Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Die Kiebitzpalette, Skorpio und das Geheimnis des ewigen Lebens

Die Kiebitzpalette, Ägypten, ca. 3100 v. Chr.

By on 6. Februar 2026

Die Kiebitzpalette, Ägypten, ca. 3100 v. Chr.

Abb. 1: Die Kiebitzpalette (ca. 3100 v. Chr.) stellt einen gefangen Vogel als Bild für einen Menschen aus der Unterschicht dar.

Die Kiebitzpalette und Skorpio II.

In diesem Beitrag werden ägyptische Fundstücke mit Zeichen und Symbolen aus dem 4. Jahrtausend vor Christus betrachtet, welche in der sumerisch-babylonischen Überlieferung eine Entsprechung finden. In der obigen Kiebitzpalette kann man zum Beispiel Inannas “Himmelsboot” und noch weitere Symbole aus der sumerischen Überlieferung sehen.

Die Kiebitzpalette

Auf dem Bruchstück einer Tafel ist der Teil einer Barke zu sehen. Über der Barke schwebt ein Vogel, ein Kiebitz, dessen Flügel zusammengebunden sind, und neben ihm eine Form, die einem Gitter ähnelt.
In Ägypten “Rechit” genannt, symbolisierten diese “bunten Vögel” die umherziehende, arbeitende Unterschicht. Das Gitter neben dem Vogel stellt die Hieroglyphe für “Gefangenschaft” dar. Auch die weiteren Gegenstände auf und unter dem Boot sind interessant und passen zur sumerischen Mythologie.

In diesem Beitrag werden mögliche Zusammenhänge ins Auge gefasst.

Kiebitz-Racke-Rechit

Abb. 2: Kiebitz, auch Racke, in Ägypten Rechit

Von Ägypten nach Sumer

Allgemeingültige Symbole und Archetypen

In den Artefakten, die in diesem Beitrag zur Sprache kommen, sind Symbole und Archetypen zu sehen, welche in die späteren Überlieferungen eingeflossen sind. Sie tauchen an verschiedenen Orten wieder auf, zum Beispiel in die Sargon-Legende, in der sumerischen Überlieferung von Inanna und können sogar im babylonischen Gilgamesh-Epos gefunden werden.

Zeiten und Kulturen bedauernd

Dies ist nicht weiter erstaunlich, denn zwischen den Kulturen gab es einen regen Austausch, wobei die jüngeren Kulturen die Geschichten der älteren übernahmen und nach ihren Vorstellungen umwandelten.

Der fruchtbare Halbmond

Abb. 3: Skizze fruchtbarer Halbmond

Kultureller Austausch im und um den fruchtbaren Halbmond

Die ersten Kulturen gehen bis ins 4. Jahrtausend vor Christus und noch weiter zurück. Sie entstanden in den begrünten Gebieten entlang der Flusstäler des Nils in Ägypten sowie des Euphrats und des Tigris in Mesopotamien.

[S. Der fruchtbare Halbmond – vom Zweistromland bis Ägypten.]

Erste Überlieferungen: der Beginn mit dem Paar

Die Entwicklung der Kulturen verlief an verschiedenen Orten mehr oder weniger parallel, sodass entsprechend erste Darstellungen und Überlieferungen auch ähnliche Elemente enthalten.
Im Zentrum stehen die Menschen und ihr Fortbestand, und so beginnen die Erzählungen auch mit der Paarbeziehung, mit Inanna und Dumuzi (Zweistromland), Isis und Osiris (Ägypten), Adam und Eva (Kanaan).

Königspaar mit Zweig (Stele von Ur-Nammu)

Abb. 4: Königspaar mit Zweig, Hörnerkrone, Ring und Stab als Zeichen einer legitimierten und vollzogenen Verbindung (Stele von Ur-Nammu, Mesopotamien, ca. 2000 v.Chr.)

Sumer oder Ägypten? Wer war zuerst?

Die sumerische Überlieferung erscheint im Vergleich zur ägyptischen in einer lichten, zuweilen kindlich anmutigen Leichtigkeit und Einfachheit. Auch spricht sie in schlichten, doch poetischen Worten tiefe Weisheit und Wahrheiten über die Existenz aus.

