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Wie integriere ich meine Schatten konkret?

Vom Schatten ans Licht

By on 7. April 2020

Ungelöste Konflikte mit dem Dokument

Wie integriere ich meine Schatten konkret?

Ungelöste Konflikte 

Das obige Bildschirmfoto einer Computerwarnung als Einstieg: Ungelöste und verdrängte Konflikte verbergen sich im Schatten. Die dazu gehörenden Persönlichkeitsanteile und Ressourcen sind damit weggesperrt, gebunden und entsprechend mit Negativität behaftet. Sie werden «befreit», indem die Schatten integriert werden und stehen so der Person neu in ihrem positiven Aspekt zur Verfügung. In diesem Zusammenhang drängen sich darum Fragen auf wie zum Beispiel: Wie integriere ich meine Schatten konkret? Was brauche ich dazu?

Sieben Schritte und sieben Aspekte kommen hier zur Sprache, welche dabei eine Bedeutung spielen und den Weg zu Liebe und Versöhnung zu ebnen.

Vorbemerkung: Ich integriere meine Schatten durch das Licht des Bewusstseins.

vom Dunkel ins Licht

Ans Licht des Bewusstseins: Mutig der Wahrheit ins Gesicht blicken!

Will der Mensch zu seinen verborgenen Ressourcen und Fähigkeiten Zugang gewinnen, dann muss er sich mit seinen Schatten auseinandersetzen (s. Die Integration des Schattens). Bewusste Liebe beinhaltet auch Wahrheit.

Heilung am Licht der Liebe

Nur die Liebe hat die Kraft, die unschöne und verdrängte Wahrheit zu tragen und zu ertragen. Die Liebe deckt jeden Mangel zu und sieht das Pozential. Schwächen, die ans Licht der Liebe kommen, können heilen und in Stärken verwandelt werden (Angst wird zum Beispiel zu Sorgfalt und Achtsamkeit, Wut zu Durchsetzungsvermögen gegen Ungerechtigkeit). Das Licht des liebenden Bewusstseins ist identisch mit «Gott», dem «Vater», «Christus», «Gott in uns» und dem göttlichen Funken im Menschen.

Wie integriere ich meine Schatten konkret?

Der Mensch integriert seine Schatten, indem er sich selber in schwierigen Situationen liebt und indem er übt, in der Krise liebevoll, verständnisvoll und geduldig mit sich umzugehen. Er kann lernen, sich nicht zu negativen Reaktionen (Worten und Taten) hinreissen zu lassen, sondern sich Zeit lassen, um trotz problematischen Gefühlen und Impulsen angemessen und konstruktiv zu reagieren.

Sieben konkrete Schritte, wie ich meinen Schatten integriere:

Übersicht:

  1. Lernbereitschaft: Bereitschaft zu wachsen und an sich selber zu arbeiten.
  2. Die Wahrheit (an-)erkennen: Emotionen und Reaktionen neutral wahrnehmen.
  3. Ruhe bewahren: keine negativen Reaktionen, Taten oder Worte.
  4. Verständnis und Akzeptanz: liebevoller Umgang mit sich selber und anderen.
  5. Selbstreflexion: Sich fragen: «Warum reagiere ich so?»; «Was geht ab?»
  6. Wertschätzung: Das Positive im Fremden, im Andersartigen sehen.
  7. Integration: Sich neue, andere Eigenschaften aneignen und sie anwenden.

1: Ich übe Bereitschaft, zu lernen und an mir selber zu arbeiten.

Voraussetzung ist, dass der Mensch die Bereitschaft aufbringt, sich mit seinen Schwächen auseinanderzusetzen und der Ursache seiner problematischen Impulse und Verhaltensmuster auf den Grund zu gehen. Dazu gehört in erster Linie auch, dass er aufhört, das Negative nur in seiner Umgebung zu sehen und die Schuld für sein Unglück anderen zuzuschreiben (s. die Projektion des Schattens). Stattdessen gilt es einzusehen, dass letztlich jeder selber für sein Glück verantwortlich ist.

2: Ich nehme Emotionen und Stresssymptome, Motive und Treiber bewusst wahr.

Hat der Mensch Lernbereitschaft, dann kann er sein eigenes Verhalten auch mit einer gewissen Neugier betrachten. Er muss dazu keine Nabelschau machen und Fehler bei sich selber suchen. Vielmehr meldet sich der Schatten in der Auseinandersetzung mit anderen Menschen und anspruchsvollen Situationen von selber. Er macht durch Stresssymptome und starke Emotionen auf sich aufmerksam (s. Schattenaktivität – negative Körperemotionen und Kontrollverlust). 

3: Ich bleibe ruhig und lasse mich nicht zu negativen Worten und Taten hinreissen.

Ich fühle die starke Energie …

Die Schatten, die meist unvermittelt aus dem «Untergrund» auftauchen, überschwemmen den Menschen zunächst also einmal mit negativer Energie. Wenn die Emotionen hochgehen, ist es eine Herausforderung und eine Prüfung, sich dadurch nicht zu negativen oder problematischen Gedanken, Worten und Taten verleiten zu lassen. Idealerweise lehnt man sich in einem solchen Augenblick zurück, atmet tief durch und begrüsst die starken Gefühle: «Ah! Hallo! Hier bist du also (wieder einmal)!» Und: «Wow! Du hast aber Power!».

