Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Das dritte Auge und der Schatz des Königs

Die Drachenschlange und der Schatz des Königs

By on 9. April 2020

limbisches System

Das limbische System (gelb) endet über den umgürtenden Kortex (grün) in der Grosshirnrinde (violett), an der Stelle, wo «das dritte Auge» lokalisiert wird. 

Das dritte Auge – der runde Tisch des Königs

Am runden Tisch des Königs kommt der König mit seinen Beratern («Stimmen aus dem Volk») zusammen, um wichtige Entscheidungen zu treffen. Dieser Ort, an dem «König Bewusstsein» mit seinem Berater darüber befindet, wie das «Land» (Körper und Handlungsressourcen) zu führen sei, liegt anatomisch gesprochen im dritten Auge.

Das hinduistische Bindi

Das dritte Auge ist die Verknüpfungsstelle zwischen bewussten und unbewussten Strukturen.

König, Berater und Volk – im menschlichen Gehirn

Im menschlichen Gehirn finden sich die «leitenden» wie auch die «beratenden» Strukturen. «König Bewusstsein» ist anatomisch gesehen in der frontalen Grosshirnrinde (violett) zu lokalisieren, der «Berater» im umgürtenden (cingulären) Kortex (grün). Als solcher zeichnet er sich durch seine «Nähe zum Volk» aus, welches das limbische System darstellt, das die Körperfunktionen steuert. Tatsächlich gehört der umgürtende Kortex anatomisch gesehen zum limbischen System. Dieses endet etwas oberhalb der Stelle zwischen den Augenbrauen in der frontalen Grosshirnrinde, dort wo das hinduistischen «Bindi» als Punkt auf der Stirn markiert ist.

Überblick über die Hirnfunktionen

Ausführlich dazu s. Das Bewusstsein und das menschliche Gehirn.

König Bewusstsein: die vordere, mittlere Grosshirnrinde

Anatomisch gesehen befindet sich «König Bewusstsein» in der stirnseitigen Rinde des Grosshirns (orbifrontaler ventromedialer Kortex, violett in Abb. 1). Hier ist das menschliche Abstraktionsvermögen und damit der menschliche Geist, lokalisiert (s. auch Das Bewusstsein und das menschliche Gehirn).

Der Berater des Königs: der zinguläre Kortex (Vernetzung und Empathie)

Der engste «Berater des Königs», die oberste ausführende Gewalt, der Leiter des Exekutive, entspricht dem vordersten Teil des limbischen Systems, dem umgürtenden, «umzingelnden» Kortex (anteriorer cingulärer Kortex, grün in Abb.1). Er ist zuständig für die Vernetzung von Denken (vordere Grosshirnrinde) und automatischen Körperfunktionen (limbisches System). Hier findet sich auch die Fähigkeit zu Empathie («HERZ»). Der umgürtende Kortex (anteriorer cingulärer Kortex, grün in Abb.1) ist die Brücke zwischen dem Grosshirn und dem limbischen System und umgibt, «umzingelt» dieses.

Der Schatz des Königs: das limbische System

Das limbische System ist, bildhaft gesprochen, der «Schatz des Königs», die Zentrale der menschlichen Körperfunktionen und Handlungsressourcen. Es beinhaltet, bildhaft gesprochen, den ganzen «Staatsapparat». Als Teil des Gehirns ist es verantwortlich für die unbewussten Funktionen des ganzen Organismus: für Puls, Blutdruck, Ausschüttung von Botenstoffen und Hormonen, Steuerung der Bewegungsabläufe.
Diese sind die Handlungsressourcen des Menschen als «König Bewusstsein» und – wiederum bildhaft gesprochen – der Schatz des Königs:

Das Ziel: Herrschaft des liebenden Bewusstseins

Der Vater als das liebende, schöpferische Bewusstsein

Der «gute» König und die Achtsamkeit

Das Ziel ist, dass der Mensch sein liebendes Bewusstsein einsetzt, um in seinem leben gut zu «herrschen». Dabei stellen sein Körper und seine Ressourcen sein «versprochenes Land» dar (s. Königsherrschaft im Leben). Der Mensch empfängt aus dem limbischen System Informationen über den Körper und seine Befindlichkeit. Als guter Herrscher ist er achtsam, nimmt Erschöpfung, Schmerzen oder Gefühle wahr. Er lässt sich davon aber nicht überrollen, sondern erwägt sorgfältig, welches in der gegebenen Situation das angemessene Verhalten sein könnte. So wird das Unbewusste integriert. Es wird ans Licht gebracht und bekommt einen Platz und eine Stimme.

