Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Evolution No 12 und 13 von Hilma af Klint und die Schlange

Der Fluch 1 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 12)

By on 17. November 2021

Der Fluch 1 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 12)

Evolution No 12 und 13 von Hilma af Klint 

Die beiden Bilder «Evolution No 12 und 13» von Hilma af Klint beschreiben vertauschte Geschlechterrollen und negative Paardynamik durch das Einwirken der Schlange, Symbol für das Ego.

Das Werk der Schlange in Evolution No 12 und 13

Vertauschte Rollen der Geschlechter und negative Paardynamik

Während Hilma af Klint in Evolution No 12 die Installation der Negativdynamik durch die Umkehr der Rollen von Mann und Frau darstellt, zeigt sie in Evolution No 13 die vollendete Negativdynamik in ihrer ganzen Tragweite. Diese führt dazu, dass der Mann durch seelisch-geistige Vorherrschaft dominiert (Löwe), während die Frau sich dem Unbewussten zuwendet, um daraus zu schöpfen.

Die beiden Bilder in Gegenüberstellung:

Der Fluch 1 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 12)

Evolution No 12 

Negative Paardynamik 2 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 13)

Evolution No 13

Inhaltlicher Kontext von Evolution No 12 und 13

12 und 13: Evolution von Liebe zu Macht und Vorherrschaft des Stärkeren

Evolution bedeutet eine Realität ohne Gnade, in welcher der Stärkere siegt. Die Titel der beiden Bilder (Evolution Nr. 12 und 13) passt auch zu deren inhaltlicher Aussage. Dargestellt wird die negative Paardynamik, die darauf hinausläuft, dass der Mann die Frau über ihre emotionale Schwäche, ihr Bedürfnis nach Zuwendung dominiert.

Die 12 und 13 für die Entwicklung von paradiesischer Ganzheit zur Negativdynamik

Die 12 steht für die ursprüngliche paradiesische Ganzheit des Menschen (s. 12 Bäume im Paradies: die innere Familie. Die 13 symbolisiert das Ego, das sich im Schatten verbirgt und durch «die alte Schlange» im Paradies des Menschen voller guter Vorsätze symbolisiert wird (s. Zwölf und Dreizehn (Überblick).

Animus und Anima im Griff der Macht (der Schlange)

Das Ego korrumpiert den männlichen und den weiblichen Geist (Animus und Anima) durch Macht. Die beiden Archetypen spielen im menschlichen Drama, das vom Verlust der Ganzheit oder Göttlichkeit handelt, eine zentrale Rolle (s. Die beiden Bäume in der Mitte des Paradieses).

Mann und Frau, der Sündenfall, negative Paardynamik und die Erbsünde

Mann und Frau werden durch die Schlange verführt (s. Der Sündenfall-Bericht der Bibel und das Geheimnis der Schlange) und geraten unter die Herrschaft des Fluches, der negative Paardynamik beinhaltet (s. Der Fluch und die Vertreibung aus dem Paradies).

Die unbewussten Veranlagungen von Mann und Frau wurzeln im kollektiven Unbewussten und damit in einer negativen Realität, welche auch unter dem Begriff der Erbsünde bekannt ist.

All dies wird in den beiden Bildern Evolution 12 und 13 vom Hilma af Klint auf erhellende Weise dargestellt.

Evolution No 12 – Bildbeschreibung 

Die 4-Elemente als Kreis

Der Kreis und die Schlange

Der Kreis ist ein Symbol für Ganzheit. In vier Teile geteilt thematisiert er die vier Elemente (richtige Ordnung s. Abb. rechts).

In der Mitte der Kreis: gestörte Ordnung der Elemente

Der Fluch 1 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 12)

Doch in «Evolution No 12» sind die Elemente gemäss den Prinzipien der negativen Dynamik vertauscht. So steht oben das Element FEUER (rot) für Schmerz und Zorn der Frau auf der linken Seite, das Element ERDE (in Brauntönen) für Materialismus des Mannes hingegen auf der rechten Seite. Unten steht Blau links für die Seele der Frau und Braun-Bronze für die geistige Herrschaft des Mannes im Bereich der Seele[1]. Ganz zuunterst steht hellblau für die Gefühle der Frau (Liebe, blau-weiss: Seele-Geist).

Der schwarze Knäuel: das individuelle Unbewusste und der Machttrieb

Das Unbewusste wird in «Evolution No 12» durch einen schwarzen Knäuel dargestellt. Es setzt sich aus Veranlagungen, Prägungen und Mustern zusammen, welche im Körper verankert sind und über die Emotionen das Handeln beeinflussen. So liegen die schwarzen Knäuel auch direkt bei den Elementen der Seele, unten im Kreis (Blau für die Seele der Frau; Braun für die Seele des Mannes[1]).

