Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die sumerische Sprache und ihre Entwicklung

By on 16. April 2020

Sumerischer Text

Sumerische Sprache in Schriftzeichen auf 4000 Jahre alten Tontafeln: Aus der Episode „Der Vater gibt Inanna die Kräfte der Weisheit“, in WOLKSTEIN, DIANE / KRAMER SAMUEL NOAH. Inanna, Queen of Heaven and Earth. Her Stories and Hymns from Sumer. New York 1983, S. 16

Die sumerische Sprache und ihre Entwicklung

Die sumerische Sprache – Gedanken und Hypothesen

Die folgenden Ausführungen enthalten Gedanken und Hypothesen im Zusammenhang mit der sumerischen Sprache, welche sich durch die Beschäftigung und Deutungen der sumerischen und babylonischen Quellen ergeben haben. (S. auch Wikipedia-Artikel zur sumerischen Sprache.)

Geschichtliche Hintergründe

Sumerische Sprache – mündliche Überlieferungen

Die sumerische Kultur war die erste menschliche Hochkultur. Sie geht zurück bins ins 6. Jahrtausend vor Christus. Ihre Mythen wurden mündlich überliefert. Erste Ansätze für eine Schrift gehen auf 3000 v. Chr. zurück. Die sumerische Sprache war aber zur Zeit Babylons, als die Mythen Sumers erstamals niedergeschrieben wurden, bereits eine alte Sprache, die schon lange nicht mehr gesprochen wurde.

Die sumerischen Mythen lebten aber in den nachfolgenden Kulturen von Akkad und Babylon weiter. Sie wurden weiterentwickelt und passten sich sprachlich und inhaltlich den neuen Kulturen an.

Akkad: Vermischung der sumerischen Sprache mit semitischen um 2300 v. Chr.

Um 2300 v.Chr., mit demÜbergang in die akkadische Kultur, wurde die Schrift vermeht benutzt und für  organisatorische Zwecke eingesetzt. Die sumerische Sprache begann bereits zu verschwinden, weil sie sich mit der Sprache der semitischen Einwanderer aus den nomadisierenden Nachbarvölkern vermischte.

Babylon: Niederschrift der sumerischen Mythen auf Tontafeln um 1750 v. Chr.

Die weit über 1000 Jahre alten sumerischen Überlieferungen wurden um 1750 v. Chr. vom babylonischen Herrscher Hamurabi in auf Tontafeln niedergeschrieben. Dabei ist anzunehmen, dass sehr wohl auch akkadisch-babylonisches Gedankengut einfloss (zum Beispiel gehörte wohl der Name «Gilgamesh» nicht zur sumerischen Mythologie).

Weitere Veränderungen der Überlieferungen in späteren Kulturen

Die folgenden Kuluren übernahmen die alten Überlieferungen und gestaleten um. Mit der Bedeutung und Aussprache veränderten sich auch die Namen derselben Gottheiten im Lauf der Jahrhunderte: So stellte zum Beispiel NinShuBur in der sumerischen Mythologie die Königin der Erde dar. In Babylon wurde die Mutter-Gottheit unter dem Namen NiSaba verehrt. Nisaba ist möglicherweise als Königin von Saba in die Bibel eingegangen.

Aufbau der sumerischen Sprache und der Schrift

Zeichen für Wörter oder Silben

Die sumerische Schrift, die ab 3200 v. Chr. nachgewiesen werden kann, ist etwa so alte wie die ägyptischen Hieroglyphen. Den einzelnen Schriftzeichen Zeichen konnten am Anfang oft noch eine eigene, spezifische Bedeutung zuordnet werden. Später wurden sie immer mehr mit Silben oder einzelnen Lauten assoziiert (wie im Chinesischen).

  • So ist EnLil der Gott der Luft (sumerisch En=Gott; Lil = Luft)
  • En-Ki ist der Gott der Erde (Ki = Erde)
  • Gal ist die Silbe für die Unterwelt

Die Herrscherin EreshKiGal ist damit die Herrscherin über das Land/Reich (Eresh) unter (Gal) unter der Erde (Ki).

