Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Das Gebet “Unser Vater” und die Ganzheit der Sieben

Vater im Himmel

By on 18. August 2020

Vater im Himmel

Das Gebet «Unser Vater im Himmel», Einführung

Die Ganzheit der Sieben im Gebet “Unser Vater”

Das Gebet «Unser Vater» thematisiert alle Bereiche des Lebens zwischen Himmel und Erde, Geist und Materie, Vater und Mutter. Dabei führt es vom Geist (Bewusstsein: «Vater») hinab bis in den Körper und die Materie und ins Geheimnis des Lebens.

Eine Kurzanleitung für den Heldenweg (7 Aspekte)

In einer knappen Abfolge von sieben Aussagen thematisiert das Gebet “Unser Vater” sämtliche Aspekte des irdischen Daseins. Damit entspricht es auch dem Heldenweg und kann auch mit den sieben Chakren in Verbindung gebracht werden, die alles Bereiche der menschlichen Existanz abdecken.

Als eine Kurzfassung des Weges der Liebe ruft das Gebet «Unser Vater» das Wesentliche im Leben in Erinnerung.

[S. Die Sieben – Ganzheit der irdischen Realität | Der Heldenweg, Weg der Liebe und Die sieben Chakren und Ganzheit.]

Die Ganzheit der Sieben

Dreimal die Sieben 

Auch in den Überlieferungen spielt die Sieben als Symbol für Ganzheit in der irdischen Realität immer wieder eine Rolle.

1. Die sieben Tore zur Unterwelt, zum Leben selbst

Sumer – der Heldenweg der Göttin der Liebe

Bereits die sumerische Mythologie, als eine der ersten menschlichen Überlieferungen, erzählt vom «Grossen Oben» (AN-ZU), dem Bereich des Vaters, und vom «Grossen Unten» (AB-ZU), dem Bereich der Mutter.
Inanna, die sumerische Göttin der Liebe steigt auf ihrem Heldenweg vom Himmel bis in die Unterwelt hinab, die ein Bild für das Unbewusste ist, und muss dabei sieben Tore passieren. Sie stirbt und wird am dritten Tag durch den liebenden Vater auferweckt.

[S. Inannas Abstieg in die Unterwelt: die sieben Tore (Episode 12).]

Durch inneres Sterben zum ewigen Leben – der Weg durch die Schatten

Mutig begibt sich also das göttliche Helden-Bewusstsein in die Unterwelt, ins Reich der Schatten und des Todes, und überwindet diese in der Kraft der Liebe.

[S. Der Heldenweg, Weg der Liebe und Das Bewusstsein und das Unbewusste.]

Den eigenen Tod (das Ego) überwinden und auferstehen

Konfrontation mit dem Ego und den Trieben

Der Heldenweg führt den Menschen hinab bis in die tiefsten Schatten, die unbewussten Strukturen zur Konfrontation mit dem Ego, der Identität der Angst und Trennung. Dies kommt einem inneren Sterben gleich.

Auferstehung in die ewige Existenz der Liebe

Durch den Samen der Liebe wird die Grundlage für die neue ewige Existenz gelegt. Denn die Liebe ist stärker als der Tod und das Leben geht dennoch weiter! Diese Erkenntnis ist die Geburtsstunde des Neuen. So werden die Schatten integriert und verborgene Ressourcen freigesetzt.
Damit wird der Mensch – im Leben und durch das Leben selbst (die MUTTER) – neu in die umfassende und ewige Existenz der Liebe hinein geboren.

[S. Sterben und Auferstehen: Im Hier und Jetzt!; Das Ego und das Selbst und Das Leben und die Schlange – Auf- und Abstieg).

Er steht nun als Kind Gottes – Gott gleich – mit Selbstwirksamkeit, Vollmacht und Schöpferkraft im eigenen Leben.

[S. Königsherrschaft im Leben – Selbstwirksamkeit und Vollmacht über die Materie (die Salbung).]

Inannas Abstieg in die Unterwelt

2. Die sieben Farben und der Bogen Gottes

Der Regenbogen und die Sieben der irdischen Existenz

Das Gebet “Unser Vater” thematisiert in sieben Schritten, wie die Liebe in allen Bereichen des Lebens gelebt werden kann. Dabei zeigt es den Weg zum ewigen Leben, nämlich in den Kern der Existenz, dem Leben in der Materie, von oben nach unten auf: aus dem Bereich des Geistes hinab in den Bereich des Körpers und ins Unbewusste.