Ungesteuerte Emotionen

Dass die Elemente der Seele unten statt oben erscheinen (wo sie als immaterielle Faktoren eigentlich stehen sollten), liegt an der Negativdynamik. In dieser drückt sich die Seele durch tiefe und schwer kontrollierbare, weil unbewusste Körperreaktionen aus, die dem Schatten entstammen. Sie verdichten sich zu einem diffusen Knäuel, aus welchem die Schlange aufsteigt (s. Starke Emotionen und das Unbewusste – Schattenaktivität).

Die beiden Schlangen: der Lust- und der Schmerztrieb (Anima und Animus)

Aus dem Unbewussten steigt die Schlange auf, welche das Ego symbolisiert. Es richtet seine destruktive Herrschaft im Leben des Menschen auf, indem es die Triebe aktiviert (s. Zwölf und Dreizehn (Überblick).

Die Schlange symbolisiert hier den negativen Trieb im Bereich des Körpers (Antrieb, Animus) und der Seele (Motivation, Anima). Solange diese Treiber unbewusst sind, das heisst unerkannt im Schatten verborgen sind, wirken Anima und Animus mit negativer Energie auf Mann und Frau ein:

[S. Die beiden Bäume im Paradies und die verbotene Frucht.]

Mann und Frau: vertauschte Rollen

Der Mann: weiblich-passive Strenge

Der Mann im Griff seines Lusttriebs hält sich strategisch passiv bedeckt (dargestellt durch die Haube) und abweisend-prüfend. Dies kommt in Evolution No 12 einerseits dadurch zum Ausdruck, dass er in blau gekleidet ist, in der Farbe der Seele der Frau (WASSER). (Es sollte jedoch umgekehrt sein. Wahre heldenhafte Männlichkeit wirft seine ganze Existenz in die Waagschale, um sich der Liebe der Frau als würdig zu erweisen s. Die Frau als Göttin und der Mann als ihr Heldenkönig).

Die Frau: männlich-aktives Bemühen um Zuwendung

Die abweisende Haltung des Mannes trifft die liebende Frau in ihrem Kern und aktiviert ihren Schmerztrieb («ich bin es nicht wert»…). Die gelbe Farbe der Kleidung der Frau ist ein Hinweis auf ihre zugewiesene («männliche») Rolle als Bittstellerin. (Gelb steht als warme Farbe für die aktive männliche Seele und das Element der LUFT). So hat der Mann also den Spiess umgedreht, indem sie nun diejenige ist, die sich um seine Zuwendung bemühen muss.

Sündenfall und Fluch in Evolution No 12 und 13

Evolution No 12: vom Liebe zu Macht und der Sündenfall

Fazit: So alt wie die Menschheit selbst

Die Identifikation des Mannes mit seiner negativen Anima als Schlange ist schon das Thema der ersten Überlieferungen. Der Mann kehrt strategisch «listig» den Spiess um und manipuliert die Frau dazu, ihm ihre Liebe zu beweisen, indem sie tut, was er will (zum Beispiel durch Verführung Geschlechtsverkehr anbieten).

[S. Der Sündenfall-Bericht der Bibel und das Geheimnis der Schlange und Die Vertreibung aus dem Paradies in den Überlieferungen.]

Evolution No 13: Fluch und Vertreibung aus dem Paradies

Der (Teufels-)Kreis schliesst sich: negative Paardynamik als Fluch

Die Folge davon ist negative Paardynamik als Fluch. Die Frau will den Mann ihrerseits mit ihren Machtmitteln dominieren («Magie») und zeigt sich von ihrer spröden stachligen Seite (Dornen). So muss der Mann das «Kraut des Feldes» essen (statt Fleisch).

Wie die vollendete negative Paardynamik aussieht, wird im Bild «Evolution No 13» von Hilma af Klint beschrieben.

Negative Paardynamik 2 (Hilma af Klint, Evolution Nr. 13)

Anmerkung:

[1] Die wahre Farbe der Seele des Mannes ist Gelb (für das Element der LUFT). In der Negativdynamik ist die Seele des Mannes aber auf ERDE, das heisst auf Materie ausgerichtet. Entsprechend ist sie in den Abbildungen von Hilma af Klint braun oder bronzen dargestellt (als Mischung von Gelb und Braun. In den meisten Darstellungen dieser Homepage erscheint das Element der ERDE jedoch grün, als dem Körper der Frau zugeordnet).


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