Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Bewusstwerdung, Aufwachen (Phase 1 des Heldenweges)

Lampe im Garten

By on 23. April 2020

Lampe im Garten

Bewusstwerdung: Aufwachen und das Ziel erkennen

Die erste Phase des Heldenweges.

Bewusstwerdung ist die Voraussetzung dafür, dass der Mensch sich überhaupt auf den Heldenweg machen kann. Sie bedeutet, dass sein Bewusstsein dafür erwacht, dass es eine höhere Realität und ein höheres Ziel im Leben gibt, welches über die materielle Existenz hinausgeht. Die höhere Bestimmung wird in Märchen, Mythen und Lehren häufig durch die edle Herkunft des Helden oder durch die Berufung zu einer besonderen Aufgabe dargestellt.

Tabelle zum Heldenweg: Phase 1

Bewusstwerdung in menschlichen Überlieferungen

Königliche Abstammung oder Berufung

In Märchen und auch in vielen Mythologien ist die Hauptfigur königlicher Abstammung. Häufig ist er aber an einem fremden Hof aufgewachsen oder muss sich weit weg von zu Hause bewähren.
Dies sind Bilder für die menschliche Existenz auf der Erde, die meistens damit beginnt, dass der Mensch keine Ahnung von einer höheren Realität hat. So ist auch der Held in Märchen ausgesetzt, vertrieben und muss so den langen Weg zum eigenen Königreich auf sich nehmen.

Berufung – Bestimmung oder Vision

Die höhere Bestimmung kann durch eine Vision erkannt werden (so z. B. in Ritter Georg und die Rosenburg).
So geht auch die Berufung zum Propheten oder Heiler mit dem Erkennen der besonderen Herkunft oder Aufgabe einher.
Jesus erkannte seine Berufung im Altern von 12 Jahren. Er antwortete seinen Eltern, die ihn verzweifelt gesucht hatten: «Wisst ihr nicht, dass ich im Haus meines Vaters sein muss?».

Ganzheit – Gold für die Ewigkeit

Märchen und Mythen beschreiben den Heldenweg als den Weg des Königssohns zum König (wie im Märchen Der Eisenhans) oder den als den Weg der Prinzessin zur Königin (wie in Schneewittchen oder Aschenputtel).

Das Ziel ist, dass der Held Ganzheit gewinnt, symbolisiert durch Gold (wie in „Des Teufels russiger Bruder“) oder die Heldin mit Gold überschüttet wird (wie in Frau Holle). Gold ist das Symbol für Unvergänglichkeit und für ewiges Leben.

Weitere Symbole der Ganzheit in Überlieferungen

Die höhere Bestimmung des Menschen

  • Der goldene Ball (Eisenhans, Froschkönig): Ganzheit und ewiges Leben.
  • Die Hochzeit: Einheit in Liebe, Vereinigung des Bewusstseins mit dem Unbewussten, Einheit von Seele und Körper.
  • Das Erbe des König: Der legitimierte Nachfolger erbt Herrschaft und Autorität über Ressourcen.
  • GöttlichkeitWie „Gott“ sein,, „in den Himmel kommen“ (im Gilgamesh-Epos und wiederum auch in vielen geistlichen Lehren): Ganzheit, ewiges Leben, Vollmacht über die Materie.

Indem der Mensch sein Ego überwindet und die reine Liebe (JUNGFRAU) gewinnt, erhält er Vollmacht über die Materie (CHRISTUS). So gelangt er zu «göttlicher», nämlich selbstbestimmter Königsherrschaft im Leben und nimmt sein versprochenes Königreich ein.

Aufbruch zum Königsweg

Bewusstwerdung des höheren Weges

Der Mensch ist aufgerufen zu erwachen und seine höhere Bestimmung in Angriff zu nehmen.
Im Rahmen der Gebrochenheit der Welt erkennt er das vollkommene Licht der Liebe und die Möglichkeit, ein „Kind“ dieses wahren Lichts zu sein. Er kann damit eintreten in das Erbe des guten, liebenden und alles umfassenden König-Vaters.
Und so leuchtet ein goldener Pfad vor ihm auf: der göttliche Plan für sein Leben.

Entscheidung für diesen Weg

Mut und Demut

Es wird ihm auch bewusst, dass es in seiner Hand liegt, da wo er ist, eine Veränderung zum Guten zu bewirken. Er entscheidet sich für diesen Weg und macht sich auf, die damit verbundenen Anforderungen – im Rahmen seiner bescheidenen Möglichkeiten – zu erfüllen. Im Wissen, dass er noch viel lernen muss und dass er es alleine nicht schaffen kann, vertraut er darauf, dass er bekommen wird, was er für seinen Weg braucht.

