Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Macht in der Partnerschaft und die menschliche Gleichung

Schatten Mann Frau

By on 29. April 2020

Schatten-Mann-Frau

Mann und Frau als Spielball ihres Schattens: Die noch nicht integrierten gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile wirken mit negativer Energie auf die Partnerschaft ein und treiben sie in eine Beziehung der Macht.

Partnerschaft und die innere Familie

Einleitung

Die gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile, das heisst der innere Mann der Frau und die innere Frau des Mannes, bestimmen die Beziehung aus dem Schatten, solange sich die Partner dessen nicht bewusst sind. So gerät die Beziehung in ein Machtspiel.

[S. Anima und Animus in der Paarbeziehung (der/die unsichtbare Dritte).]

Hinzu kommt, dass die vier unterschiedlichen Aspekte der inneren Familie in Gestalt der Archetypen VATER, MUTTER, TOCHTER und SOHN die Partnerschaft beeinflussen und sie in eine destruktive oder in eine konstruktive Richtung lenken können.

[S. Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität.]

Die menschliche Gleichung 

Aus diesen vier Archetypen entsteht eine Beziehungsdynamik, welche hier als “die menschliche Gleichung” bezeichnet wird. Als erstes diese Kurzfassung:

Partnerschaft und die menschliche Gleichung

  • Die “unerlöste” Beziehung = Partnerin als dominante Mutter + Partner als trotziger Sohn = Beziehung der Macht (minus).
  • Die “erlöste” Beziehung = Partner als liebender und verständnisvoller Vater-Bruder + Partnerin als Tochter-Schwester = Beziehung der Liebe (plus).

Die vier Faktoren der Partnerschaft

Vater – Mutter – Schwester – Bruder als archetypische Beziehungsmuster

Die Bezeichnung «menschliche Gleichung» kommt daher, dass verschiedene Konstellationen der vier Archetypen der Familie als Faktoren darin eine Rolle spielen. Diese stehen weniger für die realen Familienmitglieder, sondern vielmehr für die “innere Familie”, also wie das Individuum sie subjektiv erlebt hat. Diese vier repräsentieren auch die vier unterschiedlichen schöpferischen Urkräfte, mit welchen das Leben selbst wie auch die Beziehungen gestaltet werden. Darum spielt die innere Familie eine überaus wichtige Rolle, ob es einem gefällt oder nicht. 

[S. Die die innere Familie und die zwölf Bäume im Paradies und Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität.]

Die innere Familie und Partnerschaft

Denn jeder Mensch hat ein inneres Bild von VATER, MUTTER, SCHWESTER und BRUDER. Meist ohne sich dessen bewusst zu sein, teilt er den Personen in seiner Umgebung die entsprechenden Rollen zu, mit denen er sich vertraut fühlt. Es ist mit anderen Worten diese «innere Familie», mittels derer er mit seiner Umgebung und insbesondere mit dem Partner/der Partnerin in Beziehung tritt.
In ihrer positiven Form symbolisiert die innere Familie als Ganzes paradiesische Einheit und Harmonie
.

Herz im Schnee

Negative Paardynamik

Die Partnerschaft der Eltern als Modell

Die Vorstellung von Beziehungen wird zunächst stark durch die realen Eltern, durch Vater und Mutter, geprägt. Dies tangiert allem voran die Paarbeziehung, welche für die meisten die intimste Gemeinschaft darstellt, die sie haben.

Nirgends sonst werden verkorkste und problematische Verhaltensmuster so gut sichtbar wie in der Reibung mit jenem Menschen, der einem am nächsten steht, also mit anderen Worten in der Partnerschaft.

Das Machtspiel als die Erbsünde

In der ersten Phase des Erwachsenenalters ist der Mensch noch eher leistungsorientiert und darum über weite Strecken von Mangel und Defizitempfinden geprägt. Gerade darum versucht er – mit Macht – vom Gegenüber das zu erpressen, was ihm an emotionaler oder körperlicher Zuwendung fehlt. Dabei ist das Paar in grosser Gefahr, sich in ein wechselseitiges Machtspiel zu verstricken, an welchem die Beziehung zerbrechen kann. Dies ist umso mehr der Fall, als die Beziehungsdynamik der Eltern schon von Macht geprägt war. Ja, die Überlieferungen sagen: Es begann schon im Paradies …

[S. Negative Paardynamik – Macht und Magie in Beziehungen; Der Fluch und die Vertreibung aus dem Paradies und Die Erbsünde als kollektives menschliches Problem.]