Die sumerische Sprache – eine Tonsprache?

Die sumerische Sprache war wohl eine Tonsprache, in welcher die Konsonanten nicht stark ausgesprochen werden, ähnlich den fernöstlichen Sprachen, zum Beispiel im Chinesischen, in welchem L und R auswechselbar/vernachlässigbar sind

Hotu

Interessanterweise findet der Name des sumerischen Sonnengottes, UTU (eine Christusgestalt) seine Entsprechung im chinesischen Zeichen für das Yin und Yang der Welt, welches eine sehr ähnlich klingende Bezeichnung hat: HOTU (dazu s. Einheit in der Dualität).

Konsonanten nebensächlich oder gar austauschbar

Interessante Deutungsmöglichkeiten

Tatsächlich ergeben sich aus dieser Vermutung interessante Deutungsmglichkeiten, die natürlich auf der Ebene der Hypothesn bleiben.
Wenn man davon ausgeht, dass es nicht so wichtig war, ob die Konsonanten hart oder weich ausgesprochen wurden, ob sie vorne im Mund geformt wurden (B,P) oder hinten im Rachen (G, K), d
ann beinhalten viele Namen symbolische Aussagen, welche erstaunlich gut zu den mythologischen Inhalten passen und deren symbolische Deutung bestätigen. Beispiele:

Konsonanten B – G austauschbar

GilGaMesh, der Held der stirbt und wieder aufsteht. Der Name wird auch mit BILGAMESH übersetzt. B und G scheinen auswechselbar zu sein. (Tolkien war ein Professor für alte Sprachen. Seine Figur „BILBO“ aus der Trilogie der Herr der Ringe ist offenbar in Anlehnung an das Gilgamesh-Epos entstanden.)
Zu den Silben des Namens Gilagamesh im Einzelnen:

  • BI/GI/KI = Erde
  • GA(L) = Unterwelt
  • MESH/MASH = ? In Umkehrung von «Shah» für herrschen = also dienen???

Dazu auch der babylonische Gott «Shamash» – SHA-M-ASH, als der Trieb und der Sonnengott (zur Umkehrung der Silben gleich anschliessend). Zusammenfassend würde Gigamesh also für den Herrscher stehen, der von der Erde KI, auf dem Weg durch die Unterwelt, GAL lernte zu dienen MESH/MASH. Dies passt zur Deutung des Gilgamesh-Epos (s. auch unten Shamash als Animus).

Weiche und harte Laute: G/B – K/P austauschbar?

Zum Beispiel: Kur – Gu(r) – Gu –  (für „Land)

NinShuBUrAls Königin der Erde trägt NinShuBur die Krone der Erde, die ShuGur-ra. Zu den einzelnen Silben und ihrer Bedeutung:

  • NIN = für Göttin
  • SHU/SHA (?) für Herrscherin/Königin;
  • BU(R)/GU(R)/KUR für das Land, die Erde, vielleicht auch für das Land UR?)
  • RA: Der Sonnengott?

L und R auswechselbar/vernachlässigbar?

Die Göttin der Liebe wurde durch den Vater aufgeweckt, indem er zwei winzige Wesen in die Unterwelt sandte: KURGARRA und GALATUR

  • KUR = Erde
  • GAL =Unterwelt (die GALLA sind die Geschöpfe der Unterwelt)

Dann wäre:

  • Kurgarra = Kur – Galla (von der Erde in die Unterwelt, Sterben)
  • Galatur = Galla – Kur (von der Unterwelt zurück auf die Erde, Auferstehung)

Kurgara und Galatur stehen tatsächlich mit dem Weg von der Erde (KUR) hinab in die Unterwelt (GAL) und wieder hinauf in Zusammenhang. In der sumerischen Überlieferung brachten die beiden Wesen das Wasser und das Brot des Lebens mit sich, welches zur Auferstehung führte.
Es handelt sich dabei um das Motiv des Sterbens und der Auferstehung.

