Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Evolution No 13 von Hilma af Klint: negative Paardynamik

Negative Paardynamik 2 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 13)

By on 18. November 2021

Negative Paardynamik 2 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 13)

Evolution No 13 von Hilma af Klint: negative Paardynamik

Das Gemälde von Hilma af Klint, Evolution No 13, stellt negative Paardynamik als Folge des Fluches und als das Werk der Schlange dar.

Das Werk der Schlange in Evolution No 12 und 13

Vertauschte Rollen der Geschlechter in Evolution No 12

Hilma af Klint stellt in Evolution No 12 die Installation der Negativdynamik durch die Umkehr der Rollen von Mann und Frau dar. Während er sich strategisch-passiv und streng («weiblich») verhält, wird sie durch Verunsicherung in Aktivität («männlich») getrieben und muss um seine Gunst werben.

Negative Paardynamik in Evolution No 13

In Evolution No 13 wird die ausgewachsene Negativdynamik in ihrer ganzen Tragweite dargestellt. Diese beinhaltet, dass der Mann durch seelisch-geistige Vorherrschaft dominiert (Löwe), während die Frau sich dem Unbewussten zuwendet, um daraus Energie und Macht zu schöpfen.

Der Fluch 1 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 12)

Evolution No 12 

Negative Paardynamik 2 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 13)

Evolution No 13

Bildbeschreibung und Deutung von Evolution No 13 

Die Herrschaft der Schlange

Vergiftung des Lebens

Die Schlange als Symbol für das Ego und die Identität der Macht umschlingt die ganze Realität und hält sie im Würgegriff. Ihre Giftzähne entblössend blickt sie von der Seite des Mannes (Löwe) zur Frau. Aus ihrem halb geöffneten Schlund leuchten beide Farben, blau für die Seele der Frau, Gelb für jene des Mannes. 

Das Leben im Körper und in der Materie (im Unbewussten)

Es besteht eine Verbindung zwischen der Schlange und dem schwarzen Balken zuunterst, welcher das Unbewusste symbolisiert. So thront das Reptil über dem Leben, das in der Materie (schwarz) verborgen ist, genauer im Körper der Frau „begraben“. Die hellblau-weisse runde Form mit Flügeln, auf schwarzem Grund, stellt Gebärmutter und Eileiter der Frau dar, daneben die geschwungene Form der Eierstöcke für männliche oder weibliche Nachkommen (rot – blau).

Der Kopf der Schlange und das rote Herz

Das giftige Haupt der Schlange hängt über einem halben Herz in Rot (Feuer) und ist dafür verantwortlich, dass die Liebe in der blutroten Farbe des feurigen Leidens steht (s. Der negative Animus als Teufel oder Schmerzkörper).

Die Farben Hellblau und Gelb in den beiden Ovalen unter dem Herz enthalten die Botschaft der Schlange: „Gib mir Sex, wenn du mich liebst!“ (Gelb für die männliche Seele in Verstrickung mit der negativen Anima in hellblau.)

Die Symbolik im Kreis der Schlange

Vorherrschaft von Rosa und Hellblau im inneren Kreis

In Inneren des Kreises dominieren die Farben Rosa und Hellblau. Sie symbolisieren männliches Begehren (Rosa) im Griff der Erotik (der negativen Anima, Hellblau, s. u. zu den Farben). Es sind keine Elemente mehr vorhanden, sondern nur noch kleine Figuren in symbolischer Farbgebung. Dazu diese Ausführungen als Grundlage:

Die Sieben (4 Elemente, 3 geistige Aspekte)

Ausgangslage: die sieben Faktoren der Ganzheit

Um die Symbolik des Bildes Evolution No 13 zu verstehen, ist ein Verständnis der Anordnung und Bedeutung der sieben schöpferischen Faktoren der Existenz hilfreich. Diese stellen in ihrer harmonischen Anordnung die Ganzheit der «7-Tage-Schöpfung» dar (s. Abb. rechts und Die Sieben – Ganzheit der irdischen Realität und Die Sieben-Tage-Schöpfung.)