Ausstieg aus der Negativdynamik: Hingabe und Freiraum aus Liebe

Wahre Liebe bedeutet jedoch, sich der Macht zu enthalten und vielmehr dem Gegenüber allen Freiraum zu lassen sowie sich freiwillig hinzugeben.

[S. Die Auflösung der Negativdynamik.]

Die gute Nachricht ist: Ausstieg ist immer und überall möglich!

Die Partner können jederzeit aus der negativen Paardynamik aussteigen, indem sie sich zu Liebe und gegenseitiger Wertschätzung durchringen. Dies setzt jedoch voraus, dass jeder Teil für sich selbst und seine eigenen Bedürfnisse Verantwortung übernimmt und dem/der Anderen Freiraum lässt.

Das Problem: beide Partner in der roten Phase

Weiss, Rot und Schwarz für drei Lebensphasen

Für die Frage, ob eine Beziehung nun als “erlöst” oder “unerlöst” bezeichnet werden kann, gilt es, die Energien der archetypischen Interaktionsmuster zu betrachten. Diese sind wiederum symbolisch durch die drei Farben Rot, Weiss und Schwarz dargestellt, welche in so vielen Überlieferungen für Ganzheit und ein erfülltes Leben stehen.

[S. Die drei Farben Weiss, Rot und Schwarz.]

Drei Lebensphasen, symbolisiert durch die drei Farben:

Die drei Farben weiss-rot-schwarz für die Lebensphasen Mann-Frau
Die drei Farben weiss, rot und schwarz für Ganzheit in Überlieferungen, Beispiele:
Rot: unreife stürmische Macho-Männlichkeit und der Gott des Sturms

Der Gott der Luft (Trieb, Macht, Zorn, Gewalt) 

Der Gott der Luft und des Sturms ist ein Archetyp für jugendlich-unreife Macho-Männlichkeit, die invasiv-aggressiv Raum einnimmt. Von Völkern in kriegerischer Aktivität wurde er häufig zum höchsten Gott erhoben, so auch in Babylon.

Doch auch Frauen können im Griff dieser Energie sein, nämlich dann, wenn sie in Negativität, Zorn und Wut sind. So wird denn diese Energie auch durch den Archetyp des Teufels als der negative Antrieb (Animus) in der Materie und im Körper dargestellt, welcher durch Schmerz und Defizitempfinden wirkt.

Die Frau im Griff der roten Energie: ebenfalls Macht und Gewalt

Die Lösung: Integration der männlichen Anteile (VATER)!

Wie man in der Abbildung oben sieht, gerät auch die Frau unweigerlich in den Griff dieser “roten” Energie, nämlich dann, wenn es an der Zeit ist, ihre männlichen Anteile zu integrieren. Dann überschwemmen diese sie zunächst mit negativer Männlichkeit aus dem Schatten, das heisst mit Aggressionen und Machtverhalten. (Denn sie will nicht mehr nur Tussi sein, sondern Durchsetzungsvermögen gewinnen, was eine männliche Eigenschaft ist).

Zudem ist sie in der Beziehung der Macht emotional im Mangel und damit in Negativität. Diese kann zu Schmerz und Zorn führen (s. Der negative Animus als Teufel oder Schmerzkörper). Sie ist dann leicht reizbar, sodass sie buchstäblich schnell rot sieht. Es gilt nun für sie, ihre männlichen Anteile, also positive Vater-Energie zu integrieren (bedingungslose Liebe und Vergebung!).

[S. Der Schmerzkörper der Frau und Die Integration des Animus.]

In Überlieferungen: Stiefmutter, böse Königin, als Hexe, Monstrum oder Naturkatastrophe

Die Frau in der roten Energie wird in Märchen und Mythen so thematisiert, dass die Mutter als “gute” Königin durch die Stiefmutter oder böse Königin-Hexe abgelöst wird. Sie übt Macht aus, wie zum Beispiel als die 13. Fee in Dornröschen.

Maleficent: die 13. Fee als gute Fee – Integration des Männlichen!