Spiel mit Silben und ihrer Bedeutung durch Umkehrungen

Offenbar wurde auch mit der Silben der sumerischen Sprache und ihrer Bedeutung gespielt. So ergab sich durch die Umkehrung einer Silbe die umgekehrte Bedeutung des Wortes.

AN – NA, die Silbe für das grosse Oben (Geist)

  • Inanna – der Name kommt wahrscheinlich von Nin-AnNa (sumerisch Nin bedeutet „Göttin“. An bedeutet Himmel oder „Oben“.
  • AnNa: von oben hinab

Der Name ANNA hat noch heute die Bedeutung «Mutter». AnZu ist die sumerische Bezeichnung für den Himmel, das Grosse Oben. Die junge Frau als „Göttin der Liebe“ beginnt als «Jungfrau im Himmel“ AN. Ihr Weg führt „hinunter“ in den Bereich des Körpers (Leben schenken) und in die Materie NA; dazu s. Der Weg der Frau.)

AB – BA,  die Silbe AB für das grosse Unten (Materie)

  • ABBA – Entsprechendes lässt sich auf den aramäischen Namen des Vaters anwenden
  • AbBa: von unten hinauf

ABBA ist das aramäische Wort für „Vater“. AbZu ist die sumerische Bezeichnung für das Grosse Unten; das Leben in der Materie. Der Mann beginnt im Bereich des Körpers und der Materie „unten“, AB und führt in den Bereich des Geistes und zur Liebe (zum „Vater“, dem allumfassenden Bewusstsein Ab-BA), welche sich wiederum – aus Liebe – in der Materie hingibt; dazu s. s. Der Weg des Mannes.)

Die beiden Silben sind in den deutschen Wörtern hinAN und hinAB enthalten.

DUMUZI – ISIMUD, der Sohn 

DUMUZI ist in der sumerischen Überlieferung der Gatte von Inanna, der Göttin der Liebe. Der Name kann sich in diese Silben zerlegen lassen:

  • DU/DUM = Sohn
  • ZI = Leben

DUMUZI bedeutet also «Sohn des Lebens«. Als solcher ist er der «gute Sohn» des Vaters und Gottes der Weiheit (EnKi), weil der sein Leben hingibt und seine Geliebte Inanna heiratet. 

ISIMUD steht hingegen im Zusammenhang mit dem Verlust der Kräfte der Weisheit des Vaters und der «Unschuld» der jungen Göttin:

  • IS/IZ in Umkehrung von ZI (Leben) = Tod
  • MUD in Umkehrung von DUM = «nicht Sohn» oder «schlechter Sohn»

Der «schlechte» Sohn des Vaters ist derjenige, der die junge Göttin entjungfert und sich dann aus dem Staub machen will. Er ist der «Sohn des Todes«.

SHA – M – ASH, der Animus, Antrieb in der Materie

Im babylonischen Gilgamesh-Epos tritt «Shamash»  zuerst als wilde, triebhafte Kraft und «Himmelsstier» auf, später erscheint er als Erlöserkraft, welche Gilgamesh sicher über die Wasser des Todes bringen kann.
Die Spiegelung der Silben SHA-M-ASH kann als Umkehrung oder «Bekehrung» gedeutet werden. Die Silbe Sha (Shu / Sa, s.o. bei NinShuBur – NiSaBa) steht häufig im Zusammenhang mit Herrschaft.

  • SHA = Herrschaft

Das Gegenteil davon wäre Dienst oder Hingabe. Tatächlich lebt Gilgamesh als Modell  für den Menschen zuerst seine Triebe (Macht) aus, lernt aber dann im Verlauf seines Lebens den besseren Weg der Hingabe (Antrieb aus Liebe («Christus«).

[S. Dazu die sumerische Überlieferungen: Inanna und die Kräfte der Weisheit]

Weitere Beispiele finden sich in der Auseinandersetzung mit den Mythologien.


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