Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit – Vereinung der Gegensätze

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit

By on 8. Juni 2020

Das Kreuz – Hoffnung und Ganzheit

Beitrag in Überarbeitung

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit

Einheit der Gegensätze

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit stellt die Vereinigung der ultimativen Gegensätze, männlich und weiblich, Geist und Materie, bewusst und unbewusst dar. Diese ist in den Überlieferungen durch die heilige Hochzeit von König und Königin symbolisiert, durch welche neues Leben und neue Realität entsteht. 

Das Kreuz für Ganzheit

Ganzheit durch Einheit von Geist und Materie, männlich und weiblich

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit verbindet oben und unten, links und rechts. Damit ist es ein Symbol für Einheit und für die Verbindung der ultimativen Gegensätze:

  • Oben und unten: Geist und Materie, Himmel und Erde, „Vater“ und „Mutter“
  • Rechts und links: männlich-aktiv und weiblich-passiv, Körper und Seele, „Sohn“ und „Tochter“

Vier Faktoren (“Elemente”) für Ganzheit

Die Erschaffung von neuer, lebendiger Realität

Ganzheit der irdisch-materiellen Realität wird durch die vier “geistigen” Elemente (an den Ecken links und rechts in der obigen Abbildung) dargestellt. Denn diese symbolisieren einerseits die Ur-Kräfte der Schöpfung und andererseits die vier Mitglieder der Familie, welche an der Entstehung von neuer Realität beteiligt sind.

Sie bilden gewissermassen die vier Grundpfleiler der Existenz und können grafisch an den vier seitlichen Ecken des Hexagramms lokalisiert werden,  indem sie für jene Kräfte stehen, welche die Essenz der ganzen Schöpfung repräsentieren. Als die vier Elemente WASSER, FEUER, ERDE und LUFT sind ihre schöpferischen Energien von derart zentraler Bedeutung, dass sie Teil der Erscheinung Gottes in der Bibel sind, – in Gestalt der vier Cherubim oder vier “Wesen” um seinen Thron (in der Mitte!).

[S. Die vier Elemente, ihre Bedeutung und ihr Geheimnis | Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität und Die vier Cherubim.]

Die Einheit von männlich und weiblich als Symbol für Ganzheit

Die vier Elemente symbolisieren aber auch Seele und Körper, männlich und weiblich. Dabei steht die rechte-aktiv-initiierende Seite für “männlich”, oder bildhaft gesprochen für den “Sohn” (als “rechter Arm” und Kraft). Die linke Seite, die passiv-empfangende, steht als Wasser für das Leben, die Seele, und als Erde für Realität “gebärende” Materie in strahlender Schönheit. Die beiden gegensätzlichen Kräfte männlich und weiblich, ebenso wie der Mensch als “Sohn” und “Tochter”, sind aus dem Geist und der lebendigen Materie (Vater und Mutter) hervorgegangen und von diesen umgeben.

Mit den vier Mitgliedern der Familie, VATER, MUTTER, TOCHTER und SOHN  als Grundlage der Menschheit, steht das Kreuz auch für die Ganzheit der menschlichen Existenz.

[S. Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität und Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität.]

Ganzheit – die Vier der Familie

Die Liebe als das verbindende Element

In der Mitte des Kreuzes steht Liebe. Denn nur sie vermag die sich widerstrebenden Kräfte zusammenzuhalten und zu einem fruchtbaren Zusammenwirken zu vereinen. Sie ist die Achse, um die sich das Leben dreht (s. Abb. oben).

Die Mitte, die Achse des Geistes: Vereinigung der Kräfte

Die Liebe vereint Vater und Mutter, Geist und Materie (oben und unten), bewusst und unbewusst.
So ist es auch das Ziel für jeden Menschen, zu dieser Einheit in sich selbst zu gelangen. Dies setzt voraus, dass er sowohl seine männlichen und wie auch seine weiblichen Persönlichkeitsanteile am Licht seines Leben hat. Mit anderen Worten, integriert er so das Unbewusste (“weiblich”) in sein Bewusstsein (“männlich”). Dadurch erlangt er zu
Ganzheit und Königsherrschaft im eigenen Leben. Dies ist in den Überlieferungen durch die heilige Hochzeit von König und Königin symbolisiert.
 

[S. Das Bewusstsein und das Unbewusste |Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu Ganzheit und Die Integration des Schattens.]

Die vier Elemente und die Negativdynamik

Doch der Mensch hat sich von Gott – Vater und Mutter, Geist und Materie losgesagt und sich damit von der Ganzheit abgetrennt, indem er sich selbst zu Gott erhoben hat. Denn das Ego, die alte Schlange, hat den menschlichen Geist mit Macht korrumpiert, und will nun die Alleinherrschaft über die vier Elemente ausüben. 

Der Fall aus der Ganzheit

Damit ist der Mensch aus der Ganzheit gefallen. Dies bedeutet, dass Tod, Leiden und Schmerz in die Existenz hineingekommen sind und sich zu einer negativen Dynamik entwickelt haben, welche die Menschen seit Jahrtausenden beschäftigt (s. Schöpfung und Fall in Sumer). Dies ist in der Bibel durch den “Sündenfall” und die “Erb-Sünde” thematisiert. 