Den ägyptischen Überlieferung hingegen thematisieren von Anbeginn an die Verstrickungen der Macht innezuwohnen, zu welchen auch Not, Krankheit und Tod gehören und bald auch einen Totenkult hervorbringen.
Auch scheinen Ackerbau und Herrschaftsstrukturen “Exportprodukte” aus Ägypten gewesen zu sein, wie es das babylonische Gilgamesh-Epos ahnen lässt, indem es von “Skorpionmenschen” spricht. Denn Skorpio war einer der ersten ägyptischen Herrscher, der möglicherweise ins Zweistromland gelangte.

Aus diesen Gründen spricht viel dafür, dass die sumerische die ursprüngliche Kultur war, welche durch Einwanderungen beeinflusst und verändert wurde.

[S. Der sumerische Schöpfungsbericht oder wie alles begann und Einführung ins babylonische Gilgamesh-Epos.]

Abb. 5: Skorpio mit seinem Keulenkopf und einer Hacke, darüber ein Skorpion und eine sechsstrahlige Goldrosette (Detail eines Gefässes, s. nächste Abbildung).

Skorpio II., ägyptischer Herrscher

Pharao um 3100 v. Chr., frühdynastische Zeit

Die ägyptische Überlieferung berichtet von einem Herrscher namens „Skorpio“ in frühdynastischer Zeit, um ca. 3100 v.Chr. . [1]. Aus dieser Zeit stammt auch die „Kiebitzpalette“[2].

Skorpio II und die Arbeiterschicht der Rechit (ca. 3100 v. Chr.)

Abb. 6: Skorpio mit Keulenkopf, auf einem rekonstruierten Gefäss, umgeben von kleineren Menschen mit Fächern und an den Bewässerungsgräben und zuoberst aufgehängte Rechit (Kiebitze).

Goldrosette als Zeichen des Königs (Scorpio, 3000 v. Chr.)
Namenszeichnung von Scorpio II mit Stilisertem Skorpion und Rechit

König Skorpio, selbst von den Rechit abstammend?

Die sechsstrahlige Goldrosette (Abb. 7, oben), Bestandteil von Skorpios Namenszeichen, ist das Zeichen des Königs (sie passt auch in ein Hexagramm, ein Symbol für Ganzheit, s. auch Die Sieben-Tage-Schöpfung).
Doch enthält Skorpios Eigenname neben einem stark stilisierten Skorpion auch einen Kiebitz (Abb. 8, rechts). Es ist anzunehmen, dass dies einen Hinweis auf seine Herkunft aus der semitischen Unterschicht darstellt.

Skorpios Regierungszeit fällt mit derjenigen eines Herrschers mit Namen Ka zusammen. Doch von Skorpio selbst sind weder Vorfahren noch Nachfolger bekannt. Auch weiss man von keiner Grabstätte. Dies lässt Raum für Hypothesen.

Wer war Skorpio wirklich?

Illegitimer Sohn des Pharaos und Flucht aus Ägypten?

Geteilte Herrschaft mit Halbbruder Ka und die Moses-Geschichte

Wie kam es, dass zwei Personen, Ka und Skorpio, sich den Thron teilten?

Vielleicht war Skorpio der illegitime Sohn des Pharao-Vaters mit einer Sklavin aus dem Volk der Rechit?
Oder vielleicht war Ka gar die Tochter des Pharaos? (Ka ist der Name der Schlange im «Dschungelbuch», und Isis wurde ebenfalls mit der Schlange identifiziert. Zur Verbindung zu Isis und Osiris in dem Zusammenhang s.u. und im Klapptext.).

Auszug aus Ägypten?

Dann “verschwand” Skorpio aufgrund unbekannter Umstände spurlos … musste er fliehen oder wurde er umgebracht? Ist dies eine erste Moses-Geschichte (Mose wird meistens Ramses II. zugeordnet, also fast 2000 Jahre später). Es sieht aber so aus, als hätte es mehrere Auszüge aus Ägypten gegeben, nicht zuletzt wohl aufgrund von Spannungen, weil die Arbeiter immer wieder unterdrückt und ausgebeutet wurden; s. Der Auszug aus Ägypten.)

