Die sumerische Königsliste – unsere mythologischen Wurzeln
Vor über 4000 Jahren …
Die sumerische Königsliste ist eine Auflistung der Könige im Zweistromland. Sie geht zurück bis 240’000 Jahre vor der grossen Flut. Ihre älteste Version ist aber um ca. 2100 v. Chr. datiert (also zur Zeit Akkads).
Mythologisch-geschichtliche Bedeutung
Die Bedeutung der sumerischen Königsliste ist weniger eine geschichtliche als eine mythologische. Sie diente dem Bestreben der “jüngeren” Könige, die im 2. Jahrtausend v. Christus regierten, sich in eine möglichst lange Reihe «göttlichen» Ahnen-Könige zu stellen.
So sind in der sumerischen Königsliste grosse Heldenkönige und Königinnen wie Dumuzi, Utnahpisthi, Inanna, Gilgamesh, Sargon und viele andere erwähnt.
Die Faszination der sumerischen Königsliste
240‘000 Jahre zurück in der irdischen Existenz
Was die sumerische Königsliste so faszinierend macht, ist, dass sie nahezu unendlich weit in mythologische Zeiten zurückgeht, ja sogar weit darüber hinaus, zurück in eine Existenz, von welcher keine Überlieferungen mehr vorhanden sind. Dabei wird von Königin berichtet, deren Lebensalter und Regierungszeit jeweils mehrere zehntausend Jahre dauerte (s.u. Auszug aus der Liste)!
Göttlich-ausserirdische Könige vor der grossen Flut
In einem derart weiten Raum kann man gemeinsam mit Tolkien von Elben-Königen mit ausserirdischen Fähigkeiten träumen, in einem heiligen, ja göttlichen Land am Rand der Steppe, zwischen den beiden Flüssen Euphrat und Tigris (sumerisch GuAnEdin wurde zu “Garten Eden”, s. Der Garten der Göttin in Eden).
Die Grosse Flut und die Lebensdauer der Menschen
Auch erwähnt die sumerische Königsliste, wie später das babylonische Gilgamesh-Epos und das Alte Testament der Bibel, die grosse Flut, die alles hinwegfegte. Nach der Flut reduzierte sich das Alter und die Regierungszeit der Könige immer mehr. (Analog dazu ergibt sich auch aus der ersten Ahnenliste des Alten Testaments, aufgrund der aufgeführten Alterszahlen, dass die Lebensdauer der Menschen immer kürzer wurde, bis sie definitiv bei etwa 80 Jahren blieb).
Dabei wurde Gilgamesh, der bereits nach der grossen Flut lebte, immerhin noch eine Lebenszeit von ungefähr 200 Jahren zugeschrieben. Ein paar Jahrhunderte später entsprach die Lebensdauer der Könige jedoch “nur” noch einem Menschenalter, wie es heute noch normal ist.
(Entsprechend gibt es Leute, die der Ansicht sind, dass die Flut mit einer kosmischen Katastrophe einherging, welche die Atmosphäre veränderte, sodass seither mehr Strahlung auf die Erde gelangt. Diese ist ja bekanntlich ein Alterungsfaktor.)
Etana und seine Reisen in den Himmel
Einer dieser legendären Könige, Etana, wurde sogar in den Himmel gehoben. Im Mythos von Etana wird die Erde aus immer grösserer Distanz beschrieben. Doch dann wollte Etana wieder zurück und erwies sich als ein Mann, der fremde Länder vereinte. Erst später war er wieder bereit, in die himmlischen Gefilde zurückzukehren. Man geht davon aus, dass er bei seiner zweiten Reise dann für immer dort blieb, denn es heisst, dass er von Ishtar das Unsterblichkeitskraut erhielt. Er mag als Vorbild für die biblische Figur des Henoch gedient haben.