Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die grosse Erbsünde als kollektives Problem und Fluch

Vom Dunkel ans Licht (Akko, IL)

By on 30. September 2021

Vom Dunkel ans Licht (Akko, IL)

Was ist die Erbsünde?

Die Erbsünde bezeichnet einen menschlichen Zustand der Unvollkommenheit oder «Verlorenheit», in welchen der Mensch hineingeboren wird, ohne dass er etwas dazu beigetragen hätte.

[Als Grundlage s. Die Vertreibung aus dem Paradies in Überlieferungen.]

Die Erbsünde als die irdische Realität der Trennung

Geerbte Sünde

Die Bezeichnung «Erbsünde» gibt den Hinweis, dass es sich um eine geerbte Sünde handelt. Darum zuerst zur Frage:

Was ist Sünde?

Sünde: Trennung und Negativität

Trennung

Sünde bezeichnet einen Zustand der Trennung. Der Mensch findet sich getrennt von einem grösseren Ganzen, getrennt von seinem nächsten, und er findet sogar Trennungen und Spaltungen in sich selbst vor.

Negativität in Gedanken, Worten und Taten («Sünden»)

Ein moderneres Wort für «Sünde» ist das Wort Negativität. Dazu gehören negative Emotionen wie Angst, Mangel und Defizitempfinden, Schmerz, Zorn oder Empörung. Aus negativen Gefühlen folgen dann negative Gedanken und Taten, «Sünden» genannt, welche zu Trennungen unter den Menschen und auch in ihnen führen.

Fehlende Liebe, Mangel und Misstrauen als Ursprung

Ursprung der Negativität, die zu «Sünden» führt, ist ein Gefühl des Mangels. Aus diesem wächst das Begehren, sich zu nehmen, was fehlt.

Die Schlange im Paradies

So verführte die Schlange im Paradies den Menschen, indem einen Mangel suggerierte. Sie säte Verwirrung («Hat Gott wirklich gesagt …?) und Misstrauen («Gott will euch etwas vorenthalten», nämlich Erkenntnis …) und suggerierte einen Mangel: «Dann werdet ihr sein wie Gott!». Damit behauptete sie, der Mensch sei nicht wie Gott. Das war eine Lüge, denn der Mensch war nach dem Bilde Gottes geschaffen.

[S. Der Sündenfall-Bericht.]

Die Bestimmung des Menschen: Herrschaft über die Triebe

Der Mensch ist dazu bestimmt, Gott gleich zu sein und in das Erbe des Vaters einzutreten.  Das bedeutet, dass er lernt, sein Bewusstsein (Geist) einzusetzen, um kreativ und selbstwirksam im Leben zu stehen.

Aber leider ist er stattdessen nur allzu häufig von Mangel und Misstrauen getrieben und damit im Griff seiner Triebe und seiner negativen Identität der Trennung, seines Egos.

Was ist das Erbe des Menschen?

Göttliche Königsherrschaft

Das Königreich und Herrschaft Gottes im Leben

Der Mensch ist dazu bestimmt, mit seinem liebenden Bewusstsein, Gott gleich, als guter König in seinem Leben zu herrschen. Wenn er in diese «Herrschaft Gottes» eintritt, erkennt er Gott als seinen wahren, guten, grosszügigen und liebenden Vater.

Das Erbe ausschlagen?

Mit dem Erben ist das so eine Sache: Es gibt Dinge, die man mehr schätzt als andere. Die meisten menschlichen Rechtssysteme erlauben darum, ein Erbe auszuschlagen, es also abzulehnen. Auch der Mensch kann das Gute, das ihm bestimmt ist, ablehnen, also ausschlagen. Dann handelt er voll Misstrauen und traut sich nicht zu, das zu sein, was er in Wahrheit ist, nämlich viel grösser als sein kleines Ich, das Ego (s. Das Ego und das Selbst).

Das Erbe verprassen?

Die meisten Menschen nehmen jedoch die Ressourcen, die sie erhalten haben, gerne an, setzen diese jedoch lieber gemäss eigenem Gutdünken ein.

Das Bild, das Jesus dafür verwendete, ist die Geschichte vom verlorenen Sohn:

Ein Sohn verlangte von seinem Vater frühzeitig sein Erbe ausbezahlt zu bekommen, zog damit in die Welt und verprasste alles, was er bekommen hatte. Als er zuletzt als Hirte bei den Schweinen landete, musste er zudem noch Hunger leiden.
Da erinnerte er sich an seinen Vater und beschloss, reumütig zu ihm zurückzukehren. Denn er sagte sich: «Bei meinem Vater haben selbst die Knechte ein besseres Leben».
Der Vater nahm ihn wider Erwarten mit offenen Armen auf und veranstaltete ihm zu Ehren ein grosses Fest. Und nicht genug damit: Er gab ihm sogar seinen Siegelring und jubelte: «Mein Sohn ist heute nach Hause gekommen!»

