belohnt, nämlich mit Gold überschüttet („Gold-Marie“). Die eitle, faule und verwöhnte Stiefschwester hingegen, die leibliche Tochter der bösen Stiefmutter, wird mit Pech begossen („Pech-Marie“).

Das Märchen Frau Holle (Inhalt)

Die arme Stieftochter war in den Brunnen gefallen und wachte in einer anderen Welt auf. Sie ging des Weges und packte an, was es zu tun gab. Da kam sie zu einem kleinen Haus, daraus schaute eine alte Frau hervor. Das Mädchen fürchtete sich, weil sie so große Zähne hatte. Es bekam Angst und wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: “Was fürchtest du dich, liebes Kind? Bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Hause ordentlich tun willst, so soll dir’s gut gehn. Du mußt nur achtgeben, daß du mein Bett gut machst und es fleißig aufschüttelst, daß die Federn fliegen, dann fällt Schnee in der Welt; ich bin die Frau Holle.” 

Die junge Frau erledigte alle ihr aufgetragenen Aufgaben treu und bestand so alle Prüfungen. Als Belohnung wurde sie reichlich mit Gold überschüttet. Als ihre eitle, faule Stiefschwester das sah, ging sie hin und warf sich aus Goldgier ebenfalls in den Brunnen. Sie wachte an derselben Stelle in der anderen Welt auf, kam an den selben Stationen vorbei wie Goldmarie, doch sie rührte keinen Finger, so stolz war sie. Anstatt des Goldes als erhoffte Belohnung wurde sie aber mit Pech übergossen.

Symbole und Deutungen der unterstrichenen Wörter aus dem Märchen Frau Holle
  • Brunnen, Schacht – der Zugang, das Tor zum Unbewusste: ein Zugang zur „Anderswelt“, zum Bereich des Unbewussten, zum Leben in der Materie. Dies ist das Reich der grossen Mutter, „Frau Holle“, als die Göttin in ihrem 3. Aspekt, als Schicksalsgottheit (s. Inannas Abstieg in die Unterwelt: die sieben Tore (Episode 12) und Weibliche Ganzheit, 3-in-1).
  • Grosse Zähne? Wie ein Wolf?? Die Botschaft an die junge Frau: “Fürchte dich nicht, auch wenn das Schicksal dir die Zähne zeigt! Lauf nicht weg!”. – Zum Beispiel nicht aus der Beziehung weglaufen, sondern dienstbereit und “ordentlich” die Arbeit im Haushalt tun, die anfällt. Was soll daran gut sein? kann man heute fragen. Dazu die nächste Aussage:
  • Als liebes Kind der grossen Mutter… erweist sie sich, wenn sie ihr Schicksal annimmt und treu ihre Aufgaben erfüllt. Denn wer sich gegen die Umstände auflehnt, ist in Gefahr, in Negativität und damit auf die dunkle Seite der Existenz zu geraten. Darauf folgen negative Taten.
  • … die Arbeit im Hause ordentlich tun und das (= es im) Bett gut machen: Es ist das Bett der grossen Mutter. Hier entsteht neues Leben… Die junge Frau soll sich körperlich nicht verweigern. Ein simples Rezept: Beide, Mann und Frau, dienen auf ihre Weise durch Hingabe an das gemeinsame Projekt. Es ist eine anspruchsvolle Frage: Wem diene ich? Dem Ego oder der Liebe?
  • Decken gut ausschütteln: Schwieriges abschütteln (nach der Nacht) und sich (immer wieder) neu hingeben…
  • Federn fliegen dabei durch die Luft: Sie wird auch «Federn lassen»: sie wird älter werden, beide werden älter werden. – Aber es wird ihr auch immer leichter fallen, denn federleicht fliegen die Federn in der Luft (Luft ist das Symbol für die Seele des Mannes): Die Frau kann mit Leichtigkeit Liebe leben und den Mann gewinnen, tanzend wie eine Schneeflocke, denn…
  • Schnee ist das Symbol weiblicher Verführungskraft (weisse Magie): Der Zauber ihrer weiblichen Reize und ihre Verführungskraft geben ihr leichtes Spiel. So gewinnt sie:
  • Gold – Ganzheit und ewiges Leben: Dies ist der Lohn für ihre treue, vertrauensvolle Hingabe in Liebe.