Bewusstwerdung – aus dem Knechtschaft in die Freiheit

Damit tritt er heraus aus der Existenz Knechtschaft unter die Herrschaft der Triebe und hinein die Freiheit des Vertrauens ins Leben. Sein Weg wird ihn letztlich in die umfassende Existenz hinüberführen und ihn „nach Hause“ bringen.

Bewusstwerdung – geistiges Erwachen! 

Das Bewusstsein des Menschen – der menschliche Geist

Der menschliche Geist und das Bewusstsein gehören zusammen. Sie bilden die einzigartige Fähigkeit des Menschen, sich im Geist auf eine unsichtbare, virtuelle Ebene «ausserhalb» von sich selbst zu begeben (Meta-Ebene).

Wenn der Geist erwacht ist, kann der Mensch sich selber betrachten (reflektieren) und sich selber auch instruieren, das heisst seine Gedanken und sein Verhalten lenken. So übt er Königsherrschaft im Leben aus.

[S. Der Mensch, 3-in-1, Körper, Seele und Geist und Das menschliche Bewusstsein.]

Aufwachen aus dem Todesschlaf

Schlaf als Symbol für Unbewusstheit

In Märchen und Mythen und auch in Lehren symbolisieren «Schlaf» oder «Tod» Unbewusstheit.

Beispiele:

  • Gilgamesh erkannte, dass er sein Leben «verschlafen» hatte, indem er seinen Trieben gefolgt war (s. Das babylonische Gilgamesh-Epos, Die sieben Brote).
  • Schneewittchen und Dornröschen «schlafen» in Negativität und Depression, während die «böse Hexe» (als Symbol für den Trieb) Regie führt (s. Der Schmerzkörper).
  • Die Jünger von Jesus schliefen gegen ihren Willen aus Trauer und dem Gefühl von Ohnmacht ein, während ihr Meister im Garten Gethsemane mit Todesangst zu kämpfen hatte[1].

Aufwachen!

Bewusstwerdung bedeutet, nicht mehr wie ein Schlafwandler (oder ein Toter/eine Tote) passiv zu sein oder durchs Leben zu stolpern, sondern die Augen zu öffnen, um zu sehen, was tatsächlich ist.
Das kann bedeuten, aus falschen Träumen (von der eigenen Grandiosität) zu erwachen, aus Untätigkeit und Lähmung aufzustehen und stattdessen mutig der Wahrheit über sich selber ins Gesicht zu schauen.
Das Vertrauen auf Liebe und Vergebung gibt die Kraft, das eigene Leben neu zu gestalten, das Beste aus seinen Möglichkeiten zu machen und zu tun, was man als richtig erkannt hat.

Aufstehen von den Toten!

Die Bibel formuliert es so:

Wandelt als Kinder des Lichts […]. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten. ([2])

Das Bewusstsein und Christus als Licht

Dunkelheit ist ein Bild für Unbewusstheit, Licht ist ein Bild für Bewusstsein (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste).
Christus ist mit dem göttlichen Funken im Menschen und mit dem liebenden Bewusstsein identisch. Wenn Christus «im Leben herrscht», dann bedeutet dies, dass der Mensch im Licht des Bewusstseins lebt. Er erkennt damit, was gut und nützlich ist – für ihn selber und für andere – und lenkt sein Leben entsprechend in die Freiheit und Fülle.

Nachweise:

[1] Mt 26, 36-46

[2] Bibel, Neues Testament, Brief des Paulus an die Epheser, Kapitel 5, 8-14 (Luther)


Kommentare

  1. Danke für diesen Text! Es geht wirklich um Bewusstwerdung! Ueberhaupt einmal zu merken, dass man schläft…. oder halbtot durch s Leben schlendert. Und ein bewusstes sich Entscheiden für den Weg des liebenden, wachen Bewusstseins. Und das täglich… Corona Zeiten wollen mich schläfrig machen – d.h. mich in die Resignation treiben. Da hilft es gerade, diesen Text des Heldenweges zu lesen und mich dafür zu entscheiden! Vielen Dank für diese wertvollen Ausführungen – bin froh, habe ich etwas mehr Zeit, um mich in die weiterführenden Texte zu verlieren! So spannend, Danke! Iris Michel

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