Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der Heilige Geist – Kraft, Vollmacht und Kommunikation

Des Heilige Geist - Licht des Bewusstseins

By on 22. August 2020

Die Salbung des Heiligen Geistes

Der Heilige Geist – Kraft, Vollmacht und Kommunikation

Männlich und weiblich, Liebe und Kraft 

Ganzheit, Einheit

Der Heilige Geist ist die Bezeichnung für den Geist Gottes.
Gott ist in sich ganz / heil / heilig. Somit ist Gott auch eins, nämlich Einheit und Versöhnung.
Das Wort «heilig» bedeutet «ganz» oder «ganz gemacht», und «Heiligkeit» steht damit für Ganzheit.

Diese göttliche Ganzheit und Einheit kommt im Heiligen Geist zum Ausdruck, in welchem die männliche und die weibliche Seite des Geistes zu einem verschmolzen sind. 
So stellt die Lebenskraft in der Materie die männliche Seite des Geistes dar, während die Liebe für die weibliche steht.

Der Geist Gottes in der jüdischen Überlieferung: RUACH

Das hebräische Wort für Geist ist RUACH. Darin klingt lautmalerisch das Wort „Hauch“ für Lufthauch oder Lebenshauch an. Dies ist denn auch eine der Bedeutungen des Wortes, das in der Bibel auf viele Arten übersetzt worden ist. Hier einige davon:

RUACH wird unter anderem übersetzt mit:
Geist
(198 Mal), Wind (61), der (23), ich (20), Hauch (11), Odem (13), Winde (11), Schnauben (5), Ich (4), Luft (3), Zorn (3), Mut (2), Der (1).[1]

Genus von RUACH: männlich oder weiblich

Das hebräische Wort für Geist RUACH steht je nach Bedeutung und Funktion in männlicher oder weiblicher Form. Im Tanach kommt das Wort 387-mal vor, in 200 davon wird es in grammatikalisch weiblicher Form gebraucht, in 63 Fällen in männlicher (der Rest ist unklar) [2].

Der Heilige Geist in der jüdischen und christlichen Überlieferung

War der Geist Gottes gemäss der jüdischen Überlieferung bis anhin nur über vereinzelte auserwählte Menschen gekommen, so kam er gemäss der christlichen Lehre an Pfingsten über alle, die glauben. Damit sahen die ersten Christen die Prophetie der jüdischen Überlieferung (des Alten Testaments) erfüllt:

[Es wird geschehen,] dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch. Und eure Söhne und eure Töchter werden weissagen, eure Greise werden Träume haben, eure jungen Männer werden Visionen sehen. (Joël 3,1)

Ebenso erfüllte sich am 50. Tag nach der Auferstehung von Jesus das Versprechen, dass er den Heiligen Geist schicken würde, der seine Schüler weiter führen, lehren, trösten, ihnen beistehen und Kraft geben würde:

Wenn aber jener, der Geist der Wahrheit, gekommen ist, wird er euch in die ganze Wahrheit leiten; denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, wird er reden, und das Kommende wird er euch verkündigen. (Joh 16,13)

Das Kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten

Die christliche Überlieferung erzählt, dass an Pfingsten, 50 Tage nach Ostern, Menschen aus aller Welt zum jüdischen Pfingstfest Schawuot versammelt waren. Dabei manifestierte sich der Geist Gottes als brausender Sturmwind, welcher den Raum erfüllte, und als Feuerflammen, die sich auf die Betenden verteilten. So begannen diese fremden Sprachen Gott zu loben. Nicht minder erstaunlich war, dass jeder der Anwesenden sie in ihrer eigenen Muttersprache hörte (mehr dazu unten).

Einheit der männlichen und der weiblichen Seite des Geistes

In der jüdisch-christlichen Überlieferung tritt der Geist Gottes mit männlichen wie auch mit weiblichen Eigenschaften geistiger Kraft auf.

  • Die männliche Seite des Geistes – Lebenskraft in der Materie – erscheint als Sturmwind und Feuer. Das Feuer ist das Element des männlichen Körpers und steht für kraftvolle Leidenschaft, und die Luft, das Element der männlichen Seele, ist zum Sturmwind geworden.
  • Zur weiblichen Seite des Geistes – Liebe – gehören Kommunikation, Verständnis, Weisheit, Wahrheit, Fürsorge, Annahme und Ermutigung.

