Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die Integration der männlichen Anteile (Animus)

Die Sonnenblume für die Integration der männlichen Anteile

By on 19. November 2020

Die Sonnenblume für die Integration der männlichen Anteile

Die Sonne ist ein männliches Symbol. Die Sonnenblume, die sich zur Sonne dreht, darum hier als geeignetes Bild für die Integration der männlichen Anteile

Die Integration der männlichen Anteile (Animus)

Der Körper und die männliche Seite des Geistes: Kraft in der Materie

Zugang zum Körper und seiner Kraft und «Herrschaft» über die Emotionen und Triebe

Die Integration der männlichen Persönlichkeitsanteile bedeutet, einen positiven Zugang zum Körper und seiner Kraft zu gewinnen, sodass diese ans Licht des Lebens sind und auf gewinnbringende Art zur Verfügung stehen. Dies beinhaltet auch Kontrolle über die Triebe und Emotionen (Gefühle, die sich körperlich manifestieren, zum Beispiel durch erhöhten Puls).

Von «Macho» in Sturm und Drang zur Weisheit des Vaters

Bildhaft gesprochen müssen sich die männlichen Anteile der Frau von unreifem Macho voll «Sturm und Drang», der schnell «rot» sieht, zum gehorsamen «Sohn» («Christus», Prinz) des liebenden Vaters entwickeln. Mit anderen Worten: Der innere «Sohn» muss von stürmischer und aggressiver Männlichkeit zu Weisheit heranreifen.

Die positiven männlichen Anteile Kreativität, Zielstrebigkeit und Durchsetzungsvermögen

Die Frau integriert ihre männlichen Anteile, indem sie ihr starke Energie wahrnimmt, ohne sich dadurch in Negativität treiben zu lassen. Gelingt es ihr, diese Kräfte zu «zähmen», dann gewinnt sie Kreativität (Schöpferkraft), Entscheidungsfreude, Zielorientierung und Durchsetzungsvermögen.

Das Ziel: Ganzheit durch Integration der gegengeschlechtlichen Anteile

Der Mensch erreicht Ganzheit, indem er seine gegengeschlechtlichen Anteile integriert. Dies bedeutet, dass er beide, nämlich seine weiblichen und seine männlichen Persönlichkeitsanteile am Licht seines Lebens hat.

Jeder Mensch hat beides: männliche und weibliche Persönlichkeitsanteile. Mehr:

Das Ziel für den Menschen ist, mit seinem liebenden Bewusstsein («männlich») selbstwirksam und eigenverantwortlich in seinem Leben zu stehen und über seinen Körper und seine Ressourcen («weiblich») weise «regieren». Dies ist die tiefere Bedeutung der Königsherrschaft, von welcher in den Überlieferungen immer wieder die Rede ist.

  • Die männlichen Persönlichkeitsanteile: Das Bewusstsein als initiierende, Impuls gebende Energie beinhaltet Reflexion, Strategie, Zielorientierung, Entscheidungsfreude, (Selbst-)Instruktion und Kreativität.
  • Die weiblichen Persönlichkeitsanteile: Der Körper mit seinem Lebenstrieb und seinen automatischen Funktionen ist „empfangende Materie“. Sie nimmt den Impuls des Bewusstseins auf und setzt ihn durch Worte und Taten in neue, lebendige Realität um.

[Mehr s. Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung und Die Erschaffung neuer Realität.]

Die Integration der männlichen Anteile: Vom negativen zum positiven Antrieb (Animus)

Der Animus, die männliche Seite des Geistes: Kraft und (An-)Trieb in der Materie

Der männliche Geist (Animus) ist Kraft und Antrieb im Körper und in der Materie. Ist dieser ganz im Schatten, verdrängt und weggesperrt, ist die Frau entweder antriebslos, ja «ohnmächtig», wie es die Märchen ausdrücken oder sie ist aus negativen Gefühlen wie Schmerz und Zorn aggressiv und machorientiert.

