Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der Weg der Frau und der Liebe hinab in die Materie

Der Weg der Frau (Hilma af Klint)

By on 5. November 2020

Altar Nr. 2 von Hilma af Klint

Altar Nr. 2 (1915) von Hilma af Klint für den Weg der Frau: Das weibliche Dreieck weist aus der Ganzheit des Geistes (golden) nach unten, in den Körper (rot) und in die Materie (schwarz) zur ganzen Fülle des Lebens (Regenbogenfarben).

Der Weg der Frau und der Liebe hinab in die Materie (Einführung)

Die Liebe – die weibliche Seite des Geistes

Das weibliche Dreieck: Verankerung in der Materie

Der Weg der Frau: Seele – Körper – Geist

Der Weg des Weiblichen führt aus dem Bereich der Seele und des Geistes hinab in die Materie. Er beinhaltet, durch Hingabe aus Liebe Leben zu verschenken. Die Frau beginnt als Jungfrau und «Königin des Himmels» (weiss), wird als Mutter zur «Königin der Erde» (rot) und nimmt zuletzt die Kraft in der Materie ein, als «Herrscherin der Unterwelt».

[S. Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz.]

Das Leben in der Materie – lebendige Materie

Die weibliche Essenz in ihrer Vollkommenheit ist lebendige, Realität gebärende und wunderwirkende Kraft, welche den schöpferischen Impuls (männlich») in Realität umsetzt.

[S. Männlich und weiblich – die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung).]

Jeder Mensch – empfangende Materie («weiblich»!)

Sämtliche lebendige Materie und damit auch jeder Mensch ist als «weiblich» zu bezeichnen, und zwar in den Sinn, als er geistige Impulse» aufnehmen und in materielle Realität umsetzen kann. 

Zum Weiblichen gehören: die Frau, alle Menschen ... – Mehr:

Lebendige Realität gebärende Materie:

Zum grossen Weiblichen gehören:

  • Die Frau, alle Frauen: Sie können Samen aufnehmen und neues Leben gebären.
  • Der menschliche Körper: Er nimmt Impulse des Bewusstseins („männlich“) auf und setzt sie in Worte, Taten und neue Realität um.
  • Das Kollektiv (Gruppe, Volk, die ganze Menschheit): Es reagiert auf Impulse (zum Beispiel in Form von Informationen wie Nachrichten) mit Stimmungen und Handlungen. Es nimmt auch die Instruktionen des Herrschers auf und gestaltet diesem entsprechend neue Realität (führt Weisungen aus, wie zum Beispiel den Bau von Strassen).
  • Die Erde: Sie kann Samen aufnehmen und Wachstum geben. Zudem reagiert sie ebenfalls auf unterschiedlichste Impulse, zum Beispiel aus dem Kosmos (wie Sonnenaktivität) oder auf menschliches Verhalten, die zum Beispiel zu mit Klimaerwärmung führen. (Dabei bedeutet der «Kosmos» in den Überlieferungen mehr als das Universum, er wird in seiner Kraft dem Element des Feuers zugeschrieben und hat darum eine göttlich-geistige und initiierende Qualität, s. Die Dynamik der Elemente.)
  • Die ganze Schöpfung: Sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben und damit in der „Unterwelt“ (s. Das Grosse Weibliche in der Unterwelt).

 

Das Weibliche als lebendige Materie, die Samen oder Impulse aufnehmen und neue Realität gebären kann, gehört per Definition zum Unbewussten (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste).

Der Heldenweg

Der Weg der Liebe: Der Heldenweg!

Wer sich entscheidet, Liebe in alle Bereiche seines Lebens zu bringen, begibt sich auf den Heldenweg, denn dieser ist der Weg der Liebe hinab in die Materie, bis in die Unterwelt, in die tiefsten und verborgensten Strukturen des Unbewussten.
Dazu diese Anekdote:

Ein Mensch war auf dem Weg in den Himmel. Da kam ihm Jesus entgegen und fragte ihn: «Wohin gehst du?». Der Mensch antwortete wahrheitsgemäss: «Ich bin auf dem Weg in den Himmel.» Und er ergänzte: «Wohin gehst du, Herr?» Jesus antwortete: «Ich bin auf dem Weg hinab auf die Erde, zu den Menschen».

