Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die Überlieferungen von Inanna – Zusammenfassung

Inanna Göttin der Liebe

By on 16. April 2020

Königspaar mit der Krone der Erde

Göttin Inanna und ihr Heldenkönig
(Königspaar, bearbeitet. Original s. Stele von Ur-Nammu.)

Die Überlieferungen von Inanna – Zusammenfassung

Geduld

Die ausführliche Deutung der Überlieferungen von Inanna wird noch etwas warten müssen.
Zurzeit ist die Homepage im Aufbau. Viele Grundlagen werden anhand von einfacheren Erzählungen wie der Märchen erarbeitet, welche aber um dieselben Themen kreisen. Ein Blick in die bereits aufgeschalteten Märchen mit ihren Deutungen kann darum als Vorbereitung für die spätere Bearbeitung der komplexeren Mythen dienen.

Ich freue mich über jedes Interesse an diesen Themen und dieser Homepage.

Der Baum der Göttin im Garten in Eden und Gilgamesh

Eine junge Frau spaziert entlang des Ufers des Euphrats. Da entdeckt sie ein junges Bäumchen, das entwurzelt im Fluss dahintreibt.

Pflanzung des Baumes in Inannas Garten

Sie holt das Bäumchen aus dem Fluss und bringt es in ihren Garten in Eden. Nun erfährt man auch den Namen der Frau: Inanna (= Die Göttin, die vom Himmel hinabsteigt).
Inanna pflanzt das Bäumchen in ihrem Garten. Sie hat damit einen grossen Plan: Wenn daraus ein grosser Baum geworden ist, will sie sein Holz für einen glänzenden Thron und für ihr Bett verwenden. Viel Zeit vergeht, fünf Jahre, zehn Jahre… Probleme tauchen auf:

Der Baum – von fremden Wesen besetzt!

Die Schlange, der Löwenadler (das Wappentier der sumerischen Könige) und Lilith, die dunkle Jungfrau, haben den Baum besetzt!

Wer kann helfen? Gilgamesh!

Inanna weint, denn die Wesen wollen den Baum nicht verlassen. Sie sucht Hilfe und findet sie zuletzt bei Gilgamesh. Der grossartige Held betritt in seiner Rüstung, die über 200 Kilo wiegt, und mit seiner Bronzeaxt, die ca. 30 Kilo wiegt, den Garten der Göttin. Kurzerhand fällt er den Baum und schlägt der Schlange den Kopf ab. Der Löwenadler fliegt mit seinen Jungen in die Berge und Lilith flüchtet an öde Orte.

Der König der Göttin

Inanna bekommt ihren Thron und ihr Bett aus dem Stamm des Baumes und Gilgamesh bekommt Pukku und Mikku (Stab und Ring) aus den Ästen und Zweigen, als Zeichen dafür, dass er ihr auserwählter König ist.
Doch er scheint es nicht bei diesem einem Abenteuer belassen zu wollen, sondern bringt durch missbräuchliche Handhabung von «Pukku» viel Leid über die Jungfrauen und Mütter von Uruk.

Die ME, die Kräfte der Weisheit und die Hochzeit

Der Rausch des Vaters

Die nächste Episode beginnt damit, dass die junge Göttin ihre wunderwirkende Vulva bejubelt und sich daraufhin auf den Weg nach Eridu macht. Sie möchte nämlich ein Gebet an den Vater, den Gott der Weisheit, richten. ER, EnKi, der Gott der Erde, sieht ihr Kommen voraus und gebietet seinem Sukkal Isimud, Inanna fürstlich zu empfangen und zu bewirten. Inanna und EnKi trinken zusammen ­– viel Bier und immer mehr Bier. Im Rausch spricht EnKi Inanna sämtliche 77 ME, sämtliche Kräfte der Weisheit, zu.

