Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und Potenzial

Die Jungfrau, Symbol für das Potenzial

By on 17. September 2020

Die Jungfrau, Symbol für das Potential

Die Jungfrau und ihre «Magie»: die wunderwirkende Kraft der Liebe

Reine sanfte Liebe

Die JUNGFRAU steht für die starke, himmlische Kraft der sanften Liebe. In ihrer übernatürlichen Schönheit strahlt sie Botschaften aus wie: «Alles ist möglich!» und: «The sky is the Limit». So zieht sie den Blick von der irdischen Begrenztheit in den Bereich des Geistes und des Göttlichen.

Eine göttliche Ausstrahlung von Schönheit und Vollkommenheit

Diese himmlische Ausstrahlung haftet auch der jungen Frau, deren Liebe noch intakt ist, an. In Identifikation mit der JUNGFRAU verkörpert sie ein Stück ihrer Vollkommenheit. Sie weckt die Träume und das Begehren des jungen Mannes, der «hoch hinaus» möchte: Sie ist, was er dazu braucht! Sie ist seine «gute Partie», seine «Göttin», die ihn beflügelt, seine «Prinzessin», die ihm sein Königreich verschaffen kann.

Dazu dieser Song:
«She’s so high above me!» (mit Text und Übersetzung).

Das Lied besingt das mythologische Thema des jungen Mannes, der «aus dem Nichts» kommt und mit der Eroberung der Königstochter alles gewinnt. Diese erscheint ihm denn auch wie «von einem anderen Stern». Er ist der starke Held, der nichts zu verlieren hat und darum seine ganze Existenz in die Waagschale werfen kann.

Die Jungfrau und die Erschaffung von neuer Realität

Die Jungfrau ist darum so faszinierend, weil sie Potenzial und Erfüllung verspricht. Ihre Liebe und ihr Glaube sind ohne Grenzen. Aus ihren Augen leuchtet das, was werden kann. Darin sieht sich der Held schon als künftiger König und Vater ihrer ungeborenen Kinder.

Sie verkörpert damit das Versprechen dessen, was werden kann. Als Jungfrau-Mutter ist sie Potenzial und Realität in einem, denn sie hält mit dem Kind die Zukunft in ihrem Arm.

Damit erfüllt sie zwei von drei Voraussetzungen für die Erschaffung von neuer Realität. Denn in ihr sind Liebe und Leben spendende Kraft vereint. Nun braucht es nur noch den zündenden Funken, der die Entstehung des neuen in Bewegung setzt, den schöpferischen Impuls, den männlichen Samen «des Wortes».

Die drei Voraussetzungen für die Entstehung von neuer Realität

Diese drei Voraussetzungen müssen für die Entstehung von neuer Realität gegeben sein:

1. Reine Liebe als das verbindende Element

Nur die Liebe hat die Kraft, die beiden ultimativen Gegensätze männlich und weiblich, Geist und Materie  zu vereinen, wodurch neue Realität entsteht. Die Jungfrau steht als Symbol für reine Liebe und die weibliche Seite des Geistes Gottes (s. Der Heilige Geist).

2. Lebendige und Realität gebärende Materie (die «weibliche» Seite) 

Die weibliche Seite des schöpferischen Aktes ist das Leben in der Materie.
Die JUNGFRAU symbolisiert dabei in einem weiteren Sinn das Potenzial, die MUTTER hingegen als Realität die lebendige Wirklichkeit. Die Besonderheit des Weiblichen ist, dass es Samen aufnehmen und lebendige Frucht wachsen lassen kann. Mit anderen Worten bedeutet dies, dass das Geheimnis des Lebens der irdischen Existenz im Weiblichen, in der lebendigen Materie verborgen ist (s. u.).

3. Der schöpferische Impuls (die «männliche Seite»)

Als dritte Voraussetzung neben der Liebe und der lebendigen Materie braucht es für die Entstehung von neuer Realität auch noch den «zündenden Funken», nämlich den geistig-schöpferischen Impuls. Dieser ist die männliche Seite des Geistes und durch den ARCHETYP des ANIMUS dargestellt.