Der Weg zu Ganzheit – Integration der Schatten

Das Ziel: Ganzheit

Einheit von männlich und weiblich          

Das Ziel für den Menschen ist Ganzheit und ein erfülltes Leben. Dies bedeutet die Vereinigung der männlichen wie auch der weiblichen Persönlichkeitsanteile im Menschen selbst. Die männliche Seite des Geistes ist das Bewusstsein, die weibliche die Liebe.

Das liebende Bewusstsein als Einheit dieser beiden bedeutet Ganzheit und ist darum mit «Gott» identisch. Die Vereinigung der beiden Kräfte ist in den Überlieferungen durch die heilige Hochzeit symbolisiert.

Gott, Ganzheit, männlich und weiblich, 3-in-1

Der Mensch erreicht Ganzheit, indem er mit seinen gegengeschlechtlichen Anteilen das Andersartige integriert.

Weibliche Ganzheit durch Integration des Männlichen (Körper, Materie)

Der Körper 

Das Weibliche, geboren aus der Liebe des Vaters, beginnt «oben» im Bereich des Geistes. So sind für die Frau immaterielle Werte wie Liebe und Beziehungen wichtig und da fühlt sie sich auch zu Hause. Doch der Weg der Liebe führt «hinab» in die Materie, um Leben zu schenken. Die Frau integriert ihre männlichen Anteile mit ihrem Körper in der Beziehung zum Mann, durch Sexualität, Geburt und Fürsorge für ihre Lieben und die männliche Seite des Geistes, die Kraft in der Materie, auf dem Weg durch die Unterwelt.

Die männliche Seite des Geistes: Vollmacht über Körper und Materie (Emotionen)

Die männliche Seite des Geistes (Animus), die Kraft in der Materie, integriert sie auf dem Weg durch die Unterwelt. Dies bedeutet die Konfrontation mit ihrem Schatten, also mit negativen Emotionen und insbesondere mit ihrer verhassten Schwäche. In der Kraft der Liebe ist es ihr möglich, bewusst Herrschaft (Kontrolle) über ihre Emotionen zu gewinnen  (Containment) und so ihre aktive, schöpferische Rolle und Autorität über die Materie einzunehmen. 

[S. Die Integration des Animus | Selbstwirksamkeit – positiv leben | Maria Magdalena und Petrus – ein Disput über die Rolle der Frau.]

Der Weg der Frau zu Ganzheit – sieben Phasen

Übersicht 

Weibliche Ganzheit – weiss / rot / schwarz (die Göttin) (Potenzial – Realität – Schicksal) wird erreicht, indem die drei Lebensphasen (symbolisiert durch die drei Farben) in Hingabe und der Kraft der Liebe erfüllt werden. Gemeinsam mit den Übergängen beinhalten sie die 5 Phasen des Heldenweges zur Ganzheit der Sieben.

[S. Der Heldenweg der Frau – Die Liebe bewahren].

[Die drei Farben und die Ganzheit der Sieben ist zum Beispiel im Märchen Schneewittchen ein zentrales Thema.

Für einen Überblick diese beiden Darstellungen:

Der weibliche Weg
Triade Frau / Weiblich

Krisenpotenzial: Verletzungen, Ohnmacht, Wut und der Schmerztrieb

Die Gefahr für die Frau besteht grundsätzlich darin, dass sie aufgrund von Negativität vom Weg der Liebe abkommt. In der Unvollkommenheit der Materie muss sie lernen, ihren emotionalen Trieb zu zähmen oder zu beherrschen. (S. Martha und die Zähmung des Drachen.)