GOTT, VATER und MUTTER

Ganzheit durch Integration der gegengeschlechtlichen Anteile (GEIST, schwarz)

Die göttliche Ganzheit, männlich und weiblich, zeigt sich in der Einheit des grossen VATERs und der grossen MUTTER. Diese «Gross-Eltern» befinden sich im reifen Alter und damit in der dritten Lebensphase. Sie haben den Geist und die gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile auf dem Weg durch die Unterwelt (schwarz, s. u.) integriert, und dabei den Tod (das Ego) überwunden. So sind sie zur Fülle des Geistes gelangt.

Einheit des grossen Vaters (Liebe) mit der grossen Mutter (Leben)

Auch auf der göttlichen Ebene des Heiligen Geistes sind die Liebe des Vaters und die Kraft der Mutter zur Einheit verschmolzen.

[S. Gott, Ganzheit, 3-in-1, männlich und weiblich, Die heilige Hochzeit und die folgende Darstellung.]

Ganzheit, männlich und weiblich, 3-in-1

Der Grosse Vater: Liebe, Erbarmen und schöpferisches Wort

Der Grosse VATER hat mit seinen weiblichen Persönlichkeitsanteilen die LIEBE und Warmherzigkeit integriert (die «innere Tochter», Anima als JUNGFRAU). Seine Wesenszüge sind entsprechend durch den zarten Hauch der Weisheit und des Verstandes, durch Fürsorge, Verständnis, Ermutigung und Erbarmen ergänzt.

Die Grosse MUTTER: Naturgewalten und Schicksal

Die Grosse MUTTER hat mit ihren männlichen Persönlichkeitsanteilen KRAFT und Antrieb integriert (den «inneren Sohn», Animus als MESSIAS/CHRISTUS). Sie bilden die Lebenskraft in der Materie, schenken Wachstum, stürmen in den Naturgewalten oder richten als Schicksal in Lebensumständen, das sehr hart erscheinen können. Zu dieser Seite des Geistes gehören also der Sturmwind, wildes Schnauben, Feuer, Kraft, Mut, Gerechtigkeit und auch Zorn Gottes.

Der Heilige Geist und Vollmacht über die Materie

Das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit des Vaters und neue Realität

Der Heilige Geist als Einheit von Geist und Materie ermöglicht die Erschaffung von neuer Realität. Denn wenn Liebe gegeben ist, setzt die lebendige Materie («MUTTER») den Impuls des liebenden Bewusstseins («VATER») bereitwillig in neue, lebendige und materielle Realität um. So ist die MUTTER das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit des Vaters (s. Das Gebet unser Vater und Vater und Mutter, Geist und Materie).

Salbung und Vollmacht

Auch der Mensch, der sein Selbst gewonnen hat und in sich ganz versöhnt ist, trägt damit den Geist der Heiligkeit und Ganzheit in sich, sodass er mit Christus / Messias, dem Gesalbten identifiziert ist. Deshalb wird auch ihm Vollmacht über die Materie gegeben.

So sagte Jesus:

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird auch die Werke tun, die ich tue, und wird größere als diese tun, weil ich zum Vater gehe (Joh 14,12).

Zak Yitro (für Feuer-Wasser)

Der Heilige Geist an Pfingsten: Sturmwind, Feuer, Sprachen

50 Tage nach Ostern: Endlich neue Kraft!

Pfingsten findet jeweils 50 Tag nach Ostern statt. Die Zahl 50 bedeutet die endgültige Überwindung der negativen Dynamik in der Materie und damit den Durchbruch zu geistiger Kraft und Vollmacht.

Die Zahl 50: Durchbruch zu Fülle

Die Zahl Fünfzig stellt die vollendete Überwindung der negativen Dynamik der Macht in der Materie dar. Sie kommt in der jüdischen Tradition beim Pfingstfest «Schawuot» 50 Tage nach Pessach vor wie beim «Jubeljahr», in welchem nach jeweils 50 Jahren eine Familie das Land, das sie verloren hatte, zurückerhielt.

