Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Das Gebet «Unser Vater» und die Ganzheit der Sieben

Weg

By on 18. August 2020

Weg

Das Gebet «Unser Vater», die Ganzheit der Sieben und der Heldenweg

Eine Kurzanleitung für den Heldenweg

Das Gebet «Unser Vater» thematisiert die ganze menschliche Realität zwischen Himmel und Erde, Geist und Materie, Vater und Mutter. Es führt vom Geist (Bewusstsein: «Vater») hinab bis in den Körper und die Materie (die Lebenskraft, Herrlichkeit und das Reich, «Mutter»). Dabei enthält es Aussagen zu den  sieben Aspekten des irdischen Daseins und kann darum auch mit dem Heldenweg in Verbindung gebracht werden.

Sumer – sieben Tore der Untewelt

Bereits im sumerischen Schöpfungsbericht ist vom «Grossen Oben» (AN) und vom «Grossen Unten» (AB) die Rede. Die sumerische Göttin der Liebe wagt den Weg in die Unterwelt (Symbol für das Unbewusste) und muss dabei sieben Tore passieren. Sie stirbt, wird am dritten Tag durch den liebenden Vater auferweckt und steht wieder auf.

Hindernisse durch Glauben überwinden

Berge symbolisieren in Überlieferungen Hindernisse, die sich dem Menschen auf seinem Weg der Liebe entgegenstellen (wie zum Beispiel im Gilgamesh-Epos oder im Märchen Schneewittchen). Sie werden durch Glauben überwunden. Jesus sagte:

Wenn ihr Glauben habt, [klein] wie ein Senfkorn, so werdet ihr zu diesem Berg sagen: Hebe dich weg von hier dorthin!, und er wird sich hinwegheben. Und nichts wird euch unmöglich sein. [1]

Sterben – der Weg in die Schatten

Der Glaube ist mit dem liebenden Bewusstsein identisch. Der Weg des Menschen ist es, die Liebe bis in die tiefsten Muster und Triebe «hinab» zu bringen. Die bewusste Konfrontation mit dem Unbewussten in Reich der eigenen Schatten kommt dabei einem Sterben des Egos gleich.

Auferstehen – den Tod überwinden

Indem der Mensch sich im Licht der Liebe seinen Schatten stellt, integriert er diese. Er sät dabei den Samen des Glaubens in die Materie und stösst so die neue Schöpfung der Liebe an. Damit wird er – im Leben selber durch das Leben («Mutter») – neu in die umfassende Existenz der Liebe hinein geboren (s. Das Ego und das SelbstDas Leben und die Schlange – Auf- und Abstieg).

So gelangt er zu Selbstwirksamkeit, Vollmacht und Herrschaft im eigenen Leben und gewinnt das ewige Leben («Mutter») und Anschluss an den umfassenden Geist («Vater»).
(S. Das Bewusstsein und das UnbewussteDie Integration des Schattens und Die heilige Hochzeit.)

 

Das Gebet "Unser Vater" und der Heldenweg

Das Gebet «Unser Vater» – sieben Schritte zu Ganzheit

Die Sieben und der Bogen Gottes

Schrittweise von «oben» nach «unten» thematisiert das Gebet «Unser Vater», wie die Liebe in allen Bereiche des Lebens gelebt werden kann.

Wenn die Talsohle erreicht ist, führt der Weg in einem Zug nach oben, nach Hause, in den unendlichen Bereich des Geistes, zum Vater. Damit ist der Bogen geschlossen. Passend dazu steht die Ganzheit in den Farben des Regenbogens (s. in Abbildungen). Das Licht des liebenden Bewusstseins (Christus) wird dabei in der Materie «gebrochen», und das ganze Farbspektrum des Lebens leuchtet auf.

Zu den einzelnen Aussagen des Gebets:

7 – Unser Vater im Himmel (im Geist: Vertrauen und Beziehung)

Diese Aussage beinhaltet die Hinwendung voll Vertrauen zu einer übergeordneten, umfassenden Existenz und die Aufnahme einer Beziehung. Beziehung und Liebe gehören zusammen. (Der «Vater» als Archetyp hat per Definition bedingungslose Liebe, denn er hat mit seiner Tochter die weibliche Seite des Geistes integriert, reine Liebe, symbolisiert durch die «Jungfrau»).

Der Vater ist bedingungslose Liebe und Vergebung.

