Goldspur

Der Ewigkeit auf der Spur

Der Stein der Weisen als Symbol für Ganzheit

Der Stein der Weisen als Diamant

By on 14. Dezember 2024

Der Stein der Weisen als Diamant

Der Stein der Weisen als Symbol für Ganzheit

Der Stein der Weisen ist ohne Zweifel ein Symbol für Ganzheit. Denn ihm werden übernatürliche Kräfte zugeschrieben wie Heilung, Verjüngung, ewiges Leben und auch die Fähigkeit, Gold zu erschaffen.[1]

Grundlagen für diesen Beitrag:

Die Quadratur des Kreises
Die vier Elemente, ihre Bedeutung und ihr Geheimnis

Film zur unterhaltsamen Veranschaulichung des Themas:

Das fünfte Element mit Bruce Willis und Milla Jovovich von Luc Besson (1997)

Die Quintessenz, das fünfte Element

Mehr-Wert-Schöpfung und das innere Gold

Der Stein der Weisen oder der Philosophen (lateinisch lapis philosophorum), ist gemäss dem Verständnis der Alchemie die Quintessenz, die es braucht, um aus Quecksilber Gold herzustellen. Es handelt sich dabei um die Verwandlung eines „niederen“, minderwertigen Stoffes in reines Gold.
Diese Verwandlung als Metamorphose kann wiederum als Symbol betrachtet werden. Denn im übertragenen Sinn steht das giftige Quecksilber für den unerlösten, egoistischen Menschen, während das reine Gold für den Menschen steht, der geläutert ist und somit Ganzheit und das ewige Leben erlangt hat (s. Vom Ego zum Selbst). Wer sein Selbst gefunden hat, innewohnenden göttlichen Kern, ist eins mit Gott, dem allumfassenden Bewusstsein und hat das ewige Leben gewonnen.

 

Die einende Mitte: die Liebe

Das Wort “Quintessenz” bedeutet die fünfte Essenz, was voraussetzt, dass es mindestens vier weitere „Essenzen“ gibt. Gemäss der alchemistischen Lehre setzt sich die Quintessenz selbst aus den vier Elementen FEUER, WASSER, ERDE und LUFT zusammen. Diese vier symbolisieren alle geistige, schöpferische Kräfte. Die Liebe als die Quintessenz, welche sie zusammenhält und zugleich die Mitte darstellt, kann man darum als das fünfte Element bezeichnen. Während die vier Elemente zusammen ein Quadrat bilden, ist die Mitte die ruhende Achse, um welche die Energien sich in ihrer Spannung drehen, wodurch ein Kreis entsteht.

Quadratur des Kreises

Das Selbst, der göttliche Kern des Menschen

Diese Mitte als Quintessenz entspricht dem Selbst des Menschen, seinem ewigen, göttlichen Kern, eins mit CHRISTUS.

[S. Das Selbst, die Identität der Liebe.]

Die Herstellung des Steines der Weisen

Nun also zur „Herstellung“ des Steins der Weisen. Diese wird einerseits grafisch gezeigt und andererseits auch mit dem seelisch-geistigen Prozess der Wandlung in Verbindung gebracht.

Eine Bastelanleitung aus dem 17. Jahrhundert

So zitiert C.G. Jung in seinem Buch „Psychologie und Alchemie“ (Band 12) eine Formel aus dem 16. Jahrhundert zum Stein der Weisen [2]. Es handelt sich dabei um eine Anleitung, welche aus dem alchemistischen Werk Rosarium Philosophorum stammt. Sie erscheint auf den ersten Blick ganz einfach:

Mache aus Mann und Frau einen runden Kreis
und ziehe aus diesem das Viereck
und aus dem Viereck das Dreieck aus.
Mach einen runden Kreis
und du wirst den Stein der Philosophen haben.

 Diese „Instruktion“ wurde im Jahr 1625 bildhaft so umgesetzt [3]:

Der Stein der Weisen, Darstellung aus dem Jahre 1625

Die Bedeutung der Symbole

Als erstes eine kurze Betrachtung der einzelnen Symbole in der obigen Abbildung und ihrer Bedeutung:

  • Mann und Frau als Grundlage des Kreises:Der Mann steht auf der Sonne und damit für männlich-initiierende Energie, den göttlichen Funken und die Wärme. Die Frau steht auf dem Mond für weiblich-passive und zyklische Energie. Die beiden Energien wirken zu Ganzheit, symbolisiert durch den Kreis, zusammen. Ganzheit ist immer männlich und weiblich!
  • Der kleine Kreis(in der Mitte) bildet die Ausgangslage.
  • Das Viereck „aus dem Kreis“ist als Quadrat gezeichnet, welches den Kreis umgibt.
  • Das Dreieck, welches wiederum das Viereck umgibt, stellt mit der Spitze nach oben ein “männliches Dreieck” dar. Darum könnte es hier auch als Erkenntnis gedeutet werden. Als Triade symbolisiert ein Dreieck grundsätzlich Ganzheit (s. Gott männlich, weiblich 3-in-1 und Der Mensch, 3-in-1).
  • Der grosse Kreis, der alles umgibt: All diese Formen, die ineinander verschachtelt sind, werden wiederum von dem grossen Kreis umschlossen, hier als Kugel oder Erdkugel dargestellt, umgeben von Sonne („männlich“) und Mond („weiblich“).

