Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Das Bewusstsein und das Unbewusste – König und Königin

bewusstsein und unbewusst

By on 24. März 2020

bewusstsein und unbewusst

Das Bewusstsein und das Unbewusste

Die Begriffe “das Bewusstsein” und “das Unbewusste” bezeichnen Gegensätze, die sich ergänzen. Die Unterscheidung der beiden Kräfte ist ebenso fundamental wie die Unterscheidung zwischen Licht und Dunkel, Geist und Materie, männlich und weiblich. Und doch gehören sie zusammen und bilden als Gegensatzpaar eine untrennbare Einheit.

Das Bewusstsein – die Grundlage von allem, was ist

Der Urgrund des Seins

Die Quelle der Existenz ist geistiger Art, ist ewig und für den begrenzten menschlichen Verstand schwer fassbar, geschweige denn mit den “materiellen” fünf Sinnen begreifbar. “Es”, das Bewusstsein, ist der Urgrund und das Ziel. So ist alles, was ist und wie es ist, in jeder Gestalt, Teil dieser umfassenden Existenz, die sich in unzähligen Facetten manifestiert und zum Ausdruck bringt.

Ewige, geistige, schöpferische Kraft

Dabei hat das Bewusstsein – wie auch eine Münze: Kopf oder Zahl … – zwei Seiten, die untrennbar zusammengehören wie auch die Gegensätze Geist und Materie, männlich und weiblich, bewusst und unbewusst. Die eine Seite, die aktiv-initiierende und Impuls setzende Energie, kann als “männlich” bezeichnet werden. Demgegenüber steht auf der anderen Seite die empfangende, reagierende und Realität gebärende Energie. Sie bildet die Materie und kann somit als die weibliche Seite bezeichnet werden. Die göttliche Ganzheit vereint beide Kräfte in sich.

[S. Vater und Mutter, Geist und Materie | Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der SchöpfungGott, Ganzheit, 3-in-1, männlich und weiblich und Ruach, Geist Gottes – männlich und weiblich.]

Die männliche Seite: schöpferischer Geist

Das Bewusstsein im engeren Sinn: Die Ganzheit / Gott als Urheber der Schöpfung

Der schöpferische Impuls geht vom Bewusstsein im engeren Sinn aus. Dabei handelt es sich um aktiv-initiierende Kraft, welche darum einer männlichen Gottheit zugeordnet wird. So geht der liebende VATER in der Kraft seines SOHNes (Potenz) in die lebendige Materie ein, um darin den Samen (Wort, Information, GEIST) für das Neue zu säen. Er ruft durch sein Wort, die Existenz ins Sein, und zwar gemäss dem schöpferischen “Glauben”, welcher mit den Augen der Liebe das Ungeborene schon in Existenz sieht.

[S. Männliche Ganzheit 3-in-1, Vater – Sohn – Geist .]

Die weibliche Seite: lebendige Materie als das Unbewusste

Das Leben selbst als “geistige” Existenz – aus sich selbst heraus

Auf der anderen Seite ist die passiv-empfangende und Realität gebärende Materie. Sie IST, ist ewige Präsenz, wie auch das Bewusstsein, war immer schon da, bevor etwas entstanden war. Überlieferungen sprechen von einer ungeformten Substanz, einem “Ur-Meer” oder “Ur-Chaos” (Tohu wa Bohu), Philosophen und Wissenschaftler sprechen vom Äther als dem alles verbindenden Elemente oder vom “Meer aller Möglichkeiten”. Diese lebendige, formbare und reagierende Materie wird dem Unbewussten zugeordnet.

Jungfrau und Mutter – Potenzial und Realität

Als Potenzial ist Existenz überall und nirgends zugleich, ist nichts Konkretes und zugleich alles, was möglich ist. Sie, die lebendige Materie, ist darauf angelegt, den Impuls, den Masterplan des Bewusstseins, vollständig und vollkommen zu verwirklichen, ja die neue Realität “zur Welt zu bringen”. Es wird durch den Archetypen der Jungfrau dargestellt, welche Mutter wird, wenn sie durch einen Samen befruchtet worden ist. Dies sind Bilder, welche das Potential beschreiben, das auf Realität schaltet, sobald es von Bewusstsein (Absicht, Information) getroffen wird.

