Goldspur

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Dornröschen und die Ganzheit (7): die zwölf goldenen Teller

Zwölf goldene Teller (Dornröschen)

By on 2. Juli 2021

Zwölf goldene Teller (Dornröschen)

Dornröschen und die Ganzheit (7): zwölf goldene Teller

Aus der Liebe von König und Königin wurde ein Kind geboren. Der glückliche König möchte nun für seine neugeborene Prinzessin Dornröschen ein Fest ausrichten. Durch die Einladung von zwölf guten Feen sollen ihr Ganzheit zugesprochen werden. Für jede von ihnen steht ein goldener Teller bereit.

Dornröschen und die Ganzheit

Die Geburt der Pinzessin: Dornröschen

Es waren einmal ein König und eine Königin, die wünschten sich von ganzem Herzen ein Kind.
Als die Königin einmal im Bade sass, kam ein Frosch, der aus dem Wasser ans Land gekrochen war, und sprach: „Dein Wunsch wird in Erfüllung gehen. Noch innerhalb eines Jahres wirst du eine Tochter gebären“.
So geschah es. Ein wunderschönes Mädchen kam zur Welt.

Die zwölf goldenen Teller: Dornröschen und die Ganzheit

Der überglückliche König beschloss, ein Fest zu feiern und viele Gäste einzuladen. Auch die weisen Frauen des Landes waren eingeladen. Sie sollten das Mädchen mit besonderen Wünschen segnen.
Für sie wurden am Tisch zwölf goldene Teller gedeckt.

Es gab im Reich jedoch noch eine dreizehnte Fee. Für sie war aber kein Goldteller vorhanden.

Symbole und Deutungen von Dornröschen und die Ganzheit

Die Geburt: neue lebendige Realität aus der Einheit von König und Königin
Das Kind als Symbol für neue Realität

Das Märchen beginnt mit König und Königin und thematisiert damit die «königliche» oder «göttliche» Abstammung des Menschen. Alles, was ist, ist aus der Vereinigung von Geist und Materie, dem Bewusstsein und dem Unbewussten (symbolisiert durch König und Königin) entstanden. Diese Einheit an sich ist schon das Wunder, das die Liebe vollbringt, und aus ihr entsteht wiederum das Wunder des Lebens.

[S. Vater und Mutter, Geist und Materie und Das Bewusstsein und das Unbewusste – König und Königin.]

Weitere Symbole:
Das Fest und zwölf goldene Teller
Zwölf Segenswünsche für das Leben als Fest

Der Mensch als Königskind ist zur Königsherrschaft im eigenen Leben berufen. Er erhält zu seiner Geburt vom «Schicksal» Ressourcen und Begabungen, welche ihm auf seinem Weg helfen und sein Leben zu einem Fest machen können. Wenn es ihm gelingt, zu bewahren, was er hat und zu integrieren, was ihm fehlt, erreicht er Ganzheit.

Weitere Symbole:

Dornröschen und die Ganzheit in zwölf goldenen Tellern

Zwölf Teller für Ganzheit der inneren Familie

Was hat es mit der Zwölf auf sich?
Sie bedeutet Ganzheit durch Integration der inneren Familie:

  1. König-Vater: der Geist und höhere Ordnungen. Das Ziel: Liebe.
  2. Königin-Mutter: das Leben, das Reich, Körper und Ressourcen. Das Ziel: Herrschaft über die Triebe.
  3. Das innere Kind: Königssohn oder Königstochter, Prinz oder Prinzessin. Das Ziel: Es muss erwachsen werden und lernen, in Verantwortung zu stehen.
  4. Die gegengeschlechtlichen Anteile: der erlösende Prinz oder die Jungfrau. Als Letztes integriert Held/Heldin die weibliche/männliche Seite des Geistes (Liebe/Kraft).

Jeder dieser Vier ist in sich selber wiederum ganz, das heisst dreifach abgestützt (4 x 3 = 12).

[S. Die Ganzheit der Zwölf und die innere Familie.] 

Und die Dreizehn?

Was hat es mit der Dreizehn auf sich?
Es ist offensichtlich: Die Dreizehn hat keinen Platz in der Ganzheit der Zwölf, die in sich vollständig und abgschlossen ist. Darum gibt es keinen dreizehnten Teller im Schloss und kann auch keinen geben. Die Dreizehn ist das, was ausserhalb der Ganzheit liegt, ausserhalb des Königreiches des Lichts des Bewusstseins, im Schatten.

Dornröschen und die Ganzheit anders erzählt: Maleficent

Diese Neuerzählung ist von den Maleficent-Filmen inspiriert.

[S. Maleficent als Dornröschen–Interpretation (der Schatten) und Maleficent, Handlung und kurze Deutung.]

Maleficent – das Thema (7): Zwei Reiche
König und Königin – zwei Reiche

Erzählt wird die Geschichte von zwei Königreichen. Auf der einen Seite liegt das Reich der Moore. Hier ist alles von unzähligen kleinen und grossen Feen beseelt, die in Freiheit und im Einklang mit der höheren Existenz und der Natur leben. Auf der anderen Seite liegt das Königreich der Menschen, in welchem Macht, Normen, Rangordnungen und Zwänge herrschen.

