Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

2. Schneewittchen und der Jäger (Initiation)

By on 23. Juni 2020

Schneewittchen und der Jäger

Der Jäger ging mit Schneewittchen in den Wald.

Schneewittchen und der Jäger

Schneewittchen und der Jäger gehen zusammen in den Wald. Er hat von der Stiefmutter den Auftrag, die Königstochter zu töten.

Der Jäger und die Unschuld

Kurze Inhaltsangabe und Archetypen

Kurze Inhaltsangabe aus dem Märchen:

Der Jäger ging mit dem Mädchen in den Wald. Doch er hatte Mitleid mit ihm und liess es laufen. Er brachte stattdessen der Königin das Herz und die Lunge eines Frischlings.
Das arme Kind rannte voll Angst durch den großen Wald.

Symbole und Archetypen:
  • Wald: Das kollektive Unbewusste im Bereich des Körpers
  • Mitleid: Der Jäger ist integer (unschuldig)
  • Herz und Lunge: zerstörte Liebe und seelische Unfreiheit

    Lilianas Geschichte – noch immer märchenhaft

    Johan, der Jäger

    Das Häuschen im Wald

    Bei der nächsten Gelegenheit zog Liliane sich wieder Hose und Wams über und lief zum Stall. Sie sattelte Diamant, ihr schwarzes Pferd, da stand plötzlich der Jäger vor ihr.

    – Johan!, sagte sie erfreut. Doch er blickte finster drein.
    – Was ist mit dir?, wollte sie wissen. Als er nicht antwortete, sagte sie: Kommst du mit auf einen Ritt?
    Schweigend holte er seinen Apfelschimmel. Sie ritten zusammen in den Wald. Auf dem Weg sprachen sie kein Wort. Plötzlich standen sie vor einem Häuschen.
    – Oh schau, wie niedlich!! – Was ist das für ein Haus!?! rief Liliana freudig aus.
    – Das ist die Jagdhütte, sagte der Jäger tonlos. Er stieg vom Pferd ab. Liliana schwang sich aus dem Sattel, stellte sich vor ihn und blickte ihn besorgt an. Sie legte ihre Hand auf seinen Arm und fragte:
    – Johan! – Was ist los???
    Der Jäger schwieg weiter.
    – Komm, zeig mir die Hütte!, rief Liliana und fügte begeistert hinzu: Die kleinen Fenster mit den karierten Vorhängen… Wie süss!

    Ein Angebot

    Sie gingen hinein. Wortlos setzt Johan sich auf die Bank beim Tisch. Liliana schaute sich um:
    – Hier gefällt es mir!, sagte sie bezaubert: Hier könnte man es sich richtig gemütlich machen!!!
    Spontan setzte sie sich neben ihm nieder und sagte:
    – Ich will nicht länger im Schloss bleiben. Mutter ist so gemein zu mir! Und ich will nicht in engen Kleidern, die mich nicht atmen lassen, umherstolzieren und jeden Tag meine Haare flechten und stundenlang drapieren…! – Mutter tut mir weh, wenn sie mich kämmt, ich hasse es! Ich will nie so werden wie sie! Ich will frei sein!!!
    Dabei streckte sie ihre Arme in die Luft – und liess sie im nächsten Augenblick sinken – um den Hals des Jägers. Leidenschaftlich sagte sie:
    – Kann ich nicht hier bleiben – zusammen mit dir???“
    Sie lehnte sie ihren Kopf an seine Schulter.
    Seine Stimme klang rau, als er antwortete :
    – Du weißt nicht was du sagst!

    Er handelt verantwortungsbewusst

    Dann gab er sich einen Ruck und stand jäh auf, indem er sagte:
    – Ich muss jetzt gehen!
    Liliana erschrak und sagte verzweifelt:
    – Habe ich etwas Falsches gesagt?
    – Nein!, sagte der Jäger: Komm! Wir müssen zurück zum Schloss. Dort werde ich meine Sachen packen. Ich muss weggehen! Ich kann nicht länger im Schloss bleiben!
    Liliana erschrak noch mehr:
    – Ist es … wegen mir???
    – Wegen deiner Mutter…!, sagt er grimmig.
    Sie ritten wortlos zurück. Liliana war verwirrt und hatte das diffuse Gefühl, sich daneben benommen zu haben. Beim Stall stiegen sie ab. Er nahm die Zügel ihres Pferdes und sagte:
    – Ich nehme Diamant gleich mit…!