Die Farben und ihre Symbolik in Evolution No 13

Die Farben, die den geistigen Ur-Elementen entsprechen, haben ebenfalls symbolische Aussagekraft und können wie folgt gedeutet werden:

  • BLAU, intensiv: weibliche Seele (WASSER)
  • ROT: der negative Animus als Schmerzkörper: (FEUER): männlich körperliche Leidenschaft, welche in der Seele der Frau feuriges Leiden bewirkt hat.
  • GELB: männliche Seele (LUFT)
  • GRÜN (oder braun): das Element des weiblichen Körpers (ERDE) fehlt. Es ist ausgebeutet und konsumiert. 
  • WEISS: der Geist und das Bewusstsein
  • SCHWARZ: die Materie und das Unbewusste.
  • HELLBLAU: die negative Anima (EIS). Als SCHLANGE wendet sie listige Strategie an und als HURE verführt sie den Mann zu Lust und schürt sein Begehren.
  • ROSA: männliches Begehren. Rosa entsteht aus Rot (für FEUER den Körper des Mannes) und Weiss (für den Geist) und stellt so die verwässerte männliche Leidenschaft (FEUER) dar, die stattdessen zu egoistischem Begehren geworden ist.
  • GOLD: Zeichen der Herrschaft.
Die kleinen Formen im inneren Kreis und ihre Farben

Dunkelblau unten links: die weibliche Seele in Unbewusstheit

Blau für die weibliche Seele ist zuunterst im Bereich des Körpers (unten im Kreis) dargestellt: Sie äussert sich aus dem Unbewussten durch  Emotionen aus dem Schatten, die sich körperlich manifestieren (s. Starke Emotionen und das Unbewusste). 

Orange-Rot-Schwarz unten rechts: der männliche Trieb und der Animus

Die Farbe Orange entsteht aus der Synthese von Gelb (männliche Seele) und Rot (männlicher Körper). Sie steht auf der männlichen Seele (rechts, ebenfalls unten im Kreis), im Bereich des Körpers. Daneben gemalt zwei „Eier“, rot und schwarz für den Animus und das Unbewusste. Gemeinsam deuten die drei Durchsetzung des Körpertriebes mithilfe des negativen Animus an (mittels Unterdrückung).

Rechte Seite: Halbkreis in Blau-Gold für männliche Herrschaft

Der Halbkreis auf der männlich rechten Seite symbolisiert Herrschaft (Gold) über Seele und Geist (Leben und Liebe) der Frau (Mittelblau, blau-weiss).

Linke Seite: Schwarzes Quadrat für Unbewusstheit und Nicht-Leben

Auf der weiblichen Seite steht ein schwarzes Quadrat, in welchem keine Farbe mehr zu sehen ist. Symbolisch bedeutet es, dass die ganze Existenz der Frau auf Materie und Unbewusstheit reduziert ist. Dies wird in der weiblichen Gestalt daneben noch bildhaft hervorgehoben (s. unten).

[Zum Thema Weiblichkeit und Unbewusstheit, s. Das grosse Weibliche in der Unterwelt (Thema der nächsten Publikation) und für den Weg hinaus: Maria Magdalena und die Frau als Heldin).]

Mann und Frau in negativer Paardynamik

Evolution No 13 und die Dynamik der Macht

Herrscht die Dynamik der Macht, versucht jeder der Partner in der Beziehung Oberhand zu haben. Während die Frau Macht durch Verführung (HURE oder SCHLANGE) ausübt, setzt der Mann im Gegenzug Unterdrückung und Gewalt ein (TIER oder TEUFEL). Die Ursache dafür ist, dass beide in negativen Mustern gefangen sind, «Erbsünde» genannt (s. auch Missbrauch – das gestohlene Leben).

Evolution No 13 - das Tier

Männliche Macht durch Unterdrückung

Dominanz als Löwe oder „Tier“ – auch mit weiblichen Mitteln

Auf goldenem Grund für «göttliche» Herrschaft ist in Evolution No 13 ein Tier gemalt, das einem Löwen mit Menschengesicht gleicht. Es dominiert durch seine körperliche Stärke, aber auch durch (weibliche) seelisch-geistige Vorherrschaft. Sie ist durch die hellblaue Spirale angedeutet und ist damit ein Hinweis auf die negative Anima mit ihrer Macht durch berechnende Strategie, Verführung und Verblendung. 

Leben auf Kosten der Frau – für sie die Schattenseite

Die Folge ist, dass der Frau nur die „Schattenseite“ der Beziehung bleibt. Konkret läuft es darauf hinaus, dass sie mit ihrem Körper für die Einheit in der Beziehung herhalten muss. Dafür erhält sie aber gar nichts. Denn die Seele des Mannes ist geistig «tot», weil er auf Macht statt Liebe ausgerichtet ist. Und wenn keine Liebe vorhanden ist, ist die Beziehung ebenfalls zum Sterben verurteilt (s. Die 10 Plagen Ägyptens).

