Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Dornröschen/Maleficent – vom Fluch zur Ganzheit (Einführung)

Die 13. Fee in Dornröschen

By on 21. Mai 2021

Die 13. Fee in Dornröschen

Dornröschen oder die erstarrte Frau

Wer kennt es nicht dieses Märchen?

Hier wird nun die Kurzfassung des Märchens erzählt.
Die unterstrichenen Wörter werden im Anschluss erklärt, gedeutet und kommentiert.

 

Dornröschen – kurzer Inhalt des Märchens

Ein Fest zur Taufe

Dem stolzen König und der glücklichen Königin wurde ein Kind, eine Prinzessin geboren. Im Schloss gab es nur zwölf goldene Teller, darum wurden zur Taufe nur zwölf Feen eingeladen, die ihren Segen über dem Kind aussprechen sollten. Doch es existierte noch eine dreizehnte Fee. Sie wurde sehr zornig darüber, dass sie nicht zum Fest geladen war.

Segen und Fluch

Das Fest nahm seinen Lauf und elf der Feen brachten dem Mädchen ihre Segenswünsche. Doch da platzte unverhofft die dreizehnte Fee herein und sprach über dem Mädchen einen Fluch aus. Es würde sich an seinem 16. Geburtstag an einer Spindel stechen und sterben.
Zum Glück hatte die zwölfte Fee ihren Segen noch nicht gesprochen. So war es ihr möglich, den Todesfluch zu mildern und umzuwandeln: Die Schöne würde nicht sterben, sondern nur für 100 Jahre in einen tiefen Schlaf fallen.

Der Fluch und die Dornenhecke

So geschah es. Der König hatte zwar alle Spindeln im Land verbrennen lassen, eine war jedoch noch im Turmzimmer des Schlosses verborgen. An dieser stach sich die junge Frau an ihrem 16. Geburtstag. Es floss ein Tropfen Blut, und die Prinzessin fiel unmittelbar in einen tiefen Schlaf und mit ihr das ganze Schloss. Eine undurchdringbare Dornenhecke wuchs darum empor.

 Der Segen und die Hochzeit

Erst nachdem die 100 Jahre vergangen waren, gelang es einem Prinzen, sich den Zugang zum Schloss und zur Prinzessin zu verschaffen. Die Dornen hatten nun sich in eine Blumenhecke verwandelt. Hingerissen von der Schönheit der Schlafenden küsste er sie. Da erwachte sie und bald darauf wurde Hochzeit gefeiert.

Die unterstrichenen Wörter, Symbole und Archetypen:

Die Ganzheit der Zwölf und der Fluch der Dreizehn

  • Prinzessin: Das Kind ist von edler Herkunft und zu Königsherrschaft bestimmt (wie jeder Mensch, s. Königsherrschaft im Leben).
  • Zwölf gute Feen, zwölf goldene Teller, zwölf Segenswünsche: Die Zahl Zwölf symbolisiert die ursprüngliche, paradiesische Ganzheit in der irdischen Realität. Diese macht das Leben zu einem wahren Fest (s. Die Ganzheit der Zwölf und die innere Familie).
  • Die Dreizehn: Die zornige dreizehnte Fee, die nicht zum Fest eingeladen ist, und ihr Fluch symbolisieren das Ego und die Schatten und damit alles, was verdrängt ist und darum nicht am Fest des Lebens teilhaben darf (s. Familiengeheimnisse und kollektive Geheimnisse als Fluch). Aus Zorn und Verletzung tritt die Frau als «böse Fee» mit Macht statt Liebe auf.
  • Die Prinzessin soll sterben: Das bedeutet, die innere JUNGFRAU, ihre reine, intakte Liebe wird sterben.

Die Erfüllung des Fluches

  • Spindeln verbrennen: Feuer ist das Element der männlichen körperlichen Leidenschaft. Gerade weil da ein Tabu und das Schweigen über eine tödliche Gefahr, erfüllt sich der Fluch über der ahnungslosen Prinzessin.
  • Am 16. Geburtstag sticht sie sich an der Spindel: Es ist ein Bild für ihre Entjungferung. Die folgenden Konsequenzen (Schlaf s. u.) lassen auf egoistischen, das heisst lieblosen Geschlechtsverkehr schliessen (s. Missbrauch – das gestohlene Leben und Der vergiftete Apfel – Missbrauch als kollektive Realität).
  • Schlaf: Tiefe Unbewusstheit und Negativität aus Verletzung der Integrität (s. Der Schmerzkörper der Frau).
  • Dornenhecke: Das Weibliche in Negativität erweist sich nicht als zugewandt und empfangend, sondern als „stachlig“, kratzbürstig und uneinnehmbar (wie verfluchte Acker mit Disteln und Dornen, s. Der Sündenfallbericht der Bibel).