Die Jungfrau „im Himmel“ als der Äther 

Die Jungfrau, linker Arm des Vaters

Geboren «im Himmel» – aus Liebe des Vaters

Die Jungfrau ist aus der geistigen und bedingungslosen Liebe des Vaters «im Himmel» geboren. Als sein „linker Arm“ symbolisiert sie die Kraft reiner, sanfter Liebe, voll Vertrauen und mit einem Glauben, der Berge versetzen kann. (Abbildung: Detail aus «Die Erschaffung Adams» von Michelangelo.)

Das unsichtbare verbindende Element

Das Wort Äther wird mit „reiner Himmelsluft“ übersetzt.
Bereits in der Antike sprachen die Menschen vom Äther und meinten damit ein «geistiges» Element, eine Substanz, die nicht wahrnehmbar, aber dennoch überall ist und alles verbindet. Damit handelt es sich um einen Faktor, welcher ausserhalb der Grenzen von Raum und Zeit ist und gut zur reinen Liebe wie auch zum Potenzial passt, welche im Archetyp der JUNGFRAU enthalten sind.

Diese übernatürliche, verbindende Kraft, welche mit der Jungfrau assoziiert ist, hat im menschlichen Denken sowohl in den Überlieferungen wie auch in der Wissenschaft immer wieder eine wichtige Rolle gespielt. Dazu diese Beispiele:

Die Jungfrau über 5000 Jahre: Von der Göttin der Luft zum Meer aller Möglichkeiten

Die Vorstellung von diesem «ätherischen Element», welches der Jungfrau anhaftet, hat über die Jahrtausende unterschiedliche Gestalt angenommen:

Die Göttin der Luft in Sumer

NinLil war der sumerische Name für die jungfräuliche Göttin der Luft. Sie stellte zarte, feinfühlige, verletzliche und hingebungsvolle Liebe dar. Ihr Gatte war EnLil, der stürmische Gott der Luft. Ihre Ehe war die erste Tragödie im Götterhimmel. Sie machte aus NinLil EreshKiGal, die Herrscherin der Unterwelt

Griechenland und der Äther als Quintessenz

Auch die griechische Mythologie kannte den „Aither“ als den personifizierten „oberen Himmel“. Aristoteles sprach von einer „Quintessenz“ als dem fünften Element, welches die vier Elemente, Feuer, Wasser, Erde und Luft zusammenhalten kann. Diese Gedanken gingen später in die Alchemie über.

Die wunderwirkende Jungfrau-Mutter in der Kirche: Potenzial und Realität

In christlichen Kirchen wird die Jungfrau häufig als Mutter mit dem Kind im Arm dargestellt. Dies ist an sich schon ein «Wunder», welches der menschlichen Erfahrung widerspricht. Denn eine Mutter, die geboren hat, kann nicht noch immer Jungfrau sein. Als Symbol für das Potenzial, mit dem Kind als Hinweis auf die neue Realität, ist sie jedoch fraglos (s.u.). Passend dazu wurden der Jungfrau von der Kirche auch übernatürliche, wunderwirkende und heilende Kräfte zugesprochen.

Der Äther und die Verbreitung des Lichts

In der Aufklärung und der Physik des 17. Jahrhunderts wurde der „Äther“ als verbindendes Element zur gedanklichen Erklärung für die Verbreitung des Lichts. Auch dies enthält eine starke Symbolik. So ist es tatsächlich die Liebe (Äther), welche Bewusstwerdung (Verbreitung des Lichts) fördert. 

Albert Einstein, der Äther und die Nahewirkung

Albert Einstein bezeichnete den Äther im Zusammenhang mit seiner Relativitätstheorie [1] als unabdingbar für die Nahewirkung. Damit hat das Element wie zurzeit der Griechen noch immer die Eigenschaft, ausserhalb von Raum und Zeit zu stehen.