 Anleitung zum Stein der Weisen

Die obigen Anweisungen könnten aber auch anders umgesetzt werden, sodass tatsächlich ein „Stein“, sogar ein Gebilde ähnlich der Form eines Diamanten, entsteht. Dazu diese Ausführungen:

1. Mache aus Mann und Frau einen runden Kreis

Was soll das mit dem Kreis aus Mann und Frau? Da der Kreis ein Symbol für Ganzheit ist, bedeutet dies, dass Ganzheit immer beides ist: männlich und weiblich! Diese Information ist wichtig für die nächste Instruktion: Ziehe ein Viereck …

2. Ziehe aus dem Kreis das Viereck

Das Viereck „aus dem Kreis“ hat dieselben Eigenschaften wie der Kreis. Welche sind diese? Geometrisch gesehen sollen bei der Quadratur des Kreises das Quadrat und der Kreis dasselbe Volumen, also denselben Inhalt haben. Im übertragenen Sinn handelt es sich bei demselben Inhalt die gemeinsame Botschaft des Symbols: Ganzheit als Einheit von männlich und weiblich. Also muss ebenfalls durch das Viereck «aus dem Kreis» transportiert werden.

Quadratur des Kreises

Dies ist der Fall, wenn das Viereck aus den vier „Elementen“ WASSER, FEUER, LUFT und ERDE  besteht. Denn diese bilden zusammen die Ganzheit von „männlich“ und „weiblich“ ab, nämlich im Bereich des Körper/der Materie beziehungsweise der Seele und des Geistes.

FEUER, WASSER, ERDE, LUFT
Männlich: aktiv-initiierender Geist
  • FEUER – der erste aufleuchtende Funke des Lichts, wärmende Kraft: das VATER-Element.
  • LUFT wird durch Feuer erwärmt und kommt in Bewegung: das SOHN-Element (sekundär). Wind trägt Samen mit sich, welche das «Programm» für das Neue enthalten.
Weiblich passiv-empfangend: lebendige Materie: WASSER und ERDE
  • WASSER ist die Voraussetzung für Leben und als solches das MUTTER-Element.
  • ERDE, durch Wasser befeuchtet, kann als TOCHTER-Element bezeichnet werden (sekundär). Sie nimmt Samen auf, bringt das neue Leben hervor und lässt es wachsen.

 

[S. Die vier Elemente, ihre Bedeutung und ihr Geheimnis und Die Quadratur des Kreises.]

3. Ziehe aus dem Viereck das Dreieck aus

Möchte man aus dem ganzen Viereck ein “Dreieck” aufziehen, dann entsteht eine Pyramide! Dabei stellt jede Seite der Pyramide wiederum selbst ein Dreieck dar.
Dasselbe kann ebenso nach unten gemacht werden. Dabei entsteht eine Gegenpyramide nach unten, wie auch die Pyramiden bekanntlich tief in die Erde hinabreichen.

Damit ist auch die tiefere Symbolik des Gebildes der Pyramiden verständlich, wie sie auf vielen Kontinenten der Erde zu finden sind. Sie sind Bild für die Realität (mit seinen vier “Elementen”, als das Quadrat, das auf der Erdoberfläche liegt. Diese ist eingebettet zwischen dem grossen Oben (Geist, VATER) und dem grossen Unten (Materie, MUTTER).

So stellt also die Pyramide irdische Ganzheit zwischen Geist und Materie, Vater und Mutter dar. Darum die nächste Instruktion:

4. Mache einen runden Kreis …

Die Ganzheit wird von einem runden Kreis umgeben, der dreidimensional gesehen eine Kugel darstellt.

5. … und du wirst den Stein der Philosophen haben.

Aus diesen Gedanken ergibt sich nun die folgende Konstruktion:

Herstellung des Steins der Weisen gemäss Anleitung

Der Stein der Weisen: Die aufgefächerten Einzelheiten (Kreis, Quadrat, 4 Dreiecke können zu einer Pyramide (rechte Seite) gestaltet werden.

Bastelanleitung für den Stein der Weisen als Doppelpyramide:

Bastelanleitung: doppelte Pyramide für den Stein der Weisen

Der Stein der Weisen und die Ganzheit

Die Sieben der irdischen Existenz: sämtliche Spektralfarben

Der Stein der Weisen hat tatsächlich etwas von einem Edelstein mit transparenten Seiten, durch welche das Licht der Mitte scheint. Zudem enthält das Gebilde die Grundfarben und mit den beiden Spitzen sämtliche Farben des Regenbogens von infrarot (unten, Mutter) bis ultraviolett (oben, Vater).