[S. Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und PotenzialWeibliche Ganzheit 3-in-1: Potenzial, Realität und Schicksal.]

"Programme" in der Materie: autonome Körperfunktionen und Codes

Naturgesetze und Prinzipien wie Saat und Wachstum oder Ursache und Wirkung stellen den in der Materie innewohnenden “Geist” dar. So verfügt auch der menschliche Körper als lebendige Materie über automatische Funktionen, die als “Programme” unabhängig vom menschlichen Bewusstsein wirken. Geistige Information findet sich auch in Genen oder durch unbewusst «geerbte» Verhaltensmuster und frühkindliche Prägungen (Codierungen, “Codes”). Diese liegen den Trieben zugrunde und drücken sich auch über diese aus.

Beide Seiten, die männliche und die weibliche, wirken bei der Entstehung von neuer Realität zusammen.
Dabei setzt die lebendige Materie (“Mutter”) Instruktionen, “Programme” und geistige Impulse in neue und lebendige Realität um.

[S. Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität.]

Die schöpferische Einheit im Menschen selbst!

Materiell und immateriell – Körper und Seele / Geist

Zur Veranschaulichung dieser Einheit von Geist und Materie, bewusst und unbewusst, kann der Mensch selbst herbeigezogen werden, denn er vereint beides in sich. So besteht er einerseits aus Materie, nämlich indem er über einen Körper verfügt. Andererseits ist er jedoch auch geistig-immateriell, indem er über eine Seele (Willen, Verstand, Gefühle) und über einen Geist verfügt (die Fähigkeit, sich auf eine Meta-Ebene zu begeben und sich von da selbst zu reflektieren).

[S. Der Mensch 3-in-1, Körper, Seele und Geist | Was und wo ist die Seele und wie unterscheidet sie sich vom Geist?.]

Schöpferisches Zusammenwirken der beiden Kräfte

Das schöpferische Zusammenwirken der beiden Energien zeigt sich denn auch im täglichen menschlichen Erleben. So setzt der Körper (meistens …) die Impulse des Bewusstseins gemäss dem Willen der Persönlichkeit “dienstfertig” und ohne zu zögern perfekt um. (Dabei braucht der Mensch nicht lange darüber nachzudenken, welche Nervenverbindungen und Muskeln es genau zu aktivieren gilt, wenn er ein Glas vom Tisch heben möchte).

[S. Das menschliche Bewusstsein.]

Von unbewusstem Verhalten zu Bewusstsein: der Weg des Königs

Bereits im babylonischen Gilgamesh-Epos wird postuliert, dass der Mensch (Gilgamesh) zu zweit Dritteln “göttlich” (geistig) und nur zu einem Drittel “Fleisch” (Körper, Materie) ist (s. Die Skorpionmenschen). Das ganze Epos ist die Beschreibung des Weges des Menschen von unbewusster Triebhaftigkeit zu wahrer Königsherrschaft.

Denn das Ziel und die Bestimmung des Menschen ist Königsherrschaft im eigenen Leben. Zu diesem Zweck muss er sein Bewusstsein aktivieren und aufhören, sich von seinen Trieben bestimmen zu lassen. Ein derart unbewusster Zustand des Menschen wir in den Überlieferungen durch Schlaf symbolisiert. So erfährt Gilgamesh, dass er das ewige Leben gewinnt, wenn er 6 Tage und sieben Nächte nicht schläft. Daraufhin fällt er jedoch sofort in tiefen Schlaf und wird erst am siebten Tag geweckt. Als er sein Versagen erkennt und bereut, bekommt er nochmals eine Chance (s. Gilgamesh und die sieben Brote).

[S. Königsherrschaft im eigenen Leben und Das menschliche Bewusstsein.]

Krone (dreamstime stock)

König und Königin

Der Glaube und das Unbewusste

In den Überlieferungen werden das Bewusstsein und das Unbewusste durch König und Königin symbolisiert.

König Bewusstsein: der Glaube

Der König ist ein Bild für die Schöpferkraft des Bewusstseins und damit für den Glauben. Denn ohne Glauben, ohne die Vision, die Sicht dessen, was entstehen soll, entsteht auch nichts. 