In älteren Überlieferungen ist die Frau in dieser Phase durch Archetypen wie die zornige Göttin der Unterwelt (Inanna 13) dargestellt oder durch einen rasenden Flammenstier und sogar durch Naturkatastrophen wie Vulkane oder eine Sintflut (s. Das babylonische Gilgamesh-Epos, der Himmelsstier und die grosse Flut).

[S. Die dunkle Fee als Schicksalsgottheit; Medusa, #MeToo und die Rache der GöttinDer Stier als weibliches Symbol und Vulkane, der Schicksalsberg und die grosse Mutter.]

Doch die neueren Maleficent-Filme mit Angelina Jolie stellen die Integration des Männlichen dar, die mit der Erkenntnis einhergeht, dass der Zorn der Frau durchaus seine Berechtigung hat. Denn die männliche Energie ist nötig, damit die Frau sich selbst schützen und für ihre Bedürfnisse einstehen kann (s. Dornröschen / Maleficent – vom Fluch zur Ganzheit, Einführung).

Negative Paardynamik: Macht und Triebe

Wenn also beide Partner sich in der «roten» Phase befinden (indem sie ihre gegengeschlechtlichen Anteile noch nicht integriert haben), geht die Post ab. Denn nun entfaltet sich in der Partnerschaft das Machtspiel der negativen Paardynamik.

[S. Negative Paardynamik – Grundlagen: Macht und Magie in Beziehungen.]

Beispiel für negative Paardynamik: Aladin und die Wunderlampe

Aladin und die Wunderlampe und der Zauberer (als schwarzer Magier!)

So zeigt sich im Märchen Aladin und die Wunderlampe die Macht in der Beziehung in der Gestalt des Zauberers aus Afrika, der für schwarze Magie steht. Überhaupt beschreibt das Märchen die Beziehungsdynamik der weissen und schwarzen Magie auf sehr aufschlussreiche Weise. So instruiert der Zauberer (Magier) zuerst den “unschuldigen” Aladin, wie er sich der Zauberhöhle und des Geistes bemächtigen kann. Doch in einer zweiten Phase nimmt der Zauberer dann von der Frau Besitz, die ihm die Lampe freiwillig aushändigt, sodass er sie mit ihrem ganzen Schloss nach Afrika versetzen kann. Das bedeutet übersetzt, dass sie nun mit dem Zauberer identifiziert ist und Aladin die Hölle heiss macht (als zorniger Sultan und Übervater). Das heisst, sie ist nun jene, welche Macht durch Gewalt ausübt (schwarze Magie).

Schneewittchen und die Schrecken des Waldes

Die “unerlöste” Beziehung der Macht (rot)

Die Partnerin als “Mutter”: Kontrolle und Tadel

Es sind häufig kindliche Prägungen, welche die erwachsene Frau in der Partnerschaft in die Rolle der Mutter oder grossen Schwester “kippen” lassen. Dann hat sie womöglich gelernt, dass sie für männliche Familienmitglieder sorgen, ja sie “nähren” und auf sie «aufpassen» muss. Doch besteht die Gefahr, dass sie in dieser Rolle unbewusst Macht ausübt, indem sie den Partner am Gängelband hält und ihn gar herumkommandiert. Dabei ist sie auch diejenige, welche die Regeln setzt, nörgelt, tadelt oder gar bestraft.

Der Partner als “Sohn”: Passivität, innerer Widerstand, Trotz und Abwesenheit

Im Gegenzug gerät ihr Partner dadurch in eine Zwickmühle. Denn er nimmt seine aggressive Partnerin intuitiv als feindliches Gegenüber wahr (Rot gegen Rot). Doch weil ihm seine Ethik verbietet, Gewalt gegen sie anzuwenden, rutscht er aus Ratlosigkeit in Passivität hinein!
Mit dieser Rollenumkehr (sie aktiv-aggressiv, er passiv-gelähmt) ist die Beziehung denn auch in die negative Paardynamik gefallen. Als “Sohn”, der «gehorchen» muss, verhält sich der Mann dann höchstens wie ein trotziger Junge oder er entzieht sich zu einer jüngeren Frau, die ihm weniger zusetzt. Mit anderen Worten verfällt er prompt seiner negativen inneren Frau als Schlange (Lähmung) oder Hure (Verführung). Reglos wie ein Kaninchen erstarrt er nun also vor der drohenden Gefahr und ist nicht mehr in der Lage, seinen Mann zu stehen.