Das Meer aller Möglichkeiten in der Quantenphysik

Das Potenzial, von welchem die Quantenphysik spricht, hat ebenfalls Eigenschaften eines unsichtbaren und verbindenden Elements. Es wird als das „Meer aller Möglichkeiten“ bezeichnet. Tatsächlich gehört das Wasser zum Weiblichen. Dazu passen auch seine verschiedenen Aggregatszustände: Als flüssige Leben tragende Substanz («Wasser») dient es als Bild für das Mutter-Element, während es als Gas («Luft») zur JUNGFRAU passt. So wurde gemäss dem biblischen Schöpfungsbericht am zweiten Tag das Wasser «im Himmel» (Potenzial) vom Wasser «auf der Erde» (Realität) getrennt.
(Die feste Form, Eis und Schnee, symbolisiert die negative Anima, s. Die Eis-Dynamik.)  

Die Jungfrau als Potenzial und Meer aller Möglichkeiten

Wasser – weiblich

Mythologische Wurzeln

Wasser ist wie erwähnt mit dem Weiblichen assoziiert (s. Wasser – weiblich). Bereits im sumerischen Schöpfungsbericht erscheint die «MUTTER» als stürmische Flut, «süss» und nährend oder «salzig» und aufgewühlt. In der babylonischen Überlieferung von der Erschaffung der Welt durch Marduk ist die «Jungfrau des Lebens» (TiAmat) als die Herrin der Meere zum furchterregenden Drachen geworden.

Schöne Madonna, Marienkirche Danzig

Das Meer aller Möglichkeiten

Das Meer aller Möglichkeiten als Bezeichnung für das Potenzial passt zu den Wesenszügen des Archetyps der JUNGFRAU. Es ist wie der Äther eine theoretische Konstruktion und kann entsprechend weder gesehen noch gemessen oder gezählt werden. Dennoch muss «es» da sein, weil sich gewisse Vorgänge sonst nicht erklären lassen. 

Die Jungfrau-Mutter: Potenzial und Realität in einem

Steht die JUNGFRAU als lebendige Materie, die noch nicht «befruchtet» worden ist, für das Potenzial, so steht im Gegensatz dazu die MUTTER, die bereits geboren hat, für die lebendige Realität. Gemäss dem Verständnis der Quantenphysik ist alle Materie lebendig, denn sie besteht aus Quanten, welche grundsätzlich auf Bewusstsein reagieren. Quanten kennen zwei Zustände: Potenzial und Realität.

Wellen und Quanten als Jungfrau und Mutter

Die folgenden Gedanken sind unter anderem durch Ulrich Warnke inspiriert, der ein Buch mit dem Titel «Quantenphilosophie und Spiritualität» geschrieben hat.

Die Mutter: Quanten als Realität 

Alle Materie besteht aus Quanten. Sie bilden die erfahrbare Realität. Das Wort Materie ist mit lateinisch mater verwandt, was «Mutter» bedeutet. Aus der lebendigen Materie kann wiederum neue Realität wachsen (zum Beispiel Pflanzen aus der Erde).
Wenn Quanten nicht in «Gebrauch» sind, so sagt das Konstrukt, sind sie im Zustand des Potenzials. Quantenphysiker sprechen von einem «Wellenzustand». 

Die Jungfrau: Wellen als Potenzial

Das Modell besagt, dass Quanten, die noch nicht oder nicht mehr in Gebrauch sind, als «Wellen» in einem „Meer von Möglichkeiten“ schwimmen. Der Quantenphysiker Warnke bezeichnet diese Wellen als virtuelle Teilchen, die aus Wahrscheinlichkeit bestehen [2].

Virtuelle Information und potenzielle Energie

Dazu Ulrich Warnke wörtlich:

Diese Konstruktionen „schwimmen“ in einem Meer aus virtueller Energie und potentieller Information und können „auf Realität schalten“, und zwar aufgrund quantenphysikalischer Gesetzmässigkeiten. Der Begriff Quantenphilosophie bedeutet, dass Bewusstsein im Mittelpunkt des Geschehens steht … [3]

Das Bewusstsein als zündender Funke bildet wie oben erwähnt die männliche Seite des Schöpfungsprozesses.

Die «Geburt des Kindes»: vom Potenzial zur neuen Realität 

Diese „Wellen“ als Potenzial können mit anderen Worten theoretisch alles sein, faktisch sind sie aber (noch) nichts Konkretes. In Analogie dazu kann die Jungfrau mit den blauen Augen theoretisch ein Kind mit jeder erdenklichen Augenfarbe bekommen. – Den Ausschlag dazu geben die Gene des Vaters.

