Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der König und der wilde Mann – der Eisenhans (Start in die 7)

Eisenhans – der wilde Mann

By on 23. April 2020

Der Wilde Mann

Der König und der wilde Mann – das höhere Bewusstsein

Ausgangslage und Start: Das Thema des Märchens «der Eisenhans»

Der König und der wilde Mann stellen im Märchen «der Eisenhans» das Bewusstsein und das Unbewusste mit der wilden Kraft des Triebes dar.

Was verbirgt sich im Unbewussten – der König und der wilde Mann

Das Märchen zeigt als erstes das Thema auf, um welches es geht, und nimmt dabei eine «höhere» göttlich-geistige Perspektiv ein. Es ist der Blick des allumfassenden Bewusstseins («VATER») auf die Ganzheit der Sieben. Diese setzt den Weg des Menschen zu Königsherrschaft im eigenen Leben voraus und bedeutet auch die Integration des Unbewussten ins Bewusstsein. (S. Das Bewusstsein und das Unbewusste).

Zunächst wird nun im Märchen einfach festgestellt: Etwas ist nicht in Ordnung, etwas fehlt, liegt im Schatten verborgen. Es will aber integriert werden. Was mag dies sein?

Die Antwort im ersten Teil des Märchentextes

Der König und der wilde Mann (das Thema: 7)

Das Schloss und der Wald des Königs

Es war einmal ein König, der hatte einen grossen Wald bei seinem Schloss; darin lief Wild aller Art herum. Im Wald waren aber immer wieder Jäger verschwunden. Wer in den Wald gegangen war, kehrte nicht wieder. Darum mieden der König und sein Gefolge den Wald.

Der Jäger und der Hund

Eines Tages kam ein Jäger und bat den König, im Wald jagen zu dürfen. Der König warnte ihn, doch der Jäger liess sich nicht davon abbringen und betonte, dass er sich nicht fürchte.
Mit Erlaubnis des Königs begab er sich bald darauf in den Wald. Schnell nahm sein Hund eine Fährte auf, die ihn zu einem dunklen Teich mitten im Wald führte.

Der dunkle Teich

Kaum an der Stelle angelangt, musste der Jäger mit ansehen, wie ein Arm sich aus dem Wasser herausstreckte, den Hund packte und in die Tiefe zog. Unbeirrt kehrte er zum Schloss zurück und holte drei Männer mit Eimern. Diese schöpften das Wasser aus dem Teich.

Der wilde Mann, der Eisenhans

Unten auf dem Grund kam ein wilder, haariger Mann zum Vorschein, der am ganzen Körper braun war. Die Jäger nahmen ihn gefangen und brachten ihn ins Schloss. Da war eine grosse Verwunderung über den wilden Mann.

Der König und der wilde Mann: «An den Pranger mit ihm!»

Der König aber liess ihn in einen eisernen Käfig auf seinen Hof setzen und verbot bei Todesstrafe, die Türe des Käfigs zu öffnen. Die Königin selbst musste den Schlüssel in Verwahrung nehmen.

Von nun an konnte ein jeder wieder mit Sicherheit in den Wald gehen.

Symbole und Deutungen 

Der König und sein Wald: Das Bewusstsein und das Unbewusste

Das Schloss stellt den Lebensbereich des Königs dar. Der König wiederum symbolisiert das Bewusstsein, während die Königin und das Reich das Unbewusste symbolisieren (s. Das Bewusstsein und das Unbewusste). Durch den Wald wird präzisiert, um welchen Bereich des Unbewussten es sich handelt. Er symbolisiert den Bereich des Körpers. Hier gibt es Probleme …

Der Jäger und sein Hund: Trieb und Tiernatur

Jäger (als Fleischfresser) symbolisieren Männer auf Frauenjagd. (Grasfresser hingegen, wie Einhörner, Hirsche, Kühe usw., symbolisieren Frauen als «Freiwild»). Wenn Jäger im Wald «verschwinden», dann ist dies ein Hinweis auf die Tatsache, dass Männer aufgrund des Triebs in Unbewusstheit «versinken» können. Jäger und Hund symbolisieren also den Trieb und die Tiernatur des Königs. Logischerweise führt der Hund darum auch direkt zum Teich …

Der dunkle Teich: die Seele, das Unbewusste und schrittweise Bewusstwerdung

Der Teich als ein Gewässer symbolisiert das Unbewusste im Bereich der Seele. Da er im Wald des Königs liegt, handelt es sich um dessen Seele, die aber im Unbewussten, im Dunkel, nämlich im Körper (Wald) verborgen liegt und ein dunkles Geheimnis birgt… Eimer für Eimer wird nun das Wasser abgeschöpft, was ein Hinweis auf schrittweise Bewusstwerdung bedeutet.

Der wilde Mann auf dem Grund: das Tier im Menschen

Zuunterst auf dem Grund kommt ein lehmiger, haariger, ganz und gar wilder Mann zum Vorschein. Er stellt die noch wilde, ungezähmte und triebhafte Kraft dar, eines der ältesten mythologischen Themen der Menschheit. So musste bereits der babylonische König Gilgamesh sich mit einem überaus starken und wilden, haarigen Wesen (Enkidu) auseinandersetzen. (S. Das Gilgamesh-Epos, um 1500 v. Chr.). 