… aber bewahre Neutralität!

Wem es gelingt, Selbstdisziplin aufzubringen und eine neutrale Haltung zu bewahren, der kann mit einem gewissen Staunen einfach einmal feststellen: «Oh, da geht aber wieder mal die Post ab…!» Und: «Hm… So kann man sich also auch verhalten …»
Es ist sehr wichtig, jede Wertung und Verurteilung zu unterlassen! Denn diese beinhalten bereits wieder Negativität («nicht gut! ») und erzeugen mehr Negativität, nämlich Angst, Scham und Ablehnung.

4: Ich übe Verständnis und einen liebevollen Umgang – mit mir selber und mit anderen.

Die Liebe ist die Kraft, die alles duldet, erträgt und annimmt. Sie gibt damit auch Kraft, die Wahrheit zu ertragen, und sei diese noch so hässlich oder erbärmlich. Der Mensch denkt, er sterbe bei ihrem Anblick, aber die Liebe sagt: «Es ist ok. Ich bin da. Du bist trotzdem und in all dem geliebt!» Sie geht sogar noch einen Schritt weiter und sagt: «Wir schaffen das! Dies ist der nun Grund, der Tiefpunkt. Von hier geht es nach oben!»
Die Liebe gibt Hoffnung für eine bessere Existenz. Es ist bedingungslose, vergebende Vater-Liebe, die Liebe des Vaters, die annimmt und heilt.
Wer gelernt hat, mit sich selber liebevoll und verständnisvoll umzugehen, wer diese rettende Liebe erfahren hat, der kann auch andere lieben und sie in ihren Schwierigkeiten verstehen und annehmen.

5. Ich erkenne meine Muster und entscheide mich: Ab heute anders!

Als ich ein Kind war …

Für eine weitere Aufarbeitung von Konflikten geht es darum, sich zu fragen : «Warum reagiere ich so? Was geht in mir ab?» Möglicherweise tauchen dabei Erinnerungen an Erfahrungen aus lange vergangenen Zeiten auf. Und man erkennt, dass sie eine viel tiefere Spur hinterlassen haben, als man es bis anhin ahnte. Es kommen zum Beispiel Gedanken wie: «Als Kind musste ich immer … durfte ich nicht … ».

Ab heute aber anders!

Es ist wichtig, nicht in der Vergangenheit stecken zu bleiben. Vielmehr können Einsichten als Wegweisung für eine bessere Zukunft zu sehen: «Ab heute nicht mehr mit mir!» Oder: «Ich muss ja nicht mehr … Ich bin ja jetzt erwachsen und kann für mich selber Verantwortung übernehmen».

6. Ich lerne das Andersartige schätzen.

Es lohnt sich, Andersartiges neugierig zu betrachten und es sogar als Bereicherung anzuerkennen: «Zugegebenermassen in gewissen Situationen hat dieses Verhalten durchaus Vorteile oder eine gewisse Berechtigung.» Oder: «Diese Eigenschaft/ diese Kraft könnte ich eigentlich auch gut gebrauchen.» So kann man seine eigenen Verhaltensmöglichkeiten erweitern.

7. Ich nehme es als zu mir gehörend an (und integriere es so in mein Leben).

Die neuen Eigenschaften werden als eigene anerkannt: «Ja! Das gehört auch zu mir! Das kann ich auch. So bin ich auch. Ich muss einfach lernen, mit dieser Art / mit diesen Energien umzugehen. Ich will es versuchen!»

8. Dies ist mein neuer Anfang als Teil der neuen Schöpfung der Liebe.

Wer mit anderen versöhnt ist, findet auch Versöhnung in sich selber. Und umgekehrt gilt: Wer sich selber liebt und mit sich selber versöhnt ist, kann Liebe und Versöhnung in die Welt hinaustragen und ein Friedensstifter werden.

Rück- und Ausblick

Die Frage «Wozu?» ist hilfreicher weiter als die Frage «Warum? ». Sie führt zu dem, was werden soll. Konkret sind es Fragen wie: „Was will mir das jetzt, in dieser Situation, sagen?“ Oder: „Welche Seelen-Arbeit gibt es jetzt hier für mich zu tun? “; „Was muss integriert werden? »; «Was kann/sollte ich hier lernen? “; «Wie kann ich mein neu gewonnenes Verständnis konstruktiv einsetzen?»

Lernen ein Leben lang

Die Bereitschaft, ein Leben lang zu lernen, ist in allen Prozessen hilfreich.
Wichtig ist dabei, mit sich selber liebevoll umzugehen. Wer Liebe, Geduld und Verständnis gegenüber sich selber gelernt hat, kann diese Fähigkeiten auch in der Begegnung mit anderen leben.

So werden die Schatten am Licht des liebenden Bewusstseins integriert. So geschieht Versöhnung – mit sich selber, mit anderen und mit der Existenz als Ganzes.


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