Ebenso ist es mit den Wellen: Sie nehmen den schöpferischen Impuls des Bewusstseins auf, um ihm reale Gestalt zu geben. Dabei «kollabieren“ alle anderen Möglichkeiten, und die «Welle» wird zum Quantum, indem es «auf Realität schaltet».

Die Jungfrau als Wunder wirkendes Gefäss (Gral)

Das Wunder des Lebens und die Realisierung des Neuen liegt im Schoss des Weiblichen, im Innersten der lebendigen Materie verborgen.

Bildhaft gesprochen ist dies die «Unterwelt» oder aber auch die «Zauberhöhle» mit ihrem unermesslichen Reichtum und den kostbaren Schätzen, wie zum Beispiel im babylonischen Gilgamesh-Epos und in Märchen wie Aladin und die Wunderlampe oder Ali Baba und die 40 Räuber geschildert. (S. Gilgameshs Reise ans Meer.)

Zum Weiblichen (empfangende, lebendige Materie) gehören der Körper und die Menschen als Kollektiv. Mehr:

Zum Weiblichen gehören:

  • Die Frau, alle Frauen: Sie können Samen aufnehmen und neues Leben gebären.
  • Der menschliche Körper: Er nimmt Impulse des Bewusstseins („männlich“) auf und setzt sie in Worte und Taten, in neue Realität um.
  • Das Kollektiv (Gruppe, Volk, die ganze Menschheit): Es reagiert auf Information, zum Beispiel auf Nachrichten, mit Stimmungen und Handlungen. Es nimmt auch die Instruktionen des Herrschers auf und gestaltet diesem entsprechend neue Realität (führt Weisungen aus, wie zum Beispiel den Bau von Strassen).
  • Die Erde: Sie kann Samen aufnehmen und Wachstum geben. Sie reagiert auch auf unterschiedlichste Impulse aus dem Kosmos oder aus menschlichem Verhalten, z.B. mit Klimaerwärmung.
  • Die ganze Schöpfung: Sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben und damit in der „Unterwelt“ (also in Unbewusstheit, s. Das grosse Weibliche in der Unterwelt).

Intakte Liebe und Leben spendende Kraft

Das Leben selber ist ein Geheimnis. Es ist in der Materie, im Weiblichen verborgen, ja «begraben».
Die Jungfrau symbolisiert einerseits dieses Leben, das als Potenzial in der Materie liegt, andererseits aber auch die Liebe, welche dem schöpferischen Impuls des liebenden Bewusstseins den Zugang verschafft. 

Reine Liebe …

Diese intakte Liebe ist «heilig», denn sie führt zur Vereinigung der Gegensätze und damit zu Ganzheit und neuer Realität. Sie muss darum geschützt werden! Wird sie durch Macht korrumpiert und zerstört, dann setzt stattdessen eine negative Dynamik ein, die letztlich zum Tod führt. (S. Negative PaardynamikAladdin und die Wunderlampe und Die 10 Plagen Ägyptens).

… und ein wunderwirkendes Gefäss

Als Materie, in welche der «Same» als Instruktion des Bewusstseins hinein gegeben wird, ist das Weibliche ein «Gefäss», aus dem Fülle wächst (s. Der Schoss der Frau als Gral).
In Überlieferungen nimmt dieses „Gefäss“ unterschiedliche Gestalt an. Zwei Beispiele:

  • In Parzival wird es als Gral bezeichnet, welcher von einer Jungfrau in den Raum getragen wird. Bei seinem Erscheinen deckt sich der Tisch mit reichen Speisen wie von Zauberhand. Doch wenn der Hüter des Grals „krank“ ist, geht es dem ganzen Land schlecht.
  • In Aladdin und die Wunderlampe wohnt in dem Gefäss der Lampe ein mächtiger, dienstbarer Geist, der jeden Wunsch erfüllt.  

