Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Alchemie – Gold als Symbol für den Weg zu Ganzheit

Alchemie und Ganzheit (Altar Nr. 3, Hilma af Klint)

By on 30. Mai 2020

Alchemie und Ganzheit (Altar Nr. 3, Hilma af Klint)

Alchemie bezeichnet die Methode, aus Quecksilber Gold herzustellen.
(Der goldene Ball in Kombination mit einem Detail des Bildes Altar Nr. 3, Hilma af Klint)

Alchemie

(in Bearbeitung)

Mehr-Wert-Schöpfung

Geld und Magie

Alchemie beinhaltet die Verwandlung einer minderwertigen Substanz wie Quecksilber zu Gold und damit den Weg zu Mehrwertschöpfung. Der Ökonome H.C. Binswanger stellt in seinem Buch GELD UND MAGIE  die Verbindung zwischen Alchemie, Goethes Faust und der modernen Wirtschaft her. Diese Verbindung ist nicht weiter erstaunlich, denn der Mensch strebt nach Macht und Geld ist ein Mittel dazu.

Die Suche Ganzheit und Göttlichkeit («Gold»)

Gold ist ein Symbol für Ganzheit und ewiges Leben denn es korrodiert nicht und lässt sich durch herkömmliche Säuren nicht zersetzen.

Zwar hatte die Alchemie oberflächlich gesehen zum Ziel, aus Quecksilber als minderwertiger Substanz Gold herzustellen. Doch das Werk des Alchemisten hatte aber durchaus symbolischen Charakter. Es weist bis in die kleinsten Schritte wies er Parallelen auf zum Weg des Menschen von «minderwertiger» irdischer Unvollkommenheit zu geistiger Ganzheit oder «Göttlichkeit.

Göttlichkeit (Ganzheit) durch Einheit der ultimativen Gegensätze

C.G. Jung [1] über das Prinzip der Vereinigung der Gegensätze in der Alchemie:

Die […] Gegensatzproblematik spielt in der Alchemie eine grosse und entscheidende Rolle – führt sich doch schliesslich im Verlaufe des Werkes zur Vereinigung der Gegensätze in der archetypischen Form des Hierosgamos, nämlich der „chymischen Hochzeit“. In dieser werden die supremen Gegensätze in der Gestalt des Männlichen und des Weiblichen (wie im chinesischen Yin und Yang und Yin) zu einer Einheit verschmolzen, welche keine Gegensätze mehr enthält und damit inkorruptibel ist. (12, S. 53)

Ulrich Warnke

Quantenphilosoph Ulrich Warnke  [2] deutet in seinem Buch Quantenphilosophie und Spiritualität das Werk des Alchemisten letztlich als Suche nach der „Mitte aller Dinge“, nach dem „Geist des Lebens…“ (S.263 ff.):

Das wichtigste Ziel [der Alchemie] ist die Vereinigung der reinen Seele mit dem Geist der Wahrheit. Der Geist der Wahrheit ist das bewusste Anknüpfen des individuellen Geistes an den universellen Geist. Das Anknüpfen wird bis zur Verschmelzung fortgeführt. Das beste Wort für Verschmelzung ist «Liebe» (S. 269).

Über die Vereinigung von Braut und Bräutigam, Königin und König, Geist und lebendige Materie führt er aus:

Diese beiden Polaritäten sollen sich in der Hochzeit, im Brautgemach der Liebe, vereinigen. So sollen laut Logion 22 „das Männliche und das Weibliche zu einer Einheit“ werden. Dies knüpft an den Urzustand im Paradies an, wo, wie es heisst, Eva nicht von Adam getrennt war, sondern beide als Teile eines Körpers das Ganze ausmachten. (S. 257)

Die Erlösung der «schlafenden Gottheit» in der Materie

C.G. Jung bemerkte, dass die Alchemie den verklärten Auferstehungsleib des Menschen „herstellen“ wollte, der zugleich Gott ist (Gesammelte Werke, Band 12, Psychologie und Alchemie, S. 473 ff.) beziehungsweise die schlafende Gottheit in/aus der Materie erlösen wollte (S. 359).

… was die Alchemie im letzten Grunde suchte. Sie wollte ein „corpus subtile“, nämlich den verklärten Auferstehungsleib, herstellen, der zugleich Geist ist (S. 487).

und:

Nicht der Mensch ist in erster Linie erlösungsbedürftig, sondern die im Stoff verlorene und schlafende Gottheit. [… Das Augenmerk des Alchemisten …] ist daher […] auf die Befreiung Gottes aus der Dunkelheit des Stoffes gerichtet. Indem er dieses Wunderwek tut, fällt ihm dessen heilsame Wirkung sekundär zu (§ 420, S. 359).

Gold und ein Königreich

In Logion 22 des Thomas-Evangeliums führt die innere Einheit zu Ganzheit (symbolisiert durch Gold) und Königsherrschaft im Leben:

Jesus sprach zu ihnen: „Wenn ihr die zwei zu eins macht und wenn ihr das Innere wie das Äussere macht und das Äußere wie das Innere und das Obere wie das Untere und wenn ihr das Männliche und das Weibliche zu einem einzigen macht, so dass das Männliche nicht männlich und das Weibliche nicht weiblich ist, […] dann werdet ihr in [das Königreich Gottes] eingehen.“

Nachweis:

[1] C.G. Jung, Sämtliche Zitate des Artikels sind aus «Gesammelte Werke», Band 12,Psychologie und Alchemie

[2] Ulrich Warnke, Quantenphilosophie und Spiritualität (2. Aufl. 2011), Seite 257.

 


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