Kommentar 

Zugegeben, das Märchen mutet etwas altmodisch an, aber …

Man könnte im Märchen Frau Holle Wertung und Verurteilung von Verhaltensweisen sehen, nämlich “brav und folgsam” als “gut” gegenüber “eitel und eigenwillig” als “böse”. Tatsächlich passt eine solche Sichtweise jenen Menschen, die schnell mit einem Urteil zur Hand ist.

Alles wird wahrgenommen und auch offengelegt werden

Doch man kann im Märchen auch eine andere Botschaft erkennen, nämlich dass sowohl das Verhalten des Menschen wie auch sein Motiv sehr wohl gesehen werden und auch Konsequenzen haben wird. Diese besagen, dass Hingabe und Treue als Ausdruck der Liebe gute Früchte bringen werden, und dass, wer in Schwierigkeiten durchhält, den Sieg davontragen wird. Was im Bereich des Sports als sonnenklar angesehen wird, gilt auch für jene, welche sich entschieden haben, den Weg der Liebe zu gehen und dabei Achtsamkeit und Anteilnahme zu leben. Dies ist der Heldenweg des bewussten Menschen, der zur Erkenntnis des Grösseren gelangt ist, und die Herausforderung angenommen hat, die Liebe in alle Bereiche des Lebens hineinzubringen.

Der Heldenweg – der Weg der Liebe

So folgt auch das Märchen “Frau Holle”, wie die meisten Überlieferungen, der Struktur des Heldenweges mit seinen fünf Phasen. Sie führen von der höchsten Erkenntnis (“Himmel”) bis hinab in die tiefsten und verborgensten Gefühle (“Unterwelt”).

Der Heldenweg der Frau – die Liebe bewahren

Der Heldenweg der Frau ist insofern besonderes, als die Herausforderung für die Frau eigentlich “nur” darin besteht, die Liebe, die sie von Anfang an im Herzen trägt, zu bewahren. Es ist dennoch nicht einfach, denn Enttäuschungen sind unvermeidbar, weil es in der Welt vielerorts an Liebe fehlt. Dies gilt insbesondere auch für die Beziehungen. Denn Tatsache ist, dass Männer wahre Liebe erst mit ihrer Seele gewinnen, indem sie ihre weiblichen Anteile (Anima) integrieren.

[S. Der Heldenweg der Frau und Die Frau – Körper/Seele/Geist.]

Der Heldenweg der Frau

Die Spur der Grossen Mutter im Märchen

Die Göttin in ihrem dritten Aspekt

Als grosse Mutter als Grossmutter (schwarz)

Frau Holle entspricht der grossen Mutter, der weiblichen Gottheit in ihrem dritten Aspekt (s. Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz).

Als Herrin der Unterwelt – das Leben in der Materie!

Als Herrin der Unterwelt steht sie für die Kraft in der Natur (Materie) und für das Schicksal. Damit unterstehen ihr die Naturgewalten, wie auch Leben und Tod sowie die Lebensumstände, die der Mensch als gegeben vorfindet. Seine Taten werden gesehen und beurteilt, und die Konsequenzen davon werden früher oder später sichtbar, entweder als leuchtendes Gold, Symbol für die Ewigkeit, oder als Pech, im Volksmund das Symbol für Unglück.

[S. Weibliche Ganzheit 3-in-1: Potenzial, Realität und Schicksal.]

Der Name “Holle” – von Huld zur Hölle?

