Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der Schmerzkörper der Frau als negativer Antrieb (Animus)

Der Schmerzkörper der Frau

By on 1. Oktober 2020

Der weibliche Schmerzkörper

Der Schmerzkörper der Frau – Antrieb aus Negativität

Der Schmerzkörper der Frau ist eine innere geistige Identität, die sich aus den gesammelten negativen Erfahrungen und Schmerzen im Zusammenhang mit Männern und mit ihrem Körper gebildet hat. Er führt in Beziehungen zu Macht statt Liebe.

Dieser Artikel handelt ergänzt den Hauptartikel: Der Schmerzkörper

Negativer emotionaler Trieb aus Machtlosigkeit Schmerzen und Missbrauch

Frauen sind sie eher als Männer Schmerzen und Machtlosigkeit konfrontiert und haben häufig von Anfang an ein eher gespaltenes Verhältnis zu ihrem Körper, der nie ganz perfekt ist. Darum sind sie anfällig für Negativität und können leicht in den Griff des negativen Animus geraten, der sie aus dem Schatten über negative Emotionen antreibt. Sie bilden weiblichem emotionalen Trieb (s auch Starke Emotionen und das Unbewusste).

Ambivalenz der Frau ihrem Körper ­gegenüber

Die Geburt des Schmerzkörpers

Die Frau ist von Anfang an durch ihren Körper mit Schmerzen konfrontiert. Geboren aus den Schmerzen der Mutter, beginnt ihr eigenes Frau-Sein mit Menstruationsbeschwerden. Der erste Geschlechtsverkehr ist selten schmerzlos, wie auch die Geburt eines Kindes. Körperliche und seelische Schmerzen gehören zu den Beziehungen der Frau, in die sie viel Herzblut investiert.

Es gibt einige Gründe, warum Frauen ein gespaltenes Verhältnis zu ihrem Körper haben können:

1. Der Perfektionsanspruch der Frau

Die Frau beginnt im Geist und sucht Vollkommenheit.

Im immateriellen Bereich, in der Liebe und in Beziehungen zuhause, hat die Frau das Vollkommene vor Augen und strebt nach Perfektion. Doch nichts in dieser Welt ist perfekt. Damit kann eine gewisse Negativität schon «vorprogrammiert» sein.

Die Materie konfrontiert die Frau mit Grenzen - auch ihr Körper ist nie ganz perfekt.

Egal wie schön sie ist, wie hervorragend ihre Leistungen sind, wie strahlend ihre Lebensumstände sind: Findet die Frau an sich einen Makel – und sei er auch noch so klein – fokussiert sie sich häufig unbewusst auf diesen und stösst sich daran.

2. Negative Erfahrungen mit dem Körper

Weibliche Schwäche

Früh ist die Frau mit ihrem Körper der Erfahrung von Schwäche ausgesetzt. Körperlich laufen die Jungen den Mädchen häufig den Rang ab. Auch die Fähigkeit, Leben zu geben, ist für die Frau mit Schmerzen und Blut verbunden. Und nicht zuletzt trägt die Frau auch das «Körperwissen» ihrer Mutter und Grossmutter in sich und hat von da vielleicht unbewusste Verknüpfungen zu schmerzhaften Erfahrungen, die noch nachwirken.

Äussere Ausstrahlung, narzisstische Prägung und Macht

Bewundernde und begehrende Blicke können ebenfalls früh Spuren hinterlassen und dazu führen, dass die Frau empfindet, dass nur ihr Körper gefragt ist. Während sie sich als verunsicherter Teenager oft unverstanden und überfordert fühlt, stehen der jungen attraktiven Frau – ohne dass sie sonst etwas dafür tun muss – viele Türen offen. So wird die Frau auch früh mit der Versuchung weiblicher Macht konfrontiert (Verführung, „weisse Magie“).

Missbrauch

Kleine und grosse Übergriffe haben unter Umständen früh das Verhältnis der Frau zu ihrem Körper gestört, selbst wenn das Männliche «nur» etwas „an der weiblichen Essenz genascht“[i] hat. Ist ihr Körper von fremden Begehren besetzt oder sogar konsumiert worden, bevor sie ihn für sich selber eingenommen hat, dann ist es für die Frau schwierig, einen guten Zugang zu ihrem Körper zu finden.