Die nicht integrierten männlichen Anteile: negative und destruktive Energie

Wenn dieser innere Mann dann aus seinem Kellerverlies «nach oben» entweichen kann, taucht er zunächst voll negativer Energie auf. Die Frau integriert ihre männlichen Anteile, indem sie sie zähmt, diszipliniert und bewusst konstruktiv lenkt (s. zur Veranschaulichung: Der entwichene Gefangene).

Konkret bedeutet dies, dass die männlichen Persönlichkeitsanteile die Frau aus dem Schatten mit negativer männlicher Energie überschwemmen, solange sie nicht integriert sind. Dies bringt aggressives, dominierendes und machtorientiertes Verhalten mit sich.

Negative Männlichkeit und der negative emotionale Trieb

Der negative emotionale Trieb der Frau aktiviert ihre negativen männlichen Persönlichkeitsanteile, das heisst Aggressionen und machtorientiertes Verhalten.

Perfektionismus und Negativität

Die Frau ist anfälliger auf den negativen emotionalen Trieb, weil sie eher zu Perfektionismus neigt. Sie ist im Bereich des Geistes zu Hause, denn Liebe und Beziehungen sind ihr wichtig. Ihre ureigene Liebe (die innere «Jungfrau»), die einen Glauben mit sich bringt, der Berge versetzen kann, führt dazu, dass sie stets das Ideal vor Augen hat. Darum ist sie in Gefahr, darunter zu leiden, dass nichts in dieser Welt perfekt ist.

 Schmerztrieb der Frau

Perfektionismus, Leiden an Unvollkommenheit und enttäuschte Liebe können zu emotionalen Schmerzen führen, die umso stärker sind, je mehr sie gegeben hat, ohne zu empfangen. Wenn sie zudem körperlich traumatisiert worden ist, ist der negative innere Mann als Schmerzkörper mächtig und sie im Griff ihres Opfer-Egos. Der negative Antrieb in der Materie aus Zorn und Schmerz in seiner kollektiven Dimension ist durch den Archetyp des «Teufels» dargestellt (s. Der negative Animus als Teufel oder Schmerzkörper).

Die böse Fee oder Hexe

Negative Macho-Männlichkeit und der Fluch

Schmerz und Zorn trennen die Frau von ihrer ureigenen Kraft der Liebe und bringen ihr Denken durcheinander. Sie brennen wie Feuer und aktivieren in der Frau negative, impulsive Männlichkeit. Diese sieht schnell rot, ist sogleich bereit zuzuschlagen, will kämpfen und sich verteidigen und (meistens verbal) dominieren. Diese Impulse sind schneller als das Denken (s. Die Schlange im Kopf – unser altes Reptilienhirn).

Die Negativität der Frau in der Paardynamik

Tritt die Frau dem Mann in der partnerschaftlichen Auseinandersetzung in dieser Energie gegenüber, dann ortet er sie instinktiv als «Angreifer» und «Feind». Er fühlt sich bedroht und geht instinktiv auf Abwehr oder Gegenangriff. Dies kann die Situation zum Eskalieren bringen. Darin mag das Gebot der Unterordnung der Frau in Religionen und Traditionen begründet liegen. Denn wenn sie in Rage gerät, ist sie in Gefahr, alles zu zerschlagen, was ihr je etwas bedeutet hat. Im Gegenzug dazu wurde der Mann verpflichtet, in eine verbindliche Verantwortung hineinzustehen, aus welcher er nicht davonlaufen konnte (s. Negative Paardynamik).

Weil also Schmerz und Wut die negative Männlichkeit der Frau aktivieren, gilt:

Je mehr negative Erfahrungen eine Frau mit ihrem Körper und mit Männern gemacht hat, umso stärker ist sie der Negativität verhaftet und umso schwerer fällt es ihr, ihre männlichen Anteile zu integrieren.

Heilung durch Liebe

Die positiven männlichen Anteile der Frau sind in Märchen durch den erlösenden Prinzen und in religiösen Schriften durch Erlösergestalten wie Mose, der Messias/Christus oder Krishna dargestellt.