Hell, heil, freundlich

Im Namen “Holle” klingt das germanische Wort “hell” oder englisch “whole” an. Das Wort steht mit Hel, Halia – Huld oder Heil in Verbindung. Auch seine Adjektive: heil, whole (englisch), hel (schwedisch für ganz) weisen auf den positiven Ursprung der Göttin hin, denn sie sind mit Licht (“hell” – Bewusstsein) und mit Ganzheit (Heil-heit), also Integrität assoziiert.

Von Frau Holle zur Hölle – Was ist geschehen?

Doch scheint der Name “Holle” auch mit der gegenteiligen Bedeutung in Verbindung zu stehen, nämlich mit dem deutschen Wort „Hölle“ (auf englisch “hell”, auf schwedisch “helvete”, von Hel, der Göttin der Unterwelt und viti für Strafe/Busse). Sodass sich unweigerlich die Frage stellt:

Wie kann das sein und was hat die Göttin der Liebe mit der “Hölle” zu tun?

Die Unterwelt als Ort der Besinnung

Ganzheit durch die Begegnung mit dem Schatten

Mit göttlichem Heldenmut vom Sterben des Egos zur Auferstehung

Tatsächlich hat die Göttin viel mit der Unterwelt zu tun. Diese galt jedoch in den frühen Überlieferungen als ein Ort der Besinnung, wo die göttlichen Helden auf ihrem Weg zur Unsterblichkeit ihren Schatten begegneten. So thematisiert schon die sumerische Überlieferung von Inanna den Weg der Göttin der Liebe vom Himmel herab bis in die Unterwelt mit Sterben und Auferstehung. Dabei symbolisiert die Unterwelt den Bereich des Verborgenen, des Unbewussten und der Lebenskraft in der Materie.

[S. Der weibliche Weg / der Weg der Frau in die Materie und Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!.]

Der negativen Animus als Schmerzkörper

Die Hölle als Ort der Feuerqualen und des Todes

Im Gegensatz zur heilsamen Auseinandersetzung mit dem, was bis anhin noch im Schatten verborgen lag (wie negative Gefühle und verdrängte Ängste), ist nun die Hölle zu einem Ort der feurigen Qualen geworden. Wie das?

Läuterung im Feuer

Der Prozess der Läuterung kann tatsächlich wie Feuer brennen, das Bewusstwerden von Leiden und Leidenschaft und dessen, was man im Rausch oder vor lauter Egoismus an Fülle und Gutem verpasst hat. So wird auch die letzte Phase auf dem Heldenweg, der Weg durch die Unterwelt als die Feuerprobe bezeichnet.

Das Ego, die Identität der Trennung und der Macht

Und so kommt es denn auch, dass der Mensch nichts mehr fürchtet als die Begegnung mit dem eigenen Schatten, der seinen eigenen Tod darstellt. Denn im Schatten herrscht das Ego, die Identität der Trennung. So ist letztlich der Tod auch nichts anderes als die Trennung von der Ganzheit und Einheit und damit auch vom Leben, das nicht sterben kann. Das Ego wird überwunden, indem der Mensch sich seinen Schatten stellt und diese integriert. Konkret bedeutet dies, dass er sich seinem verängstigten inneren Kind liebevoll zuwendet wie auch seinen gegengeschlechtlichen Anteile, wodurch er Zugang zu Geist erlangt.

[S. Integration der Schatten und Die Integration von Animus und Anima – Zugang zum Geist.]

Der Schatten: was im Reich der Toten begraben ist

Die Begegnung mit dem eigenen Schatten geht mit der Erkenntnis dessen einher, was man ein Leben lang an sich selbst nicht kannte oder gar ablehnte. Das Verhasste und Verdrängte in sich selbst zu erkennen, ist eine existenzielle Erfahrung, die als Leiden oder Leidenschaft und feurige Qualen wahrgenommen wird. Darum sprechen die Überlieferungen in diesem Zusammenhang vom Weg des Helden durch die Unterwelt oder durch das Reich der Toten.