Bei einer Vergewaltigung werden der Frau der Körper, Seele und Geist gestohlen (ihr ganzes Leben, s. Die Frau – Körper/Seele/Geist).

3. Emotionale Schmerzen 

Sex ohne Liebe

Sex ohne Liebe ist letztlich Missbrauch. Die Seele (das Leben) der Frau bleibt dabei auf der Strecke. Die Vernachlässigung und Abwertung ihrer seelischen Bedürfnisse formen sich zu dieser inneren Vorstellung: „Ich bin nicht liebenswert.“ und: „Wenn ich mein wahres Gesicht zeigen würde, würde man mich verachten“.

Unbeantwortete Gefühle

Die Frau, die sich hingegeben hat, hofft auf Gegenliebe und wird häufig enttäuscht. Denn zumindest jüngere Männer können vielfach nicht so lieben wie sie. (Sie müssten dazu erst ihre weiblichen Anteile integrieren, s. Der Weg des Mannes). Wenn die Frau viel investiert hat, ohne etwas zurückzuerhalten, gerät sie immer tiefer in Mangel und Negativität (Nicht-Sein), in Abhängigkeit und damit in den Griff ihres negativen Körperantriebes, des ANIMUS.

Gestorbene Liebe

Hat die Frau alles gegeben und nichts dafür erhalten, stirbt ihre Liebe. Dies wird in Überlieferungen durch drei Tage Finsternis oder drei Tage im Reich der Toten beschrieben (s. Inanna in der Unterwelt, die neunte Plage der 10 Plagen Ägyptens und auch Jesus› drei Tage im Reich der Toten vor seiner Auferstehung).

Je mehr negative Erfahrungen eine Frau mit ihrem Körper und mit Männern gemacht hat, umso mächtiger ist ihr Schmerzkörper und umso eher wird sie Macht suchen.

Auswirkungen des Schmerzkörpers

Das verletzte innere Kind und ein Dämon 

Schmerzkörper, innerer Dämon

Der Schmerzkörper als Monstrum, das das wahre Leben stiehlt

Tief drin wohnt ein verletztes Kind im Griff eines Dämons, der sagt: „Du bist hässlich, du bist allein, niemand darf wissen, wie du wirklich bist und was du fühlst! Schäme dich!» Dieser Schmerzkörper-Geist ist mit dem negativen ANIMUS identisch, der dem Weiblichen unter Druck Höchstleistungen abringt. So bemüht sich die Frau immer wieder, endlich die ersehnte Wertschätzung zu erhalten, gibt und verausgabt sich in der Hoffnung, endlich zu empfangen … Doch sie bleibt – einmal mehr – enttäsucht und leer zurück, zusammen mit dem Dämon im dunklen Keller ihres Lebenshauses.
Denn sie hat vergessen, sich selber zu lieben und so Quelle der Liebe  und des Lebens zu sein.

Das Phantom im Keller: Lust an Leiden und Schmerz

Je mehr Schmerzen sie erfahren hat, umso mehr sind diese ihre einzig wahre Identität, ja ihre Lust. Ein Beispiel für die Faszination, welche Dunkelheit und Nicht-Sein auf eine Frau ausüben können, findet sich im Werk Das Phantom der Oper: Die Sängerin Christine wird durch ein Phantom, das im Keller des Opern-Hauses wohnt, zu Höchstleistungen angetrieben und kehrt immer wieder zu ihm zurück. Sie allein kennt sein wahres Gesicht – ihr eigenes Spiegelbild.

Die Frau im Griff ihres Schmerkörpers schädigt sich selber, fährt ihre Beziehungen an die Wand und ist in Gefahr, alles zu zerstören, was ihr je etwas bedeutet hat.

Todestrieb und Macht in der Welt der Fantasien

Ablehnung jeglicher Art von Körperlichkeit

Ist Körperlichkeit mit Schmerz assoziiert, lehnt die Frau ihren Körper eher ab, findet ihn «hässlich» und hasst ihn sogar unbewusst. Dann hat sie den positiven Zugang zu ihrem Körper verloren und traut sie ihm und seiner Intuition nicht mehr. Stattdessen wird sie ihn vernachlässigen oder gar selber schädigen. Es kann so weit gehen, dass sie alles Körperliche als «unwert» oder «schmutzig» ablehnt.