  1. Die Frau beginnt in der weissen Phase (Jungfrau) mit intakter Liebe. Die Gefahr besteht hier, dass ihre Liebe durch Missbrauch beeinträchtigt wird. Damit gerät die junge Frau (zu) früh in Berührung mit der Macht ihrer körperlichen Ausstrahlung.
  2. Mit Geschlechtsreife, dem ersten Geschlechtsverkehr und der Geburt tritt die Frau in die rote Phase (Mutterschaft) über. Diese beinhaltet, dass sie sich hingibt und ihr Leben ihren Nächsten verschenkt. Dabei läuft sie Gefahr, selbst leer auszugehen, auszubluten und in Frustration, Schmerz und Mangel zu geraten. Im Griff ihres negativen emotionalen Triebs gerät sie in Versuchung, nun ebenfalls ins Machtspiel einzutreten.
  3. Die schwarze Phase führt die Frau auf den Weg durch die Unterwelt. Dabei integriert sie ihre Schwäche, und ihre reine Liebe (Jungfrau) steht wieder auf.

Jede der drei Lebensphasen wird auch durch einen Übergang eingeleitet, welcher als solcher bereits Krisenpotenzial beinhaltet (denn Veränderungen sind immer kritisch).

Die kritischen Phasen oder Herausforderungen sind rot markiert oder eingerahmt.

Der weibliche Weg zur Ganzheit der grossen Mutter in sieben Phasen

Eine Vision von Ganzheit und die Geburt (7)

Die erfüllten Sieben, die Einheit von männlich und weiblich in Liebe, ist die Initialzündung für die Entstehung von neuem Leben.
So beginnen viele Überlieferungen mit einer Vision von Ganzheit, welch durch die Sieben symbolisiert ist (s. Die Ganzheit der Sieben und Die Sieben der Schöpfung.)

Die Sieben und die Geburt des Neuen

Die Geburt des neuen Lebens kann der Zahl Sieben zugeordnet werden, denn das Neue entsteht aus der Ganzheit, aus der Vereinigung von männlich und weiblich, Mann und Frau.

[S. Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität.]

Darum ist die Ganzheit der Sieben auch das Ziel für den Menschen, denn sie bedeutet auch eine neue Geburt in die ewige Existenz der Liebe und des Geistes.
So beginnen auch Märchen und Mythen häufig mit einer Vision von Ganzheit, indem sie das höhere Ziel vor Augen führen, bevor die Handlung, die einen Lebensweg darstellt, ins Rollen kommt.

  •  Das Gilgamesh-Epos beginnt in einem Prolog mit Gilgamesh als König von Uruk.
  •  In Schneewittchen zeigen die drei Farben Weiss, Rot, Schwarz die Geburt des Mädchens an.
  • Und die Legende von Ritter Georg, dem Drachentöterbeginnt mit einer Vision einer Jungfrau in einer himmlischen Burg.

Die Geburt der Tochter

Die Tochter, die aus dem Körper ihrer Mutter hervorgegangen ist, ist bereits bei der Geburt mit Blut und Schmerzen in Berührung gekommen. Es ist klar, dass dieser Weg auch ihre Bestimmung ist. Zudem hat sie Gene, „Körperwissen“ und Körpergefühle der Mutter „geerbt“.

Gefahr: „Geerbte“ Negativität und der «Schmerzkörper»

So ist es möglich oder gar wahrscheinlich, dass die junge Frau schon von ihrer Mutter oder Grossmutter ein problematisches Verhältnis zu ihrem Körper und zu Männern „geerbt“ hat, bevor sie überhaupt eigene Erfahrungen machen kann.
Und selbst wenn dies nicht der Fall ist, das heisst, wenn sie von der weiblichen Linie einen positiven Zugang zum Leben mitbekommen hat, ist da dennoch ein kollektiver weiblicher Schmerzkörper, mit dem die Frau früher oder später in Berührung kommen wird.