Der König und der wilde Mann am Pranger: Verurteilung des Triebes
Sie bedeuten, dass Bewusstwerdung der Triebhaftigkeit in einem ersten Schritt durch Normen und Tabus verurteilt und in der Gesellschaft öffentlich angeprangert werden. Dies hat aber noch lange nichts mit der Integration der Schatten zu tun, welche zu Ganzheit führt und Ziel dieses Märchens ist.
Die Verwahrung des Schlüssels durch die Königin – zur Sicherheit
Warum musste die Königin den Schlüssel verwahren?

Es dient der Sicherheit – von allen Beteiligten. Zur Sicherheit wovor? Das Gefürchtete ist der Trieb und seine Kraft. Dieser Trieb ist im Bett der Königin sicher verwahrt – unter ihrem Kopfkissen. Sie ist damit die «Hüterin der Moral», so wie das grosse Weibliche neben dem Lebenstrieb im Körper tatsächlich auch den Aspekt des Gesetzes und der Schicksalsgottheit beinhaltet. [S. Wasser – Symbol für das Weibliche und das Unbewusste und Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz.]

Das Ziel für König Bewusstsein: die Integration des Schattens

Erste Stufe der Bewusstwerdung: Projektion des Schattens

Im Bewusstsein («König») herrschen Moral und Verurteilung der wilden Energie. Normen, Traditionen und Religionen haben Triebhaftigkeit (den «wilden Mann») zwar ans Licht des Bewusstseins gebracht, also thematisiert, aber auch verurteilt. Sie ist öffentlich angeprangert («Das gehört sich nicht!», «Schau mal … Soo schlimm!»). Es handelt sich um eine Projektion des Schattens, die im Märchen bildhaft durch den Käfig in der Mitte des Burghofs dargestellt ist. (Deren Aussage ist nämlich: «Ich nicht, aber der Andere!»).

Königsherrschaft im Leben durch Integration des Schattens

Das Ziel für den König und für den Menschen, der zu Herrschaft im eigenen Leben gelangen möchte, ist, diese wilden Anteile durch Liebe zu integrieren, denn allein die Integration des Schattens führt zu Ganzheit. 

Schauen wir, wie unser modernen Held die Sache angeht.

Aus den obigen Deutungen ergibt sich eine neue, moderne Geschichte:

Der König und der wilde Mann – die Geschichte anders erzählt

Ich bin Thomas und erzähle Euch hier meine Geschichte.

Der König und sein Wald

So wie ich es sehe, versuche ich, mein Leben gut und anständig zu leben, treu und gewissenhaft. Seit längerer Zeit bin ich in einer festen Beziehung. Es ist mir wichtig, mein Leben unter Kontrolle zu haben, darum hüte ich mich vor Abwegen und Grauzonen.

Der Jäger und sein Hund

Denn die Karriere und das Leben von vielen Männern ist kaputt gegangen, weil sie ihren Trieb nicht im Griff hatten. Natürlich habe ich wie die meisten in meiner Jugend wilde Jahre erlebt. Aber die sexuellen Eskapaden, die ich früher immer wieder einmal hatte, waren auch nicht wirklich die Erfüllung.

Der dunkle Teich

Ich weiss schon, dass solche Tendenzen auch in mir – wie in jedem Menschen –  vorhanden sind. Aber ich bin überzeugt, dass ein sinnvolles geordnetes Leben wertvoller ist als ein chaotisches Leben, in welchem man einfach dem Lustprinzip folgt. Da bleibt man am Schluss nur noch leerer zurück.

Der König und der wilde Mann am Pranger

Mir sind Werte wichtig. Ich habe Kollegen, die machen sich keine Gedanken, Sie tun einfach, was sie wollen, ziehen sich eine Frau nach der anderen `rein …  Aber das kann’s ja wirklich nicht sein. Das weiss doch jeder: Das führt zu nichts!

Ausgangslage des Märchens und Überleitung:

Da gibt es «etwas» im Schatten …

Das Leben ist zwar unter Kontrolle, doch die wilden Persönlichkeitsanteile sind noch nicht integriert, sondern verurteilt (Trieb, Unbewusstes, «weiblich»). Sie sind aber der Zugang zu wahrer Männlichkeit und auch zu bewusstem Leben in Kraft und Vollmacht.

Die Aufgabe des Helden: Integration des Verdrängten und Abgelehnten

Es geht darum, durch die Integration der Schatten zu Ganzheit zu gelangen. Der Schatten hat zwei Aspekte: das innere Kind und die gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile.

Überleitung: Aufbruch zum Heldenweg!

Im weiteren Verlauf des Märchens geht es darum, wie der Heldenweg des Königssohns aussehen wird und welche Prüfungen er zu bestehen hat, nachdem zunächst aus dieser höheren Perspektive die Auslegeordnung gemacht worden ist.

Zum Heldenweg des Königssohns diese Darstellung als Übersicht:

Der Heldenweg des Eisenhans

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