Die Kräfte der Weisheit im Himmelsboot

Schnell packt Inanna diese in ihr «Himmelsboot» und stösst vom Kai ab. (Das Himmelsboot ist die Mondsichel beim zunehmenden Mond und symbolisiert den jungfräulichen Aspekt der Göttin). Kaum ist EnKi wieder etwas ausgenüchtert, stellt er entsetzt das Verschwinden der ME fest. Isimud muss ihm erklären, was geschehen ist: «Mein Vater hat sie alle seiner Tochter Inanna gegeben!».

Kampf um die Me

EnKi schickt nun Isimud hinter Inanna her. Er soll mit Hilfe der Enkum-Monster die ME zurückholen. Das Boot wird angegriffen. Doch Inanna setzt sich zur Wehr und ruft ihrerseits ihren Sukkal, Ninshubur, die starke Kriegerin, die einst die Königin des Ostens war, zur Hilfe. Ninshubur verteidigt das Boot erfolgreich und die Monster werden nach Eridu zurückgeschleudert.

Die Königin des Ostens rettet das Himmelsboot

Auf Rat von Ninshubur lässt nun Inanna, welche die Stadtgottheit von Uruk ist, die Strassen der Stadt überfluten und segelt mit dem Himmelsboot bis vor ihr Heiligtum. Hier werden nun die Kräfte der Weisheit ausgeladen und unter feierlichem Triumph dem ganzen Volk präsentiert. Auch EnKi kommt zu den Feierlichkeiten. Er beglückwünscht die junge Göttin zu ihrem Sieg und entscheidet, dass die ME nun in Uruk bleiben dürfen.

Der Auserwählte der Göttin: der Ackerbauer oder der Hirte?

Der Hirte

Nun ist für Inanna die Zeit gekommen zu heiraten. Und so werben zwei unterschiedliche Männer um ihre Gunst: der Hirte und der Ackerbauer.
Inanna befolgt den Rat ihres Bruders Utu, des Sonnengottes und entscheidet sich für den Hirten, Dumuzi. Als ihr auserwählter Heldenkönig ist er auch der Gott der Wachstumskraft des Getreides. Er ist Enkis «Sohn», sein «Sohn des Lebens» (sumerisch ZI = Leben; DU/DUM = Sohn. «Enkidu» ebenfalls «Sohn Enkis», spielt dann später im Gilgamesh Epos eine Rolle).

Der Weg durch die Unterwelt

«Inanna öffnete ihr Ohr für das Grosse Unten»

Inanna ist inzwischen Mutter von zwei erwachsenen Kindern. Sie ist eine Göttin und eine Heldin, denn sie macht sich aus freien Stücken auf den Weg in die Unterwelt – in das Reich der Schatten und des Todes. Der «offizielle Grund» dafür ist ihre Teilnahme an Feierlichkeiten zur Beerdigung des Gattens der Göttin der Unterwelt.  Er hiess Gugalanna und trug auch den Namen «Stier des Himmels» (wohl von sumerisch Gu-Gal-An-Na, das heisst Erde – Unterwelt – von Oben – hinab; s. Notizen zur sumerischen Sprache). 

Sieben Tore zur Unterwelt

Um in die Unterwelt zu gelangen, muss sie aber bei jedem der sieben Tore eines ihrer göttlichen und königlichen Attribute abgeben.

Die Herrscherin der Unterwelt

Zuletzt steht sie nackt und tief gebeugt vor EreshKiGal, der Herrscherin der Unterwelt. Sie wird beschuldigt und stirbt durch das «Auge des Todes». Zuletzt wird ihr Leichnahm an einen Haken an der Wand gehängt.

Wer kann helfen?

Doch Inanna wäre keine Göttin, wenn sie nicht vorgesorgt hätte. Sie hat ihre Gefährtin Ninshubur angewiesen, Hilfe zu holen, für den Fall, dass sie am dritten Tag nicht zurückkehren würde. Ninshubur macht sich also auf. Die Götter Nanna (der Mondgott), und EnLil (der Gott der Luft) weisen sie jedoch ab und sagen: «Aus der Unterwelt kehrt niemand wieder!».