Die Überlieferungen behandeln auch das Thema, dass dieses Gefäss «in falsche Hände» geraten kann, indem sich jemand seiner aus egoistischen Motiven bemächtigt. Denn es gilt:

Wer dieses Gefäss besitzt, hat „übernatürliche“ Kräfte!

Er kann neue Realität nach seinen Vorstellungen erschaffen. 
Denn die lebendige Materie („weiblich“) ist darauf angelegt, die Absicht oder Instruktion des Bewusstseins („männlich“) umzusetzen (s.
Vater und Mutter, Geist und Materie).

Dies ist der wahre Grund, warum Jungfrauen so «hoch gehandelt» werden.

Die wunderwirkende Kraft intakter Liebe kann die kühnsten Träume des Mannes realisieren und die Lebenskraft, die er im Schoss der Frau findet, verleiht ihm geistige Stärke. Diese Kraft wohnt aber nur in derjenigen Frau, deren Liebe noch (oder wieder) intakt ist. (Ist sie hingegen in Negativität, dann ist sie «ohnmächtig» oder ebenfalls im destruktiven Machtspiel der negativen Paardynamik gefangen.)

Darin mag der wahre Grund dafür liegen, dass es für Männer immer überaus bedeutungsvoll war, unschuldige und unbelastete Frauen zu «besitzen». Die Chance, dass die Liebe bei einer «unberührten» Frau, die noch nicht enttäuscht worden ist, intakt ist, ist grösser. Sie wird darum eher zur Hingabe bereit sein. Und wenn nicht, ist immer wieder mit Unterdrückung und Unterwerfung nachgeholfen worden, nach dem Motto: «Bist du nicht willig, dann brauch› ich Gewalt».  (S. Das Gebot der Unterordnung der Frau und ihre Unterdrückung.)

Wer gewinnt die Jungfrau?

Die Frage, welche sich dem bewussten Menschen stellt, ist:
Wer soll die Vollmacht über die Materie haben, wer die Macht zu regieren?
Mit anderen Worten: Wer ist legitimiert, in der lebendigen Materie durch den blossen «Samen seines Wortes» das Neue anzustossen? 

Böse oder gute Realität?

Es ist wie erwähnt der Impuls des Bewusstseins, der die neue Realität anstösst (s. Die Erschaffung neuer Realität.)

Böse Absicht: Macht

Egoismus, Lüge und Missbrauch werden auf die Länge nur schlechte Realität hervorbringen. Denn sie sind letztlich aus Lieblosigkeit geboren und verursachen darum Verletzungen und daraus folgend negative Reaktionen wie Stolz, Schmerz und Wut, Resignation oder Empörung und Auflehnung.

Gute Absicht: Liebe

Gute Absicht hingegen ist immer mit der lebensspendenden Kraft der Liebe verbunden. Verantwortungsbewusste schöpferische VATER-Liebe gibt sich ganz hin, gibt sich durch seinen SOHN (Phallus) als den Gesalbten in die lebendige Materie hinein. Dabei «sät» er im «Sterben» der Kraft (Potenz) den guten Samen der Liebe und ruft so die neue Schöpfung ins Leben.

Auferweckung der gestorbenen Liebe in der sumerischen Überlieferung

Dies ist bereits in der sumerischen Überlieferung das Thema: Die Auferweckung durch den Vater lässt die gestorbene Göttin der Liebe wieder aus der Unterwelt zum Leben zurückkehren.  

Die Antwort lautet also:
Wahrhaftig legitimiert ist der Gesalbte
, der im Namen der Liebe kommt.

Das glückliche Ende: die Hochzeit mit der Jungfrau

Die Liebe hat entsprechend eine männliche und eine weibliche Seite:

  • Die männliche Seite ist der Held, der mit seinem liebenden Bewusstsein für das Gute kämpft. Er stellt damit eine CHRISTUS-Gestalt dar, welche durch seine Hingabe die Frau und das Weibliche wieder mit der ureigenen Kraft der Liebe in Verbindung bringt. Als Folge davon steht die JUNGFRAU als die reine Liebe wieder auf. 
  • Die weibliche Seite ist die Kraft sanfter Liebe, symbolisiert durch die JUNGFRAU. Sie weckt die Seele des Helden zu neuem Leben auf und macht ihn für die unendliche Dimension des Geistes empfänglich.