Die sieben Phasen des Heldenweges: von oben nach unten

Die einzelnen Phasen führen entsprechen dem Heldenweg und können von ihrer geistig-energetischen Komponente her auch den sieben Chakren zugeordnet werden. Es beginnt mit der Erkenntnis des Bewusstseins (Geist), führt über die Seele (Bekenntnis, Liebe) zu Taten und weiter hinab bis in die dunkelsten Winkel der Existenz, ins Unbewusste, den Bereich der Triebe und  des Egos. Wenn diese Talsohle im Licht der Liebe erleuchtet wird, ist alles licht, was den Menschen in seiner Einzigartigkeit ausmacht.

[S. Heilung: Was ans Licht kommt, wird selbst licht.]

– und wieder hinauf: Ganzheit erreicht!

Auf dem Weg durch die Unterwelt, mit der Integration der Schatten überwindet der Mensch das Ego, die Identität der Trennung. Damit gewinnt er den Zugang zu seinem Selbst, der Identität der Liebe wieder. Es ist sein innerer göttlicher Kern, in welchem Ganzheit, Versöhnung, Frieden und das ewige Leben wohnen. Damit steht nun die Persönlichkeit auf einem neuen Grund der Existenz und hat direkten Zugang zum Vater, zum allumfassenden Geist (s. Abbildung unten, rechts).

Der Regenbogen als Symbol für Rettung und Ganzheit

Der Regenbogen für ein neues Leben in Ganzheit: In der jüdischen Überlieferung steht er für den Bund Gottes (mit Noah, nach der Sintflut, s. 1Mo 9,13) und ist ein Zeichen der rettenden Liebe des Vaters und der Ganzheit (s. auch Der Thron Gottes).

Auf seinem Heldenweg wird der Mensch geschliffen und bildhaft gesprochen zu einem kostbaren Diamanten, in dem ebenfalls alle Farben des Regenbogens erstrahlen.

Der Stein der Weisen als Diamant

Auf dem Weg in die Materie wird das Licht des liebenden Bewusstseins (Christus) gebrochen, sodass es im ganzen Farbspektrum des Lebens erstrahlt.

3. Sieben “Berge” durch Glauben überwinden

Die Herausforderung im Leben ist, Hindernisse zu überwinden und daran zu wachsen. Berge sind ein Symbol für Hindernisse und Widerstände, die es zu überwinden gilt. Hat man es geschafft, dann erhält man einen grossartigen Ausblick und Weitsicht!

Schneewittchen, sieben Berge und siebe Zwerge

Im Märchen wird Schneewittchen über sieben Berge zur Ganzheit geführt. Zuvor muss sie noch bei den sieben Zwergen, sprich in der “kleinen” irdischen Existenz dienen lernen und dann auch noch die böse Königin, ein Aspekt ihres Schattens, überwinden.
Der erlösende Prinz symbolisiert dabei ihren inneren Mann und Helden, ihr Bewusstsein, das sie wieder mit der Kraft ihrer ureigenen Liebe verbindet.  Nach Integration ihrer männlichen Anteile kann darum die Heilige Hochzeit stattfinden, die ein Symbol für die Integration des Unbewussten ist.

[S. Schneewittchen (Einführung) – über sieben Berge zu Ganzheit |

Gilgamesh, der Weg unten dem Berg und die sieben Brote

Der Weg des babylonischen Königs Gilgamesh zum ewigen Leben (und damit zu Ganzheit) führt zunächst unter dem Berg hindurch, was ein Bild ist für den Weg durchs Unbewusste, durch die Abgründe der Existenz und des Körpers, geritten von den Trieben und geknechtet vom Ego als dem dunklen Schattenherrscher. Dies ist im Film Der Herr der Ringe anschaulich durch die unterirdischen Höhlen von Moria dargestellt.

[S. Die Skorpionmenschen und der Weg unter dem Berg | Das Gilgamesh-Epos im Vergleich mit dem Herrn der Ringe | Der Ring der Macht und der dunkle Herrscher.]

Der Weg über den Berg: der Königsweg – Bergpredigt und Verklärung auf dem Berg

Im Gegensatz ist in der Bibel zu lesen, dass Mose, auf einen Berg stieg, um Gott zu begegnen (2Mo 19,3), ebenso als Gott ihn am Ende seines Lebens zu sich zurückrief. Auch Jesus stieg auf einen hohen Berg, wo die Jünger ihn in hellem Licht wahrnahmen (Verklärung Jesu, Mt 17,1).
Weiter enthält die berühmte Bergpredigt von Jesus eine starke Ermutigung für jene Menschen, die in dieser Welt “unten durch” müssen. Sie sollen erhöht werden (s. Die Bergpredigt im Bibelserver, Mt 5, 1-12.)!
Das Leiden, das Kreuz, bedeutet zugleich die Erhöhung.