1 – «Geheiligt» sei dein Name (Der «Name», das Ziel: Ganzheit, Heilheit)

«Ganzheit» ist das Ziel. «Heil» bedeutet «gesund» oder «ganz», im Sinn von unversehrt. Das Ziel für den Menschen ist Ganzheit. Wer ganz ist, ist «wie Gott». Er ist durch Liebe mit sich und allem versöhnt. Vor seinem inneren Auge sieht er das Ziel und trägt damit buchstäblich den «Namen Gottes» auf der Stirn (s. Das dritte Auge und …).

2 – Dein Reich komme, dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden (Der Glaube muss sich materialisieren.)

Was als «gut» erkannt worden ist, soll auch durch Worte und Taten umgesetzt werden. Der erste Schritt ist das Bekenntnis. Der Mensch anerkennt die Herrschaft Gottes (des liebenden Bewusstseins) als den guten Weg und zeigt konkret, durch Worte und Taten, nach aussen wahrnehmbar seine Entscheidung, dieses Ziel in seinem Leben («auf der Erde») zu verwirklichen.

3 – Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern (Mangel ertragen und selber tragen)

In Schwierigkeiten, Mangel und Entbehrungen (Wüste) wird das Vertrauen ausgedrückt, dass gegeben wird, was gebraucht wird. Der Liebende vergibt jenem, der an ihm fehlt und lässt sich lieber auf sich selber zurückwerfen. Denn er weiss, dass auch er fehlerhaft ist. Er versteht das Unvermögen des anderen und lässt ihm Freiraum, ohne ihn zu erpressen und ihn für den eigenen Mangel verantwortlich zu machen.

4 – Und führe uns nicht in Versuchung … (den Gewinn für das Ego zu nehmen)

Wenn Gewinn und Erfolg sich einstellen, kommt unweigerlich die Versuchung von Stolz und Überheblichkeit. Die Prüfung ist hier, die gewonnenen Ressourcen nicht für sich selber, für das eigene Ego zu nehmen, sondern im Interesse des Gegenübers einzusetzen und so zu dienen (s. Überinden in Versuchungen und Die Versuchungen von Jesus).

5 – … sondern erlöse uns von dem Bösen (hilf und in schwierigen Umständen und Mustern, denen wir ausgeliefert sind)

Die Auseinandersetzung mit dem Unbewussten ist eine Feuerprobe. Der Mensch sieht sich mit seinen Trieben konfrontiert. Das «Böse» ist in ihm selber drin. Es ist das Ego, welches als dunkler Herrscher im Schatten – über unbewusste Triebe und tief verborgene Emotionen und Verhaltensmuster – vom Menschen Besitz ergreift. Wenn der Mensch erkennt, was in ihm steckt, dann erkennt er auch, dass er «Erlösung» braucht (s. auch Das Ego und das Selbst). Ressourcen werden aus dem Schatten «erlöst», indem sie ans Licht des liebenden Bewusstseins kommen («Christus«, s. auch Die Integration der Schatten). So stehen sie neu auf positive Art zur Verfügung.

6 – Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit … (Vollmacht des liebenden Bewusstseins über die lebendige Materie, «Mutter»)

Das versprochene Land des König-Vaters

Das Reich, das es zu gewinnen gilt, ist das Leben selber. Der Mensch, der Ganzheit erlangt hat, kann in Kraft und Selbstwirksamkeit als «König» herrschen. Das Leben selber ist das grosse Weibliche. Es ist Schönheit und Herrlichkeit. Es gibt dem Liebenden Vollmacht über die Materie, indem es den Samen des Wortes der Liebe («Vater») in neue, lebendige Realität umsetzt («Kind», «Sohn»).

7 – in Ewigkeit (zurück nach Hause, «Auffahrt» zum «wahren» Vater und zur ewigen Existenz des Geistes)

Der Mensch, der die Liebe in alle Bereiche des Lebens gebracht hat, hat seine Identität für die Ewigkeit gewonnen. Er hat sein Unbewusstes, seinen Körper und seine Triebe in sein Bewusstsein integriert und ist damit ganz. Männlich (bewusst) und weiblich (unbewusst) sind in ihm zur Einheit verschmolzen. So ist eins, vereint und versöhnt und damit wie «Gott». Er ist Vater und Mutter, Liebe  und Schöpferkraft.

Gebet "Unser Vater", Ab- und Aufstieg

Nachweis:

[1] Bibel, neues Testament, Evangelium nach Matthäus, Kapitel 21, 21 (Elberfelder Übersetzung): Man beachte die Zahl des Bibelverses: 21 und nochmals 21 = 3 x 7 und zwar doppelt! (Drei als Symbol für Ganzheit/Gott; sieben als Symbol für die Ganzheit der irdischen Existenz.)


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