Auferstehung der Liebe und Ganzheit durch Versöhnung

Doch wer diesen Weg gemacht hat, ist innerlich und somit auch äusserlich vollkommen versöhnt. Denn wo die Angst und die Trennung aufgehoben sind, ist Ganzheit erreicht. Die Persönlichkeit ist nun vollkommen integer und darum auch nicht angreifbar, weil sie im eigenen Leben erfahren hat, dass der Tod nicht das letzte Wort ist, sondern dass die Liebe stärker ist und alles überwindet.

[S. Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu Ganzheit.]

Das Verschwinden der Göttin

Mit der Errichtung des Patriarchats verschwand die Göttin, die grosse Mutter mit ihrer Strenge und Gerechtigkeit immer mehr aus den Überlieferungen und aus der Existenz. Weshalb?

Totenkult und Angst vor der Hölle

Manipulation durch die Machthaber

Als Erstes gilt es zu sagen, dass die Mächtigen nicht an ganzen, integren Menschen interessiert sind, denn diese lassen sich schlecht manipulieren. Wer sich hingegen fürchtet, knickt schnell ein. Die grösste Angst ist denn auch die Angst vor dem Tod. 

Um die Menschen stärker manipulieren zu können, wurde die heilsame Botschaft von der Integration der Schatten in einen Totenkult umgewandelt. Das ewige Leben war – wenn überhaupt – nur jenen vorbehalten, die sich schon in ihrer Existenz mit göttlichem Status geschmückt hatten.

Herrschaft über das Reich der Toten

Die grosse Göttin, Herrin über Leben und Tod, wurde verteufelt oder zum Monstrum erklärt. Zudem wurden, an Stelle der grossen Mutter, nun männliche Figuren als Herrscher über das Totenreich eingesetzt.
Diesem Prinzip folgend wurden Frauen und überhaupt alles Weibliche verteufelt, verunglimpft, unterworfen und ausgebeutet. Auf diese Weise bemächtigte sich die herrschende männliche Elite der weiblichen Stärken, nämlich des Lebens und der Liebe.

Die Auflehnung gegen das Schicksal

Angst vor Strafe

Ein zweiter Grund, weshalb die Göttin verbannt wurde, ist das Unbehagen der Mächtigen bei der Vorstellung, dass da eine Instanz ihre Taten beurteilen könnte und dass sie allenfalls sogar selbst die Konsequenzen ihres unrechten Handelns zu tragen hätten.

Als Opfer oder Täter im Griff des Egos

Dies gründet in der “normalen” Haltung des Menschen, der sich (im Griff des Egos) als getrennt erlebt: Er tendiert dazu, sich gegen seine Lebensumstände aufzulehnen, die er als “ungerecht” empfindet, weil er selten den ganzen Bogen sehen kann. Die Auflehnung ist bereits Negativität, welche entweder zu einer anklagenden Opferhaltung oder zu Täterschaft führt. Beide wurzeln im kleinen Ego, das Ohnmacht, Zorn und ein Gefühl, zu kurz gekommen zu sein, empfindet. 

[S. Das Ego, die Identität der Trennung.]

Inanna in der Unterwelt (Ereshkigal)

Die zornige Herrscherin der Unterwelt (Inanna, Episode 13)

Babylon und die Verteufelung der Göttin

Von Babylon bis Rom, die Macht und die Unterdrückung des Weiblichen 

Während die sumerische Überlieferung die Göttin der Unterwelt noch differenziert darstellt, beginnt in Babylon mit dem Gilgamesh-Epos die Auflehnung gegen die grosse Muttergottheit. Dies ist kein Wunder, denn Gilgamesh war in seiner Jugend ein despotischer Herrscher – der dafür aber von den Göttern, allen voran von der Göttin der Liebe, bestraft wurde.
Seitdem wurde starke Weiblichkeit zunehmend verteufelt, und überhaupt war der Beginn der Unterdrückung und Ausbeutung des Weiblichen in Babylon. Doch dieser Geist lebt gemäss der Offenbarung der Bibel im römischen Reich (und seinen vielseitigen Ausprägungen der Machtstrukturen bis hinein in die Kirche) weiter (s. Off 17,5 – 9 im Bibelserver).