Die 50 bedeutet die vollendete Überwindung der Negativdynamik mit ihren 10 Faktoren in jedem der 4 Elemente (= 40) plus noch weitere 10 für die Überwindung im Bereich des Geistes (10 als die Zahl des Egos in der Dynamik der Macht). (S. auch Die Überwindung der doppelten Negativdynamik), weiss- schwarz, wie in «50 Shades of Gray» thematisiert).   

50 folgt auch auf 49 = 7 x 7 und stellt damit die vollendete Schöpfung (7) potenziert dar (s. Die Sieben – Ganzheit der irdischen Realität). Die 49 beinhaltet symbolisch alles, was der Mensch in seinem Leben überwinden muss, um zur Fülle durchzudringen. 

Das Pfingstereignis: wahrnehmbare, wunderwirkende Kraft

Die Bibel berichtet von einer mächtigen Manifestation des Heiligen Geistes. Anlässlich des jüdischen Pfingstfestes Schawuot waren Menschen aus aller Welt in Jerusalem versammelt. Da geschahen sonderbare Dinge …

Sturmwind, Feuer und Sprachen

Aus der Apostelgeschichte des Johannes (Kapitel 2; [4]):

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Sturm und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen, zerteilt und wie von Feuer, und setzten sich auf einen jeden von ihnen, und sie wurden alle erfüllt von dem Heiligen Geist und fingen an zu predigen in anderen Sprachen, wie der Geist ihnen zu reden eingab. […]

Das «Hör-Wunder»: Hören und  Verstehen

Es entsetzten sich aber alle und wunderten sich und sagten: Siehe, sind nicht alle diese, die da reden, Galiläer? Wie kann es sein, dass wir sie in unserer eigenen Mundart, in der wir geboren sind, hören? (Wir sind Parther und Meder und Elamiter, aus Mesopotamien und Judäa und Kappadozien, Pontus und Asien und Phrygien und Pamphylien, Ägypten und den Gegenden von Libyen gegen Kyrene …). Die hier weilenden Römer, sowohl Juden als auch Proselyten, Kreter und Araber – alle hören wir sie von den großen Taten Gottes in unserer eigenen Sprache reden. Wie ist das möglich?! 

Manifestation der Kräfte männlich und weiblich

Ein STURMWIND der Be-GEIST-erung!

Das Pfingstereignis in der Bibel wird als klare Manifestation der weiblichen und der männlichen Seite Gottes geschildert.

FEUER, die männliche Ur-Energie: brennende Leidenschaft

Nachdem die Anwesenden ihren Rabbi, ihren geliebten Meister nicht mehr bei sich hatten, wurden sie nun plötzlich von einer neuen, feurigen Begeisterung erfasst. Damit erfüllte sich, was er ihnen versprochen hatte. Er hatte sie angewiesen, in der Stadt zu bleiben und zu warten, bis sie mit Kraft aus der Höhe «bekleidet» würden, durch eine starke geistige Kraft als Beistand [5].

Die brennende Leidenschaft erfüllt, welche die Jünger erfüllte, ging mit dem Drang einher, das weiterzugeben, was ihnen so wichtig geworden war und so Samen der Hoffnung in die Welt hinauszutragen.

Sprachen (WASSER), weiblich: Sprechen, zuhören und verstehen

Die Sprache ist der Ausdruck der (weiblichen) Seele. Interessanterweise wurde die Stimme Gottes immer wieder mit dem Rauschen von grossen Wassermassen beschrieben [6]. (S. auch Wasser – weiblich.)

Beim jüdischen Schawuot waren Menschen aus aller Welt versammelt. Das Pfingstereignis wird als Sprach- und Hörwunder geschildert. Denn während die Jünger begannen, in Sprachen, die sie bis anhin noch nie gesprochen hatten, ihre Botschaften zu verkünden, hörte jeder der Anwesenden ihre Botschaften in ihrer eigenen Muttersprache!

Pfingsten – Aufhebung der babylonischen Trennung

Kommunikation statt Sprachverwirrung

Mit dieser überaus gelungenen Kommunikation im Zusammenhang mit dem Wirken des Heiligen Geistes wurde ein grosses Zeichen gegen die babylonische Sprachverwirrung gesetzt, welche damit aufgehoben wird.