 

Die Königin: Das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit

So “sieht” der Held und kommende König in den Augen der Jungfrau-Prinzessin ihre ungeborenen Kinder. Die Jungfrau, ist ein Bild für das Potenzial und für reine, intakte und wunderwirkende Liebe.  Sie wird zur “guten Königin”, indem sie dem König ein Kind zur Welt bringt (Symbol für die neue Realität). Dies ist wiederum ein Symbol für das “gute” Unbewusste, das dem liebenden Bewusstsein Folge leistet und dessen Impulse “dienstfertig” in neue Realität umsetzt. Sie, die Jungfrau-Königin hat und ist auch das “versprochene Land”, das es zu gewinnen gilt, sie schenkt dem Liebenden Bewusstsein, dem Helden ihr Königreich. Darum heisst es: “Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen”

Destruktive Dynamik im Königsschloss

Macht und das Sterben der Liebe

Die Märchen beschreiben auch sehr anschaulich, was auf diesem Weg alles schiefgehen kann. So sind die Überlieferungen voll von Beispielen, wie Macht, Tyrannei und Negativität ein Reich zersetzen können. Ist die Liebe durch Macht ersetzt worden, gerät das Ganze in eine Schieflage.

Der schwache König oder der Tyrann

Dies geschieht, wenn der König entweder abwesend ist und seinen eigenen Interessen nachjagt oder wenn er schwach ist und im Griff seines hinterhältigen Beraters “Schlangenzunge” (ein Bild für das Ego).

[S. Der Schatz des Königs, Schlangenzunge und der Drache und Der Drache, die alte Schlange und die Überwindung des Egos.]

Die böse Stiefmutter-Königin oder Hexe

Ist der König der Macht verfallen, dann stirbt die Liebe. Im Märchen wird das dann so formuliert, dass “die gute Königin”, die das Kind zur Welt gebracht hat, stirbt. An ihrer Stelle hält dann die “böse Königin” im Schloss Einzug. Diese ist herrschsüchtig, eifersüchtig, intrigant und vergiftet das Leben durch Stolz, Eitelkeit, Aggressionen bis hin zu abgrundtiefem Hass, der sie zur “bösen Hexe” werden lässt.

[S. Schneewittchen, Dornröschen (Einführung) und auch die Dornröschen-Interpretation im Disney-Film “Maleficent“.]

Lieblosigkeiten und Unterdrückung seitens des Bewusstseins, das durch den König symbolisiert ist, bringen in der lebendigen Materie (im Unbewussten) schlechte Realität hervor wie Enttäuschung, Schmerz, Zorn, Ohnmacht, Depression, Auflehnung, Empörung, Krankheit und Tod.

Burney Relief (die Königin der Nacht, bearbeitet)

Das Unbewusste und die Negativität

Und somit kommen wir zu einem sehr ernsten Thema, das bereits die sumerische Mythologie beschäftigt hat: die Unterwelt als Bild für abgrundtiefe Negativität und eine Existenz, die aus Leid, Schmerz, Krankheit und Tod erlöst werden muss.

Tiefe Unbewusstheit – abgrundtiefe Negativität

Die böse Königin, die Königin der Nacht oder Herrin der Unterwelt repräsentiert tiefe Unbewusstheit aufgrund von Mangel, Schmerz und Negativität, die zu bösen Taten führt.
Diese tiefe Unbewusstheit steht im Gegensatz zur “natürlichen”, “unschuldigen” Unbewusstheit, wie sie bei Kindern oder auch manchen Naturvölkern zu finden ist, die sich im Schoss von Mutter Natur geborgen wissen.

Das grosse Weibliche in der Unterwelt

Bereits die ersten menschlichen Überlieferungen erzählen, dass das grosse Weibliche, das Leben selbst, aufgrund von Traumatisierung in die Unterwelt und damit in Unbewusstheit geraten ist. Ausdruck davon ist mörderischer Zorn des Weiblichen, welches über “das Auge des Todes” verfügt.