Im Glauben Berge versetzen

Dies setzt Entschlossenheit und Durchhaltevermögen, mit andern Worten geistige Kraft voraus, um das Ziel zu erreichen.

Jesus sprach von der geistigen Kraft als Voraussetzung, um Grosses, ja Unmögliches zu erreichen, vom Glauben. Der Glaube oder das Vertrauen ist ein Ausdruck der Liebe und “sieht” das Potenzial bereits als verwirklichte Realität (s. Die Erschaffung neuer Realität).

Habt Glauben Gottes! Wahrlich, ich sage euch: Wer zu diesem Berg sagen wird: Hebe dich empor und wirf dich ins Meer!, und nicht zweifeln wird in seinem Herzen, sondern glauben, dass geschieht, was er sagt, dem wird es werden. Darum sage ich euch: Alles, um was ihr auch betet und bittet, glaubt, dass ihr es empfangen habt, und es wird euch werden. [1]

(Meisten wird mit: “Habt Glauben an Gott” übersetzt. Doch “habt Glauben Gottes” stellt den Menschen in die Eigenverantwortung, seinen schöpferischen Glauben zu mobilisieren, im Sinn von: “Lebe deine göttlich-geistige Vision”.

Das Gebet "Unser Vater" und der Heldenweg
Das Gebet «Unser Vater» (links) im Dialog mit dem Heldenweg (rechts) und den Chakren (Mitte)
Mehr im Detail (anklicken):
Das Vater unser in über Einstimmung mit den Chakren und dem Helden Weg

Das Gebet «Unser Vater» – sieben Schritte zu Ganzheit

Nun zu den einzelnen Aussagen des Gebets:

(Bibelkontext: Evangelium nach Matthäus, Kapitel 6,9 im Bibelserver)

Im Folgenden nun zu den einzelnen Aussagen des Gebets “Unser Vater”.
Dem jeweiligen Titel sind darum in Klammern beigefügt:

(Das (geistige) ELEMENT, die Phase des Heldenweges,  das entsprechende Chakra)

Allvater im Herznebel, Synthese

7 “Unser Vater im Himmel” (GEIST: umfassendes Bewusstsein, Krone)

Als erstes die Ausrichtung auf das umfassende Bewusstsein: unser Vater im Himmel.

 

  • Der Vater als Archetyp steht für das liebende Bewusstsein. Denn als Vater hat er per Definition Liebe, weil er mit seiner Tochter, symbolisiert durch die Jungfrau, die weibliche Seite des Geistes (die Liebe) integriert hat. Hierzu gehören bedingungslose Liebe, aus welcher auch Vertrauen (“Glaube”) und Vergebung wachsen (s. Der Vater – rettende Liebe und tiefe Weisheit und Die Integration der Anima).
  • Im Himmel: Dies ist der Bereich des Geistes, des Unsichtbaren, Verborgenen. Gott wirkt im Verborgenen, denn alles beginnt mit dem geistigen Impuls, dem “Samen des Wortes” oder anders formuliert der In-Formation. Das Bewusstsein ist die männliche Seite des Geistes.
7 – Erkenntnis: Alles ist eins, alles ist Liebe, alles ist Geist – ich bin ein Kind des himmlischen Vaters

In Verbindung mit der umfassenden Existenz

Indem ich den Vater im Himmel direkt anspreche, wende ich mich vertrauensvoll jener übergeordneten, umfassenden Existenz zu und trete damit in Beziehung.
Beziehung und Liebe gehören zusammen. Der Vater, das Bewusstsein ist in mir. Es ist mein Selbst, mein innerster, göttlicher Kern, ist der Empfänger, mit dem ich jederzeit mit dem Allesumfassenden Kontakt aufnehmen kann.

Ein Kind des Höchsten

So bin ich geliebt, ein Kind des Höchsten. Alles, was ihm gehört, gehört auch mir. Ich kann daran teilhaben, darf wünschen, träumen, Fülle und Erfüllung erfahren. Was ich im Vertrauen in die Hände des übergeordneten Bewusstseins, in die Hand Gottes gebe, wird nicht unbeantwortet bleiben.

Mein Vater! Ich komme zu dir. Hier bin ich, dankbar dein Kind zu sein. Du kennst mich besser als ich mich selbst und weisst, was ich brauche. Ich darf dir alles sagen und mich in allem geliebt wissen. Du nimmst mich an, nimmst mich ernst und hast mir auch die Freiheit und Ressourcen gegeben, um mein Leben selbst zu gestalten. 
Danke.

