Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der heilige Gral ist mein behütetes Geheimnis … (freier Text)

Der Gral - ein Kelch als Symbol für den weiblichen Schoss

By on 13. April 2022

Der Gral - ein Kelch als Symbol für den weiblichen Schoss

Der Gral ist mein wohlbehütetes Geheimnis

Der Gral und der Kelch Christi

Der folgende Text ist eine freie Erzählung, welche den Schoss des grossen Weiblichen als Gral mit dem Kelch des Leidens Christi in Verbindung bringt.

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Ich bin die Hüterin des Grals.

An dieser Stelle teile ich mein Geheimnis mit jedem, der es hören mag.
Mein ist das Land. Mein ist auch die Fruchtbarkeit.

Doch mein Geliebter säumt. 

Die Zeit ist reif, längst überreif. Das Land liegt brach, die Erde ist zerrissen, die Wasserläufe sind ausgetrocknet. Alles dürstet nach Erlösung.

Parzival, der Suchende, mein König findet den Weg nicht zu mir.
Er ist verwirrt … möchte unbedingt zu den Rittern gehören … 

Doch was sind das für Kerle? Schlagend und mordend jagen sie durch die Zeiten. 

Raubritter

Unter dem Vorwand, Christentum und Moral vorwärtszubringen, töten sie jeden, der sich ihnen nicht unterwirft. Sie fallen in das Land ein, machen es dem Erdboden gleich und zwingen der Bevölkerung ihre harten Gesetze auf. Das Volk muss bluten und hohe Abgaben zahlen. Auch vergewaltigen sie Frauen und zerstören Jungfrauen durch das «ius primae noctis“, welches dem unterdrückenden Herrscher das Recht geben soll, jede neu vermählte Jungfrau zu vergewaltigen. Etwas Schlimmeres können sie einer Frau nicht antun. Man zerstört ihren Körper, ihren heiligen Unterleib (ihre Seele) und ihre Liebe (ihren Geist).

Ich bin die Hüterin des Grals. Der Gral, der Schoss der Frau ist heilig. Wer ihn zerstört, wird die Rechnung früher oder später erhalten, im Namen der grossen Mutter, Herrin über Leben und Tod und Schicksalsgottheit.

Die Erde brennt

Das Land liegt brach.
Fremde Horden fegen über es hinweg und verbrennen das geweihte Land,
 blind vor Gier.

Sie haben nichts verstanden, den Gral nicht verstanden. Er ist das Geheimnis des Lebens. 

Der heilige Gral: Fülle bis zum Überfluss

Aus diesem Gefäss ist alles entstanden. 
Es ist der Schoss der grossen Mutter, der Mutter des Lebens, in ihm ist Leben, ja Leben in Fülle.

Der Gral ist heilig, denn in ihm sind Ganzheit, Heilung und ewiges Leben.

Das ist das lange verborgene Geheimnis: Der weibliche Schoss ist heilig, denn durch die Vereinigung von männlich und weiblich entsteht in ihm neues Leben, das zur Fülle bis zum Überfluss wächst. 

Christus und der Anti-Christus

Männer, die Frauen vergewaltigen, dringen ein, ohne dass die Salbung da ist – die Salbung der Göttin! Sie dringen ein und rauben das Haus aus, sie stehlen und morden. 

Aber Christus hat das Geheimnis des Lebens verstanden. 

Er ist nicht gekommen, um zu rauben, sondern um sein Leben hinzugeben. Denn er ist der gehorsame Sohn des Vaters und der geliebte Sohn der Mutter. Sein Leben hat er ihr geweiht durch das Eintauchen ins Wasser, bei der Taufe. Und sie hat ihn bestätigt, indem sie ihren Vogel, die Taube, zu ihm hinab sandte.

Der Gesalbte   

Christus ist der wahre Gesalbte! Er gab sich dem Leben hin, er trank aus ihrem Kelch. So vereinigte er sich im Leiden mit ihr und auch mit dem Leiden der ganzen Schöpfung, die in der Unterwelt und in Unbewusstheit ist.

Jeder, der Hingabe lebt, handelt in seinem Geist, im Einklang mit dem liebenden Vater. 

Blut für Leben

Wer kann verstehen, warum ER mit seinem Blut bezahlen musste? – Nur wer Augen für das Leiden hat. Im Sterben identifizierte er sich mit der leidenden Schöpfung und den Menschen, deren Liebe wegen Mord, Totschlag und Vergewaltigung gestorben ist, und vergoss sein Blut für Ausbeutung und Missbrauch. Blut für Blut, Leben für Leben[3].

 Der Same der Liebe

So ging er im Sterben der Kraft in die Finsternis der Welt ein, ins Verborgene und säte darin den Samen des Wortes von der Liebe des Vaters. Und so wurden Einheit und Ganzheit wieder hergestellt und jede Trennung aufgehoben.
Nun ist er die Brücke, die alles verbindet: Licht und Dunkel, Geist und Materie, bewusst und unbewusst, männlich und weiblich.

