3. Der Gesalbte als Erlöser der Schöpfung
Jesus Christus – gesalbter Retter
Tod und Auferstehung
Der Name Jesus ist die griechische Version von hebräisch Jehoshua, was mit „Gott rettet“ übersetzt werden kann. Christus bedeutet wie erwähnt “der Gesalbte”. Jesus Christus als der gesalbte Retter identifizierte sich in Worten und Taten mit dem im Judentum lange erwarteten Erlöser, dem Messias.
Kraft und Vollmacht in der Materie
Gemäss Berichten von Zeugen wurde er durch Zeichen und Wunder wie Heilungen und Totenauferweckungen als der erwartete Gesalbte bestätigt.
Diese unbegrenzte Vollmacht wurde ihm einerseits in Antwort auf seine liebende Hingabe durch die grossen Mutter-Gottheit, Archetyp für das Leben in der Materie, zuteil. Andererseits stellt er als der gehorsame Sohn des Vaters, dessen “rechten Arm”, Kraft und Potenz dar.
Die Schöpfung in der Unterwelt
In der Materie gefangen: Leid, Krankheit und Tod
Dass die Schöpfung Erlösung braucht, war schon lange vor der Bibel ein Thema. In der sumerischen Überlieferung rettet der liebende Vater EnKi die Göttin der Liebe, indem er sie am dritten Tag von den Toten auferweckt (Episode 15). Dies nachdem beschrieben worden ist, dass das grosse Weibliche, das Leben selbst, in die Unterwelt geraten ist, darin “begraben” oder anders formuliert im Unbewussten “gefangen” ist (Prolog).
[S. Das Grosse Weibliche in der Unterwelt | Der sumerische Schöpfungsbericht und “Ich bin EreshKiGal, sumerische Göttin der Unterwelt”.]
Integration des kollektiven Schattens
Das Reich der Schatten und des Todes ist ein Bild dafür, dass die ganze Schöpfung der Vergänglichkeit ausgeliefert ist, nämlich in Negativität, Leid und Tod. Indem der Gesalbte aus Liebe, in Einklang mit dem Vater (als dem liebenden Bewusstsein), sich mit dem Leiden und Sterben der Menschen identifiziert, integriert er den kollektiven Schatten.
[S. Der sumerische Schöpfungsbericht und der Fall aus der Ganzheit | Die Erbsünde als kollektives menschliches Problem |Missbrauch und Erlösung in menschlichen Überlieferungen | Die Integration des Schattens | Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu Ganzheit.]
Erlösung und eine neue Schöpfung
Hingabe bis in den Tod zur …
In diese Gebrochenheit der Existenz kommt nun der Gesalbte hinein. Er gibt sich aus Liebe ganz dem Leben hin, sogar bis in den Tod, indem er sich im Leiden und Sterben mit der geknechteten Schöpfung identifiziert. So führt sein Weg ganz hinein – bis tief in die dunkelste und tiefste Existenz des Unbewussten. Nachdem er in der Materie den Samen des Wortes von der Liebe des Vaters ausgesät hat, vereinigt er sich im Sterben mit dem grossen Weiblichen, dem Leben selbst.
[S. Der Weg durch die Unterwelt als Weg zu Ganzheit.]
Initiation des Neuen
So ist denn auch das Sterben nicht das letzte Wort, sondern der Beginn des Neuen. Denn die Liebe und das Leben können nicht sterben, und so folgt auf das Sterben die Auferstehung, die das Ganze in ein vollkommen anderes Licht rückt.
Die neue Schöpfung weiss, dass Liebe stärker ist als der Tod. Darum fürchtet sie den Tod nicht. Sie weiss auch um das Geschenk des Lebens, darum respektiert sie das Leben, bewahrt es und ist dankbar dafür. Und nicht zuletzt weiss sie um einen allmächtigen Gott, der als das umfassende liebende Bewusstsein alles in der Hand hat.
Das genügt, um sich als Teil der Ewigkeit zu wissen.