Der Name
Das Kreuz für Ganzheit

Der Name Gottes – Ganzheit in der Einheit der vier geistigen Elemente symbolisiert durch die Farben:

  • ROT: Feuer (Vater)
  • BLAU: Wasser (Mutter)
  • GRÜN: Erde (Tochter)
  • GELB: Luft (Sohn)

zwischen

  • BLAU-GRÜN: kühl, weiblich-passiv ( links)
  • ROT-GELB: warm, männlich-aktiv (rechts)

[S. auch Das Kreuz als Symbol der Ganzheit und Die Quadratur des Kreises.]

1 – “Geheiligt sei dein Name” (GEIST: persönliche Erkenntnis, Stirn)

Als nächstes folgt die Erkenntnis des Wesens Gottes, welches in seinem “Namen” beschrieben wird: Ganzheit und Einheit! (s. Bewusstwerdung: Aufwachen und das Ziel erkennen: Beginn des Heldenweges).

Persönliche Entscheidung für Ganzheit, Heil, Heilung

Gott ist “heilig” heil, und damit auch Heilung und Ganzheit. Dies ist auch das Ziel für den Menschen, zu welchem Gesundheit, Integrität, Versöhnung und Einheit mit allem gehören. (S. Gott, Ganzheit, 3-in-1, männlich und weiblich.)

Der Name Gottes: gesund/ganz gemacht

Der Name Gottes sei “Geheiligt”, also “ganz gemacht”. Gott ist Licht, und was ans Licht kommt, wird verwandelt, wird selbst licht, und steht damit neu als Ressource zu Verfügung (s. Heilung: Was ans Licht kommt, wird selbst licht.)

Der Heldenweg zur Ganzheit

Darum steht auch der Name Gottes über jeder Person, die diesen Weg vollendet und damit Heilung und Ganzheit erreicht hat. Damit hat die Persönlichkeit ihr Ziel erreicht, ist «wie Gott», Gott gleich, nämlich in der Liebe und durch die Liebe mit sich und allem versöhnt.

1. Ich will im Einklang mit dem Grösseren leben.

Ich bin geliebt und bekenne mich zur Liebe, welche Einheit bewirkt und mich zu Ganzheit führt. Indem ich Frieden, Einheit und das Heil für mich selbst und andere suche, handle ich im “Namen Gottes”.

  • Die Ganzheit (sein Name) soll über meinem Leben stehen. [2]
  • Ich wahre meine Integrität und schütze mich.
  • Ich ermutige andere, kraftvoll in ihrem Leben zu stehen.

Die Frage ist:

  • Wen, was und welche Umstände möchte ich konkret unter “seinen Namen”, unter die heilende Ganzheit stellen?
  • Was muss noch ganz werden?
  • Wo wünsche ich mir mehr Einheit?
  • Wo brauche ich Versöhnung?
  • Wo kann ich noch dazulernen?

Und mit dieser Erkenntnis und der persönlichen Entscheidung für die Liebe und Ganzheit beginnt nun der Heldenweg. Er führt immer tiefer hinab durch die verschiedenen Lebensbereiche, bis hinein auf den Urgrund der Materie, zur Wurzel oder MUTTER.
Dabei entsprechen die vier “geistigen” auch den vier mittleren Chakren als Verknüpfungsstellen.  

Jesus – der fehlende Schlüssel

2 – Dein Reich komme, dein Wille geschehe … (WASSER: Bekenntnis, Kehle)

Auf die Erkenntnis folgt das Bekenntnis: Das Sichtbarmachen des Ziels durch Worte und erste, konkrete Schritte (s. Initiation: der erste konkrete Schritt auf dem Heldenweg).

“… wie im Himmel, so auf Erden” – wie innen, so aussen; wie im Geist, so in der materiellen Realität

Was “im Himmel”, nämlich im Inneren, Verborgenen, im Denken, in der Absicht oder im Vorsatz feststeht, wird sich (über kurz oder lang) auch “auf Erden” manifestieren, das heisst in der Materie und in der gelebten Realität.

Wir haben viel mehr schöpferische Kraft als uns bewusst ist. Denn mit unseren Gedanken und Gefühlen ziehen wir die entsprechende Realität in unser Leben hinein, sei es zum Beispiel Mangel oder das Gegenteil, nämlich Fülle … Wir entscheiden darüber. Gut, wenn wir uns dessen bewusst sind.

[S. Wie manifestiere ich meine gewünschte Realität?]

Der Wille Gottes – gelebte Liebe

Insbesondere das, was sich im Einklang mit dem umfassenden Bewusstsein befindet, ist schon Tatsache.
Darum hat auf die Erkenntnis das Bekenntnis zu folgen, also eine erste Äusserung, ein Zeichen, ein konkreter Schritt in Richtung des Ziels in Wort und Tat.

