Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der negative Animus als Teufel oder Schmerzkörper

Schmerzkörper

By on 8. Oktober 2020

Schmerzkörper

Der negative Animus als Teufel oder Schmerzkörper

Der Schmerzkörper als negativer Antrieb, Teufel oder Tier

Der Schmerzkörper ist eine innere negative Identität, welche aus den kumulierten unverarbeiteten Erlebnissen besteht. Er kann wie ein schwarzes Loch wirken, welches das Lebens und Bewusstsein (Licht) verschlingt.

Als ein innerer Antrieb aus Schmerz, Defizitempfinden oder Mangel entspricht er dem negativen Animus. Dieser wird in Überlieferungen durch Archetypen wie der «Gott der Luft«, «der Teufel» oder «das Tier» dargestellt. Dabei handelt es sich um eine geistige Komponente, welche durch negative Energie destruktive Impulse gibt.

Woher kommt der Schmerzkörper?

Verborgenes Körperwissen als Fluch 

Der Begriff „Schmerzkörper“ wurde von Eckhart Tolle geprägt[i].
Der Körper verfügt über ein eigenes „Wissen“ und Erinnerungsvermögen, unabhängig vom bewussten Denken. Zu diesem gehören frühkindliche Erfahrungen, Eltern „geerbte“ Verhaltensmuster, aber auch „Geheimnisse“, die in einer Familie oder in einem Kollektiv seit Generationen bestehen. Sie können sich wie ein Fluch auswirken (s. Dunkle Geheimnisse als Fluch). 

Der Schmerzkörper eines Kollektivs (Frauen, Menschen)

Es gibt auch den kollektiven Schmerzkörper. Ein solcher entsteht aus einem traumatischen Erleben einer ganzen Gruppe, wie zum Beispiel eines Volkes wie der Juden im Zweiten Weltkrieg. Auch hat sich aus dem gesamten Leid und der Unterdrückung der Frauen ein kollektiver weiblicher Schmerzkörper gebildet. Aus dem Leiden der Menschen an Vergänglichkeit, Krankheit und Tod besteht letztlich ebenfalls eine negative Identität, welche zu Auflehnung, Macht und Gewalt führt. Dies ist der Grund, warum auch die Schöpfung als Ganzes «Erlösung» braucht.

Wie wirkt der Schmerzkörper?

Wirkung aus dem Unbewussten

Als geistige Grösse ist der Schmerzkörper eine Ausdrucksform des Egos, und zwar ist er mit dem Opfer-Ego identisch. Damit gehört er zu den Trieben, zum Unbewussten, zum Bereich der SchattenEr wirkt als geistiger Antrieb im Körper (ANIMUS) und manifestiert sich in Emotionen, die von körperlichen Erscheinungen und Stresssymptomen wie erhöhter Puls oder Schwitzen begleitet sind (s. Starke Emotionen und das Unbewusste).

Negativer Antrieb im Körper

Der Schmerzkörper lebt in und von Negativität. So ist Negativität immer „zur Hand“ und wird bei jeder Gelegenheit hervorgeholt und in ihrer ganzen Intensität neu durchlebt.

Er flüstert kaum hörbar: „Ja, siehst du… Schon wieder… schon wieder versagt!» Oder: «Schau das Unrecht … fühle den Schmerz … wie damals, als… So schlimm ist die Wahrheit, dein Elend … Du brauchst mich, du hast ja sonst niemanden …“

Schmerzhafte Erinnerungen und erfahrenes Unglück werden aufrecht erhalten, wieder inszeniert und sogar „zelebriert“. Auch der Blick in die Zukunft ist von Sorgen, Angst und Schwarzmalerei geprägt.

Spiel mir das Lied vom Tod – Tod statt Leben

In Peace with Destiny, Christina Krüsi

Auf diese Weise zerstört der Schmerzkörper das Leben im Jetzt. Dabei gibt er dem Menschen im Leiden ein Gefühl von Genugtuung, Bestätigung und Erhabenheit, sodass sich diese Identität für ihn «gut» und «richtig» anfühlt. Ausserdem schwingt er seine gnadenlose Peitsche des Defizitempfindens und heizt Empörung und Auflehnung an, welche weiteres Leiden bewirken.  