Die «Erbsünde»: Trennung vom Erbe des guten König-Vaters

Die Erbsünde bedeutet, dass der Mensch in diesen Zustand der Trennung und der Negativität hineingeboren wird und sich damit herumschlagen muss, wie es auch die Menschen vor ihm getan haben.
So schrieb zum Beispiel David, der grosse König Israels, in Psalm 51,5:

Siehe, in Schuld bin ich geboren, und in Sünde hat mich meine Mutter empfangen.

Aussagen wie diese sind leider immer wieder auf missverständliche Weise gedeutet worden und haben als kirchliche Lehren dann auch noch zur Verteufelung der Sexualität und der Frau beigetragen.
Dennoch kommt man nicht umhin, sich im Zusammenhang mit der Erbsünde diese Fragen stellen:

  1. Was hat die Empfängnis der Mutter mit der Erbsünde zu tun? Oder: (Wann) Ist Sexualität Sünde?
  2. Wie kommt es, dass dieser Zustand der Trennung und des Mangels von Generation zu Generation weiter «vererbt» wird?

Dazu nun im Folgenden.

Die Erbsünde als kollektives menschliches Problem

1. Die Erbsünde und die Sexualität

Sex und Macht statt Liebe

Schnell ist im Rausch der erotischen Anziehung eine Sache «gegessen», bevor sie wirklich reif war. Dies gilt im besonderen Mass für Beziehungen und Sexualität. Wenn Beziehungen zudem von Macht statt Liebe geprägt sind, sind sie sehr gefährdet. Denn Macht ist eine Ego-Sache und sucht nicht das Wohl des Nächsten, sondern nur den eigenen Vorteil.

Missbrauch: Die konsumierte Liebe

Besonders bitter ist dies für jene Seite, welche Liebe leben möchte.
In diesem Zusammenhang ist zu sagen, dass Frau, die mit einem Mann schläft, sich ihm ganz hingibt. Sie schenkt ihm alles, was sie hat und ist: ihren Körper, ihre Seele (ihre Mitte, ihren Unterleib) und ihren Geist (ihre Liebe). Wenn er sie daraufhin «konsumiert» und anschliessend «wegwirft», kommt das einer Tötung gleich (s. Die Frau, 3-in-1).

Schutz der Liebe!

Darum ist es die Aufgabe der Frau, die Absicht des Gegenübers zu prüfen und sich nicht zu billig herzugeben. Es ist mit anderen Worten die Aufgabe der Frau, vor der grossen Erbsünde Halt zu machen.

Denn eine Frau hat durch ihre Magie Macht über den Mann. Hier tut sie gut daran, sich zurückzuhalten und sich nicht gedankenlos dem Rausch der Sinne hinzugeben, bis sie ganz sicher ist, dass sie sich dabei nicht verlieren wird.

Wo früher Normen versuchten, die jungen Menschen zu schützen, muss heute Bewusstwerdung geschehen. Es geht darum zu erkennen, dass die Liebe ein kostbares Gut ist, das nicht weggeworfen und durch Konsum oder Rausch ersetzt werden darf.
Sie muss bewahrt werden.

[S. Die beiden Bäume im Paradies und die verbotene Frucht.]

Wahre Liebe: Hingabe aus der Fülle

Denn wahre Liebe ist Fülle und gibt sich freiwillig hin. Sie bewegt die Frau, dem Mann ihren Körper zu schenken. Und sie bewegt den Mann, der Frau sein Herz, seine Seele anzuvertrauen. So muss keiner in der Beziehung den andern unter Druck setzen und Macht ausüben.

Schattentheater, Sprache der Bilder

2. Die Erbsünde ­– von Generation zu Generation

Negative Paardynamik und Missbrauch

Der Mangel an Liebe wird aber leider häufig an die nächste Generation weitergegeben, und zwar aus diesem Grund: Wenn die Eltern in einer negativen Paardynamik der Macht stecken, ist die Versuchung für sie gross, von den Kindern zu nehmen, was sie vom Partner nicht bekommen. So kann die Mutter vom Sohn männliche Energie beziehen und sein Herz besetzen, während der Vater mit seiner Tochter Seelengeheimnisse austauscht und ein bisschen an ihrer weiblichen Essenz «nascht». Damit geraten die Kinder zu früh ebenfalls in Mangel, indem sie nicht Liebe bekommen, sondern geben müssen.

[S. Missbrauch – das gestohlene Leben.]

Die Realität der Macht und Unterdrückung als Tabu

Die Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen und insbesondere von Frauen war lange Zeit ein gesellschaftliches Tabu, über welches nicht gesprochen wurde. Wer die Macht hatte, konnte sich nehmen, was er wollte. So wirkt Unrecht auch heute über Generationen weiter und hält sich als die sogenannte Erbsünde wie ein grosser Fluch über der Menschheit.