2. Ich mache meine Entscheidung nach aussen wahrnehmbar.

Meine inneren gefühlten Überzeugungen und Entscheidungen werden sich auch in den äusseren Lebensumständen manifestieren.

  • Wo muss ich meinen eigenen Willen – im Abgleich mit dem Willen Gottes – korrigieren?
  • Wo fehlt mir das Vertrauen, dass das, was ich mir wünsche, auch geschehen wird? Weshalb? – Wenn es dem übergeordneten Willen, dem Willen Gottes entspricht, wird es mir zuteilwerden.
  • Was ist der übergeordnete Wille für mein Leben. Wozu bin ich da, was ist mein Ziel? 
  • Wie kann ich meine Existenz zum Ausdruck bringen.
WASSER, FEUER, ERDE und LUFT, die vier geistigen Elemente

Einheit der Gegensätze in Liebe (hier dargestellt durch die vier Elememte)

3 – Annehmen und loslassen (ERDE: Liebe, Herz)

Das Bewusstsein, das sich für den Weg der Liebe entschieden hat, zeigt (bedingungslose) Hingabe und lässt Freiraum ohne Druck auszuüben. (S. Die Wüstenerfahrung als nächste Phase des Heldenweges – Bewährung (Vertrauen) in Mangel und Entbehrungen.)

“Unser tägliches Brot gib uns heute” … Annehmen, Empfangen!

In der Liebe ist Fülle! Das tägliche Brot symbolisiert einerseits Deckung der körperlichen Bedürfnisse und andererseits auch geistige Nahrung, die den Menschen weiterbringt und ihn in grössere Zusammenhänge führt. Der Mensch, der nur konsumieren möchte und auf sein Ego ausgerichtet ist, vernachlässigt Letzteres.

Beispiel: Gilgamesh und die sieben Brote

So erzählt zum Beispiel das babylonische Gilgamesh-Epos, dass Gilgamesh gegen seinen Willen für sechs Tage, an denen er wach, also bewusst hätte sein sollen, in tiefen Schlaf versank. Als er am siebten Tag geweckt wurde, musste er schmerzhaft erkennen, dass er es versäumt hatte, sein tägliches Brot zu essen.
Deutung: Die sieben Tage sind ein Bild für die Gesamtheit der irdischen Existenz, d.h. in diesem Fall für das gesamte Leben des suchenden Helden. Die sieben Brote wiederum symbolisieren geistige Nahrung, die er ignoriert hatte, indem er sein ganzes Leben in Unbewusstheit verbracht hatte.

” … und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.” – Loslassen!

Vergeben bedeutet Loslassen. Niemand und nichts in dieser irdisch-materiellen Existenz ist perfekt. Wer gegen jemanden Groll hegt, ist nicht frei, sondern ist geistig an ihn gekettet. In diesem Zusammenhang ist auch hilfreich zu wissen, dass der Mensch Fehler machen darf und immer wieder eine neue Chance bekommt, in der Sprache der Bibel, dass ihm vergeben ist. Denn manchmal muss man sich selbst vergeben, um wieder aufstehen zu können.

Wahre Liebe: Freiraum und Hingabe!

In der materiellen Existenz hilft das Vertrauen, dass Fülle da ist und das immer gegeben wird, was gebraucht wird. Vertrauen ist ein Ausdruck der Liebe und kann somit auch einmal Mangel aushalten. Dazu gehört ebenfalls, den eigenen Mangel nicht auf andere abzuwälzen, sondern in Schwierigkeiten und Entbehrungen innerlich zu wachsen (Wüste!)

 

Wahre Liebe lässt Freiraum und gibt sich hin.

3. Ich weiss mich geliebt, bekomme, was ich brauche und lasse los, was ich nicht brauche.

Unser tägliches Brot gib uns heute …

Ich will daran festhalten, dass ich immer bekomme, was ich brauche, wenn auch nicht immer, was ich mir wünsche. Manchmal brauche ich auch Korrektur.

  • Was brauche ich heute? Was brauche ich gerade jetzt? Weisheit? Vertrauen? Geduld? Kraft?
  • Ich bin dankbar, dass ich um alles bitten darf und dass ich vertrauen kann, dass sich die Dinge so fügen werden, wie es für mich am besten ist. 

 

… und vergib uns unsere Schuld …

Wie schwer ist es doch manchmal, mir selbst zu vergeben! Damit erkenne ich auch wie wichtig Vergebung ist und wie dankbar ich bin, dass mir immer wieder eine neue Chance gewährt wird. So kann ich meinen Stolz loslassen, bescheiden werden und meine Unvollkommenheit akzeptieren. Das ist Freiheit.