Die kollektive Realität als Fluch (die "Erbsünde" oder der "Schmerzkörper"):

Der Fluch als Erbe und Schicksal

Die kollektive Realität des Missbrauchs von Frauen ist ein trauriges kulturelles Erbe der Menschheit. Es wird schon in der sumerischen Überlieferung (um 2500 v. Chr.) thematisiert (s. Die sumerische Mythologie von Inanna, der Göttin der Liebe). Doch erst in Babylon wird Missbrauch und Unterdrückung «salonfähig» (s. Einführung ins babylonische Gilgamesh-Epos). Damit wird eine neue Realität geschaffen, welche zum Beispiel im Märchen Schneewittchen durch den vergifteten Apfel symbolisiert wird. Sie bedeutet, dass Missbrauch zum System gehört und sich darum schon früh im Leben der jungen Frau ausüben wie ein Fluch kann. (So auch im Märchen Dornröschen / Maleficent, s. auch Familiengeheimnisse und kollektive Geheimnisse als Fluch und Die grosse Erbsünde).

Kindheit und Jugend: reine Liebe (Jungfrau, weiss; 1)

Die Tochter als Jungfrau

Die Liebe der Tochter und ihre Beziehungsfähigkeit werden aus der reinen, bedingungslosen Liebe ihres Vaters «geboren» und auch bestätigt. Entsprechend beginnt sie im immateriellen Bereich der Seele und des Geistes (Liebe). Ist ihre Liebe intakt, hat sie wunderwirkende Kraft und einen Glauben, der Berge versetzen kann.

[S. Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und Potenzial.]

Die Kraft reiner Liebe

Diese Liebe der jungen Frau ist kostbar und schützenswert. Denn Liebe ist die stärkste Kraft des Universums. Sie allein vermag die ultimativen Gegensätze männlich und weiblich, Geist und Materie zu neuer Realität zu einen. Darin mag auch der Grund liegen, weshalb Jungfrauen in manchen Kulturen so „hoch gehandelt“ werden. Männer, die selber keine Liebe haben, müssen die Liebe von Frauen instrumentalisieren, um ihre Träume und Pläne zu materialisieren (s. Der weibliche Schoss als Gral).

Gefahr: von einem «Naschen» an der frischen weiblichen Essenz bis zu Missbrauch

Missbrauch liegt bereits dann vor, wenn Männlichkeit nur ein bisschen an der aufkeimenden weiblichen Energie der Tochter „nascht“. Schon kleine Übergriffe, welche eine erotisch aufgeladene Anspielung oder Berührung beinhalten, setzen dabei ein Engramm, eine „Spur“ oder einen „Haken“, an welche weitere Erlebnisse dieser Art anknüpfen können.

Initiation – der erste Geschlechtsverkehr (weiss-rot; 2)

Hingabe von Körper, Seele und Geist 

Mit dem ersten Geschlechtsverkehr nimmt die Frau ihren Körper ein. Was viele junge Frauen nicht wissen, ist, dass sie sich dabei ganz verschenken, mit allem, was sie haben und sind. Denn sie geben zudem auch ihre Seele (in ihrem Schoss/Unterleib) und ihren Geist hin (Liebe, Herz).

[S. Die Frau, 3-in-1 (Geist, Seele, Körper).]

Die Aufgabe des jungen Mannes

Der jugendliche Mann, der seine weiblichen Anteile noch nicht integriert hat, kann nicht auf dieselbe Weise lieben wie eine Frau [3]. Aus diesem Grund waren Religion und Tradition stets darum besorgt, dass der junge Mann seine Hingabe durch Verbindlichkeit in der Beziehung beweist („ohne Ehe keinen Sex.“).

Gefahr: Sex ohne Liebe, schwarze Magie und der Fluch

Sex ohne Liebe

Wenn Geschlechtsverkehr einseitig ohne Liebe stattfindet, liegt Missbrauch vor. Durch lieblosen und unverbindlichen Geschlechtsverkehr werden der jungen Frau mit dem Körper auch die Seele (Leben) und der Geist (Liebe) gestohlen. Sie wird in Negativität (Schmerz und Mangel) gestürzt und gerät in den Griff ihres Schmerzkörpers und des negativen Antriebes.

