Hilma af Klint, “Gollum”
(Serie Parcifal, Gruppe 1, Nr. 3, Oktober 1916. Aquarell auf Papier, 25 x 26, von Hilma af Klint)
Hilma af Klint hat ausgemergelte, Blut und damit Leben konsumierende Gestalt dargestellt, Sinnbild für den süchtigen Menschen – “Gollum”.
Die Sucht nach Leben
Das Gemälde von Hilma af Klint zeigt eine nackte, dürre Figur, die ein Ei aussaugt. Die Bedeutung des Eis als Ursprung von Leben wird noch durch das Blut, das angetönt ist, zusätzlich hervorgehoben.
Gollum – der süchtige Mensch
Besessen von “Ring der Macht”
“Gollum” heisst eine überaus zwiespältige Figur im Filmepos “Der Herr der Ringe” nach der Trilogie von H.R. Tolkien (s. Der Ring der Macht und der dunkle Herrscher). Er ist völlig besessen von dem einen Ring der Macht, den er seinen “Schatz” nennt. Der Ring steht im weiteren Sinn für Macht und im engeren Sinn für Geschlechtsverkehr (Eingehen in die lebendige Materie zwecks Erschaffung der neuen Realität, s. Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität; Ring und Stab als Zeichen der Königsherrschaft und Die Insignien der Macht).
Der abhängige Mensch in der Darstellung von Hilma af Klint
Lebenskraft (Blut) saugen
Dieses Bild von Hilma af Klint wurde als Darstellung für den abhängigen Menschen ausgewählt, der kein eigenes Leben in sich hat. Darum ist er darauf angewiesen, Lebenskraft (Blut) zu «saugen». Die Abhängigkeit ist durch die nackte, hagere Gestalt unterstrichen. Sie ist nackt, wie ein Säugling, aber in einem erwachsenen Körper.
Das Ei für die vier Energien der Schöpfung
Das Ei stellt eine mütterliche-Urform dar, die vier Unterteilungen im Ei symbolisieren zusammen die Ganzheit der vier Elemente als die schöpferischen Urenergien.
[S. Die vier Elemente, ihre Bedeutung und ihr Geheimnis.]