Mythologisch-religiöse Verflechtungen – Isis und Osiris

Auch wäre hier eine Parallele zum ägyptischen Isis- und Osiris-Mythos denkbar. Denn dieser erzählt, dass zwei göttliche Brüder, Seth und Osiris, Streit hatten. Beim Bruderzwist ging es nicht zuletzt um die Gunst der gemeinsamen Schwester Isis. Seth brachte Osiris um, wobei es auch überliefert ist, dass Osiris in der Wüste wieder auferstand und mit Isis ein Kind (Horus) zeugte. Osiris, der von Isis geliebt wurde, war schwach.

Kain und Abel

Ebenso war die biblische Figur des Abel (= “Hauch”) schwach, und wurde von seinem Bruder Kain umgebracht. Auch in dieser Geschichte ging es um Gunst, um die Gunst “Gottes” (statt der Göttin). Im Namen Kain steckt die Silbe KA und zudem ist überliefert, dass Kain und Abel ebenfalls einen Bruder hatten, der Seth hiess …

Dreiecksgeschichte oder Beziehungsdrama? – Seth (Satan) und der innere Mann der Göttin

Die Götter als Archetypen für menschliche Wesenszüge

Mit den Göttern bewegt man sich im Bereich der Archetypen, und eine archetypische Betrachtung ermöglicht eine seelisch-geistige Interpretation des Mythos auf einer tieferliegenden Ebene.
Auch steht der Bereich der Götter im Zusammenhang mit einer übergeordneten Ganzheit.

Gott selbst ist Einheit und Ganzheit, das A und O, Anfang und Ende, und umfasst alles.

Ganzheit ist männlich und weiblich.

Seelisch-spiritueller Zugang und die Ganzheit

Archetypische Deutung und mal wieder ein Silbenrätsel

Von der Göttin Isis ist auch der frühe Name ASHET überliefert. In diesem Namen steckt die Silbe SET, während die Silbe A für den Anfang, die MUTTER steht. Auf der anderen Seite steht Osiris, der Geliebte der Göttin. In diesem Namen stecken die Silben O und SIRI. Während das O für Ende, das Ziel, nämlich für den VATER und den Geist, steht, ist SIRI als die weibliche Seite (das männlichen Gottes) heute ja bekannt als allgegenwärtiger Ausdruck dienstfertiger Hilfsbereitschaft.

 

Die gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile als Weg zur Ganzheit

Ganzheit wird erreicht, indem die gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile integriert werden (s. Die Integration von Animus und Anima). Dies geschieht auf dem Weg durch die Unterwelt (wo der Held zum Beispiel seiner Mutter begegnet, wie Odysseus).

Die Götter machen es vor:

[S. Anima und Animus in der Paarbeziehung: der/die unsichtbare Dritte.]

Der mörderische Zorn der Göttin

Wenn nun also der Mythos sagt, dass Seth Osiris umgebracht hat, kann das auch so gelesen werden, dass die zornige Gattin (nicht zuletzt als Schicksalsgottheit) ihren geliebten Götter-Gatten, der sie enttäuscht hat, in die Unterwelt schickt.

[S. Maleficent als Schicksalsgöttin und Der Barbie-Film, der Irrsinn des Krieges und der Weg durch die Unterwelt.]

Dies wird auch in der sumerischen Überlieferung bereits beschrieben (s. Der Hirte wird geschlagen).

Seth, Satan und die männlichen Anteile der Frau (als Göttin)

Der Mann hat eine höllische Angst vor dem Zorn der Frau. Darum wird dann im babylonischen Gilgamesh-Epos der Spiess umgedreht, indem Gilgamesh den rasenden Himmelsstier, der den Zorn der Göttin symbolisiert, umbringt (s. Die Tötung des Himmelsstiers. So ist auch aus dem ägyptischen Gott Seth Satan geworden und aus der Göttin die Hölle.

[S. Der negative Animus als Teufel oder Schmerzkörper | Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der Unterwelt und Von Frau Holle zur Hölle und die Göttin der Unterwelt.]

Flucht aus Ägypten ins Zweistromland?

Transfer von Knowhow

Es ist möglich, dass Skorpio II. mit seiner Schwester vor einer Rache seines Halbbruders geflüchtet ist und dabei Samen und andere “Schätze der Weisheit” mitgenommen hat. Sein Knowhow über Ackerbau, Herrschaftsstrukturen und Kriegsführung werden ihm geholfen haben, im Zweistromland ein neues Reich zu gründen.