Missbrauch – ein Thema, so alt wie die Menschheit selbst ...

Verletzung durch unredlichen Geschlechtsverkehr (Sex ohne Liebe)

Um dieses Thema geht es schon in den ersten Überlieferungen.

  • So berichtet die sumerische Mythologie von der Fällung des Baumes der Göttin der Liebe durch den Helden Gilgamesh.
  • Der jüdische Sündenfall-Bericht handelt von List, der zu Ungehorsam führt.
  • Im Märchen Aladin und die Wunderlampe wird der „unschuldige» junge Aladin durch den schwarzen Magier („Zauberer aus Afrika“) präzise instruiert, wie er in die „Zauberhöhle“ eindringen kann. Sie symbolisiert den Schoss der Frau und birgt neben unendlichen Schätzen auch die „Wunderlampe“ mit dem mächtigen Geist (der Liebe). Der Junge soll nichts berühren, sondern nur die Lampe stehlen und dem bösen Zauberer bringen. (Es handelt sich dabei um eine Anweisung zur Vergewaltigung; s. Die Zauberhöhle).

[S. Missbrauch in Überlieferungen.]

Erwachsenenalter: die initiierte Frau und Mutter (rot)

„Wüste“: Mangel und Entbehrungen (rot; 3)

Blut und Leben

Mit Geschlechtsreife und dem ersten Geschlechtsverkehr tritt die Frau in die rote Phase über. Ihre Fähigkeit, Leben zu geben, ist mit Blut verbunden: Sie gibt Körperblut für körperliches Leben und investiert „Herzblut“ in das seelische Leben ihrer Liebsten.
Leben und Blut hängen zusammen. Der antike Mensch sagte: „Das Leben ist im Blut“. So lange die Frau ihre Körperblutung hat, kann sie körperliches Leben zur Welt bringen. Sie verschenkt aber auch ihre geistige Liebe und gibt anderen mit viel „Herzblut“ Lebenskraft.

Gefahr: Ohnmacht und Macht aufgrund der gestorbenen Liebe

Die verletzte oder gestorbene Liebe der Frau wird in Überlieferungen durch die gute Königin, die bei der Geburt der Tochter gestorben ist oder durch die schlafende Schöne dargestellt. 

Ohnmacht oder Totenstarre: die gestorbene Liebe

Ohnmacht

Die Negativität der Frau aufgrund von emotionalem Mangel in der Beziehung ist in gewisser Hinsicht „vorprogrammiert“. Denn der Mann kann erst dann wirklich (wie eine Frau) lieben, wenn er seine weiblichen Anteile integriert hat[3]. Die Frau, die alles gegeben hat und nichts dafür zurückerhält, ist im Minus. Sie ist sich aber dessen häufig nicht bewusst, sondern „schläft“ in Unbewusstheit (wie in Schneewittchen oder Dornröschen).

Missbrauch

Der Mann kann diese Situation missbrauchen, um die Frau zu manipulieren und Macht über sie auszuüben. Indem er sie hinhält und ihren Mangel aufrechterhält, bringt er sie dazu, immer mehr in die Beziehung zu investieren, in der Hoffnung, endlich auch einmal zu empfangen. So stiehlt er ihr Leben. Das ist schwarze Magie (dazu ausführlich zu Aladin und die Wunderlampedie Ohnmacht).

Sterben der Liebe in Überlieferungen

Wenn er von ihr alles genommen, bildhaft gesprochen, „alles gefressen“ hat und nichts mehr da ist, führt dies zu einem Sterben der Liebe und auch der Beziehung. In der jüdischen Überlieferung von den 10 Plagen Ägyptens folgen auf die Heuschreckenplage (8. Plage, alles konsumiert) drei Tage Finsternis (9. Plage: Tod der Liebe) und dann der Tod der Erstgeburt (10. Plage: Tod der ersten Beziehung).
Dies ist bereits in der sumerischen Überlieferung von Inanna, der Göttin der Liebe das Thema, die drei Tage tot in der Unterwelt weilt, wie später Christus, s. Das Grosse Weibliche in der Unterwelt). 