[S. Dunkle Geheimnisse als Fluch.]

Die Legitimierung von offensichtlichem Unrecht

Hinzu kommt noch, dass der Geist der Macht in der Welt gesellschaftlich legitimiert und zunehmend gefeiert wurde. Dies begann erstmals mit dem babylonischen Gilgamesh-Epos, durch welches die älteren Überlieferungen uminterpretiert wurden. Das Epos verkam zu einer Verherrlichung von Gewalt und Unterdrückung, indem der Tyrann sogar die Göttin der Liebe als Hure abwertete und rücksichtslos in den Himmel vordrang.

Missbrauch als normaler Zustand in der Welt

Diese Entwicklungen führten dazu, dass es in dieser Welt schlichtweg «normal» ist, dass der Stärkere vom Schwächeren Lebenskraft nimmt, und auch, dass niemand als Schwächling dastehen will. Diese Tatsache verführt zur Macht (denn wer liebt, hat und zeigt Schwäche).
Auch lernen Frauen früh, bereits in ihrer zarten Jugendlichkeit, ihre berauschende Ausstrahlung zu inszenieren und so ihre weibliche Macht zu leben.

[Der vergiftete Apfel – Missbrauch als kollektive Realität.]

Negative Körperprogramme: Gene und Prägungen

Die geerbte Negativität ist durch Gene, frühkindliche Prägungen und übernommene Verhaltensmuster im menschlichen Körper verankert. Diese können aber im Leben durch das menschliche Bewusstsein überwunden werden. Indem der Mensch seine problematischen Neigungen und Reaktionsmuster erkennt und bewusst dagegen angeht, kann er sich von ihrer Macht befreien. So nimmt er stattdessen die Freiheit des Geistes ein und gelangt zu Selbstwirksamkeit oder mit anderen Worten zu Königsherrschaft im eigenen Leben.

[S. Selbstwirksamkeit – das Leben positiv lenken.]

Die Botschaft der Überlieferungen und die Erbsünde

Aussteigen hier und jetzt!

Die Überlieferungen wollen mit ihren Erzählungen von Königen und Göttern den Menschen auf seine Gestaltungsmöglichkeiten im Leben hinweisen. Ihr Ziel ist, dass der Mensch zu Bewusstsein erwacht und aus seiner Lethargie aufsteht, um sein geschenktes Leben aus voller Kraft zu leben.

Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom

Es ist immer wieder eine Herausforderung, gegen den Strom zu schwimmen, aber:

«Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.» (Berthold Brecht).

Der Mensch ist aber meistens erst dann bereit, die eingeschlagene Richtung zu ändern und umzukehren, wenn der Leidensdruck zu gross ist. Solange er hingegen noch selbst von der Macht profitiert, wird es ihm sehr schwerfallen.

Erlösung und der Weg in die Freiheit, ins «verheissene Land»

So ist denn auch das Thema Macht und Missbrauch seit allem Anfang in den Überlieferungen präsent, ebenso wie Erlösung davon und der Weg in die Freiheit. Denn das Ziel der grossen Vermächtnisse der Weisheit dieser Welt ist, das Leben und das Zusammenleben der Menschen in eine positive Richtung zu lenken.

[S. Missbrauch und Erlösung in menschlichen Überlieferungen.]

Königsherrschaft und Herrschaft Gottes

Wenn darin also von Göttern oder Königen die Rede ist, dann ist dies einerseits ein Appell an das höhere Bewusstsein des einzelnen Menschen, andererseits haben die Botschaften immer auch den kollektiven Aspekt der ganzen Menschheit im Blick.

Überwinden auf dem Heldenweg

So beschreiben die Überlieferungen alle in irgendeiner Form den Heldenweg, in welchem es darum geht sein Selbst zu finden, seinen wahren, göttlichen Kern. Indem der Mensch in allen Bereichen des Lebens Liebe statt Macht lebt, gelangt er zur Einheit und Ganzheit zurück, die ihn ins ewige Leben hinübertragen.

Wer mit seinem liebenden Bewusstsein göttliche Herrschaft wahrnimmt, wird aber bereits in dieser Welt Selbstwirksamkeit erfahren, mit anderen Worten Königsherrschaft im Leben.

Und zum Abschluss nochmals diese Ermahnung:

Es ist die Aufgabe der Frau, vor der grossen Erbsünde Halt zu machen.

Denn sie hat in ihrer jugendlichen Schönheit alle Macht. Es ist ihre Verantwortung, sich nicht zu billig hinzugeben, damit sie nicht ins Minus gerät. Vielmehr tut sie gut daran, ihre reine und intakte Liebe für denjenigen zu bewahren, der sich ihrer als würdig erweist.


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