Selbstschädigung

Aus diesen Gründen kann es sein, dass sie die Aggressionen, die aus ihrem Schmerz geboren sind, gegen sich selber beziehungsweise ihren Körper richtet. Sie wird sich über seine Signale hinwegsetzen, ihn Schmerzen aussetzen (hartem Training), ihn selber verletzen (Wunden zufügen, z. B. durch Ritzen), ihn nicht nähren (Magersucht), ja ihn auch selber missbrauchen (Sex für Macht und Geld verkaufen).

Denn Ihr Körper ist ja schon lange nicht mehr ihr eigener, weshalb sie auch ihr Leben aus ihm zurückgezogen hat.

Macht durch Verführung

Vielmehr lebt sie im Geist und übt Macht durch Verführung und Verblendung aus, wobei sie ihren Körper benutzt, um ein Ideal zu suggerieren. Doch dieser ist nichts als eine leere Hülle ohne wahres innewohnendes Leben. Männer, die in ihm Leben suchen, werden enttäuscht und gehen leer aus. Bildhaft gesprochen bleiben sie in den Dornen hängen und «krepieren» jämmerlich (wie in Dornröschen).

Wenn die Liebe gestorben ist

Vom wahren Leben und der Verankerung im Körper getrennt

Wenn die Frau konsumiert worden ist, ohne dass sie dafür etwas zurückerhalten hat, wenn sie alles gegeben hat und «ausgeblutet» ist, stirbt ihre Liebe. 
Überhaupt 
fällt es ihr nur schon schwer, klar zu denken, wenn sie in Negativität ist. Denn die Negativität beeinträchtigt ihre Liebe, ihr Herz. Geht das Herz als Verbindung zwischen Denken und Leben im Körper verloren, dann verliert die Frau ihre Verankerung, ihre «Erdung» in der Realität (s. Die Frau – Körper/Seele/Geist).

Überlieferungen: Ein Fluch seit Anbeginn der menschlichen Kultur

Der Tod der Liebe ist die Bedeutung des Fluches, der schon in der sumerischen Überlieferung im Zusammenhang mit der zornigen Göttin der Unterwelt ein Thema ist. Auch das babylonische Gilgamesh-Epos handelt von rasender Weiblichkeit und einer grossen Flut. Der Fluch über dem Menschen nach dem Sündenfall kann als negative Paardynamik interpretiert werden, bei welchem das Weibliche (auch die Schöpfung) drunter kommt. Märchen wie Dornröschen und Schneewittchen beschreiben die schlafende oder ohnmächtige Schöne auf der einen Seite und die böse Hexe, die Macht durch weibliche Magie ausübt, auf der anderen Seite. (S. auch Familiengeheimnisse und kollektive Geheimnisse als Fluch.)

Von Depression zu rasender Wut

Negative Gefühle, Schmerz und Wut

Die Frau, von der Kraft der Liebe getrennt, ist entweder «wie tot», also krank, depressiv, antriebslos – oder sie sieht rot». Dann wird sie zornig, aggressiv, dominant, machtorientiert und manipulativ, als sei sie «vom Teufel geritten» wie die böse Hexe oder die 13. Fee. Sie wird zum feuerspeienden Drachen oder zum Flammenstier. Tatsächlich brennen Schmerz und Wut über erfahrene Verletzungen in ihrer Seele wie ein Höllenfeuer (s. Starke Emotionen und das Unbewusste).

Dies alles ist letztlich das Werk des diabolischen «Auseinanderwerfers» («Trenners»; griechisch diabolos; daraus ist das deutsche Wort «Teufel» entstanden). Er wirkt durch den Schmerzkörper, auch in seiner kollektiven Dimension.

[Mehr s. Der Schmerzkörper und Negative Paardynamik «FEUER».]

Heilung der Frau und Erlösung vom Schmerzkörper

Bedingungslose Vater-Liebe und der erlösende Prinz

Die Frau wird durch (Vater-)Liebe, die nicht Sex verlangt, sondern bedingungslos liebt und ihre Not sieht, geheilt. Diese Liebe wohnt auch in jeder Frau. Sie kann sie aktivieren, indem sie beginnt, sich selber in ihrer Schwäche zu lieben und für ihre Bedürfnisse einzustehen. Dazu muss sie ihre männlichen Anteile, ihr (Vater-)Bewusstsein mobilisieren. Der erlösende Prinz entspricht dabei den integrierten (positiven) männlichen Anteilen, die mit Christus identisch sind und sie zu Hingabe an das Leben bewegen.