Erfolg: Dienst oder Macht? (rot; 4)

Die Frau wird mit zunehmender Reife stärker. Zeitgleich mit ihrem «Sohn» wächst ihr innerer Mann (Animus) zu Kraft heran. Mit ihren männlichen Anteilen gewinnt die Frau schliesslich strategisches Denken und Handeln, Tatkraft, Kreativität, Entscheidungsfreude und Durchsetzungsvermögen.

Gefahr: Auseinanderbrechen der Beziehung aufgrund von Schmerz und Wut

Bevor die Frau aber ihr Männlichkeit integriert hat, wird sie bei Frustration, Schmerz und Zorn von ihrem inneren Schattenmann mit negativer Macho-Männlichkeit überflutet. Diese bedeutet aggressives, dominantes und machtorientiertes Verhalten. Damit ist ihre Beziehung und alles, was sie sich aufgebaut hat, in Gefahr.

Die "Hexe": Zorn und Macht der Frau

Macht durch «Magie»

Im Gegenzug zur schlafenden Schönen und ohnmächtigen Frau stellt die «böse» Stiefmutter oder Fee die zornige Frau dar, welche sich mit Macht holt, was sie will. Dabei lebt sie negative Weiblichkeit durch die Macht ihrer Verführungskraft (negative Anima als Hure oder Schlange) ebenso wie negative Männlichkeit mittels Unterdrückung und Gewalt, denn sie hat ihre männlichen Anteile noch nicht integriert. Märchen beschreiben diese Schattenseite der Frau anhand der «Hexe».

Frustration und der Weg durch die Unterwelt

Der Grund dafür ist, dass die Frustration der Frau mit zunehmender Reife und dem Nachlassen ihrer äusseren Attraktivität steigt. Ihre männlichen Persönlichkeitsanteile melden sich zu Wort und wollen integriert werden (s. Die Integration des Animus).
Weil sie nicht mehr ein dummes Liebchen sein will, gibt die Frau dem inneren «Macho» Raum. Doch diese noch unreifen männlichen Anteile bringen sie dazu, schnell „rot“ zu sehen. Sie ist zornig, zornig gegenüber Männern, die sie klein halten und konsumieren wollen, zornig über all den Schmerz, den ihr das Leben beschert hat. Vielleicht empfindet sie, dass sie „ausgeblutet“ ist, dass sie zu viel gegeben und zu wenig dafür zurückerhalten hat. 

Die gestorbene Liebe und die «Hexe»

Das alles will sie sich nicht mehr gefallen lassen. Darum ist sie nun in Gefahr, dem Geist der Macht zu verfallen und ihre Liebe sterben zu lassen. Märchen bezeichnen die Frau, die Macht lebt (durch Verführung und oder Gewalt und Dramen) als «Hexe».

  • In Schneewittchen verabreicht die „böse Hexe“ als kollektive Dimension von Missbrauch dem Mädchen einen vergifteten Apfel, das heisst, ihre Liebe wird früh vergiftet, und sie lebt stattdessen Macht durch Verführung.
  • Und schliesslich thematisieren die Disney-Filme über Maleficent als Dornröschen-Interpretation, wie die dunkel Fee gegen Missbrauch und ungerechte Machtansprüche kämpft.

«Rote» Macho-Energie der Frau: Gefahr für die Partnerschaft

Konfrontiert die Frau im Griff dieser «roten» Macho-Energie ihren Partner, dann ist die Beziehung ernsthaft in Gefahr. Der Partner wird sie entweder intuitiv als «Feind» orten und zum Gegenangriff ansetzen. Oder er wird im Gegenzug zu ihrer negativen Männlichkeit in seine negative Weiblichkeit «kippen», welche durch die Schlange symbolisiert ist. Damit wird er wie gelähmt und kann nicht mehr seinen Mann stehen und folgt lieber seiner Libido zu einer jüngeren, «harmloseren» Frau (s. Negative Paardynamik und Animus und Anima in Interaktion.)

