Salmon:
Liebe Freunde,
Was soll ich sagen? Gibt es etwas Unrühmlicheres für einen Helden, als mit seiner Existenz von der Gunst einer Frau abhängig zu sein? Und wenn überhaupt, dann höchstens als ihr Eroberer … Also musste ich in meiner Heldensaga die unschöne Wahrheit ein bisschen vertuschen oder „frisieren“.
Doch hier soll ja nun die Wahrheit ans Licht kommen. Darum erzähle ich euch, was sich wirklich zugetragen hatte:
Die Mutter-Partnerin, der Trieb und die Axt
Die unheimliche Axt – ich war ein starker Krieger, und in meinem Trieb war ich unüberwindbar! Ihm hatte ich es ja auch zu verdanken, dass ich überhaupt an den Königshof gelangt war, weil Ischa mit mir geschlafen hatte. Aber als ich dann “legitim” an ihrer Seite war (ihr Vater hatte mich zum Mundschenk befördert), erlosch ihre Leidenschaft, stattdessen begann sie, mich zu gängeln, rumzukommandieren und zu überwachen – wie eine Mutter !
Also: besser für das Heldenepos, wenn die Mutter sich sorgt, als wenn der Held unter der Fuchtel seiner Gattin ist, nicht wahr?! Denn eine Mutter darf ja auch nörgeln und besorgt sein wegen des schlechten Umgangs ihres Sohnes. – Und hinzu kommt auch dieser günstige Umstand: Der Held muss seine Mutter verlassen, um wahrer Held zu werden! (Und die Partnerin zu verlassen, ist weniger lobenswert.)
Bloss weg von hier!
Auch Ischas Vater, der König, behandelte mich nicht viel besser als einen Hund und liess mich immer wieder verstehen, dass meine Existenz am Hof nur an einem kleinen, dünnen Faden hänge.
So verdichtete sich in mir der Wunsch wegzugehen, um mir Distanz zu verschaffen und mich ausserhalb des Königshofes zu bewähren. Denn ich fühlte mich zu Grösserem berufen!
Und da kam mir das Schicksal (die grosse Göttin) zu Hilfe: Der König hatte einen Auftrag für mich …