    Trennung

    Dann zögerte er einen Augenblick. Sanft legte er seine Hand an ihr Kinn, und schob es nach oben, so dass seine Augen in ihre blickten:
    – Pass auf dich auf, Kleines!, sagte er eindringlich.
    Sie schüttelte verständnislos den Kopf. Dann hob sie ihre Hände hinter ihren Nacken und löste ihr Kettchen mit der Taube von Hals. Sie streckte es ihm hin. Er starrte darauf:
    –  Was soll das???, sagte er erschrocken.
    – Nimm es! Ich will es dir geben. Ich habe es von Vater bekommen. Ich bin traurig, dass du gehst. Behalte es! Bitte!!! – Und vergiss mich nicht!
    Tränen standen in ihren Augen, als sie die Taube fest in seine Handfläche drückte und seine Hand darum schloss.
    Er lächelte sie warm an und versicherte:
    – Ich werde dich nicht vergessen.
    Dann riss er seinen Blick von ihr los, nahm die beiden Pferde und ging zum Stall.

    Herz und Lunge

    Liliana rannte hinauf auf ihr Zimmer, schloss die Türe zu und warf sich schluchzend aufs Bett.
    Der Jäger hatte seine Sachen gepackt und sein Pferd beladen, als die Königin auftauchte.
    – Na?, sagte sie. Wie war es???
    Wortlos und ohne sie eines Blickes zu würdigen gab er seinem Pferd die Sporen und ritt fort.

    Mit Genugtuung stellte die Königin fest, dass Liliana zerstört war und liess sie auf ihrem Zimmer in Ruhe.

    Bemerkungen zu dieser Deutung: Die Unschuld des Jägers

    Der Jäger hat Mitleid und lässt das Mädchen laufen.

    Er hat ein Herz, im Gegensatz zur bösen Königin.

    Das Märchen sagt klar: Schuld ist die «böse Stiefmutter», nicht der Jäger. In einen weiteren Kontext gestellt bedeutet dies: Es ist eben der Lauf dieser Welt (s. Die Stiefmutter und die kollektive Dimension von Missbrauch). Die Männer sind nicht an allem schuld, sondern sie sind – wie auch die Frauen – der Teil der Realität von Verführung und Gewalt, in welcher die Welt gefangen ist.
    Wer Macht und innere Not in der Kraft des liebenden Bewusstseins überwindet, kann sich aus den destruktiven Mustern befreien und erlangt Ganzheit und Königsherrschaft im Leben. Darum geht es auch im Märchen Schneewittchen.

    Lilianas Geschichte – der erste Geschlechtsverkehr

    Der Jäger…

    Eines Tages, als Onkel Bruce zu Besuch war, mussten Vater und Alexandra überraschend weggehen.

    … übernimmt keine Verantwortung, sondern handelt unbewusst.

    Bruce sagte: «Ich bleibe hier und passe auf Lilly auf!». Dabei blinzelte er mich an. Ich war gar nicht glücklich darüber. Kaum waren die Eltern weg, da nahm er mich an der Hand, als wolle er mir etwas Tolles zeigen. Doch dann zog er mich an sich heran und begann, mich auszuziehen, während er sich gleichzeitig an seiner Hose zu schaffen machte. Irgendwann gelang es mir, mich aus seinen Fangarmen zu befreien und fortzurennen. Ich konnte mit niemandem darüber reden.

    Herz und Lunge

    Bald einmal hatte ich meine erste Beziehung und wir wurden intim. Dies geschah nicht, weil ich ihn liebte, sondern weil ich einfach dazu gehören wollte und ebenso cool sein wollte wie die andern.

    Schneewittchens Heldenweg über sieben Berge, Überblick:

    Schneewittchens Heldenweg über 7 Berge

    Die zweite Phase des Heldenweges: Initiation

    Der Jäger

    Das Herz des Frischlings … Ist «es» geschehen oder nicht?

    Der Jäger tötet statt dem Schneewittchen ein Junges der Wildsau. Dieses Bild kann so verstanden werden:  «War schon die Mutter ‹versaut›, dann wird es der Tochter nicht besser ergehen.» (s. Geheimnisse und der Fluch). Enstprechende Umstände sind auch schon die Ausgangslage der ältesten menschlichen Überlieferung, der sumerischen Mythologie. In dieser wurde der Baum der jungen Göttin der Liebe gefällt, weil er durch finstere Wesen der Macht besetzt war.

    Fazit: Es ist geschehen – und zwar viel zu früh.

    Viel zu früh ist es ist geschehen, noch bevor auch das Herz und die Liebe der jungen Frau Geborgenheit und Annahme gefunden haben und bevor sie ihren Körper für sich eingenommen hat.

    Was das Märchen aber dem Kind, das gespannt der Erzählung lauscht, sagen möchte, ist dies:

    Halte an der Liebe fest! Glaube daran, egal was auch immer geschieht (und es können üble Dinge geschehen)! Es gibt die wahre Liebe, und sie wird dir begegnen!


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