Ankunft im Zweistromland und Bau eines neuen Reiches

Passend dazu findet sich in Sumer ein Zylindersiegel aus demselben Zeitraum. Es zeigt zwei Menschen mit Gepäck in einem Boot vor einem mächtigen Tor. Darüber ein Gott – für den kreativen Impuls oder göttlichen Willen? Zum Beispiel der Wille des (göttlichen Ex-)Pharaos Scorpio?

Während in der ägyptischen Kiebitzpalette der gefangene Vogel mit den zusammengebundenen Flügeln über der Barke dargestellt wird, schwebt hier nun aber eine göttliche Gestalt über dem Boot:

Mesopotamisches Zylinder-Siegel, ca. 3000 v. Chr. (Nigulla-Tor)

Abb. 9: Boot vor einem Tor, Zylindersiegel (gut 3 x 4 cm), ca. 3200-3000 v. Chr. [1]

 Auf dem Weg zur Weltherrschaft

Sargon von Akkad: vom Findelkind im Fluss zum Weltherrscher

Als Fremdling und Einwanderer ist Skorpio II. auch ein Vorläufer von Sargon von Akkad (ca. 2300 v. Chr.), der ein erstes Weltreich gründete, das vom persischen Golf bis ans Mittelmeer reichte. Sargon schrieb in seiner Legende, dass er selbst der (illegitime) Sohn einer verstossenen Priesterin und eines Wilden gewesen sei. Zudem sei er als Baby – in einem Weidekörbchen treibend – im Fluss vom Gärtner des Königs gefunden worden. Dank der Gunst der Göttin wurde er vom Gärtnerslehrling zum Mundschenk des Königs befördert, bis er schliesslich selbst König wurde. Elemente wie diese flossen später auch ins babylonische Gilgamesh-Epos (s. u.) und in die jüdische Überlieferung ein (zum Beispiel in den Geschichten von Moses und Josef).

[S. Die Sargon-Legende.]

Die Kiebitzpalette, Ägypten, ca. 3100 v. Chr.

Elemente der Kiebitzpalette in nachfolgenden Überlieferungen

Die sumerische Mythologie von Inanna

Wichtige Elemente der sumerischen Überlieferung

Mit etwas Fantasie kann man in der Kiebitzpalette auch Elemente der sumerischen Mythologie von Inanna, der Göttin der Liebe erkennen. Die Barke der Kiebitzpalette gleicht Inannas “Himmelsboot”, sichelförmig wie der junge Mond. Zudem befindet sich auf dem Boot etwas, das wie ein Bett aussieht und darunter ein Stuhl oder Thron. Weiter ist da ein Tau oder eine Schlange zu sehen und auch noch eine kleine Pflanze. Damit enthält die Kiebitzpalette wichtige Elemente aus Inannas Mythologie:

  • Da ist einerseits das Himmelsboot (Episode 5), mit welchem sie die Kräfte der Weisheit des Vaters davontrug und in ihre Stadt, nach Uruk, brachte (deren Stadtgottheit Inanna war, um ca. 2100 v. Chr., s. Episode 8).
  • Dann ist da weiter eine Pflanze, welche an das Bäumchen erinnert, das Inanna als junge Frau aus dem Fluss zog und in ihren Garten einpflanzte (s. Episode 1).
  • Das Tau könnte auch als Schlange angesehen werden. So nistete auch eine Schlange in den Wurzeln von Inannas Bäumchen (während der Vogel in der Krone nistete, s. Episode 2.
  • Und zuletzt befindet sich da auch ein Thron und das Bett. Der Mythos erzählt, dass es Inannas Plan war, später, wenn das Bäumchen (und damit auch sie selbst) ausgewachsen sei, aus seinem dunklen, glänzenden Holz ihren Thron und ihr Bett herstellen lassen wollte (Episode 1).

Schon ein paar Parallelen, die sich da häufen … Ob das nur Zufall ist?

Gewichtige Symbole und Archetypen

Tatsache ist, dass die damaligen Menschen den Abbildungen und Schriftzeichen eine „magische“ Bedeutung gaben (was sie als Archetypen ja auch haben). So ist nicht auszuschliessen, dass die Kiebitzpalette zur Entstehung des sumerischen Mythos beitrug oder diese beflügelte.