  • Wo habe ich (wieder) versagt?
  • Welche Last möchte ich abgeben, weil sie mir zu schwer ist?
  • Wo brauche ich Vergebung und eine neue Chance und wo muss ich mir selbst vergeben?

… wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.

Ich lasse los, wo ich verletzt worden bin, denn ich will nicht immer daran denken, sondern vorwärts schauen. Auch will ich nicht an dieses Ereignis oder diese Person weiter gebunden bleiben oder sie an mich binden.

  • Wen oder was kann und muss ich loslassen, damit meine Hände wieder frei und offen sind, um von Gott zu empfangen? 
  • Wo bin ich vielleicht sogar von Gott enttäuscht? Ich will anerkennen, dass ich nicht alles verstehe und dennoch wieder vertrauen. – Und sei es, dass ich aus diesem Grund sogar Gott verzeihen muss, wo und wenn ich seine Führung in Gestalt einer Fügung nicht verstehen kann).
Die Versuchungen Jesu

4 – Und führe uns nicht in Versuchung … (LUFT: Erfolg/Taten, Solarplexus)

Wer sich in Mangel und Entbehrungen bewährt hat, wird mit Erfolg gesegnet. Die Prüfung dieser nächsten Phase des Heldenweges ist: Bescheidenheit und Einsatz der Ressourcen für Andere zu zeigen.

Dienst statt Stolz

Wenn Gewinn und Erfolg sich einstellen, können sie von Stolz und Überheblichkeit begleitet sein und mit der Versuchung, die gewonnenen Ressourcen ausschliesslich zum eigenen Gewinn zu verwenden.
Die Prüfung hier ist, diese bescheiden und dienstbereit im Interesse des Gegenübers einzusetzen (s. Überwinden in Versuchungen und Die Versuchungen von Jesus).

4. Ich bleibe bescheiden und diene mit meinen Ressourcen anderen.

Wenn ich mit Erfolg gesegnet werde, dann hüte ich mich vor Stolz und erinnere ich mich daran, dass nichts mir gehört und alles ein Geschenk ist. Darum missbrauche ich meine Macht nicht, sondern nehme Verantwortung für das Gute wahr. Denn, was der Mensch sät, wird er ernten.

  • Wofür bin ich dankbar?
  • Was sind meine Stärken und meine Ressourcen?
  • Ich will nicht an Material hängen, sondern es teilen.
  • Wo muss ich aufpassen, dass ich nicht stolz werde?
  • Wie und wo würde ich mich gerne einsetzen, um diese Welt zu einem besseren Ort zu machen?
Feuerprobe, Weg durch die Unterwelt

5 – …, sondern erlöse uns von dem Bösen.” (FEUER: Feuerprobe, Nabel)

Die letzte Prüfung ist die Auseinandersetzung mit dem eigenen Schatten und dem eigenen Tod, dem Ego. Dies ist der Feuerkelch, der dem Heldenbewusstsein dargereicht wird, die Feuerprobe – Läuterung im Feuer des Leidens. Die Erlösung (der gebundenen Ressourcen) vollzieht sich durch die Integration des Schattens.

“Hilf, wo wir hilflos sind!” – der “böse” Antrieb aus dem Unbewussten

Das, was als «böse» bezeichnet wird, ist im Menschen selber drin, nämlich im Schatten seines Unbewussten. Hier verbergen sich problemtische Charaktereigenschaften und tief verankerte Körperwahrnehmungen, die zu problematischem, egoistischem und rücksichtslosem Verhalten führen.
Dahinter stecken verborgene, häufig frühkindliche Ängste und Traumata, die sich zu einer negativen Identität zusammengeballt haben, Schmerzkörper oder Ego genannt. Als dunkle Schattenherrscher manipulieren sie eine Person über Triebe und tief verankerte Emotionen und bringen sie dazu, wider besseres Wissen zu handeln.

Erlösung: Licht in die Dunkelheit – Integration des Schattens!

Die letzte Prüfung des Helden-Bewusstseins ist die Auseinandersetzung mit den eigenen Schatten und mit seinem Ego. Als die innere Identität der Trennung bedeutet es den Tod, indem es das Grosse, Ganze leugnet und Verlorenheit suggeriert und inszeniert. Dies ist die Feuerprobe, und bedeutet mythologisch gesprochen Weg durch die Unterwelt zur Integration der Schatten. Indem die verhassten und darum im Schatten verborgenen und vergrabenen Eigenschaften ans Licht des liebenden Bewusstseins kommen, werden sie “erlöst”, das heisst in Ressourcen verwandelt. Damit stehen sie neu mit ihrer positiven Seite zur Verfügung.

 [S. Heilung: Was ans Licht kommt, wird selbst licht.]