Enki, der Vater und Gott der Weisheit

Doch Enki, der Vater, wird von Trauer um Inanna ergriffen. Er weiss, dass die Herrscherin der Unterwelt in den Wehen liegt, wie eine Gebärende. Aus dem Schmutz unter seinen Fingernägeln erschafft er zwei kleine Wesen, klein genug, um durch die Tore der Unterwelt zu schlüpfen. Sie beklagen gemeinsam mit EreshKiGal deren Not und Schmerzen und gewinnen so ihre Gunst. Indem sie Enkis Weisung folgen, bitten sie um Inannas Leichnam und besprengen diesen mit Brot und Wasser des Lebens. 

Auferstehung 

Inanna steht wieder auf.

Auseinandersetzung mit dem Götter-Gatten, dem Hirten

Aber die Richter der Unterwelt verlangen, dass Inanna einen Ersatz für sich finde, denn: «Niemand kehrt aus der Unterwelt wieder nach oben zurück.» Die Galla, die Dämonen der Unterwelt, heften sich zu diesem Zweck an Inannas Seite.  

Die Galla, Dämonen der Unterwelt

In der Kraft der Herrscherin der Unterwelt kehrt Inanna wieder an die Oberfläche zurück, dicht gefolgt von den Galla. Zuerst treffen sie auf Ninshubur, die noch immer aus Trauer um Inanna in Sack und Asche gehüllt ist und sich Inanna vor die Füsse wirft. Die Galla wollen über sie herfallen, aber Inanna wehrt ab: «Nein! Sie hat mich gerettet!». Dasselbe gilt für die beiden Kinder «Lulal» (von akkadisch Lugal = König? Er ist ihr Kriegsheld) und Shara (= Sarah? frisiert sie immer wunderschön). Auch ihre Kinder haben Zeichen tiefer Trauer gezeigt und Inanna setzt sich für ihr Leben ein.

Augen des Todes

Da sagen die Galla zu Inanna: «Wir gehen noch mit dir zum grossen Baum». Dort, unter dem Baum, sitzt Dumuzi, der Hirte auf dem Thron, fürstlich gekleidet in den prächtigen Gewändern der ME und erhebt sich nicht. Da richtet Inanna das Auge des Todes auf ihn und die Galla fallen über ihn her und dreschen auf ihn ein.

Flucht in die Wüste 

Dumuzi flieht. Er fleht den Sonnengott, Utu, Inannas Bruder, um Hilfe an. Utu möge ihn in eine Schlange verwandeln. Sein Gebet wird erhört. Dumuzi kann entkommen. Doch die Galla sind ihm auf den Fersen. Immer wieder entkommt Dumuzi, immer wieder finden ihn die Galla. Zuletzt finden sie ihn in der Schafhürde (das Gehege der Schafe) seiner kleinen Schwester, Geshtinanna, der Göttin des Weinstocks. Nun gibt es kein Entrinnen mehr. Die Galla ergreifen Dumuzi. Dumuzi ist verschwunden. Der Hirte ist nicht mehr.

Trauer und Versöhnung

Doch die Göttin des Weinstocks trauert um ihn. Als Inanna ihre Trauer sieht, wird ihr Herz weich. Gemeinsam suchen sie Dumuzi und finden ihn weinend in den Gräben von Arali.
Geshtinanna bittet Inanna, das Schicksal ihres Bruders mit ihm teilen zu dürfen. Inanna willigt ein. Dumuzi wird im Herbst für ein halbes Jahr in die Unterwelt gehen und Geshtinanna im Frühling.

Inanna preist EreshKiGal, ihre Grossmutter und Grosse Mutter, die Herrscherin der Unterwelt.

Sumer und Babylon; Königspaar mit Zweig

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