Der schwache König und Schlangenzunge

Der hinterhältige Berater

Wenn «König Bewusstsein» schwach ist, erhält sein intriganter Berater zu viel Macht und kann beginnen, aus dem Hinterhalt zu regieren. Dabei wird er den König negativ beeinflussen und ihn durch Negativität, Lügen und Intrigen zunehmend lähmen und vergiften.
Zudem wird das Land durch seine Rücksichtlosigkeit, mit welcher er seine eigenen Machtinteressen verfolgt, heruntergewirtschaftet und ausgebeutet.

Schlangenzunge und der Schatz des Königs 

Die Drachenschlange und der Schatz des Königs

Abbildung 2: Die Drachenschlange und der Schatz des Königs
(der cinguläre Kortex und das limbische System)

Das limbische System – Vollmacht über sämtliche Ressourcen 

Das limbische System steuert den Körper und die unbewussten Funktionen. Diese sind der «Schatz» von König Bewusstsein, der – bildhaft gesprochen – durch die «Drachenschlange» bewacht wird (anatomisch gesehen dem cingulären Kortex).

Die Drachenschlange – das Ego und der Trieb

Die Herausforderung ist, dass der Mensch mit seinem Bewusstsein in einem «tierischen» Körper wohnt, der durch unbewusste Funktionen (Triebe) gesteuert wird. Die «Schlange» ist zunächst einfach einmal ein Symbol für den Lebenstrieb, der zu Bewusstsein aufgestiegen ist (s. Das Leben und die Schlange).
Mit dem Zugang zu Bewusstsein hat sich der ehemals tierische Selbsterhaltungstrieb aber zum Machttrieb entwickelt, der mit dem Ego identisch. Das Ego möchte sich des Bewusstseins bemächtigen und mit Strategie («List») seine Macht auszuweiten, um alles zu kontrollieren (s. Der Sündenfall-Bericht).

Stress und Alarm – die Gelegenheit für den Drachen, die alte Schlange

Das Problem ist, dass das menschliche Gehirn im natürlichen Zustand bei Alarm eine vorrangige Aktivität des limbischen Systems erlaubt.

Vorrangige Aktivität des limbischen Systems: blitzschnelle, automatische Reaktionen

Das hat entwicklungsgeschichtliche Gründe: Um in der Wildbahn zu überleben, müssen Lebewesen bei Gefahr blitzschnell reagieren können. Solche schnellen, spontanen Reaktionsmuster – unabhängig vom bewussten Denken – sind dem Menschen erhalten geblieben, obwohl er in der entwickelten menschlichen Kultur einer anderen Art von «Gefahr» ausgesetzt ist, nämlich Stresssituationen unterschiedlicher Art, in welchen sein bewusstes Handeln gefragt wäre.

Emotionen als Marker und "Zünder"

Zum limbischen System mit den Trieben und Treibern gehören auch die tief verwurzelten Emotionen. Sie dienen als «Marker» beim Abspeichern, «Katalogisieren» und Abrufen von Erinnerungen. Erlebt ein Mensch einen emotionalem Stress wieder, für den bereits abgespeicherte Reaktionsmuster vorhanden sind, dann werden diese reflexartig ausgelöst. Das limbische System übernimmt rasch und zuverlässig mit automatisiertem Verhalten die Regie, noch bevor das Denken überhaupt einsetzen kann, und schlägt unter Umständen als effizienter «Terminator» zu.

Lähmung des Bewusstseins

Hinzu kommt erschwerend für «König Bewusstsein», dass Stress, Angst und negative Gefühle die Funktion des umgürtenden Kortex beeinträchtigen oder sogar blockieren. Damit wird die konstruktive Verbindung Kopf – Herz – Körper und die Fähigkeit zu Liebe und Empathie geschwächt (mehr s. Die Schlange im Kopf – unser altes Reptiliengehirn).