Dies passt der Frau an der Macht auch besser, denn sie hat ein Problem mit der wilden Kraft des Mannes und will diese intuitiv beschneiden und ihn so kastrieren. So beschreibt schon das babylonische Gilgamesh-Epos, wie Gilgameshs Mutter den Trieb ablehnt. Dies ist denn auch der Grund, warum Gilgamesh sich auf “Abenteuer” begibt.

Anima, innere Frau des Mannes (aus Vidoclip zu Robbie Williams' Song "Angels")

Die «erlöste» Beziehung der Liebe (weiss)

Hingabe und Freiraum in Liebe

Wo Liebe im Spiel ist, kann auch von “erlöster Beziehung” gesprochen werden. Wenn sich beide Partner in der «weissen» Energie befinden, gewinnen Liebe, Vertrauen und Hingabe mit Körper und Seele Raum. Diese “weisse Energie” ist durch Archetypen wie die Jungfrau, Christus und den Vater symbolisiert.

Freiraum und Eigenverantwortung

Konkret bedeutet dies, dass der Mann sich hingibt, indem er bereit ist, sich auf eine verbindliche Beziehung einzulassen. Auf der anderen Seite gibt die Frau aus Liebe mit ihrem Körper ihr ganzes Leben hin.
Dabei beflügelt die reine Liebe der Frau den Mann, indem sie dessen Seele zum Leben erweckt und seine kühnsten Träume Wirklichkeit werden lässt (symbolisiert durch die Jungfrau als Wunder wirkendes Potenzial). Er bringt ihr auf der einen Seite Liebe, Verständnis und Respekt entgegen und lässt ihr körperlich Freiraum und sie übernimmt für ihre Emotionen Verantwortung und sorgt für sich selbst.

Ebenbürtige Geschwister auf Augenhöhe

Mit seinem väterlichen Verständnis und seiner freundlichen Warmherzigkeit ist er für sie der Fels, der ihr Halt und Sicherheit gibt. Sie ist auf der anderen Seite seine Gefährtin, mit der er durch dick und dünn gehen kann. Er ist für sie wie der grosse Bruder, der sie beschützt und sie ist für ihn wie die kleine Schwester, mit der man Pferde stehlen kann. Frei und ihm durchaus «ebenbürtig» begegnet sie ihm «als Gleiche unter Gleichen» auf Augenhöhe, wobei er sie annimmt und liebt, so wie sie ist.

Zusammenfassung:

In einer Partnerschaft als Mutter-Sohn-Beziehung wird Macht im Spiel sein (beide rot).

Die erlöste Beziehung hingegen entspricht der (grosser) Bruder- (kleiner) Schwester-Beziehung oder anders formuliert der Vater-Tochter-Beziehung (weiss). Entscheidend ist dabei, dass er ihr in bedingungsloser (Vater-) Liebe begegnet, indem er mit ihrer Seele identifiziert ist.

Erlöste Partnerschaft als das gelobte Land

Der Weg in die Freiheit und Fülle

Das Bild, das viele Überlieferungen für den Weg in die Freiheit der Liebe verwenden, ist die Befreiung aus der Knechtschaft und der Weg ins “gelobte”, also ins versprochene Land. 

Das Thema vieler Überlieferungen

Den Drachen überwinden und die Seele (“Jungfrau”) finden

So wird die menschliche Gleichung mit ihren archetypischen Rollen in unzähligen Überlieferungen ein Thema. Diese handeln meist vom Weg des Helden, der von «zu Hause» (durchaus auch von der Mutter-Ehefrau) wegzieht, um das Böse (den Drachen als Ego) zu überwinden und seine Seele und die Liebe (symbolisiert durch die Jungfrau) zu finden. Dieser Weg bringt ihn auch wieder auf positive Weise mit seinen wilden und starken männlichen Anteilen in Berührung, sodass er bereit ist, in die Vollmacht des Königs einzutreten, zu welcher er berufen ist.

[S. Der Drachentöter Georg und die Jungfrau; Der Eisenhans und Der Drache, die alte Schlange und ihre Überwindung].