[S. Garbatis Medusa, #MeToo und die Rache der Göttin | Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der UnterweltSumer: Schöpfung und Fall | Ich bin die Herrin der Unterwelt |Ich bin Lilith, die dunkle Jungfrau  | Lilith: verstörende Weiblichkeit und die Macht der Frau.]

Zum grossen Weiblichen gehören: die Frauen, das Volk, die Menschen, die ganze Erde ...

Das kollektive Weibliche als “Göttin”

Als «weiblich» im Sinn von empfangender und Realität gebärender Materie sind zu bezeichnen:

  • Frauen: Sie können Samen aufnehmen und neues Leben gebären.
  • Der menschliche Körper: Er nimmt Impulse des Bewusstseins („männlich“) auf und setzt sie in Worte, Taten und neue Realität um.
  • Das Kollektiv (Gruppe, Volk, die ganze Menschheit): Es reagiert auf Impulse (zum Beispiel in Form von Informationen wie Nachrichten) mit Stimmungen und Handlungen. Es nimmt auch die Instruktionen des Herrschers auf und gestaltet diesem entsprechend neue Realität (führt Weisungen aus, wie zum Beispiel den Bau von Strassen).
  • Die Erde: Sie nimmt Samen auf und lässt wachsen. Zudem reagiert sie ebenfalls auf unterschiedlichste Impulse (“Geist”), zum Beispiel aus dem Kosmos (wie Sonnenaktivität) oder auf menschliches Verhalten mit globalen Erscheinungen wie Klimaerwärmung oder Vulkanismus und Abkühlung. (Dabei bedeutet der “Kosmos” in den Überlieferungen mehr als das Universum. Ihm wird das Element des Feuers zugeschrieben und darum auch göttlich-geistige und initiierende Kraft, s. Die vier Elemente, Bedeutung.)
  • Die ganze Schöpfung: Sie ist der Vergänglichkeit preisgegeben und damit in der „Unterwelt“ (s. Das Grosse Weibliche in der Unterwelt).

 [S. Weibliche Ganzheit, lebendige Materie – Potenzial, Realität und Schicksal.]

Das Weibliche kann als lebendige Materie Impulse des Bewusstseins («Samen») aufnehmen und neue Realität gebären und gehört per Definition zum Unbewussten (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste und Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung.)

Die Göttin symbolisiert als das grosse Weibliche in der Unterwelt auch die unterdrückte Menschheit und die ausgebeutete Schöpfung, die in den Dynamiken der Macht ausgeliefert, geknechtet und gefangen sind.

In einem nächsten Schritt wurde dann in Babylon und in den folgenden Kulturen starke Weiblichkeit verteufelt und die Göttin zur Hölle erklärt.

[S. Einführung ins babylonische Gilgamesh-Epos und Frau Holle – von der Schicksalsgöttin zur Hölle.]

Inannas Rettung durch den Vater

Harren auf Erlösung!

Doch die Unterwelt, das Reich der Schatten, dort wo die Liebe gestorben ist, ist nicht das letzte Wort!

Sterben und Auferstehung der Liebe in Sumer und im Christentum

So erzählt auch bereits die sumerische Mythologie, dass die Göttin der Liebe in der Unterwelt zwar getötet wurde, jedoch am dritten Tag durch den liebenden Vater und Gott der Weisheit auferweckt wurde.
Nach ihrer Auferstehung ging sie direkt in eine Auseinandersetzung mit ihrem Gatten, dem Hirten und Gott der Wachstumskraft im Getreide, und es blieb diesem nicht erspart, ebenfalls den Weg in die Unterwelt anzutreten.

So machte sich 3000 Jahre später ein Mann, der sich den guten Hirten nannte und die Liebe des Vaters verkündete, ebenfalls auf diesen Weg durch Sterben und Unterwelt, und auch er wurde am dritten Tag durch den liebenden Vater wieder auferweckt.

[S. Der Morgenstern und meine Reise durch Raum und Zeit | Inanna und die Herrin der Unterwelt (13) und Inannas Rettung durch den Vater und Auferstehung (Episode 15)Der Hirte wird geschlagen (20)Christus / Messias, der Hirte und Gesalbte.] 