Zum grossen Weiblichen gehören: die Erde, das Land, das Volk und die Frauen

Lebendige, empfangende und Realität gestaltende Materie

  • Die Frau, alle Frauen: Sie können Samen aufnehmen und neues Leben gebären.
  • Der menschliche Körper: Er nimmt Impulse des Bewusstseins („männlich“) auf und setzt sie in Worte, Taten und neue Realität um.
  • Das Kollektiv (Gruppe, Volk, die ganze Menschheit): Es reagiert auf Impulse (zum Beispiel in Form von Informationen wie Nachrichten) mit Stimmungen und Handlungen. Es nimmt auch die Instruktionen des Herrschers auf und gestaltet diesem entsprechend neue Realität (führt Weisungen aus, wie zum Beispiel den Bau von Strassen).
  • Die Erde: Sie kann Samen aufnehmen und Wachstum ermöglichen. Zudem reagiert sie ebenfalls auf unterschiedlichste Impulse, zum Beispiel aus dem Kosmos (wie Sonnenaktivität) oder auf menschliches Verhalten zum Beispiel mit Klimaerwärmung. (Dabei bedeutet der «Kosmos» in den Überlieferungen mehr als das Universum, er wird in seiner Kraft dem Element des Feuers zugeschrieben und hat darum eine göttlich-geistige und initiierende Qualität, s. Die Dynamik der Elemente.)
  • Die ganze Schöpfung: Sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben und damit in der „Unterwelt“ (s. Das Grosse Weibliche in der Unterwelt).

Gott, weiblich, 3-in-1 und die Erschaffung neuer Realität

Die weibliche Essenz in ihrer Vollkommenheit ist lebendige, Realität gebärende und wunderwirkende Kraft, welche den schöpferischen Impuls (Samen, «männlich») in Realität umsetzt. Sie gehört per Definition zum Unbewussten (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste).

[S. Männlich und weiblich – die beiden Ur-Kräfte der SchöpfungMännlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität und Weibliche Ganzheit 3-in-1: Potenzial, Realität und Schicksal.]

Gilgameshs Beschimpfung der Göttin als Hure

Im babylonischen Gilgamesh-Epos wurden erstmals die meisten Frauenfiguren eliminiert. So blieben nur gerade zwei übrig: Die erste, seine Gattin als Göttin der Liebe, wurde von Gilgamesh als Hure beschimpft, und die zweite, die Schenkin Siduri, stellt den Archetyp der Göttin des Weinstocks und damit seine Seele (Anima) dar.
Alle anderen weiblichen Protagonistinnen sind höchstens noch an den kodierten Namen und ihrer symbolischen Bedeutung zu erkennen und treten äusserlich gesehen als Männer oder Monster in Aktion. (So zum Beispiel in Episode 4, Gilgamesh und Chumbaba – die Königin von Saba, als Fährmann über die Wasser des Todes oder als rasender Himmelsstier)

[S. Das Grosse Weibliche in der Unterwelt und Einführung ins babylonische Gilgamesh-Epos]

Die Angst des Mannes vor dem rasenden Zorn der Göttin

Gerechtigkeitshalber kann man sagen, dass die Angst des Mannes vor dem rasenden Zorn seiner Göttin nicht ganz unbegründet ist. Denn diese kann in der roten Phase sehr ungemütlich werden (nämlich solange sie ihre männlichen Anteile nicht integriert hat). 

[S. Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz und Die Integration des Animus.]

Die westliche Kultur hat eben erst begonnen, sich aus solchen Denkmustern zu befreien. Ein Beispiel dafür sind die Maleficent-Filme von Disney. 

[S. Maleficent, die dunkle Fee als Schicksalsgöttin.]