Die erlösende Kraft der Liebe

  • 100 Jahre: Die Zahl 50 symbolisiert die Negativdynamik der Macht. 2 x 50 steht für das Paar, männlich und weiblich, welches in dieser negativen Paardynamik gefangen ist. Dieses tödliche Spiel muss zuerst überwunden werden, bevor das Fest der Liebe beginnen kann. (Das griechische Wort für 50, pentecoste, ist im Wort für Pfingsten enthalten. Gefeiert wird 50 Tage nach der für die Überwindung des Todes das Kommen des Geistes Gottes und die neue Einheit in Liebe).
  • Der Prinz und der Kuss: Sie symbolisieren die Integration der männlichen Persönlichkeitsanteile (Animus) der Frau und mit diesen die Auferstehung der Liebe und neue Kraft.
  • Hochzeit: Die Heilige Hochzeit symbolisiert die Integration des Unbewussten ins Bewusstsein (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste).
12 Goldteller

Bemerkungen und Schlussfolgerungen aus den Deutungen:

Die zwölf goldenen Teller und das Fest des Lebens

Die zwölf goldenen Teller und die zwölf Feen symbolisieren Ganzheit, welche das Leben zum Fest macht, das bis ins ewige Leben hinüber trägt (symbolisiert durch das Gold). Diese Ganzheit bedeutet, mit sich selber und mit der «inneren Familie» ganz versöhnt zu sein.

[S. Die Ganzheit der Zwölf und die innere Familie]

Was verdirbt das Fest des Lebens? Die Dreizehn und der Fluch

Das Märchen Dornröschen legt einen grossen Schwerpunkt auf die Frage, was das Fest des Lebens verdirbt und thematisiert auf bildhafte Weise ein Problem, welches das Leben massiv beeinträchtigt. Mit dem Wort «Fluch» wird eine geistige Realität geschildert, die unausweichlich erscheint. (S. Dunkle Geheimnisse als Fluch.)

Hinter den Bildern verbirgt sich die traurige Realität, dass eine junge Frau durch egoistischen und lieblosen Geschlechtsverkehr von ihrer positiven Lebenskraft und ihrer Liebe getrennt werden kann. Dann wird sie in Folge davon aus Verletzung zur zornigen, rachsüchtigen Frau, symbolisiert durch die «böse Fee». Weil es ein langer Weg zurück zu innerer Versöhnung in Liebe ist, spricht das Märchen von 100 Jahren «Schlaf» als Symbol für Unbewusstheit aus Negativität. Wenn diese durch Liebe überwunden ist, kann das Fest des Lebens beginnen.

Maleficent und die Integration des Schattens

Die beiden Disney-Filme mit Angelina Jolie sind eine Deutung des Märchens Dornröschen, welche durch Maleficent den Schatten und seine Integration thematisieren.

Maleficent, die dunkle Fee

Der erste Film, «Die dunkle Fee» erzählt, weshalb Maleficent zur bösen Fee wurde. Der Grund war, dass ihr junger Geliebter aus Machtstreben sie in einen Schlaf  versetzte und ihr hinterhältig die Flügel abschnitt, welche ihm zur Königsherrschaft verhalfen.

Maleficent und die Mächte der Finsternis

Der zweite Film, «Die Mächte der Finsternis», thematisiert hingegen die verdrängte Realität der Schatten und des Unbewussten, und mit ihnen ein ganzes Reich in der Unterwelt. Doch gerade diese entfesselten Kräfte helfen letztlich zum Sieg der Liebe. Indem sie nach langen Kämpfen in das Reich integriert werden, wird Rettung und Versöhnung möglich.

Auf die Überwindung der Schatten folgt dann das Happy End, symbolisiert durch die Hochzeit von Prinz und Prinzessin.

[S. Die heilige Hochzeit.]

In den folgenden Wochen werden mit Dornröschen und Maleficent das Weibliche in der Unterwelt ein Thema sein.

Heilige Hochzeit

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