Bei Stress ist damit die Chance der Schlange als das triebhafte, machtorientierte Ego gekommen (s. Die Schlange im Kopf – unser altes Reptiliengehirn). Werden ihm keine Grenzen gesetzt, entwickelt es sich zum Drachen, der mit seinen Flügeln die geistige Realität der Macht darstellt und der mit seinem Feuer der Zerstörung seine Schreckensherrschaft aufrichtet.  

Wichtig ist, dass der Mensch bewusst seine Motive und Treiber prüft und dass er Negativität durch positive Motivation, Liebe und Vertrauen ersetzt.

Die Überwindung des Drachens

Erschlagen oder zähmen?

In den menschlichen Überlieferungen finden sich unterschiedliche Wege, um den Drachen zu besiegen oder zu überwinden. Der jugendliche Helden erschlägt ihn mit seinem Schwert (so zum Beispiel die Legende von Georg, dem Drachentöter). Der weibliche Weg ist der sanftere. Gemäss der Legende zähmt die heilige Martha zähmte den gefürchteten Drachen von Tarascon, indem sie ihm Lieder vorsang. Daraufhin folgte er ihr sanft wie ein Hündchen. Dies ist ein anschauliches Bild für die Integration des Schattens.
Der Drache in seiner kollektiven Dimension wird in der Bibel mit dem Teufel und Satan gleichgesetzt (Offenbarung 20,2).

Der spirituelle Weg: Aktivierung des liebenden Bewusstseins

Bewusstwerdung und das dritte Auge

Wie erwähnt gilt es, das Unbewusste, das sich durch körperliche Reaktionen auf sich aufmerksam macht, zu integrieren, das heisst, mit dem Bewusstsein liebevoll wahrzunehmen (s. oben). Jesus machte diese Aussage:

Die Leuchte des Leibes ist dein Auge; wenn dein Auge lauter [licht, klar, ungetrübt] ist, so ist auch dein ganzer Leib licht; wenn es aber böse ist, so ist auch dein Leib finster. Sieh nun zu, dass das Licht, welches in dir ist, nicht Finsternis ist. Wenn nun dein ganzer Leib licht ist und keinen finsteren Teil hat, so wird er ganz licht sein, wie wenn die Leuchte mit ihrem Strahl dich beleuchtete.[1]

7 Lebensbereiche

Das «Auge» kann in diesem Zusammenhang sehr wohl mit dem «dritten Auge»  in Verbindung gebracht werden. Es ist «licht», wenn der Mensch die Wahrheit über sich selber erkennt und mit seinem liebenden Bewusstsein die Herrschaft über den Körper mit seinen Trieben übernimmt (s.  Das Bewusstsein und das Unbewusste – Licht und Dunkel ).

Das Bewusstsein stärken und Vernetzung trainieren

Es gibt verschiedene Techniken, die helfen, das limbische System mit seiner konstanten Alarmbereitschaft zu beruhigen und so die Vorherrschaft der Grosshirnrinde zu stärken. Beispiele dafür sind Reflexion oder Meditation, aber auch Körperübungen (mehr dazu s. Wie lenke ich mein Leben konkret in eine positive Richtung?).

Gebet: lebendige Beziehung im Jetzt

Die Stärke des Gebets liegt in der Aufnahme der Beziehung zu einer guten zugewandten «Instanz», die ein starker Helfer ist und so über die eigenen Grenzen hinaushebt. Beziehung geschieht immer hier und jetzt. Sie holt die Person zurück aus einer unbestimmten Zukunft (Sorgen) oder aus bereits passierter Vergangenheit (schmerzhafte Erinnerungen) in die Gegenwart. Das Leben will im Jetzt gelebt werden!

In der jüdischen Gebetstradition wird die Verbindung Denken (Stirn) – Herz (Fühlen) – Hand (Taten) durch die «Tefillin» bildhaft unterstrichen.

So deckt das Gebet «Unser Vater» zum Beispiel alle sieben Bereiche der menschlichen Existenz ab und bildet damit eine Kurzfassung des Heldenweges des Menschen:

Das Gebet "Unser Vater" und der Heldenweg

Nachweise

[1] Bibel, neues Testament, Evangelium nach Lukas, Kapitel 11,34 – 36


Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Top

Newsletter Abonnieren

We respect your email privacy

Newsletter abonnieren

You have successfully subscribed to the newsletter

There was an error while trying to send your request. Please try again.

Goldspur will use the information you provide on this form to be in touch with you and to provide updates and marketing.