 

Die Jungfrau

Auf seinen langen Irrwegen begegnet der Held auch zarter Liebe in Gestalt einer Schwester-Geliebten, welche seine eigene feinfühlige und noch entwicklungsbedürftige Seele spiegelt. Er erkennt in diesem attraktiven weiblichen Gegenüber den Archetyp der «Jungfrau» das, was ihm noch fehlt und seine männliche Stärke perfekt ergänzt.

[S. Die Integration der Anima: die Seele und das ewige Leben.]

Die Heilige Wunde (des Königs)

Nachdem der Suchende mit seiner Seele auch seine Liebe gewonnen hat, erweist er sich zuletzt als wahrer Held, indem er zu seiner Frau zurückkehrt, welche all die Jahre geduldig gehofft und auf ihn gewartet hat. So kehrt Odysseus zu Penelope zurück, Aragorn zu Arwen (Tolkiens Herr der Ringe) und der Hirte zu seiner Göttin der Liebe.

Die Geliebte aus diesem Grund verlassen zu müssen, ist der Schmerz, der seine Seele reifen lässt. Ja, mehr noch, er wird zur heilenden und “heiligen” Wunde, die ihn zu (göttlicher) Ganzheit und voller Würde des Königs führt (s. Die heilige Wunde). Dies kommt schon in der sumerischen Überlieferung (Teil III) zum Ausdruck: Der Hirte lässt die Beziehung zu seiner Geliebten los und integriert seine weiblichen Persönlichkeitsanteile mit der Göttin des Weinstocks (s. Das glückliche Ende: Heilige Hochzeit), ein Thema das auch im späteren Gilgamesh-Epos aufgegriffen wird (s. mit Die Schenkin.

Der sumerische Schöpfungsbericht: "Da hisste ER dr ie Segel ..."

Gemeinsam Stürme überwinden und neues Land finden

Eine Arche bauen

So ist die Liebe das Schiff, welches das Königsbewusstsein mit über die stürmischen Zeiten der Ehekrise der mittleren Jahre hinwegträgt. Weise handelt, wer sein Lebensschiff sturmdicht macht und ausharrt, bis der Sturm sich wieder gelegt hat und die Sonne hervorkommt. 
Im babylonischen Gilgamesh-Epos wird erstmals die grosse Flut erwähnt, was später in den biblischen Bericht von Noah eingeflossen ist. 

Heilige Hochzeit und ein ewiges Königreich

Mit Stürmen, Ungemach und Leiden führt der Weg des Helden durch die Unterwelt, zur Läuterung und damit zur Integration des Geistes.

Die überstandenen Kämpfe haben die Beziehung auf einen neuen Grund gestellt, welcher zugleich auch einen Neubeginn darstellt, der in der Kraft der Liebe bis in die Ewigkeit hinüberträgt. Die Überlieferungen stellen dies durch die heilige Hochzeit von König und Königin dar, welche im weitesten Sinne die Integration des Unbewussten ins liebende Bewusstsein bedeutet.

[S. Die Integration von Animus und Anima: Zugang zum Geist und Ruach, Geist Gottes – männlich und weiblich.]

Aufbruch zu neuem Land

Wenn es also dem Paar gelingt, in allen Stürmen des Lebens an der Partnerschaft festzuhalten, dann trägt die Liebe die Beziehung durch alle Schwierigkeiten hinüber in die ewige Dimension der Ganzheit und des Geistes.

Königspaar mit Zweig (Stele von Ur-Nammu)

Überlieferungen zum Thema:

Die sumerische Mythologie von Inanna, der Göttin der Liebe
Teil III: der Hirte wird geschlagen
Traurigkeit in der inneren Kammer (17)
Die Göttin des Weinstocks (18)
Inannas Versöhnung mit dem Hirten und Heilige Hochzeit (21)
Die sumerische Herrscherin der Unterwelt

Das babylonische Gilgamesh-Epos
Ablehnung durch Gilgameshs Mutter   
Der Himmelsstier   
Die grosse Flut
Die Schenkin

Parzival
Auf dem Weg zum König (das Mal im Schnee)   

Aladin und die Wunderlampe
Der Grossvesir und sein Sohn
Das Schloss nach Afrika
Der Zorn des Sultans
 