Ganzheit und jugendliche Unschuld – Der Edelstein und der Ring

Maleficent ist eine junge Fee mit Hörnern und mit grossen starken Flügeln. Auf diesen kräftigen Schwingen bewegt sie sich mühelos in die Luft.
Eines Tages erfährt sie, dass ein Mensch die Moore betreten hat. Er heisst Stefan und hat einen Edelstein gestohlen. Maleficent nimmt ihm den Stein weg und wirft ihn in einen Bach. Als sie sich zum Abschied die Hand geben, wird Maleficent durch einen Eisenring an Stefans Finger gebrannt. Sogleich wirft er diesen weg, und die beiden werden Freunde.

Malena erzählt:

Malena-Maleficent

Ich bin Malena. Aber die Menschen nennen mich Maleficent, das bedeutet «Böses tuend». Dies hat seine Gründe: Die Menschen hatten nämlich schon immer Angst vor weiblicher Stärke. Zudem wollen sie das Böse lieber ausserhalb, das heisst in anderen sehen, anstatt es in sich selber zu entlarven. So suchen sie häufig einen Sündenbock. Und Maleficent war der perfekte Sündenbock. Aber jetzt nicht mehr. – Doch von Anfang an …

Die Geburt der Prinzessin

Schon als Kind spielte ich in den Wäldern. Hier war ich glücklich. Ich war die Prinzessin des Feenreiches.  In meinem Reich war alles lebendig, jede Blume, jeder Strauch, ja auch die Steine. Ich sprach mit den Schmetterlingen und den Vögeln.
Meine Fantasie hatte mich hierher getragen. Ich träumte von einer perfekten Welt, und meine Träume waren meine Flügel.

Der gestohlene Edelstein und der Ring aus Eisen

Eines Tages betrat ein Fremder mein Reich: ein Junge. Ich lauerte ihm auf, denn er hatte meinen Edelstein gestohlen. Ich war sehr wütend, fiel über ihn her und prügelte auf ihn ein. Er war sehr erschrocken. Sogleich gab er ihn mir zurück und entschuldigte sich. Er hiess Stefan. Von diesem Tag an kam er immer wieder in den Wald in mein Reich und wir spielten zusammen. Er war der Prinz aus dem benachbarten Königreich.

König und Königin?

Eines Tages brachte Stefan einen Ring aus Eisen mit und zog ihn mir spielerisch über den Finger.
– Was soll das?, wollte ich wissen. Ich war aufgebracht und mir wurde halb schlecht.
– Du sollst meine Königin werden!, antwortete er daraufhin inbrünstig.
– Das geht nicht! Ich bin die Herrin der Moore, entgegnete ich heftig und zog meine Hand zurück: Ich bin frei und stark und gehöre niemandem!, ergänzte ich vehement. Ich dachte an meinen Vater, der mürrisch und wenig zu H
ause war und an meine Mutter, die immer krank im Bett lag. So wollte ich nie werden!
Stefan sah seinen Fehler sogleich ein und warf den Ring weg. Nun durfte er wiederkommen.

Dornröschen und die Ganzheit – meine Geschichte

Ach, wenn ich doch damals mehr verstanden hätte, wenn ich die Zeichen, die mir gegeben waren, bloss richtig gedeutet hätte. – Der gestohlene Edelstein und der Eisenring, sie wurden zu meiner Geschichte. Ich war der Edelstein, er war der eiserne Ring, der mich noch wie Feuer brennen und einsperren würde …

Aber das verstand ich leider zu spät.

Ausgangslage des Märchens und Überleitung

Die Ganzheit und der Schatten

Das Märchen stellt gleich zu Beginn fest: Da ist die Ganzheit, sie ist die Ausganglage und auch das Ziel.
ABER: etwas fehlt. Für die dreizehnte Fee gibt es keinen Goldteller. Gibt es keinen Teller, weil sie keine gute Fee ist – oder wird sie böse, weil es keinen Teller gibt? Es spielt keine Rolle. Tatsache ist, dass da «etwas» im Schattenn lauert.

Integration der Schatten auf dem Weg durch die Unterwelt

Damit ist die Aufgabe gegeben: die Auseinandersetzung mit dem Schatten. Um diese geht es im Märchen Dornröschen. Und darum wird gerade das, was nicht erwünscht ist und ausserhalb der Ganzheit liegt, uns im weiteren Verlauf der Erzählung beschäftigen.

Dazu als Einstieg und Hintergrundartikel:
Die Zwölf und die Dreizehn im Überblick.

Zur Übersicht über die Phasen von Dornröschen-Maleficents Heldenweg diese schematische Darstellung:

Dornröschen-Maleficent, Vergleich der Handlung

Weiter geht es mit:

Dornröschen und der Fluch

Quelle des Titelbildes:

Schlösserblog.Bayern.de


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