Lust am Leiden und Todessehnsucht

Der Schmerzkörper ist die Lust am Schmerz – je grösser der Schmerz, umso grösser die Lust. Auch an fremden Leiden, Blut und Unrecht ergötzt er sichEr sucht Negativität und Negativität ist seine Sucht. Auf keinen Fall kann und will er das Positive sehen, denn dies wäre ja sein Ende.
Die Negativität gipfelt in einer Sehnsucht nach dem Tod (Todestrieb, mortido).

Mortido (Todestrieb) steht als Gegenüber zur Libido (Lusttrieb). – Mehr:

Google: [Mortido ist ein Begriff, der in der Freudschen Psychoanalyse verwendet wird, um sich auf die Energie des Todestriebs zu beziehen, die in Analogie zum Begriff Libido gebildet wird. Im frühen 21. Jahrhundert wurde der Begriff seltener verwendet, bezeichnet aber immer noch die destruktive Seite der psychischen Energie. Aus dem Englischen übersetzt: Wikipedia (Englisch).]

Der Schmerzkörper in Überlieferungen

Der Schmerzkörper als kollektive geistige Grösse kommt in den menschlichen Überlieferungen seit allem Anfang vor. Sie beschreiben das grosse Weibliche, das Leben selber, das in die Unterwelt geraten ist, nämlich in Unbewusstheit, Negativität und Tod.

Das Weibliche steht für die Frau, die Menschen als Kollektiv, die Erde und die ganze Schöpfung. – Mehr:

Zum Weiblichen als gestaltungsfähige Materie gehören:

  • Die Frau, alle Frauen: Sie können Samen aufnehmen und neues Leben gebären.
  • Der menschliche Körper: Er nimmt Impulse des Bewusstseins („männlich“) auf und setzt sie in Worte, Taten und neue Realität um.
  • Das Kollektiv (Gruppe, Volk, die ganze Menschheit): Es reagiert auf Information, zum Beispiel auf Nachrichten, mit Stimmungen und Handlungen. Es nimmt auch die Instruktionen des Herrschers auf und gestaltet diesem entsprechend neue Realität (führt Weisungen aus, wie zum Beispiel den Bau von Strassen).
  • Die Erde: Sie kann Samen aufnehmen und Wachstum geben. Sie reagiert auch auf unterschiedlichste Impulse aus dem Kosmos oder aus menschlichem Verhalten, z. B. mit Klimaerwärmung.
  • Die ganze Schöpfung: Sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben und damit in der „Unterwelt“ (s. Das grosse Weibliche in der Unterwelt).

 

Das Weibliche als lebendige Materie, die Samen oder Impulse aufnehmen und neue Realität gebären kann, gehört per Definition zum Unbewussten.

In der Antike: Stier, Monstrum und Feuerflammen

Während die sumerische Überlieferung noch klar und ziemlich wertneutral vom Zorn und Versöhnung der Göttin der Unterwelt erzählte, nahm diese in den folgenden Überlieferungen schon bald monströse Formen an.
Im babylonischen Gilgamesh-Epos ist von einem Feuerberg, einem furchterregenden Monstrum und dem destruktiven «Himmelsstier» die Rede. In der griechischen Überlieferung existiert zum Beispiel Medusa, ein schreckliches Wesen mit Schlangenhaaren, dessen Blick tötet (im Namen ist noch das sumerische Wort «ME» für die Kräfte der Weisheit enthalten). Im Hinduismus ist die Göttin der Unterwelt durch Kali dargestellt.

In Märchen: der Teufel, die böse Hexe, die 13. Fee

Märchen haben eine verspielte Leichtigkeit, als gäbe es das alles nicht. Die Figuren in Märchen beschreiben aber Kräfte, die den Menschen beeinflussen. So ist zum Beispiel der Teufel in Des Teufels russiger Bruder (Wiki) gar nicht so böse. Vielmehr versteht man am Ende des Märchens, dass es von der Integration des persönlichen Schattens handelt. Die Auswirkungen des Schmerzkörpers sind zunächst Lähmung (die ohnmächtige Prinzessin in Schneewittchen und Dornröschen) und in einer nächsten Phase rasende Wut aus Schmerz, Zorn und Rache (als «böse Hexe» oder 13. Fee).