Heilige Hochzeit

Im Märchen und Überlieferungen besiegelt die heilige Hochzeit das glückliche Ende. Sie bedeutet die geglückte Vereinigung von Prinz und Prinzessin, männlich und weiblich.
Mit anderen Worten steht sie für die Integration des Unbewussten («weiblich», als Prinzessin oder JUNGFRAU) ins liebende Bewusstsein («männlich», als Prinz oder CHRISTUS in Einheit mit dem VATER).

Erwähnte Überlieferungen:

Die sumerische Mythologie von Inanna, der Göttin der Liebe
Die Auferweckung durch den Vater   
Die sumerische Überlieferung von NinLil-EreshKiGal

Das babylonisch Gilgamesh-Epos (Zusammenfassung)
Gilgameshs Reise zum Meer   
Marduk und die Erschaffung der Welt aus der ermordeten Mutter

Der biblische Schöpfungsbericht
Parzival
Aladdin und die Wunderlampe
Schneewittchen
Dornröschen
Song: She’s so high above me!» (mit Text und Übersetzung)

Erwähnte Beiträge:

Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung
Vater und Mutter, Geist und Materie
Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität
Die vier Elemente
Die Anima
Der Animus

Archetypen
Wasser – Symbol für das Weibliche und das Unbewusste
Die Frau – Körper, Seele und Geist
Die Unterordnung und Unterdrückung der Frau
Schwarze Magie 
Das Ego

Nachweise:

[1] A. Einstein: Über den Äther: Zitat: „Aber selbst wenn diese Möglichkeiten zu wirklichen Theorien heranreifen, werden wir des Äthers, d. h. des mit physikalischen Eigenschaften ausgestatteten Kontinuums, in der theoretischen Physik nicht entbehren können; denn die allgemeine Relativitätstheorie, an deren grundsätzlichen Gesichtspunkten die Physiker wohl stets festhalten werden, schliesst eine unvermittelte Fernwirkung aus; jede Nahewirkungs-Theorie aber setzt kontinuierliche Felder voraus, also auch die Existenz eines „Äthers“.» (In: Verhandlungen der Schweizerischen naturforschenden Gesellschaft. Nr. 2, 1924, S. 85–93)

[2] Ulrich Warnke, „Quantenphilosophie und Spiritualität“ (2011, S. 202), in Kapitel 3 (Materie, Energie und Leere im menschlichen Körper), S. 62

[3] Ulrich Warnke, „Quantenphilosophie und Spiritualität“ (2011, S. 202), in Kapitel 3, S. 65

[4] So zum Beispiel vom Apostel Petrus (1. Petrus 3,7):


Kommentare

  1. Mir hat ein katholischer Pfarrer eine sehr interessante Interpretation der Jungfraulichkeit gegeben:
    Diese habe nichts zu tun mit einem sexuellen Zustand. Es sei auch ein Zustand des «unbesetzt sein». Dadurch könne man EMPFANGEN. Auch Männer können den jungfraulichen Zustand haben, indem sie unbesetzt sind von XXX Sachen. So können auch sie empfangen.
    Der Grund, dass Frauen meistens mehr Zugang haben zur Spiritualität ist genau, weil sie eher auf Empfang sind als Männer, dessen Sinn eher auf senden ausgerichtet ist.
    In diesem Sinne können wir uns alle auf jungrauliche Empfangsbereitschaft einschwingen, um die göttlilche Eingebung, Inspiration und Führung aufzunehmen. So wie die Jungfrau Maria das Kind (die Energie) Gottes empfangen konnte und diese Mensch (Materie) werden liess.

    1. Vielen Dank, Christa, für diesen Kommentar, welcher das Thema auf so anschauliche Weise auf den Punkt bringt. Genau so ist es. Jeder Mensch ist mit seinem Körper auch «empfangende und Realität gebärende Materie». Entsprechend kann er durch Worte und Taten geistige Impulse und Ideen umsetzen und damit neue materielle Realität erschaffen.

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