Vom Schatten ans Licht

Ganzheit durch Integration des Unbewussten

Heilung im Licht des Bewusstseins

Während das Bewusstsein mit Licht in Verbindung gebracht wird, wird das Unbewusste, das mit der Materie als “dem Leben in der Unterwelt” in Zusammenhang steht, mit Dunkel assoziiert. Dies ist nicht weiter verwunderlich, denn zur Materie gehören zwangsläufig Grenzen, Trennungen, Imperfektion, Endlichkeit und weiter auch Schmerz, Krankheit und Tod. So werden alle diese negativen Aspekte mythologisch durch die Unterwelt, das Reich der Schatten, dargestellt.

Die Verschmelzung von Wahrheit und Liebe

Die Schatten ans Licht!

Doch Ganzheit kann nur erreicht werden, indem das Unbewusste ins liebende Bewusstsein integriert wird. Dies gilt sowohl im Kleinen, im persönlichen Bereich, wie auch im Grossen, für das menschliche Kollektiv.
Wo immer also Lebensaspekte abgelehnt, verdrängt, geleugnet und in den Schatten verbannt sind, fehlt ein Teil der Ganzheit. 

Ans Licht des liebenden Bewusstseins gebracht, können die weggesperrten und verdrängten Eigenschaften zu neuen, erweiterten Ressourcen werden.

[S. Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu GanzheitDie Integration des Schattens und Heilung: Was ans Licht kommt, wird selbst licht.]

Wie kann das Unbewusste integriert werden?

Dieser Prozess kommt durch die Verschmelzung von Wahrheit und Liebe zustande. Denn nur die Liebe hat die Kraft, alles anzunehmen – und sei es noch so traurig, hässlich oder furchterregend.

Die Wahrheit (Mutter) – Schmerz aufgrund von Unterdrückung und Ausbeutung

Das Weibliche, das Leben selbst, das aufgrund von Ausbeutung und Unterdrückung in Negativität und damit in die Unterwelt geraten ist, beinhaltet jedoch nach wie vor das Geheimnis des Lebens, ja es IST das Leben, die lebendige Materie. Der Schmerz des grossen Weiblichen, der grossen Mutter, die zu einer Existenz in Negativität verdammt worden ist, ist die kollektive Wahrheit, die noch bis heute nachwirkt und dafür verantwortlich ist, dass Frauen noch heute zornig sind. Denn die Menschheitsgeschichte schaut zurück auf mehr als 3000 Jahre Unterdrückung und Ausbeutung.

[S. “Ich bin Ereshkigal, Herrin der Unterwelt”Inanna die Herrin der Unterwelt und das Auge des Todes (Episode 13) | Maleficent, die dunkle (die 13.) Fee als Schicksalsgöttin und Das Grosse Weibliche in der Unterwelt.]

Bedingungslose und vergebende Liebe (Vater): Hingabe an das Weibliche und Erlösung

Bereits die Sumerer erzählten: Nur die bedingungslose und vergebende Liebe kann die schwierige, schmerzhafte Wahrheit ertragen. Dies sind die Eigenschaften des VATERs , der mit seiner Tochter (JUNGFRAU) die reine Liebe integriert hat. Auch der erlösende Prinz, der gute König und CHRISTUS als der gehorsame Sohn des Vaters, der sich dem Weiblichen hingibt, sind Archetypen für das liebende Bewusstsein.
In Antwort auf die Liebe schenkt das grosse Weibliche dem auserwählten geliebten König ein Reich und Vollmacht über die Materie.

Alchemie – Gold für die Ewigkeit

Die Verschmelzung von Wahrheit und Liebe, symbolisiert durch die Vereinigung von Vater und Mutter bei der Heiligen Hochzeit, ist vollendete Alchemie. Sie führt zur Ganzheit wie geläutertes Gold und damit zum ewigen Leben.

[S. Alchemie – Gold für die Ewigkeit und Ruach, Geist Gottes – männlich und weiblich.]

Alchemie und Ganzheit (Altar Nr. 3, Hilma af Klint)

C.G. Jung zur Integration des Unbewussten

Die folgenden Zitate zeigen, dass C.G. Jung der Integration des Unbewussten eine grosse Bedeutung beigemessen hat, insbesondere auch im kollektiven Zusammenhang.