5. Nur Mut, ich kann nur gewinnen! – Die Integration des Schattens

Mut, in den dunklen Keller des Lebenshauses hinabzusteigen

Situationen, in denen ich von starken Emotionen überflutet werde, weisen auf meine Schatten hin und damit auch auf verborgene und verdrängte Ressourcen. Ich kann also dankbar dafür sein und mich fragen: Was will mir das sagen?
Ich kann Licht in die dunkelsten Keller meines Lebenshauses bringen und in den hintersten Winkeln sogar Kostbarkeiten entdecken!

Gottes erlösende Kraft: das Licht der Liebe

Das Licht, das ich dabei habe, ist das Licht des liebenden Bewusstseins, mit welchem ich das Unbewusste erleuchten kann. Diese heilende, erlösende göttliche Kraft, ist mit Christus identisch.
Sie bedeutet, dass ich mich in Liebe bewusst und achtsam zu dem hinwende, was sich da in mir meldet, was aus dem Schatten hochsteigt, Schmerz oder Wut, Ohnmacht oder Angst. Indem ich dabei die Energien wahrnehme, ohne mich dadurch in Aktivität treiben zu lassen, im Gegenteil, indem ich mir selbst in diesem Gefühl Verständnis und Warmherzigkeit entgegenbringe, verwandelt es sich und wird Heilung möglich. So kann aus Angst Achtsamkeit werden, aus Zorn die Kraft, gegen Unrecht einzustehen, aus Ohnmacht die richtige Handlung.

[S. Die Integration des Schattens | Königsherrschaft im eigenen Leben und Wie gestalte ich konkret positive Instruktionen für den Körper?.]

  • Welche unvergorenen Emotionen zeigen sich bei mir? Ich will dankbar sein, denn sie sind ein Hinweis für nicht integrierte Persönlichkeitsanteile im Schatten. Dies betrifft sowohl positive Emotionen wie Verliebtheit wie auch negative wie Wut, Ablehnung, Angst …
  • Ich trainiere, mich nicht durch Emotionen zu spontanen und unkontrollierten Worten und Taten hinreissen zu lassen, sondern nehme zunächst einfach einmal ihre Energie wahr.  
  • Ich frage mich, was wohl die Ursache für meine Emotion, die sich auch körperlich manifestiert, sein könnte, und sei es, dass ich mir überlege, wann ich es zum ersten Mal gehabt habe.
  • Ich kann meine Wesensart nicht sogleich verändern, aber ich kann mich anders verhalten, zum Beispiel nach dem TRIO-Prinzip (Quelle: Vera Birkenbihl): T = Trigger erkennen; R = Realitätscheck (entspricht das, was mir da suggeriert wird, der Realität?); I = innere Grenze (festmachen); O = Output Kontrolle .
Königsschloss für Königsherrschaft im eigenen Leben

6 – Das Königreich (GEIST – MUTTER: Vollmacht, Wurzel)

Es ist das Vater-Bewusstsein, welches Kraft der Liebe die ganze Existenz durchdrungen und erobert hat. Damit hat der Überwinder / die Heldin Zugang zu geistig-göttlicher Königsherrschaft im Leben, das ewige Leben und Vollmacht über die Materie gewonnen.
Damit ist der Heldenweg abgeschlossen, denn dies ist die Neue Geburt: ewiges Leben (die Mutter) und den Anschluss an den umfassenden Geist (Vater).

“Denn dein (des Vaters) ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.”

Das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit gehören dem Vater, doch was bedeutet das? Der Vater ist der Archetyp für das liebende Bewusstsein. Der Held hat den Weg vollendet und in der Kraft des Bewusstseins alle Bereiche seines Lebens für die Liebe eingenommen. Selbst vor den tiefsten Schatten und Abgründen seiner Existenz ist er nicht zurückgeschreckt und hat auch den eigenen Tod, sein Ego, die Identität der Trennung
überwunden. Auf dem Weg durch die Unterwelt hat er das Unbewusste ins Bewusstsein integriert und hat damit den Zugang zum Leben in der Materie, was Vollmacht bedeutet.

Das versprochene Land: die Mutter, das Leben in der Materie

Das Grosse Weibliche, das Leben selbst, ist in der Unterwelt und damit im Unbewussten, wozu auch die Materie gehört, verborgen. Damit stellt die grosse Mutter als Schicksalsgottheit und Kraft in der Materie sowie Herrin über Leben und Tod, die Umstände dar, die der Mensch vorfindet, in welchen er sich bewähren muss.

Vollmacht über die Materie

Doch das grosse Weibliche ist auch lebendige Schönheit und reale Herrlichkeit.
Dem wahrhaft Liebenden, der damit auch mit Christus identifiziert ist, erhält  Zugang zum schöpferischen Potenzial, symbolisiert durch die Jungfrau. Damit kann er durch den Samen seines Wortes neue, lebendige Realität initiieren.