Das Männliche ist das Wort des Glaubens. Das Weibliche empfängt dieses als Samen und gibt ihm lebendige Gestalt und Wachstum.

Jeder Menschen hat beides:
Die Menschen können Leben spendende Samen säen durch Worte der Liebe und der Ermutigung. Sie können auch den Samen des Wortes in ihrem Inneren aufnehmen und wachsen lassen und daraus Frucht bringen – mit ihrem Körper, mit Worten und Taten der Liebe.

Ganzheit – männlich und weiblich

Die Ganzheit ist beides: männlich und weiblich! Nur darin liegt die Fülle. Wenn ein Teil fehlt, liegt das ganze Land brach. Wenn ein Teil fehlt, fährt die Welt zur Hölle. Die Hölle, das ist das Leben in Negativität, in Unbewusstheit, in Krankheit und Tod.

Machtlosigkeit als Weg

Der Weg zum Leben führt über Machtlosigkeit und Hingabe. Das haben die Machthaber nicht verstanden. Sie können Machtlosigkeit nicht ertragen. Darum mussten sie Christus in seiner Machtlosigkeit töten, und deshalb müssen sie die Liebe immer wieder ermorden, denn sie fühlten sich durch sie bedroht und fürchten ihre übermächtige Kraft.

Parzival, der Suchende, hat lange gebraucht. Lange war er im Bann der Macht. Lange hat er gebraucht, um Liebe und Barmherzigkeit zu lernen, lange Jahre der Irrfahrten und der Demütigungen.
Aber er kommt. Er kommt mit seiner Liebe und seiner Anteilnahme. Er kommt, um sein Land einzunehmen und es erneut zum Erblühen zu bringen.

Ich bin die Hüterin des Grals. Ich bin das Leben. Siehe, mein König kommt.
Der Gral – das Wasser des Lebens – oder das Blut Christi …
Sie ist zu einem geworden.

Sie sind eins.

Einheit

Ganzheit.

In Ewigkeit.

Hilma af Klint (1908), Evolution Nr. 3 für den Gral

Anmerkungen und Nachweise

Der Schoss der Frau als Gefäss oder Gral

Der Schoss der Frau oder die Frau als Ganzes wurde im Altertum als «Gefäss» bezeichnet, so z. B. in Neuen Testament der Bibel, 1. Brief des Petrus, Kapitel 3, Vers 7

Die Taube – der Vogel der Göttin der Liebe

Bei der Taufe von Jesus kam eine Taube auf ihn hinab (Bibel, neues Testament, Evangelium nach Lukas, Kapitel 3,22; Elberfelder Übersetzung). Die Taube gilt seit Jahrtausenden als der Vogel der Göttin der Liebe. (S. Keel, Othmar (2010). Gott weiblich. Eine verborgene Seite des biblischen Gottes; 2., leicht veränderte Auflage. München: Gütersloher Verlagshaus, S. 110 ff.)
Die Taube ist auch ein Symbol für den Geist und damit für den dritten Aspekt des männlichen Gottes, der seine weibliche Seite, die Liebe, integriert hat.

Das Leiden Jesu als Kelch:

  • Im Garten Gethsemane betet Jesus:
    „Mein Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber! Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst.“ (Bibel, Neues Testament, Evangelium nach Matthäus, Kapitel 26,39; Elberfelder Übersetzung).
  • Und er sagt zu seinen Jüngern:
    „Ihr wisst nicht, um was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinken werde? (Bibel, Neues Testament, Evangelium nach Matthäus, Kapitel 20,22; Elberfelder Übersetzung).
  • „Ebenso auch den Kelch nach dem Mahl und sagte: Dieser Kelch ist der neue Bund in meinem Blut, das für euch vergossen wird.“ (Bibel, neues Testament, Evangelium nach Lukas, Kapitel 22,20; Elberfelder Übersetzung).

    Die Bedeutung des Grals

    Gedanken von Göttner-Abendroth, 233 ff

    Wie beim Füllhorn [griechische Mythologie] oder dem unerschöpflichen Kessel [der Inspiration schenkt, germanische Mythologie] quillt aus dem Gral die Fülle der Nahrung hervor, welche die Erde wachsen lässt. Damit ist er ein Symbol für den mütterlichen Schoss der Erde, die alle ihre Kinder ernährt [… und im übertragenen Sinn auch] für das geistige Licht und die Weisheit der Göttin. […Die Kelchüberreichung] ist die Initiationshandlung für den neuen König und die unmittelbare Aufforderung zur heiligen Hochzeit. […] Der Gral steht symbolisch für die Göttin selbst […mit ihrem Schoss], aus dem alle Wesen durch die Wiedergeburt ins Leben zurückkehren.

    (Göttner-Abendroth, Heide (2011). Die Göttin und ihr Heros. Die matriarchalen Religionen in Mythen, Märchen, Dichtung. Stuttgart: W. Kohlhammer, S 235 f.)


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