Maleficent und die Mächte der Finsternis

Die Kraft der grossen Mutter

Power: Naturgewalten und Schicksalskraft

Schöpferkraft durch die Integration der männlichen Anteile

So hat die Grosse Mutter, wie im Märchen Frau Holle anschaulich zum Ausdruck kommt, göttlich-schöpferische Kraft. Sie hat diese Power, weil sie mit ihrem “Sohn” die männlichen Anteile und damit phallische Schöpferkraft integriert hat! Logischerweise wird sie von unreifen Männern gefürchtet.
Doch als die Lebenskraft schlechthin symbolisiert die Grosse Mutter noch viel mehr, nämlich auch die Naturgewalten und das Schicksal, das gerecht ist.

[S. Heilung: Was ans Licht kommt, wird selbst licht.]

Das Wissen um eine höhere Gerechtigkeit ist wahrhaft erlösend, wenn man es schafft, über seinen eigenen beschränkten Horizont hinauszudenken, einen grösseren Bogen zu sehen und damit die eigene tiefe Geborgenheit im Ganzen anzuerkennen.  

Gold für Ganzheit in Ewigkeit

Geborgenheit und Fülle

Haben also die Heldin und der Held sich in Herausforderungen und Schwierigkeiten des Lebens mit Durchhaltevermögen und Liebe bewährt, so werden sie im Herbst ihres Lebens Früchte ernten und goldene Fülle erfahren.

Dies hat Auswirkungen auf die Heilung der ganzen Welt. So heisst es auch in einem indianischen Sprichwort:

Wenn die Grossmütter zu sprechen beginnen, wird die Welt heilen.

Goldregen

Erwähnte Beiträge

Überlieferungen:

Inanna – starke selbstbestimmte Weiblichkeit in Sumer
Der sumerische Schöpfungsbericht
Die sumerische Mythologie von Inanna, der Göttin der Liebe
Inanna und Lilith (als Schwestern) – der Weltenbaum im Griff der Macht (2)
Inannas Abstieg in die Unterwelt: die sieben Tore (Episode 12)
Inanna und die Herrscherin der Unterwelt (13)
Die Herrin der Unterwelt

Einführung ins babylonische Gilgamesh-Epos
Gilgamesh und Chumbaba – die Königin von Saba (Episode 4)
Gilgamesh und der Himmelsstier
Die Schenkin Siduri   
Die Wasser des Todes   

Marduk ­– Die Erschaffung der Welt aus der ermordeten Mutter
Maleficent, die dunkle Fee, als Schicksalsgöttin

Archetypen:

Die böse Stiefmutter als die “Frau Welt”
Die Herrin der Unterwelt
Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der Unterwelt 

Die Anima (innere Frau) des Mannes

Die Integration von Animus und Anima – Zugang zum Geist
Die Integration der weiblichen Anteile (Anima) – die Seele und das Leben
Die Integration des Animus, Kraft in der Materie

Weiterführende Texte:

Weibliche Ganzheit 3-in-1
Die Frau – Körper/Seele/Geist
Der weibliche Weg / der Weg der Frau in die Materie 
Das Grosse Weibliche in der Unterwelt 
Weisse Magie

Der Heldenweg
Die Feuerprobe (5. und letzte Phase des Heldenweges)
Der Heldenweg der Frau
Heilung: Was ans Licht kommt, wird selbst licht
Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!


Kommentare

  1. Frau Holle

    Gold behält ewig seinen Wert.
    Wenn es 100.000 Jahre alt ist, kannst du heute damit einkaufen gehen.

    Gold – ein Symbol – für die Ewigkeit.

    Goldspur, gut, eine goldene Idee.

    Gedanken bestehen nicht aus Gold, können aber Gold wert sein.

    Anne ist ein Goldschatz.

    Gibt es Reinkarnationen?
    Ja, es sei denn jemand findet im Universum den Notausgang.

    Flotter Spruch: Halt die Welt an, ich will aussteigen.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Top

Newsletter Abonnieren

We respect your email privacy

Newsletter abonnieren

You have successfully subscribed to the newsletter

There was an error while trying to send your request. Please try again.

Goldspur will use the information you provide on this form to be in touch with you and to provide updates and marketing.