Der Weg der Frau durch die Unterwelt (rot-schwarz; 5)

Die Krise und die Integration von Schwäche

Die Frau als „Mutter“ „stirbt“, wenn ihre körperliche Fruchtbarkeit aufhört. In den Wechseljahren ist es für sie höchste Zeit, sich auf den Weg in die Unterwelt zu machen, um ihre Schatten zu integrieren.
Das bedeutet, dass sie sich nun ihrer Negativität stellt, nämlich all dem, was in ihrem Leben schmerzhaft war. Mit anderen Worten geht es darum, Schwäche, Ohnmacht, Schmerz und Zorn zu integrieren, indem sie diese anerkennt und sich selber darin wahrnimmt, liebt und vergibt.

Integration der männlichen Anteile: Der Körper und geistige Kraft 

Das Ziel ist, dass die Frau wieder einen positiven Zugang zu ihrem Körper und dessen Kraft gewinnt. Doch je mehr negative Erfahrungen sie mit ihrem Körper und mit Männern gemacht hat, umso schwieriger ist es für sie. Durch reine, bedingungslose Vaterliebe wird sie wieder mit der Kraft ihrer eigenen Liebe (symbolisiert durch die Jungfrau) verbunden.

[S. Die Integration des Animus.]

Gefahr: Verharren in weiblicher Macht durch Erotik

Eine Frau, die ihre männlichen Anteile nicht integriert hat, bleibt immer „Tussi“ und bis ins hohe Alter von Äusserlichkeiten umgetrieben, statt zu eigener Kraft und Selbstwirksamkeit durchzudringen.

Neues Leben in Ganzheit (Mutter und Vater; 6 und 7)

Die reife, weise Frau als grosse Mutter (schwarz – weiss, 6)

Schwarz ist die Farbe des Todes. Die reife Frau, die den Weg durch die Unterwelt gemacht hat, hat ihrem eigenen Tod, ihrem Ego, ihrer Negativität und Schwäche ins Auge geblickt.
Sie hat diese in der Kraft des Vaters überwunden und ist  zu reiner Liebe auferstanden. Sie hat in sich ihre männlichen und weiblichen Anteile, die Jungfrau und Christus, vereint.
Diese Einheit wird in Mythen durch die Hochzeit von Prinz und Prinzessin, König (Glaube) und Königin (das Unbewusste) symbolisiert
(s. Die heilige Hochzeit).   

Auffahrt zum Geist (Vater, 7)

Heilende Vaterliebe – Vergebung und Auferstehung der Liebe 

Die Begegnung mit bedingungsloser Liebe, bei welcher Sex nicht das Thema ist, ist für die Frau heilsam. Der Prinz in Märchen symbolisiert positive Männlichkeit und ist damit eine „Christus“-Gestalt. Denn als der „gute Sohn“ des König-Vaters kommt er im Geist der Liebe (und nicht der Macht).

Er symbolisiert damit auch den positiven inneren Mann der Frau, ihren inneren Helden.  

In der inneren Einheit ihrer positiven weiblichen Anteile («Jungfrau«) und ihrer positiven männlichen Anteile («Christus«) kann die Frau sich selbst «befruchten» (Impulse geben) und daraus neue, positive Realität «gebären».

Die reife Frau und «grosse Mutter» hat „Power“!

Damit hat die Frau nun Ganzheit erreicht. Als reife Frau hat sie alles:
Einerseits hat sie als «Göttin der Unterwelt» geistige Kraft („männlich“, «Phallus»), das heisst Kontrolle über ihren Körper („Sohn“) und Autorität über die Materie durch schöpferische Worte („Vater“; s. Positive Instruktionen für den Körper).
Andererseits hat sie auch ihre reine, wunderwirkende Liebe („Jungfrau“) wieder gewonnen.
In Ganzheit hat sie damit alle Bereiche inne: Himmel (Geist, Bewusstsein); Erde (Seele, Leben) und Unterwelt (Kraft in der Materie).
Sie ist ganz, «heil» oder eben heilig und kann somit auch Heilung und Ganzheit (symbolisiert durch die drei Farben Weiss – Rot – Schwarz) in die Welt bringen.