Damit lebt der Mann ohne Seele buchstäblich auf Kosten der Frau, indem er mit ihrem Körper auch ihr Leben (ihre Seele) und ihre Liebe für sich instrumentalisiert (s. Die Frau 3-in-1, Körper/Seele/Geist).  Das ist schwarze Magie (s. Aladin und die Wunderlampe).

Weibliche Macht aus dem Unbewussten

Evolution No 13 – die Frau auf der Schattenseite

Unbewusster Schmerz und Fortsetzung des Missbrauchs

Wenn ihr Körper missbraucht und ausgebeutet worden ist, hat die Frau mit ihm auch die Verankerung in ihrem Leben verloren. Häufig lehnt sie ihn ab und hasst ihn sogar oder sie verletzt ihn, nicht zuletzt, indem sie ihn selbst als Machtmittel missbraucht.

Verführerische Göttin (Anima)

Die Frau kann zwar auch aus Negativität (Leiden und Empörung) Energie beziehen, doch sie verdrängt ihren Schmerz und ihre Wut, um ihrerseits ins Machtspiel einzutreten.
In Evolution No 13 hat Hilma af Klint die Frau auf hellblauem Grund gemalt, als Hinweis darauf, dass sie sich aus Motiven der Macht in der geistigen Realität der negativen Anima bewegt. Das bedeutet konkret, dass sie den Mann Kraft ihrer Verführung manipuliert.

Herrin der Unterwelt

Die weibliche Kraft aus dem Unbewussten, ist die geistige Fähigkeit, die Bedürfnisse der anderen zu erkennen und sie zu manipulieren und zu verführen, indem Körpertriebe und Emotionen angesprochen werden.

[S. Magie – die Macht des Unbewussten und Der vergiftete Apfel – Missbrauch als kollektive Realität.]

In dieser Macht wird die Frau, wie die Märchen es ausdrücken, zur HEXE oder mythologisch gesehen zur Herrscherin der Unterwelt (s. Die sumerische Mythologie von Inanna, die Herrin der Unterwelt und Maleficent – die dunkle Fee als Schicksalsgöttin).

Der Weg aus der negativen Dynamik

Das Thema der negativen Dynamik verfolgt den Menschen seit Jahrtausenden und ist blutiger Ernst, der an die Existenz geht.

[Dazu Der Sündenfall-Bericht und Der Fluch; Die Vertreibung aus dem Paradies in den Überlieferungen und Die grosse Erbsünde.]

Darum soll an dieser Stelle auch das Gegengift oder besser das Heilmittel Raum bekommen. Die Negativdynamik wird überwunden, indem in jedem Lebensbereich Macht durch Liebe ersetzt wird (s. Das Leben und die Schlange: Auf- und Abstieg). Dies bedeutet das Sterben des Egos, der Identität der Macht.

[S. Die Auflösung der Negativdynamik.]

Sterben und Auferstehung der Liebe

Die Liebe als die weibliche Seite des Geistes steht wieder auf, wenn der Mensch seine Schwäche integriert. Für den Mann bedeutet dies eine existenzielle Verletzung seiner Kraft und Potenz, die zur heilenden und heiligen Wunde wird. Für die Frau gilt es zu lernen, sich selbst in der verhassten Schwäche zu lieben und Versöhnung durch Vergebung zu erlangen. Dies ist ihr Weg durch die Unterwelt.

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit durch die Integration von Schwäche

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit verbindet männlich und weiblich (links-rechts) und das Bewusstsein mit dem Unbewussten (Geist und Materie: Oben und Unten). So ist der gekreuzigte Gottesheld, ein mächtiges Symbol der Integration von Schwäche in der überwindenden Kraft der Liebe. Links und rechts von ihm ebenfalls gekreuzigt sind die beiden «Verbrecher», Mann und Frau. Indem sie den eigenen Tod, ihr Ego, überwinden, werden auch sie zur ewigen Existenz der Liebe aufstehen:

Hilma af Klint, Gruppe VIII, Serie US, Nr. 5 (1913)

Hilma af Klint, Gruppe VIII, Serie US, Nr. 5 (1913): Mann und Frau links und rechts neben der Ganheit gekreuzigt (die Farben hier in Blickrichtung der Gestalten, nicht wie sonst gespiegelt). In der Mitte die vierfache Ganzheit (der „Elemente“), s. dazu Die vier Cherubim.


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