Dazu die folgenden, starken Zitate:

Die Ganzheit umfasst unbewusste Inhalte.[2]

Und auch:

Die Integration des Unbewussten ins Bewusstsein hat Heilswirkung.[1]

Das schicksalhafte Zusammenspiel der beiden schöpferischen Urkräfte beschrieb C.G. Jung mit diesen eindrücklichen Worten:

Es gibt keine Bewusstheit ohne Unterscheidung von Gegensätzen. Das ist das Vaterprinzip des Logos, der sich in unendlichem Kampfe der Urwärme und der Urfinsternis des mütterlichen Schosses, eben der Unbewusstheit, entwindet. Keinen Konflikt, kein Leiden, keine Sünde scheuend, strebt die göttliche Neugier [Bewusstwerdung] nach der Geburt. Unbewusstheit ist die Ursünde, das Böse schlechthin für den Logos. Seine weltschöpferische Befreiungstat aber ist Muttermord, und der Geist, der sich in alle Höhen und Tiefen wagte, muss, wie Synesius sagte, auch die göttlichen Strafen erleiden, die Fesselung an den Felsen des Kaukasus [Bild für Selbstopferung, Kreuzigung, absolute Hingabe]. Denn keines kann sein ohne das andere, weil beide am Anfang Eines waren und am Ende wieder Eines sein werden. Bewusstsein kann nur existieren bei stetiger Anerkennung und Berücksichtigung des Unbewussten, wie alles Leben durch viele Tode hindurchgehen muss.[3]

Der Schatz des Lebens – in der Unterwelt begraben

Jung impliziert damit, was bereits die ersten Mythen erzählen, nämlich, dass das grosse Weibliche in die Unterwelt, ins Reich der Toten, geraten ist. Dies ist ein Bild dafür, dass das Leben mit Negativität, Krankheit und Tod behaftet ist. Die Negativität, das ist die Trennung vom (wahren) Leben und damit der Tod.

Die Überwindung des (eigenen) Todes – das Ego

Die Überwindung des Todes, und sei es nur des “inneren” Todes, der Negativität, setzt die Auseinandersetzung mit den Schatten voraus. Hier verbergen sich die versteckten Triebe und Treiber des Menschen, die Macht über ihn haben, solange er sie verdrängt. Sich mit den Schatten auseinanderzusetzen und damit der Wahrheit ins Gesicht zu schauen, führt zwangsläufig zu einem inneren Sterben, einer Kreuzigung des Egos und der Triebe.

[S. Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu Ganzheit | Vom Ego zum Selbst und Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!.]

Dazu nochmals C.G. Jung:

Die Vereinigung des Gotteshelden, des liebenden Bewusstsein, mit der grossen Mutter

Man kann sich kaum ein Symbol erdenken, das in noch drastischerer Weise die Triebhaftigkeit unterdrückt. Selbst die Todesart lässt den symbolischen Gehalt der Handlung erkennen: der Held hängt sich sozusagen in die Zweige des mütterlichen Baumes, indem er an die Kreuzarme geheftet wird. Er vereinigt sich sozusagen im Tode mit der Mutter, und zugleich verneint er den Akt der Vereinigung und bezahlt seine Schuld mit der Todesqual. Durch diese Tat grössten Mutes und grösster Entsagung wird die Tiernatur am mächtigsten unterdrückt, weshalb ein grösstes Heil für die Menschheit daraus zu erwarten ist … .[4]

Das Kreuz – Integration des Schattens

Die Heilige Hochzeit: Ganzheit in Ewigkeit

Durch Vereinigung zu Ganzheit

Hochzeit von König und Königin, Gott und Volk

Die geglückte Vereinigung der Gegensätze durch die Integration des Unbewussten ist nur in der Kraft der Liebe möglich, welche stärker ist als der Tod.

In Überlieferungen wird diese Vereinigung durch die Hochzeit von Prinz und Prinzessin besiegelt, welche damit in ihre Bestimmung eintreten, als König und Königin weise über ihr Reich zu regieren.
In religiösen Überlieferungen wird die Integration des Unbewussten ins Bewusstsein durch den (Ehe-) Bund des Vater-Gottes mit seinem Volk (Judentum) oder durch Verlobung des Sohnes des Vaters mit seiner Braut (Christentum) dargestellt.