Ein indianisches Sprichwort lautet:

Wenn die Grossmütter zu sprechen beginnen, wird die Welt heilen.

Es ist höchste Zeit!

Weiss - Rot - Schwarz

Links / erwähnte Texte:

Erwähnte Überlieferungen:

Schneewittchen (Einführung)
Dornröschen / Maleficent – vom Fluch zur Ganzheit (Einführung)
Die sumerische Mythologie von der Göttin der Liebe
Die Fällung des Baumes
Inannas Weg durch die der Unterwelt   
Ereshkigal, Herrin der Unterwelt
Die 10 Plagen Ägyptens
Der Sündenfall-Bericht
Aladdin und die Wunderlampe
– Die Zauberhöhle
Der Geist und die Ohnmacht  

Zum Weg des Menschen:

Der Weg des Mannes / der männliche Weg
Der Heldenweg der Frau
Die Frau als Heldin
Die Metamorphose des Schmetterlings – ein Symbol für die Wandlung

Zu Ganheit:

Weibliche Ganzheit, 3-in-1
Die Frau, 3-in-1 (Geist, Seele, Körper)
Männliche Ganzheit, 3-in-1
Gott, Ganzheit, 3-in-1, männlich und weiblich
Die drei Farben Weiss – Rot – Schwarz
Die Sieben – Ganzheit der irdischen Realität
Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität
Die heilige Hochzeit

Zum Thema Überwinden

Rot – Weiss – Schwarz und Paardynamik
Der Schmerzkörper
Der vergiftete Apfel – Missbrauch als kollektive Realität
Familiengeheimnisse und kollektive Geheimnisse als Fluch
Missbrauch – das gestohlene Leben
Missbrauch und Erlösung in menschlichen Überlieferungen
Schwarze Magie   
Der Schatten
Die Integration des Schattens
Das Grosse Weibliche in der Unterwelt
Der Weg durch die Unterwelt
Selbstwirksamkeit – positiv leben
Positive Instruktionen für den Körper

Zum Thema weiblich und männlich

Die Frau als Göttin und der Mann als ihr Heldenkönig
Die Anima
Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und Potential

Der Animus
Der Animus der Frau
Das Grosse Weibliche in der Unterwelt 
Christus / Messias, der Gesalbte

Zur Kunst:

Altar 2 von Hilma af Klint – Der Weg der Frau

Anmerkungen und Nachweise:

[1] 1Joh 4,2 Hieran erkennt ihr den Geist Gottes: Jeder Geist, der Jesus Christus, im Fleisch gekommen, bekennt, ist aus Gott;

[2] Dazu dieses Zitat aus dem Thomas Evangelium, Logion 114: Jesus entgegnete: „Ich werde sie zu mir in den Bereich Gottes ziehen, dann ist sie nicht mehr weiblich, sondern genauso ein lebendiger männlicher Geist wie ihr. Ich sage euch aber: Eine Frau, die sich den Männern gleichmacht, kann eintreten in die Herrschaft Gottes» (Hervorhebung durch die Autorin; zur Bedeutung dieses Zitats s. Die Frau als Heldin).

[3] Wirklich mit Gefühl lieben wie eine Frau kann der Mann erst, wenn er seine weiblichen Persönlichkeitsanteile integriert hat (s. Die Integration der Anima). Dies geschieht häufig – wenn überhaupt –  erst in der Krise der mittleren Jahre (durch eine existenzielle Verwundung, s. Die heilige Wunde des Königs).  Ein Mann, der seine weiblichen Anteile nicht integriert, bleibt ein „Macho“ und gelangt nicht zur Reife (s. Der Weg des Mannes).


Kommentare

  1. I like to hike in the spring when the snow from the mountains is melting and feeding the rivers and waterfalls. Hadria Holt Pitzer

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