Schneewittchen und die Ganzheit (Weiss – Rot – Schwarz)
Dornröschen / Maleficent – vom Fluch zur Ganzheit, Einführung)
Der Drachentöter Georg und die Jungfrau
Der Weg zu Ganzheit (1), Weiss – Rot- Schwarz
Der Eisenhans (der wilde Mann)
Der Eisenhans und die Verwundung (5: Feuerprobe)
Der Herr der Ringe

Erwähnte Archetypen:

Die drei Farben für Ganzheit – rot/weiss/Schwarz
Weibliche Ganzheit – die Göttin, Weiss / Rot / Schwarz
Gott, Ganzheit, 3-in-1, männlich und weiblich
Die die innere Familie und die zwölf Bäume im Paradies
Die Vier der Familie und die Entstehung neuer Realität

Die Jungfrau – Wunder wirkende Liebe und Potenzial
Christus/Messias, der Gesalbte
Der Vater – bedingungslose Liebe
Die dunkle Fee als Schicksalsgottheit
Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, in der Unterwelt
Der Drache, die alte Schlange und ihre Überwindung
Der Gott der Luft: Aufbrausende Macho-Männlichkeit

Der Animus der Frau
Der negative Animus als Teufel oder Tier
Die Integration des Animus und die Liebe des Vaters
Die negative Anima als Hure oder Schlange.
Die Integration der Anima: die Seele und das ewige Leben
Animus und Anima: Zugang zum Geist durch ihre Integration
Ruach, Geist Gottes – männlich und weiblichBrot und Wein, Symbole der Läuterung

Weiterführende Texte:

Das Bewusstsein und das Unbewusste – König und Königin
Der Trieb – Macht des Egos aus dem Unbewussten
Starke Emotionen und das Unbewusste (Schattenaktivität)
Der Schatten
Die Integration des Schattens und der Weg durch die Unterwelt
Der Weg durch die Unterwelt: Das Tor zu Ganzheit

Der Fluch und die Vertreibung aus dem Paradies
Weisse und schwarze Magie

Negative Paardynamik
Die Auflösung der Negativdynamik
Der Heldenweg, Weg der Liebe
Die Heilige Hochzeit


Kommentare

  1. Gerade bin ich “zufällig” auf die Seite gelangt … ich lächle und bin dankbar für die Zusammenfassung und den weitreichenden / tiefgründigen Blick auf das PAAR. Herzliche Grüße aus dem Chiemgau (Bayern)

  2. Irgendwie kann ich mich nicht mit diesem Modell anfreunden. Zum einen wirkt es auf mich sehr stereotypisch, die Frau als die Tochter, den starken Mann als führenden Vaterfigur begleitend. Zum anderen spricht es nur von monogamen heterosexuellen Beziehungen. Auch das das Mutterbild hier so negativ kontiert ist finde ich ärgerlich. Hab ich da was falsch verstanden?

    1. Vielen Dank, Lukas, für diese offene und wertvolle Rückmeldung. Gemeint sind hier nicht Stereotype, sondern Archetypen, welche die Menschen unabhängig von ihrem Geschlecht beeinflussen. C.G. Jung bezeichnete diese als schicksalsmässige Ereigniskomplexe, welche sowohl auf Männer wie auch auf Frauen eine starke Anziehungskraft ausüben. So beeinflusst zum Beispiel der Archetyp der (inneren) Jungfrau insbesondere Männer, sich aus Liebe hinzugeben und über sich selbst hinauszuwachsen (wie in Georg dem Drachentöter). Auf der anderen Seite bringt die bedingungslose und vergebende Liebe des (inneren!) Vaters die verletzte oder zornige Frau wieder mit ihrer eigenen Liebe in Verbindung. (Die Negativität der Frau ist durch die grosse Mutter in der Unterwelt symbolisiert).

      Grundsätzlich ist zu sagen: Der Mensch kann in der Kraft seines Bewusstseins wählen, was und wie er leben will (auch im Hinblick auf die sexuelle Orientierung). Was er jedoch ablehnt und ins Unbewusste verdrängt, beeinflusst ihn mit negativer Energie aus dem Schatten. So ist denn auch das Ziel der grossen Überlieferungen für den Menschen, dass er sowohl seine männlichen wie auch seine weiblichen Persönlichkeitsanteile am Licht seines Bewusstseins hat und lebt. Auf diese Weise gewinnt er Ganzheit und das ewige Leben (sein Selbst).

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