Babylon und der Turm der Macht

In der jüdischen Überlieferung und dem Alten Testament der Bibel [7] wird berichtet, dass die Menschen Babylons einen «Turm bis zum Himmel» bauen wollten. Dies ist ein Bild für Macht statt Liebe, die bis «in den Himmel», nämlich in den Bereich des Geistes, vordringt.
So symbolisiert der Turm bis zum Himmel phallische, invasive männliche Eroberungskraft, die auch vor den ewigen «göttlichen» Ordnungen nicht zurückschreckt. Diese wird zum ersten Mal im babylonischen Gilgamesh-Epos verherrlicht. (In J.R.R. Tolkiens Der Herr der Ringe stellt Saurons Turm diese Seite der dunklen Macht anschaulich dar.)

Verwirrung der Sprache: Verständigungsschwierigkeiten

Wenn es Liebe fehlt und stattdessen Macht regiert, fehlt sowohl das verbindende Element als auch der Wunsch, den anderen zu verstehen. Allfällige «Erkenntnisse» darüber, wie das Gegenüber funktioniert, werden höchstens als Machtmittel gebraucht, um zu manipulieren und zu dominieren. So entsteht Verwirrung und Trennung unter den Menschen und die Kommunikation interessiert nicht mehr.

Fruchtbare Kommunikation als Herzenssache

Gelebte Liebe bedeutet hingegen, das Gegenüber wahrzunehmen und anzunehmen, so wie es ist. Sie macht es möglich, sich für Personen in ihrer Andersartigkeit zu interessieren und sich zu bemühen, ihnen dort, wo sie stehen, zu begegnen. Im Wort Kommunikation steckt das lateinische communio, was Gemeinschaft bedeutet. Communicatio bedeutet Mitteilung. Darin steckt das deutsche Wort «teilen».
Wer liebt, nimmt nicht, sondern gibt und teilt, was er hat. Dazu gehören auch Einfühlungsvermögen, Verständnis und Begeisterung. 

Pfingsten: Einheit, Freude und Kraft

Diese Lebenshaltung kommt gemäss der Apostelgeschichte der Bibel nach dem Pfingstereignis zum Ausdruck: Die Jünger lebten in Einheit zusammen und teilten alles, was sie hatten.
So hob das Kommen des Heiligen Geistes an Pfingsten die babylonische Trennung auf, in der jeder seine eigenen Wege geht, um seine eigene Macht zu erweitern und auch Kommunikation einzig dem Zweck zu dienen hat, die eigenen Interessen durchzusetzen und das Gegenüber zu übervorteilen.

Pfingsten brachte die Gemeinsamkeiten zurück: Geteilte Ressourcen, überfliessende Freude, ansteckende Begeisterung und die gemeinsame Vision für eine bessere Welt.

Iris Michel, "Pfingsten"

«Pfingsten» von Iris Michel

 

Nachweise:

[1] Hebr. Strong Nr. 7307, s. z.B. https://www.bibelkommentare.de/strongs/elb_bk/H7307?wort=

[2] Wikipedia [28.5.20] https://de.wikipedia.org/wiki/Heiliger_Geist

[3] Bibel, Altes Testament, Buch des Propheten Jesaja, Kapitel 11,2;

[4] Sinngemässe Wiedergabe. Für Originaltext dieser Link: Apostelgeschichte, Kapitel 2, 1-12, s. Verse 2-4, 7 und 8 aus dem Neues Testament der Bibel.

[5] Kraft aus der Höhe: Evangelium nach Lukas, Kapitel 24,49 (man beachte die Verszahl: 2 x 12 für Ganzheit, männlich und weiblich und 49 = 7 x 7 für die vollendete und abgeschlossene irdisch-vergängliche Schöpfung). Zum Beistand: Evangelium des Johannes, Kapitel 14,6 und 26; Kapitel 15,26 und 16,7.

[6] Tanach / Altes Testament der Bibel, Buch des Propheten Hesekiel, Kapitel 1,24; Neues Testament der Bibel, Offenbarung des Johannes, Kapitel 1,15 und 14,2

[7] Tanach / Altes Testament der Bibel, 1. Buch des Mose, Kapitel 1 Mo 11, 1-9


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