[S. auch Heilung und Christus / Messias, der Gesalbte]

Es ist für die Frau wichtig, für sich selber Verantwortung zu übernehmen und aufzuhören, sich als Opfer zu sehen.

Der Weg durch die Unterwelt

Sumer – 3000 v. Chr.

In der sumerischen Mythologie macht Inanna, die Göttin der Liebe, sich aus eigenem Antrieb auf den Weg in die Unterwelt. Sie hat nämlich ihr Ohr für «das Grosse Unten» geöffnet. Sie hat Dinge «gehört», und damit wahrgenommen. Diesen will sie nun auf den Grund gehen.
Inanna ist darum eine «Göttin», weil sie bewusst in ihrem Leben steht und mutig den Stier bei den Hörnern packt. Also begibt sie sich in die Konfrontation mit ihren eigenen Schatten, dort wo die Liebe gestorben ist. Sie begegnet dem eigenen Tod und wird am dritten Tag vom liebenden Vater wieder auferweckt.

 [S. Die sumerische Überlieferung von InannaInannas Weg durch die Unterwelt]

Der kollektive weibliche Schmerzkörper

Auch wenn eine Frau selber keine negativen Körpererfahrungen gemacht hat, kann sie dennoch auch in den Sog des kollektiven weiblichen Schmerzkörpers geraten. Er beinhaltet geballte negative Energie aus dem Wissen um Unterdrückung und Ausbeutung des Weiblichen in den letzten rund 4000 Jahren. Die Frau, die sich damit identifiziert, kann Empörung, Auflehnung und Feindseligkeit gegen Männer empfinden.
Tatsächlich ist das Bewusstsein dieser schmerzhaften Realität wichtig. Doch der nächste Schritt ist, Versöhnung und den Weg zurück zur Liebe zu finden

Integration der männlichen Anteile

Denn das Ziel ist, dass die Frau Ganzheit erlangt, indem sie einen positiven Zugang zu Männlichkeit findet und ihre eigene männliche Seite integriert. Diese sind der Körper und sein Antrieb (ANIMUS). Will die Frau diese integrieren, kommt sie also nicht umhin, sich mit ihren negativen Erfahrungen mit Männern auseinanderzusetzen und ihnen und auch sich selber dabei zu vergeben.

[Mehr s. Die Integration der männlichen Anteile]

Sich selber lieben

Heilung geschieht, wenn die Frau beginnt, sich selber mit ihrem Körper zu lieben. Das bedeutet, dass sie sich mit ihren Grenzen und Schwächen annimmt, dass sie lernt, sich Gutes zu tun und sich Freiraum zuzugesteht. Den Körper zu lieben bedeutet, ihn zunächst überhaupt einmal wahr zu nehmen, dankbar sein, dass er da ist und dass das Herz noch immer schlägt …  

Gute und erfüllende Erfahrungen ermöglichen einen positiven Zugang zum Körper und zum Leben. Vielfältige Ausdrucksmöglichkeiten wie Tanzen, Malen, Wandern, Kochen, Nähen oder Singen lassen Freude und neue Lebendigkeit wachsen.

[S. Wie lenke ich mein Leben konkret in eine positive Richtung?]

Der Kern ist und bleibt:

«Liebe dich selbst, dann können die anderen dich gernhaben.» [3]

Kunst:

Christina Krüsi Art: Little Red Ridinghood (Rotkäppchen), 2015 und Amygdala, 2015

Nachweise:

[1] Formulierung bei Rainer Grunert, Ökonome und Paartherapeut in seinem Buch „Leiden oder Leidenschaft?“ mit dem Untertitel: Warum in Partnerschaften das Begehren verschwindet und wie Sie es wiedergewinnen“. Köln: Innenwelt Verlag

[2] Eckhart Tolle: «Jetzt – Die Kraft der Gegenwart», Sonderausgabe 2012, 4. Auflage, Kamphausen Verlag, Bielefeld

[3] Eckhart von Hirschhausen aus: GLÜCK KOMMT SELTEN ALLEIN


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