Heilung im Namen des liebenden Vaters

Der Prinz oder Erlöser kommt als der gute und gehorsame Sohn im Namen des König-Vaters, um sich ganz dem Weiblichen (der Frau, den Menschen und der Materie) hinzugeben.
Es ist diese bedingungslose, vergebende und heilende Liebe, welche die Frau wieder mit ihrer eigenen Liebe und Kraft in Verbindung bringt.

Liebe stärker als der Tod – Erlösung aus dem Todesschlaf

Liebe befreit aus der Unterwelt, das heisst aus negativen Gefühlen, Schmerz, Ohnmacht oder Zorn. Sie bewirkt Auferstehung in die ewige Existenz des Geistes und bewegt zu Hingabe des Körpers und des Lebens aus Liebe. Manchmal braucht es ein schmerzhaftes Erlebnis, damit der Mensch überhaupt aufwacht und bereit ist, den Heldenweg in Richtung Heilung auf sich zu nehmen.

Bedingungslose Vaterliebe

Diese heilende Liebe kann von aussen angestossen werden, durch einen Mann, der bedingungslos liebt (wie Christusund der VATER). Wichtig für die Frau ist aber, dass sie diese Liebe in sich selber weckt und auferstehen lässt.

Die Integration der männlichen Anteile: Selbstwirksamkeit

Integration von Schwäche und Containment

Die Frau, die sich selber – in ihrer Ohnmacht und Schwäche – liebt, kann sich daraus befreien, indem sie beginnt, für sich selber und ihre Bedürfnisse einzustehen.
Der Kuss bedeutet: Sie spricht sich selber vollkommene, bedingungslose Liebe zu!

Vergebung

Die Liebe gibt der Frau die Kraft, jenen zu vergeben, die sie verletzt haben: Allen voran sich selber. Sie hat sich selber verletzt und zugelassen, verletzt zu werden, indem sie sich immer wieder selber gezwungen, «vergewaltigt» hat, über ihre Grenzen hinaus zu geben, wonach andere verlangten. Dies mag seinen Grund darin gehabt haben, dass sie aus Mangel an Selbstliebe süchtig war nach Anerkennung und Bestätigung.

Die Zähmung des Drachens: Kontrolle über den negativen emotionalen Trieb

Indem die Frau beginnt zu vergeben, wird ihr Ego, nämlich ihr negativer emotionaler Trieb, der Schmerztrieb («mortido», Todestrieb, s. Der Trieb) schwächer. Versöhnung und Heilung werden nun möglich. Doch die Negativität wird nicht von einem Tag auf den andern verschwinden. Vielmehr gilt es (wie auch beim körperlichen Trieb), Herrschaft über die Emotionen zu übernehmen (Containment) und den inneren Drachen zu zähmen.

[S. Martha und die Zähmung des Drachen, Starke Emotionen und das Unbewusste (Schattenaktivität) und Selbstwirksamkeit – positiv leben.]

Selbstwirksamkeit: Strategie und Zielorientierung

Ihre männliche Seite entwickelt die Frau, indem sie beginnt, Kreativität, Entscheidungsfreude und Durchsetzungsvermögen zu leben. Strategie hilft ihr, nicht immer gleich zu sagen, was ihr auf der Zunge liegt und so ihr Inneres preiszugeben. So kann sie ihre Verletzlichkeit schützen und sich stattdessen überlegen, was ihrem Ziel dient und wie sie ihre Wünsche durchsetzen kann. Die Frau, die gelernt hat, sich selber zu lieben, nimmt ihre Emotionen wahr und versteht sie. Sie hat sie aber unter Kontrolle und auch gelernt, sich gegen ungebührliche Ansprüche abzugrenzen.
Sie hat mit anderen Worten ihren inneren Helden, Christus in ihr, aktiviert.

[Dazu der Song «Hero» von Mariah Carey, Text und Übersetzung.]

Heilige Hochzeit

Die Frau hat nun ihren inneren Helden integriert und ihre reine Liebe, die Jungfrau wiedergewonnen. Sie hat Ganzheit erlangt durch die Vereinigung ihrer weiblichen und männlichen Anteile (Die heilige Hochzeit). Sie kann nun in ihrem Leben herrschen und tritt in eine neue Fülle ein.

Heilige Hochzeit

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