[S. Die Sieben – Ganzheit der irdischen Realität und Die sieben Chakren und Ganzheit.]

Von Sieben zu Zehn: die erlöste Schöpfung

Die Konstruktion der doppelten Pyramide als „Stein der Weisheit“, entspricht zudem dem Thron Gottes mit den vier Wesen in der Bibel (Hes 1, 1-28 und Offenbarung 4,5). Zudem ist sie auch eine dreidimensionale Darstellung des „Baumes des Lebens“, der Kabbala. Dazu diese Gegenüberstellung:

Das Kreuz, der Baum des Lebens und der Stein der Weisheit für Ganzheit

Drei verschiedene Darstellungen derselben Ganzheit. Seitlich die “vier Elemente”, rechts “männlich-aktiv”, links “weiblich-passiv”, oben Geist, unten Materie. Die Zahlen (Sephiroth, Ziffern) des Baumes des Lebens (Mitte) sind rechts in der Pyramide als Stein der Weisen ebenfalls vermerkt.

Zusammenfassung: die Herstellung des Steins

Ganzheit als Einheit und Heilung der gesamten Existenz

Die Pyramide, wie sie auf vielen Kontinenten der Erde vorkommt, stellt also den Stein der Weisheit dar und steht für Ganzheit. Denn sie umfasst die vier Elemente und darüber hinaus die Einheit von männlich und weiblich, Geist und Materie, bewusst und unbewusst.
Mit der Ganzheit beinhaltet er auch Heilung und das ewige Leben [4]: ein Diamant für die Ewigkeit.

Der innere und der äussere Stein: der göttliche Kern und die Ganzheit

Der kleine, violette Kreis als Mitte stellt den „inneren“ Stein dar. Er symbolisiert das Selbst des Menschen, seinen wahren, göttlichen Kern, eins mit Christus.

Als der positive Animus stellt Christus den Antrieb in der Materie aus Liebe dar und hat darum im Baum des Lebens Platz 9 inne, s. Abb. oben, Mitte. Darum wird er in der Bibel, sowohl im Alten als auch im Neuen Testament als der „Grundstein“ oder “Eckstein” bezeichnet, s. Ps. 118, 22, Mk 12,10 und weitere.

Das Selbst ist über die Mittelachse verbunden mit dem Grossen Oben („Vater im Himmel“, Geist) und dem Grossen Unten („Mutter“, lebendige Materie).

Der „äussere“ Stein der Weisen wird durch die ganze Figur dargestellt, umgeben vom Kreis oder der Kugel. Er stellt Göttlichkeit und Ganzheit dar und ist darum auch das Modell für den Thron Gottes.

Ein Modell für individuelle Ganzheit und Göttlichkeit

Der Weg zu individueller Ganzheit: Was braucht es dazu?

Die dem Stein der Weisheit innewohnenden Symbole zeigen, was es braucht, um Ganzheit zu erreichen. Grundsätzlich ist es wichtig, dass der Mensch alles, was er hat und ist, im Licht seines liebenden Bewusstseins wahrnimmt, das bedeutet, dass er sich selbst liebt. Das beutet mit anderen Worten, dass er seine Schatten und seine gegengeschlechtlichen Persönlichkeitsanteile (männlich und weiblich) integriert und auf diese Weise mit sich selbst und allem versöhnt ist. [S. Die Integration des Schattens und Die Integration von Animus und Anima in Gestalt der Archetypen des Christus und der Jungfrau.]

Vergebung und Versöhnung in der Kraft der Liebe

Versöhnung ist nur in der Kraft der Liebe möglich, welche Vergebung beinhaltet. Sie wohnt im Selbst des Menschen, in seinem göttlichen Kern (s. Vom Ego zum Selbst).

Wer mit sich selbst versöhnt ist, hat sich mit allem versöhnt. Auch ist er ganz und weiss sich als Teil der Ganzheit, geborgen in Vater und Mutter, Geist und Materie, mit anderen Worten im liebenden Bewusstsein, das ewig und unendlich ist.

So einfach ist das.

Der Stein der Weisen, grafische Darstellung

Nachweise:

[1]  C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 12, Psychologie und Alchemie, S. 343 ff.

[2]C.G. Jung, Band 12, S. 153, N. 167

[3]  Abbildunng: C.G. Jung, Band 12, S. 150, N. 165, Abb 59  oder auch S. 155, N. 168, Abb. 60.

[4] C.G. Jung, Gesammelte Werke, Band 9/II, „Aion“, Beiträge zur Symbolik des Selbst, S. 253, N. 377


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