Grundsätzlich ist einzuräumen, dass tiefgreifende Symbole und Archetypen von seelisch-geistiger Bedeutung und Aussage an vielen Orten zu finden sind und eine Brücke zwischen Zeiten und Kulturen bilden.

[S. Bilder und Symbole – die Sprache des UnbewusstenArchetypen als geistige Urformen und C.G. Jung und Die Symbole und ihre Entschlüsselung in 5000 Jahren menschlicher Überlieferungen.]

 

Die Kräfte der Weisheit gelangen in Inannas Himmelsboot

Abb. 10: Die Kräfte der Weisheit werden in Inannas Himmelsboot geladen
(Episode 5).

Skorpio, die Kiebitzpalette und das Gilgamesh-Epos

Im babylonischen Gilgamesh-Epos (von 1500 bis 1100 v. Chr.) fliessen viele der erwähnten Elemente zusammen. So ist das Epos selbst eine Synthese aus den älteren Überlieferungen, insbesondere der Sargon-Legende und der Überlieferung von Inanna.
Ein möglicher Zusammenhang zur Kiebitzpalette und Skorpio ist in diesen Episoden des Gilgamesh-Epos zu finden:

  • Gilgamesh spricht (von sich selbst) als Racke (Rechit), als Vogel mit gebrochenen Flügeln (s. Gilgamesh und die Göttin als Hure).
  • Skorpionmenschen mit einem besonderen Wissen weisen Gilgamesh einen Weg unter dem Berg (und damit im Bereich der Triebe, s. Die Skorpionmenschen und der Weg unter dem Berg).
  • Gilgameshs Urahn überlebte die grosse Flut und wurde in den Stand der Götter erhoben.
  • Mit dem Fährmann (seine Frau!) fuhr Gilgamesh selbst über die Wasser des Todes in die Anderswelt zu eben diesem Urahn, um ihm nach dem Geheimnis des ewigen Lebens zu fragen.
Nigulla-Tor: Die ME in Inannas Stadt

Abb. 11, Zeichnung zu Abb. 9, oben: Zwei Menschen in einem Boot vor dem Tor zum Iturungal-Kanal, der in Inannas Stadt und zu ihrem Heiligtum führt
(Episode 8).

Das Geheimnis des ewigen Lebens – in den Überlieferungen!

Der Königsweg

Abschliessend ist zu sagen, dass die überlieferten Artefakte und Geschichten alle über das Geheimnis des ewigen Lebens sprechen. Denn gemeinsam enthüllen sie – wie die Kiebietzpalette  – bruchstückhaft und stückweise tiefe Wahrheiten über das Menschsein und Weisheiten über den Weg zu Ganzheit und zu ewigem Leben. Es ist der Weg des Helden zur Überwindung des inneren Drachens und des dunklen Herrschers, des Egos. Er führt über Läuterung zu Liebe und Warmherzigkeit (symbolisiert durch die Jungfrau und Königstochter) und zum ewigen Königreich (Selbstwirksamkeit im eigenen Leben).

Sechsstrahlige Rosette als Deckel eine antiken Brunnens

Ein Brunnendeckel mit einer sechsstrahligen Rosette – sehr sinnig, als Bild für den Zugang zum Wasser des Lebens. (S. Das Gespräch von Jesus mit der Samariterin am Brunnen, Joh 4,1 im Bibelserver.)

Nachweise

[1] Wikipedia zu Skorpion II  

[2] Wikipedia zu Rechit:  

Die von Alan Gardiner vorgenommene Übersetzung mit der ausschließlichen Bedeutung „untere Klasse, Rebellen, Besiegte, Feinde Ägyptens“ wurde zwischenzeitlich modifiziert, da der Ausdruck Rechit mehrdeutig verwendbar war. In der frühdynastischen Periode bezeichnete „Rechit“ zumeist die Feinde Ägyptens sowie Gefangene und Untertanen.

In der östlichen Region von Sais wurde das Bruchstück einer BarkenSchieferpalette gefunden, die in die Zeit der Könige Skorpion II. und Ka (um 3100 v. Chr.) datiert wird. Aufgrund der detaillierten Darstellung eines Kiebitzes, der auf dem Bootsdeck mit dem Determinativ eines Käfigs über dem Bug abgebildet ist, wird der Fund „Kiebitzpalette“ genannt. Der Herkunftsort konnte bislang jedoch nicht ermittelt werden.


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