Faust und die Prinzipien der Magie
Die Welt wird durch Gesetze “zusammengehalten”, die in der Materie angelegt sind. Diese möchte Faust erkennen, damit er über die Materie herrschen kann. So ist in diesem Zitat aus Goethes Faust schon alles gesagt, was es über die Magie zu wissen gibt. Sie funktioniert immer nach denselben Prinzipien. Es braucht:
1. Erkenntnis: kaltes Wissen ohne Liebe
Erkenntnis ist Intuition oder bewusstes Wissen über die Muster in der Materie (“Programme” oder Codierungen), mit anderen Worten unbewusste und verborgene Veranlagungen, die als der Geist in der Materie wirken. (“Ob mir durch Geistes Kraft und Mund nicht manch Geheimnis würde kund …”). Dabei ist Erkenntnis an dieser Stelle mit einem kalten “Wissen ohne Liebe” (weisse Magie) gleichzusetzen, im Gegensatz zur Weisheit, die Wissen gepaart mit Liebe darstellt.
2. Sterben nach Macht statt Liebe und Hingabe
Wer keine Liebe und kein Vertrauen hat, strebt nach Macht, um nehmen zu können und sich bedienen zu lassen, statt arbeiten zu müssen. Auf diese Weise soll harte Beziehungsarbeit zwischen “Disteln und Dornen” vermieden werden oder auch sonstige Arbeit, für die man Dümmere, Abhängige und Manipulierbare finden kann. (Daß ich nicht mehr mit saurem Schweiß zu sagen brauch’, was ich nicht weiß …”
/um Beispiel: “Ich liebe dich.”?)
3. Auflehnung gegen das Schicksal: die grosse Mutter
Wer nicht bereit ist, die Umstände zu akzeptieren und daraus das Beste zu machen, sondern aus Mangel an Vertrauen innerlich rebelliert, ist anfällig für Magie. Er lehnt sich gegen Vater (Weisheit) und Mutter (das Schicksal, Strenge) auf.
Weisse und schwarze Magie
Es beginnt mit der weissen Magie: Macht durch Verführung und Verblendung (“das falsche Licht der Erkenntnis”) und führt zur schwarzen Magie, nämlich zur Macht, das Leben anderer zu nehmen und zu zerstören (schwarze Magie; s. Weisse und schwarze Magie). Wer denkt, dies bleibt ungesehen und ungestraft, irrt sich. Die Grosse Mutter als Schicksalsgöttin, das Leben selbst, gibt jedem, was er verdient.
Ewiges Gold durch Läuterung
Dabei ist hinzuzufügen, dass das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der Unterwelt, also ausserhalb des Bewusstseins ist. Und darum ist die Erde für den Menschen mit seinen beschränkten fünf materiellen Sinnen ein Ort der Läuterung, in welchem er auf Herz und Nieren geprüft wird. Und er wird erst dann, wenn er die Prüfungen bestanden und sich auf dem Heldenweg in der Liebe bewährt hat, das Gold der Ewigkeit finden (s. Vom Ego zum Selbst und Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!).