Modernere Darstellungen: Phantom, Dämon und Flammenstier

Feuerphantom

Das Phantom der Oper ist ebenfalls eine anschauliche Darstellung des Schmerzkörpers. Das Werk thematisiert die Faszination, die dunkler Schmerz ausüben kann und wie der Mensch dadurch zu Höchstleistungen angetrieben wird (die Sängerin Christine).
In der Geschichte Das letzte Einhorn wohnt ein wütender Flammenstier im Keller des Schlosses des hageren Königs, der alle Einhörner ins Meer treibt (das Einhorn ist ein Symbol für den Körper der jungen Frau; das Meer steht für das kollektive Unbewusste im Bereich der Seele, Schmerz und Zorn).
Im Epos Der Herr der Ringe haben die Zwerge den «Balrog» aufgeweckt, indem sie zu tief in der Erde nach Schätzen gegraben haben (die ERDE steht dabei als Symbol für den weiblichen Körper. Der Balrog ist ebenfalls ein feuriger Flammenstier.

Feurige brennende Schmerzen in der Seele gehören zum Schmerzkörper, der in seiner kollektiven Dimension durch den Archetyp des Teufels oder Tieres dargestellt wird.

Erlösung vom Schmerzkörper durch die Kraft der Liebe

Heilung geschieht immer, indem die Macht, welcher letztlich Angst zugrunde liegt, durch Liebe überwunden wird. Erlösung bedeutet Befreiung aus der Tyrannei des Egos, welches den Menschen mittels Negativität knechtet und ihn an die dunkle Seite bindet.

Wer in der Liebe wohnt, ist innerlich frei.
Er weiss, selbst wenn ihm Körper und Leben genommen werden, so ist dies nicht das letzte Wort, denn er gehört zu jener Existenz, die grösser ist und ewig währt.

Erlösende Vaterliebe

Sumer – Erlösung aus der Unterwelt durch den liebenden Vater 

In der sumerischen Überlieferung von Inanna ist es der liebende Vater, der die Not der zornigen Göttin der Unterwelt in ihrem Leiden sieht. Er weiss auch, wie sie besänftigt werden kann, und weckt so die tote Göttin der Liebe am 3. Tag zu neuem Leben auf (durch Brot und Wasser des Lebens, s. Inannas Auferweckung der durch den Vater).

Der Pferdeflüsterer als modernes Beispiel

Ein modernes Beispiel von heilender Vaterliebe findet sich in Der Pferdeflüsterer, verfilmt von und mit Robert Redford Wiki]. Das Pferd wie auch das Einhorn symbolisieren als Grasfresser den Körper der jungen Frau und die Kraft der Leidenschaft.

Vaterliebe bedeutet vergebende Liebe, welche die Not sieht und trotzdem nicht aufhört zu lieben. Darin liegt die Heilung.

Der gehorsame Sohn des Vaters, der sich hingibt

Der erlösende Prinz in Märchen kommt als Sohn des guten König-Vaters. Er symbolisiert den positiven Antrieb (ANIMUS) aus Liebe und stellt damit eine Christus-Figur dar.

Der Retter in der jüdisch-christlichen Überlieferung

So wie das Volk Israel durch Mose aus der Tyrannei des Pharaos befreit wurde, so soll die Menschheit vom «Fürsten dieser Welt», der durch den Stachel des Todes herrscht, erlöst werden. Der erwartete Erlöser kommt in der Kraft der Liebe und stellt sein ewiges Friedensreich auf. 
Jesus Christus (= «gesalbter Retter») sprach diese kollektive Situation der Menschen an und betonte immer wieder, dass er in Liebe des Vaters gekommen war, um dessen Werke (in Vaterliebe) zu tun (s. Christus/Messias, der Gesalbte).

[S. Männliche Ganzheit, 3-in-1.]

Nachweis:

[i] Eckhart Tolle: «Jetzt – Die Kraft der Gegenwart», Sonderausgabe 2012, 4. Auflage, Kamphausen Verlag, Bielefeld


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