Aus der Vereinigung der beiden Kräfte entsteht die neue, positive Realität der Liebe, symbolisiert durch das Kind.

Selbstwirksamkeit und Vollmacht

Für den Menschen, der in sich selbst die Gegensätze vereint und so Versöhnung gefunden hat, bedeutet diese Hochzeit Ganzheit und damit Selbstwirksamkeit im eigenen Leben sowie im weiteren Kontext Vollmacht über die Materie.

Auch im kollektiven Sinn führt die heilige Hochzeit zu Erlösung, Heil und Heilung der Menschen und der ganzen Welt.

[S. Die heilige Hochzeit.]

Heilige Hochzeit

Erwähnte Überlieferungen:

Inanna, die sumerische Göttin der Liebe (Einführung)
Die sumerische Überlieferung von Inanna, die Göttin der Liebe (Zusammenfassung)
Inanna und die Herrin der Unterwelt (13)
Inannas Rettung durch den Vater und Auferstehung (15)
Der Hirte wird geschlagen (20)

Ich bin Lilith, die dunkle Jungfrau (freier Text)
Ich bin die Herrin der Unterwelt (freier Text)

Die Skorpionmenschen   
Gilgamesh und die sieben Brote

Frau Holle – von der Schicksalsgöttin zur Hölle
Schneewittchen – über sieben Berge zu Ganzheit
Dornröschen / Maleficent – vom Fluch zur Ganzheit
Die dunkle, die 13. Fee als Schicksalsgottheit (Disneys Maleficent)

Archetypen:

Weiterführende Texte:

Das Bewusstsein und das menschliche Gehirn
Die Schlange im Kopf – das Reptiliengehirn

Das Ego, die Identität der Trennung und der Macht
Vom Ego zum Selbst
Der Trieb
Starke Emotionen und das Unbewusste

Der Heldenweg
Die Feuerprobe (Integration des Unbewussten, Phase 5)
Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu Ganzheit
Die Integration des Schattens

Königsherrschaft im Leben
Selbstwirksamkeit – das Leben positiv lenken
Vollmacht über die Materie
Männlich und weiblich, die beiden Ur-Kräfte der Schöpfung
Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität

Nachweise:

[1] C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 5, Symbole der Wandlung, S. 547 § 672

[2] C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 12, Psychologie und Alchemie, S. 378 (Fussnote)

[3] C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 9/I, „Die Archetypen und das kollektive Unbewusste“, S. 110, § 178

[4] C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 5, Symbole der Wandlung, S. 338 § 398


Kommentare

  1. Ich bin so froh diese wunderbare Seite gefunden zu haben, vielen Dank dafür.
    Ich beschäftige mich mit den Aussagen von Eckard Tolle und Ulrich Warnke.
    Meine Frage wäre: Wenn dies so mächtig ist, wieso haben dann Menschen wie z.B. Tolle und Warnke und auch Sie nicht die Macht, mehr zu ändern oder sogar über das All zu herschen, wie es im Thomas Evangelium steht?
    Ich kann das alles nachempfinden was sie sagen, aber ich komme nicht weiter. Negativität, die Triebe und die Lügen regieren …
    Jonas

    1. Lieber Jonas
      Vielen Dank für diesen Kommentar, der ein Thema anspricht, das uns Menschen immer wieder beschäftigt. Letztlich geht es eben nicht um persönliche Macht und Herrschaft, sondern um Liebe. Sie ist die grösste Kraft im Universum, welche allein das Vermögen hat, die auseinander strebenden Kräfte zusammenzuhalten. Die Liebe des Menschen wird auf dem Weg des Helden geprüft. Wer sich in der Liebe bewährt hat, hat Zugang zum umfassenden Geist, zum Vater-Bewusstsein. Was das konkret bedeutet, liegt dann in der Hand der Persönlichkeit.
      Ist dieser Gedanke für dich hilfreich?
      Anne

  2. Nicht schlecht, aber mal ganz ohne Dimensionen.
    Ohne Kälte und Wärme, ohne nah oder fern.
    Das geht doch auch.

    Dunkelheit ist die Abwesenheit von Licht.

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