[S. Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität.]

In Ewigkeit

Wer die Prüfungen in der Kraft der Liebe, durch Treue und Hingabe besteht, wird reich belohnt. Er hat das Leben, kostbarer als Gold, gefunden, nämlich göttliche Herrschaft im Leben, die ewig bestehen bleibt und Vollmacht über die Materie.

6. Es ist vollbracht.

Wer die Liebe in alle Bereiche des Lebens gebracht hat, hat seine Identität für die Ewigkeit gewonnen. Mit der Integration des Unbewussten, also des Körpers mit seinen Trieben, ins Bewusstsein sind männlich und weiblich, bewusst und unbewusst zur Einheit verschmolzen. So hat der Mensch Ganzheit erreicht und ist “wie Gott”.
Er ist Vater und Mutter, Liebe und Kraft in der Materie.

[S. Gott, Ganzheit, 3-in-1, männlich und weiblich und Ruach, Geist Gottes – männlich und weiblich.]

 

  • Wo keine Trennung ist, ist auch kein Tod. Habe ich das Ego überwunden, dann habe ich auch den Vater in mir gefunden. So bin ich in meinem Sein mit allem, was ist, verbunden.
  • Dafür danke ich.
Das Gebet "Unser Vater"

AMEN.

Annette schreibt:

Geliebter Vater!
Bewusst stelle ich mich in dein Licht und sehe mich als Teil des Grossen, Ganzen und Guten – als Teil von dir.

Geheiligt ­– Ganzheit ist dein Name – und das ist auch, was über meinem Leben stehen soll: Dein Name, dein Ziel, deine Absicht für mein Leben: Ich bin ganz – in dir!

Dein Reich, die Ganzheit, möge in meinem Leben aufleuchten und alles bestimmen – HIER und JETZT!

Ich übernehme Verantwortung für all mein Denken und Handeln, indem ich es nach bestem Wissen und Gewissen bewusst lebe und mit deinem guten Willen abgleiche.

Dazu gibst du mir immer, was ich brauche. So auch heute. Deshalb will ich vertrauen, dass alles, was mir heute begegnet, aus deiner Hand kommt. Ich will meine Lektionen annehmen und daraus lernen.

Dabei darf ich auch Fehler machen. So wie du mir vergibst, so will ich auch mir selbst und anderen immer wieder neu vergeben, damit ich aufstehen und frei weitergehen kann.

Hilf, dass ich aufmerksam bin und mich nicht durch falsche Taten, Worte oder Gedanken von meinem Ziel ablenken lasse.

Darüber hinaus vertraue ich, dass du mich vor allem bewahrst, was mich gänzlich überfordert.

Du lässt mich teilhaben an deinem Reich, das überwältigt mich. So will ich das Erbe antreten, dass du für mich vorgesehen hast, welches ewig währt.

In dir bin ich stark, selbstwirksam und reich!

Dank sei dir für die Schönheit des Lebens – in allem.

Grundlegende Beiträge:

Erwähnte Überlieferung zum Thema:

Die sumerische Göttin der Liebe (Zusammenfassung)
Der Vater wagte den Weg in die Unterwelt
Inannas Weg zum Vater
Inannas Abstieg in die Unterwelt: die sieben Tore

Das babylonische Gilgamesh-Epos
Die Skorpionmenschen und der Weg unter dem Berg
Die sieben Brote
Das Gilgamesh-Epos im Vergleich mit dem Herrn der Ringe
Der Ring der Macht und der dunkle Herrscher

Schneewittchen– über sieben Berge zu Ganzheit

 

Weiterführende Texte:

Königsherrschaft im Leben
Männlich und weiblich und die Erschaffung neuer Realität
Wie manifestiere ich meine gewünschte Realität?

Vollmacht über die Materie

 

Nachweis:

[1] Bibel, neues Testament, Evangelium nach Markus, Kapitel 11, 22-24, so auch in Matthäus, Kapitel 21, 21 (Elberfelder Übersetzung): Man beachte die Zahl des Bibelverses: 21 und nochmals 21 = 3 x 7 und zwar doppelt! (Drei als Symbol für Ganzheit/Gott; sieben als Symbol für die Ganzheit der irdischen Existenz.)

[2]  “Du bist doch in unserer Mitte, HERR, und über uns ist dein Name ausgerufen. Verlass uns nicht!” (Jer 14,9, interessant die Zahlen: 7 für die doppelte Ganzheit, männlich und weiblich; 9 die Zahl der grossen Mutter als Schicksalgöttin.)


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