[S. Fluch und Erlösung, Missbrauch und Macht in menschlichen Überlieferungen; Der Fluch über Adam und Eva; Die Vertreibung aus dem Paradies in den Überlieferungen und Die grosse Erbsünde.]

Ein Geist, vier Elemente in einer ruhelosen Dynamik

Weil nun also der menschliche Geist die alleinige Macht über die vier Elemente haben möchte, lautet das Prinzip darum: Ein negativer Geist der Macht treibt die vier Elemente an (total fünf Faktoren der Negativdynamik). Also treibt entweder die negative Anima (als Schlange) oder der negative Animus  (als Teufel), die vier Elemente (FEUER, WASSER, ERDE, LUFT) in eine ruhelosen Dynamik hinein: FEUER und EIS.

Negativdynamik der vier Elemente
Die Heilige Wunde: "ecce homo"

Das Kreuz und die Auflösung der negativen Dynamik

Liebe statt Macht: der Heldenweg

Die Negativdynamik wird überwunden, indem in jedem Lebensbereich Macht durch Liebe ersetzt wird (s. Das Leben und die Schlange: Auf- und Abstieg).

Die Kreuzigung des Egos: der Weg durch die Unterwelt, die Schatten

Aus den erwähnten Gründen setzt die Auflösung der Negativdynamik darum das Sterben des Egos und damit der Identität der Trennung und der Macht, voraus (s. Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!). Dies geschieht auf dem Heldenweg, welcher auch dem Heilsweg der Bibel entspricht. Die letzte Phase, die Feuerprobe bedeutet dabei die Kreuzigung, denn hier wird nun das Ego in einem Prozess des inneren Sterbens überwunden. Auf diese Weise werden die Schatten integriert und der Zugang zum Grossen Ganzen gefunden. Bildhaft gesprochen handelt es sich dabei um den Weg des Helden durch die Unterwelt, welcher in vielen Überlieferungen vorkommt.

Bei der Auflösung der Negativdynamik wird mit anderen Worten der negative Geist der Macht (Animus als Teufel) durch den positiven Geist der Liebe (Animus als Christus) ersetzt (s. Christus / Messias, der Gesalbte und der Anti-Christus). Dabei werden auch die ursprüngliche Ordnung und Harmonie der Elemente wieder hergestellt.

[S. Die Auflösung der Negativdynamik.]

Auflösung der Negativdynamik, Heldenweg
Das Kreuz – Integration des Schattens

Sterben und Auferstehung der Liebe

Das Kreuz als Symbol für Ganzheit durch die Integration von Schwäche

Auf dem Weg durch die Unterwelt wird die (an der Macht gestorbene) Liebe als die weibliche Seite des Geistes wieder auferweckt (so erstmals in der sumerischen Mythologie, s. Die Auferstehung der Göttin der Liebe). Die Götter als Archetypen, weiblich und männlich (Christus) machen es vor: Es gilt auf diesem Weg, sich der Negativität, dem Leiden und dem Tod zu stellen und die verhasste Schwäche zu integrieren. Für den Mann bedeutet dies eine existenzielle Verletzung seiner Kraft und Potenz, die zur heilenden und heiligen Wunde wird. Für die Frau gilt es zu lernen, sich selbst auch in ihrer Schwäche zu lieben und dadurch zu Versöhnung durch Vergebung zu gelangen.

Die Überwindung des Todes

Aus diesem Grund ist auch Christus als der gekreuzigte Gottesheld ein starkes Symbol für die Integration des Unbewussten. Denn auf dem Weg durch die Unterwelt vereint sich das liebende Bewusstsein  mit dem Grossen Weiblichen, dem Leben selbst, in der Unterwelt (die eben das mythologische Bild für Negativität, Leiden Krankheit und Tod ist).

– Und im Sterben der Kraft (des Sohnes) kommt es zur Aussaat des Samens des Wortes der Liebe, wodurch die neue, ewige Schöpfung erzeugt wird.

Auf diese Weise wird der Tod überwunden und die neue, ewige Schöpfung der Liebe gezeugt.

Hilma af Klint, Gruppe VIII, Serie US, Nr. 5 (1913)

Hilma af Klint, Gruppe VIII, Serie US, Nr. 5 (1913):

Links und rechts vom Kreuz die beiden “Verbrecher” (im Griff des Egos), männlich (gelb) und weiblich (blau) . Das vier-dimensionale Kreuz deutet die vier Elemente oder vier “Cherubim” (Engel) an. Und aus seiner Mitte sprühen goldene Samen als Symbol für die Worte der Liebe, welche die neue Schöpfung initiieren.

Weiterführende Beiträge:

Die vier Elemente, ihre Bedeutung und ihr Geheimnis
Die vier Cherubim und der Wagen Gottes
Die Auflösung der Negativdynamik
Von 13 zu 10 – der Weg zurück zum Baum des Lebens


Kommentare

  1. Einfach nur megaschön – ALLES!!!!!!

    Ich bin total be-geistert.
    Ganz herzlichen Dank für all Ihre Arbeiten und die wunderschöne Aufmachung aller Zusammenhänge.

    Ich suche noch einen Pfad, MEINEN roten Faden darin zu finden:-)
    Ich würde mir am Liebsten alles ausdrucken:-)
    Ihnen ein MEGA-GROSSES Dankeschön!!!!!

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